Nützliche Idioten einer menschverachtenden Unterwerfungsideologie

(ANDREAS TÖGEL) Die Erzdiözese Wien betreibt seit vielen Jahren einen Radiosender namens „Radio Klassik Stephansdom“. Wer, wie der Autor dieses Beitrags, klassischer Musik zugetan ist und auf politische Indoktrination durch in der Wolle gefärbte Linke verzichten möchte, wird innerhalb der bis ins Wiener Umland gehenden Reichweite des Senders nicht auf die Idee kommen, Ö1, den „Klassiksender“ des staatlichen Rotfunks zu hören. Der vermittelt unentwegt den Eindruck, man hätte es mit dem DDR-Radio aus den 70er-Jahren zu tun.

Allerdings: Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Auch an kirchlichen Belangen nicht interessierte Radio-Stephansdom-Hörer, müssen gelegentlich Wortmeldungen diverser Kirchenfunktionäre über sich ergehen zu lassen. Immerhin gibt es für derlei Fälle ja einen Aus-Knopf.

Am sechsten April dieses Jahres kam zu morgendlicher Stunde die Präsidentin der Österreichischen Frauenorden, Schwester Beatrix Mayrhofer zu Wort, die mit Großteils haarsträubenden Argumenten gegen das von der Regierung kürzlich in Aussicht genommene Kopftuchverbot polemisierte, das in Kindergärten und Grundschulen gelten soll. Es ist keine Frage, dass staatliche Bekleidungsvorschriften hochproblematisch sind. Natürlich geht es den Staat nichts an, welche Art von Kleidung die Bürger tragen. Allerdings kann man zu diesem Thema intelligente und weniger intelligente Argumente vorbringen. Die Einlassungen der Ordensfrau fielen allesamt in die zweite Kategorie.

Interessant ist beispielsweise, wie sehr ihr missfällt, dass es der Staat ist, der eine derartige Regelung durchsetzen möchte. Also jener Staat, von dem die Kirchen bei allen anderen Gelegenheiten (spätestens seit der Einführung der Kirchensteuer) gar nicht genug bekommen können. Mit einem Mal aber, soll er sich plötzlich zurückhalten. Seltsam.

Dass Schwester Mayrhofer im Zusammenhang mit Minderjährigen (es geht bei der Regierungsvorlage um Kinder bis zum vierzehnten Lebensjahr) das „Recht auf Selbstbestimmung“ anspricht, ist geradezu kurios. Welches Kind wickelt freiwillig und „selbstbestimmt“ seinen Kopf ein? Angesichts dessen, dass im Iran erwachsene Frauen ins Gefängnis gehen, weil sie sich weigern, dieses ihnen von einem männlichen Klerus aufgezwungene Unterdrückungssymbol zu tragen, ist es blanker Zynismus, von „Würde“ zu sprechen.

Schwester Mayrhofer beklagt dann wortreich die praktische Unmöglichkeit, das Kopftuchverbot durchzusetzen. Dazu eine kurze Gegenfrage: Würden Kinder mit einem Hakenkreuzwimpel oder einer SS-Uniform in Kindergrößte in den Kindergarten oder zur Schule kommen, wäre es dann auch unmöglich, einzuschreiten? Wäre es undenkbar, dass Fähnchen und Uniformen umgehend eingezogen werden? Natürlich nicht, weil es nämlich ein entsprechendes (Verbots)Gesetz gibt, das unverzüglich durchgesetzt würde. Weshalb in aller Welt sollte es dann aber nicht möglich sein, einem „Kopftuchgesetz“ zur Geltung zu verhelfen?

Jene Damen und Herren, die ihren Kindern verbieten, das Haus ohne Kopftuch – die Fahne einer totalitären politischen Ideologie – zu verlassen, müssten ihren Nachwuchs dann eben ohne die Assistenz aus öffentlichen Mitteln finanzierter Kindergärten und Schulen aufziehen. Dass der Gesellschaft dadurch ein Schaden erwachsen würde, darf bezweifelt werden.

Es ist einigermaßen rätselhaft, weshalb Funktionäre der heimischen Kirchen sich immer wieder als nützliche Idioten einer menschverachtenden Unterwerfungsideologie betätigen, das Kreuz verleugnen und der Kapitulation des christlichen Abendlandes vor einem neuen Kalifat das Wort reden. Hat der autodestruktive 68er-Kulturmarxismus auch unter dem Dach der Kirche bereits den Sieg errungen?

