Merkel rettet die Welt, Trump macht Politik

„Merkel überzeugt mit einer großen Europa-Rede“ titelt „Die Welt“, ohne rot zu werden. Gemeint ist die Ansprache der Bundeskanzlerin in Davos. Die drei Autoren mussten allerdings einräumen, dass Merkels „große Rede“ und ihr angebliches „Comeback“ weitaus weniger Interesse weckte, als die des indischen Präsidenten Narendra Modi, aber dafür hätte die Kanzlerin „wesentlich mehr geboten“. Schauen wir mal, was Merkel geboten hat: hier

21 comments

  1. Thomas Holzer

    Merkel hat überhaupt keine große Rede gehalten; dieses, mit Verlaub, Gewäsch war absolut belanglos, trivial und ein Wiederkäuen bekannter Politikersprechblasen

  2. Astuga

    Bei merkel ist es schon ein fortschritt wenn sie nicht wie bei anne will am laufenden band „wir schaffen das“ säuselt.

  3. dna1

    „…..angesichts der großen technologischen Herausforderung der Digitalisierung der disruptiven Veränderungen….“
    Da braucht man nicht mehr weiterlesen, oder zuhören. Diese Frau ist eine einzige peinliche Sprechblase ohne Inhalte. Und die ist Bundeskanzler in Deutschland, und wird es noch auf Jahre bleiben? Unfassbar

  4. Thomas Holzer

    @dna1
    Na ja, wenn die „disruptiven Veränderungen“ einmal digitalisiert sind, dann wird ja alles gut, und dann schaffen wir das auch 😉

  5. CE___

    Da hat Trump ja ein sehr gutes Pitch hingelegt warum die Welt in den USA investieren soll.

    „now is the perfect time to bring your business, your jobs and your investment to the United States“…“regulation is stealth taxation“…“where you can innovate, create and build“ das klingt sehr schön in den Ohren.

    Wenn man das mit dem total konträren Gebrabbel und Geplapper einer Merkel vergleicht. Zum davonlaufen die Rede dieser „Dame“. Und nicht vergessen die eigene Geldtasche dabei ganz fest zu halten.

    Und Trump hat hier auch ein ganz gutes Timing.

    Ich denke es wird sich in den nächsten Jahren einiges in den weltweiten Supply Chains neu aufstellen was hier sehr zupass kommt.

    China flext die Muskeln und fährt die Krallen aus, irgendwann krachen die politischen tektonischen Platten aneinander, wenn auch vielleicht nicht in einem heißen Krieg; da macht es für Weltkonzerne wie zB. Apple sehr viel Sinn wieder die Heimatbasis zu verstärken um von der Werkbank China zumindest etwas unabhängiger zu werden.

  6. Selbstdenker

    @dna1:
    „…eine einzige peinliche Sprechblase ohne Inhalte“

    Unterschätzen Sie Frau Merkel und ihren Beraterstab nicht. Die verwendeten Begriffe sind nicht inhaltslos, sondern sinnentstellt. Was beim erstmaligen Hinhören wie eine schlampige Verwendung von bestimmten Begriffen klingt, ist bei näherer Betrachtung nichts anderes als das Umkehren eines Begriffes in sein Gegenteil.

    Zum Aufwärmen ein paar Beispiele:

    „soziale Gerechtigkeit“ … als „gerecht“ gilt hier die kollektive Ergebnisgleichheit. Was jemand tut oder unterlässt ist dabei irrelevant; es zählt ausschließlich die Zuordnung zu einem willkürlich definierten Kollektiv. Die Herstellung von „sozialer Gerechtigkeit“ ist ohne individuelle Ungerechtigkeit gar nicht möglich. Damit ist sie das genaue Gegenteil von dem was die Allgemeinheit unter Gerechtigkeit versteht.

    „Freiheit“ … wenn Angela Merkel von Freiheit spricht, so meint sie damit stets „Freiheit zu“ und nicht „Freiheit von“. Sie hat dies in einer vielbeachteten Rede vor ein, zwei Jahren explizit erklärt. „Freiheit zu“ ist ein Freiheitsbegriff, der keine Rücksicht darauf nimmt, ob die Freiheiten von anderen beschnitten werden. Die von Justin Trudeau in Kanada durgepeitschte Bill C-16 ermöglicht jede/n sich unabhängig vom biologischen Geschlecht als das zu identifizieren was ihr/m gerade vorschwebt. Diese „Freiheit zu“ geht zu Lasten der „Freiheit von“ der anderen Bürger, die via drakonischer Strafandrohung dazu gezwungen werden z.B. einen Mann als Frau zu behandeln, obwohl er klar erkennbar ein Mann ist und sich wie ein Mann verhält.

    Weitere Begriffsumdeutungen: „Flüchtling“ (=Migrant), „undokumentierter Migrant“ (=illegaler Einwanderer), „unbegleitete Minderjährige“ (=alleinstehende, männliche Erwachsene), etc.

    Wenn Angela Merkel von einer „sozialen Marktwirtschaft 4.0“ spricht, mag dies beim Zuhörer ein Bild vermitteln, das dem „Neoliberalismus“ im ursprünglichen Sinne (später abgelöst durch den Begriff „Ordoliberalismus“) entspricht, der auf die technischen Anforderungen vom 21. Jahrhundert angepasst wird.

    Das Wort „sozial“ ist ein sogenanntes Weasel word: es saugt den begrifflichen Inhalt vom darauffolgenden Wort schrittweise aus, bis nur mehr eine leere Hülle übrig bleibt. Eine „soziale Marktwirtschaft“ wie wir sie in den vergangenen Jahrzehnten kennengelernt haben, ist das voranschreitende Aushöhlen der Marktwirtschaft durch den Sozialismus.

    Der geradezu peinlich wirkende sinnentstellte Zusatz 4.0 wurde politisch vom Begriff der vierten industriellen Revolution – dieser wurde in der Industriemesse Hannover von deutschen Industriegrößen geprägt – entlehnt. Seitdem schwadronieren Gewerkschaften von „Arbeit 4.0“, Angela Merkel von der „sozialen Marktwirtschaft 4.0“ und Gesellschaftsklempner von der „Gesellschaft 4.0“.

    Wenn von „disruptiven Veränderungen“ gesprochen wird, so bedeutet dies im Kontext der sogenannten „sozialen Marktwirtschaft 4.0“, das man die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der technischen Entwicklung einerseits und der Sinngebung und Adaption durch die Menschen anderseits dazu nutzen möchte, um die Menschen überfallsartig in ein allumfassendes, alternativloses, korporatistisches Wirtschaftsmodell und kollektivistisches Gesellschaftmodell einzuhegen.

    Trump wird deshalb von so vielen in der selbsternannten westlichen „Elite“ gehasst, weil er ihren sozialistisch / faschistischen Ansinnen auf allen Ebenen einen Strich durch die Rechnung macht.

  7. dna1

    @Selbstdenker
    Ja, ich war schlampig in der Formulierung. Mit „inhaltslos“ meinte ich „ohne sinnvollen Inhalt“.

    Ich habe viele Jahre meiner Berufslaufbahn von PR-Beratern Texte vorgeschrieben bekommen, die ich dann von mir geben musste. Anfangs begeistert ob der tollen Rhetorik, und immer mehr und mehr angewidert ob der sinnentleerten Blasen, von wegen „wir haben die Herausforderungen der Krise positiv angenommen und stehen heute stärker da als zuvor, bla bla bla.“ Und alle haben applaudiert, wenn ich aber die Wahrheit gesagt hätte, dann hätte ich das nicht lange überlebt. Alles Lug und Betrug, und genau so verhält sich Merkel. Aber die Leute wollen es halt so.
    Soziale Gerechtigkeit: Klar, wer steht schon ein für soziale Ungerechtigkeit, und das obwohl niemand wirklich definieren kann, was Gerechtigkeit eigentlich ist. Genauso verhält es sich mit „disruptiven Veränderungen“, da geht mir die Galle über.

    Was die Leute an Trump mögen, m.M.n., ist die Tatsache, dass er klar formuliert und eine Sprache spricht, die die Menschen verstehen. Er wird nur von einer bestimmten Kaste von Menschen gehasst, nämlich jenen, die es gewohnt sind mit Bla Bla und sinnentleerten Sprüchen zu beeindrucken und sich damit, meist sehr gut, durchs Leben zu schwindeln, ohne jemals Flagge zeigen zu müssen.

  8. Thomas Holzer

    @Selbstdenker
    Aber nachdem die „disruptiven Veränderungen digitalisiert wurden“, das ersuche ich Sie, mir zu erklären.

    Da scheint die Frau Merkel über ihr eigenes Unvermögen „gestolpert“ zu sein

  9. Falke

    Merkel versucht sich auch gleich so zu präsentieren, dass sie sich wert und würdig als Koalitionspartnerin für Schulz erweist. Übrigens: Sie hat in ihrer Rede auch das Unwort „konzentrieren“ verwendet! 🙂

  10. dna1

    @Falke
    Merkel präsentiert sich wie immer, als sinnentleerte Sprechblase. Die quatscht irgendwelche hohlen Phrasen ihrer Redenschreiber nach, ob richtig nachgequatscht, oder nicht, das weiß man nicht so genau. Aber warum zum Teufel traut sich keiner sie zu fragen, was denn das sein soll „digitalisierte disruptive Veränderungen“? (Die Frage ist natürlich rhetorisch. Dort befinden sich nur Schl….. , ich schreibe besser nicht weiter, sonst schimpft Hr. Holzer wieder mit mir.)

    Und sie haben natürlich recht, das passt perfekt zum Schulz.

  11. Rennziege

    27. JANUAR 2018 – 17:02 — Thomas Holzer
    Danke für diesen Link, Herr Holzer! Dieser Martin Leidenfrost ist auch für mich eine wohltuende Erfahrung. Traurig daran ist nur: In der „Presse“ findet sich ein einziger Leserkommentar dazu. Der ist zwar begeistert, und ich würde ihn gern zustimmend beantworten, aber dazu müsste ich mich dort registrieren lassen, und mit solchen Dingen bin ich überaus vorsichtig. — Herzliche Grüße, wie immer!