 

https://diepresse.com/home/bildung/schule/5400527/Gegen-Kopftuchverbot_Ordensschwestern-fuerchten-ums-Kreuz

10 comments

  1. Calderwood

    Das Kopftuch ist das Symbol einer totalitären Ideologie – sozusagen die Hakenkreuzbinde des Islam.

  2. Thomas Holzer

    1.) Radio Stephansdom kann man auch außerhalb des Umlandes von Wien empfangen.
    2.) Die Kirchensteuer verdanken wir einem gewissen Herrn Hitler
    3.) „Welches Kind wickelt freiwillig und „selbstbestimmt“ seinen Kopf ein?“ Das wissen weder Sie noch ich, Herr Tögel
    4.) sämtliche Verbotsgesetze sollten ersatzlos abgeschafft werden, weil man kann Dummheit nicht ex lege verbieten.
    5.) und abschließend ein -ja unzulässiger- Vergleich: Einerseits spricht sich der Herr Tögel bei (fast) jeder Gelegenheit gegen (restriktive) Waffenverbote aus, andererseits tritt er vehement für Kopftuchverbote ein; da soll sich noch einer auskennen 😉

  3. Kluftinger

    @ TH
    Dass wir die Kirchensteuer einem Herrn Hitler verdanken ist bekannt.
    Aber niemand zwingt uns, das was Herr Hitler eingeführt hat, auch weiter zu führen!
    Oder ist das auch „Wiederbetätigung“?
    🙂

  4. Andreas Tögel

    Danke Herrn Holzer vielmals für die Geschichtsnachhilfe. Das mit Hitler und der Kirchensteuer war mir natürlich gänzlich unbekannt. Aus welchem Teil meines Beitrags Sie herauslesen, dass ich für staatliche Bekleidungsvorschriften eintreten würde, erschließt sich mir nicht. Ich beschäftige mich darin nämlich ausschließlich mit der Kritik an den haltlosen Argumenten derjenigen, die sich gar nicht tief genug vor dem Islam verneigen können.

  5. Thomas Holzer

    @Kluftinger 08:42h
    Meine Rede
    @Andreas Tögel 08:43h
    Gerne 😉
    Naivität ist noch nicht strafbar

  6. 3331

    Herr Tögel,

    Die Beobachtung, dass sich viele sehr tief vor dem Islam beugen, habe ich auch gemacht.
    Von einer Verneigung spricht man im Allgemeinen jedoch nur, wenn das Antlitz dem Gegenüber zugewandt ist. Wenn jedoch der sich Beugende mit allen Vieren auf dem Boden ist und dem Gegenüber in erster Linie sein Gesäß willfährig zuwendet, kann man nicht von einer Verneigung sprechen.

  7. Christian Peter

    Die katholische Kirche hat sich immer dem politischen Zeitgeist angepasst. Im letzen Jahrhundert dem Nationalsozialismus, heute dem linken Mainstream.

  8. Dieuetmondroit

    Die Kopftuchdebatte dient doch nur als Vorwand. Die Ursache für die Diskussion ist das diffuse Gefühl vieler Österreicher, dass schon zu viele Moslems im Land sind, in manchen Bezirken so viele, dass sich die „richtigen“ Österreicher nicht mehr heimisch fühlen. Das trauen wir uns aber nicht laut zu sagen, weil wir nicht in den Verdacht kommen wollen, „rechts“ zu sein.
    Daher erfinden wir in unserer Hilflosigkeit neue Gesetze und Verbote, um die Moslems wenigstens zu sekkieren. Dadurch setzt man Kinder einen enormen Druck aus. Ihre Eltern halten sie dazu an, ein Kopftuch zu tragen und die Schule will es ihnen verbieten. Sollen die Lehrer den Kindern das Kopftuch herunterreißen? So etwas würde doch keiner tun.
    In diesem Forum wird die Freiheit hochgehalten. Zumindest von den meisten Mitgliedern. Die geforderten Verbote sind ein Ausdruck der Hilflosigkeit.
    Wollen Sie wirklich christlichen Lehrerinnen und Lehrern verbieten, ein Kreuz zu tragen? Nichts anderes müssten Sie fordern, um den Gleichheitsgrundsatz nicht zu verletzen.
    Ich bin dafür, religiöse Symbole generell zu erlauben. Und selbstverständlich bin ich auch dafür, die Zuwanderung – bis auf wenige, handverlesene Ausnahmen – abzustellen. Und ich bin für Ehrlichkeit.

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