  12. Thomas Holzer

    @Rennziege
    Die „Die Presse“ hat Angst vor ihrer eigenen Courage!
    Ich habe es aufgegeben, dort zu „posten“, nicht wegen der Registrierung, sondern weil die löschen, daß „der Scheich bleich wird“ 😉

    Der Herr Leidenfrost war mir schon seit Jahren sympathisch, als er noch seine Berichte über seine Reisen quer durch Europa veröffentlichte, mittlerweile ist er mir noch sympathischer

  13. Thomas Holzer

    Abschließend: Weder Merkel noch „Die Grünen“ oder sonst wer „rettet die Welt“, all die -mit Verlaub- dreschen nur Phrasen, sind nicht in der Lage oder nicht willens, die einfachen Probleme direkt vor ihrer Türe zu lösen, dafür aber posaunen sie hinaus, daß sie de facto die Welt, das Universum und auch gleich alles darüber hinaus retten (werden) 😉

    Ein Schelm, der Böses denkt.
    Leider scheinen allzu viele p.t. Wähler diesen Sprüchen auf den Leim zu gehen

  14. Johannes

    Es ist wirklich so, Merkel spricht immer vom – wir – und ich frage mich die ganze Zeit wer hat sie zum Sprecher von „WIR„ gemacht. Merkel kann von Deutschland reden, sie kann erklären wie sie für ihr Land arbeiten will, aber sie redet unentwegt vom – WIR – und niemand kann genau sagen ob sie die Deutschen, die Europäer oder die ganze Welt meint. Es ist, je mehr ich es betrachte sehr ähnlich der Diktion eines Honecker der auch immer vom – WIR – sprach und damit die sozialistische Internationale meinte.
    Auch Honecker uns sein Vorgänger knüpften das Gelingen von Friede und Gerechtigkeit an die bedingungslose Unterordnung der vorgegebenen Bedingungen.
    Merkel ist substanzlos geworden, ihre Macht steht und fällt mit ihrem Einfluss in der EU, man spürt in Deutschland das die Rechnung der Führungsmacht nicht aufgeht, Britannien hat sich dem entzogen, die Visegrad-Staaten entziehen sich dem und Frankreich ist dabei neue Spielregeln zu entwerfen die Deutschland außer Zahlungen und Haftungen nichts bringen.
    Das Projekt der deutschen Themenführerschaft neigt sich dem Ende zu. Der neue Bundeskanzler Deutschlands, nach Merkel, wird wieder kleinere Brötchen backen müssen und sich in die Reihe der EU – Staaten einordnen und ihnen zuhören müssen.
    Der Vorteil wird sein wenn Deutschland sich zurücknimmt braucht es auch nicht als Sündenbock für Länder wie Griechenland herhalten.
    Das freie Spiel der Kräfte wird auch das Verteilungsproblem von Migranten lösen, wer keine will braucht keine aufnehmen, wer keine mehr aufnehmen kann macht es so wie Schweden und beendet halt unter Tränen die Migrationserlaubnis weil der Staat an seine Grenzen gestoßen ist.

  15. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Merkel meint disruptive Änderungen infolge der Digitalisierung. An dieser Stelle hat sie sich tatsächlich patschert ausgedrückt.

    Ansonsten bleibe ich meiner Einschätzung. Merkel setzt zwar ein Projekt nach dem anderen in den Sand, aber sie weiss genau was sie sagt. Sie verwendet eine Rhetorik, die sehr charakteristisch für die New Left ist.

    Ein Jargon, der Begriffe wie „alternativlos“, „postfaktisch“ bzw. Konstrukte wie „diejenigen, die schon länger hier sind“ beinhaltet, entpringt nicht der üblichen Bullshit-Rhetorik des politischen Geschäftes.

    Sie verpackt zum Teil in jedes Wort ein ganzes Set an grundsätzlichen Annahmen, mit der die Realität um ihr herum völlig in Frage gestellt wird. Es geht dabei nicht darum die Realität zu beschreiben, sondern sie mit Unterstellungen zu dekonstruieren.

    Wer das Channel 4 Interview von Dr. Jordan Peterson gesehen hat, dem wird sicherlich aufgefallen sein, das die Fragen von Cathy Newman eigentlich keine Fragen, sondern Unterstellungen und waren. Wer an dieser Stelle nicht die grundliegenden Annahmen hinter diesen Fragen richtigstellt, schluckt den Giftköder.

    Es geht hier nicht um Fakten, sondern um die Durchsetzung eines ganz bestimmten Weltbildes mit den Mitteln einer verfälschten Sprache.

  16. Thomas Holzer

    @Selbstdenker
    Langsam komme ich zu der Überzeugung, daß Frau Merkel die späte Rache der DDR an Westeuropa, nicht nur an Deutschland, ist

  17. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Sie ist definitiv die späte Rache der DDR an Westeuropa. Merkel und ihr Beraterstab ticken grundsätzlich nach DDR-Logik; sie äußert sich nur in einer Art und Weise, die beim (flüchtigen) Zuhören westlich klingt.

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