Samuel Colt machte sie alle gleich…

(ANDREAS TÖGEL)  Es ist wieder passiert: Ein Schulmassaker. In den USA. Im Land der Waffennarren und einer allmächtigen Waffenlobby. Wieder wurde eine waffenfreie Zone zum Schauplatz einer blutigen Tragödie. Die Reaktion, die nach jeder Schreckenstat dieser Art zu erfolgen pflegt, besteht auch jetzt wieder in der Forderung nach strengeren Waffengesetzen – insbesondere nach einem Verbot halbautomatischer Büchsen. Denn Waffen töten. Keine Waffen – keine Toten. So funktioniert die Welt der „Liberalen“ jenseits des Atlantiks. In Europa sowieso.

Seltsam, dass keiner der in solchen Fällen so schnell mit Verbotsforderungen auftrumpfenden Kritiker einer freizügigen Waffengesetzgebung, sich einmal die Frage stellt, weshalb derartige Vorfälle bevorzugt an Orten geschehen, an denen generelle Waffenverbote gelten. Wirken Verbote am Ende etwa doch nicht so gut, wie immer behauptet wird? Gibt es keine Bluttaten bewaffneter Täter in Kalifornien, New York City, Chicago oder Washington D.C., wo die strengsten Verbote gelten? Und weshalb finden ausgerechnet auf zivilen oder militärischen Schießanlagen, wo jedermann bewaffnet ist, niemals blutige Massaker statt? Sollte denn die Verfügbarkeit von Privatwaffen nicht mit Gewaltanwendungen korrelieren?

„Gott erschuf die Menschen, aber Samuel Colt machte sie alle gleich“ ist ein cleverer Werbespruch aus der Frühzeit der Colt-Waffenschmiede. Wer auch nur einen Augenblick lang nachdenkt, dem erschließt sich schlagartig der Wahrheitsgehalt dieser Aussage. Menschen unterscheiden sind nun einmal – nicht zuletzt hinsichtlich ihrer Körperkraft. Eine Frau mit Kleidergröße 36, wird sich des Angriffs eines 95 Kilo schweren, durchtrainierten Mannes mit bloßen Händen nicht erwehren können. Zu ungleich sind die körperlichen Voraussetzungen verteilt. Hat sie aber eine wirkungsvolle Waffe zur Hand (mit der sie auch umgehen kann), sieht die Sache völlig anders aus. Die Waffe funktioniert als Gleichmacher. Seltsam, dass notorische Egalitaristen diese Tatsache nicht erkennen. Waffen haben für körperlich unterlegene Opfer von Gewalttaten dieselbe Wirkung, wie das Gehörn eines Büffels im Kampf gegen einen Löwen. Würde man Beutetieren die Möglichkeit zur Selbstverteidigung nehmen indem man ihnen die Hörner abschneidet, hätten die Raubtiere leichtes Spiel.

Restriktive Waffengesetze berauben potentielle Opfer jeder Möglichkeit, sich gegen Räuber wirkungsvoll zur Wehr zu setzen. Die sind ja allein schon dadurch im Vorteil, dass die Initiative auf ihrer Seite ist. Ist ihr Opfer unbewaffnet, so hat es überhaupt keine Chance. Verfügt es jedoch über ein wirkungsvolles Mittel zur Gegenwehr, birgt die Attacke für jeden Angreifer ein unkalkulierbares Risiko. Der Angriff kann für den Kriminellen fatal enden. Die Aussicht auf Gegenwehr hat auf potentielle Täter folglich eine nicht zu unterschätzende Wirkung, denn die suchen ja nicht den Kampf, sondern leichte Beute.

Bei Massakern wie dem in Parkland, sind die Opfer stets unbewaffnet. In Schulen und Universitäten sind sie das aufgrund der Gesetze. Der mit viel Getöse inszenierte „Marsch nach Washington“, wird keine Menschenleben retten. Auch in Zukunft werden Gewalttäter sich auf die Wehrlosigkeit ihrer Opfer verlassen können. Je weiter die Waffengesetze verschärft werden, desto mehr.

Das einzige akut wirksame Mittel gegen initiierte Gewalt ist Gewalt. Wird die Aggression mit Waffen geübt, bedarf es bewaffneter Gegenwehr. Wären Schulen keine waffenfreien Zonen; verfügten Schulwarte, Direktoren und der eine oder andere Lehrer über Waffen, würden „Amokläufe“ frühzeitig beendet und die Zahl der Opfer wäre um vieles niedriger. Das Beispiel Israels zeigt, welche Wirkung auf die innere Sicherheit von einer weiten Verbreitung ziviler Waffen ausgeht: Noch ehe die Polizei eintrifft wird dort fast jede kriminelle Gewalttat von bewaffneten Bürgern beendet. Die haben begriffen, dass der Schutz ihres Lebens und ihrer Sicherheit zuallererst in ihren eigenen Händen liegt.

Der Text ist zuerst in der April-Ausgabe des Magazins „eigentümlich frei“ erschienen

7 comments

  1. Herbert Manninger

    Ich frage mich auch, warum Polizisten,und das gilt insbesondere für Polizistinnen, sich mit aggressiven Typen am Boden herumwälzen müssen und zumindest eingeschlagene Zähne riskieren. Es spräche sich schnell in der ,,Szene“ herum, dass man bei Anwendung körperlicher Gewalt Besitzer eines Oberschenkeldurchusses wird…..

  2. Wallnöfer

    Was könnte man tun um die Diskussion vom rein emotionalen bis magischen Niveaux auf ein halbwegs verstandesorientiertes zu haben? Dass ein bewaffneter sich eher wehren kann, müsste doch jeder einsehen. Dass in Austria Polizisten einen Waffenschein brauchen, wie lässt sich das vernunftmässig – natürlich aus der Geschiche: Polizisten waren 1934, das ich aktiv miterlebt habe, die Bösen – wohl kaum begründen. Der Gauner bekommt jede Waffe und kann sie fe facto auch führen. Der „brave“, der sich an die Seite der Ordnung stellt bleibt wehrlos. Wann haben wir die Chance, vernunftbegabte Wesen zu werden?

  3. Der Tschakkomo

    Normalerweise betrifft die Verschärfung eines Gesetzes nie den Normalbürger sondern den Bösewicht. Einbruch wird strenger bestraft? Ist mir wurscht, ich breche nicht ein. Mord? Betrifft mich nicht. Steuerhinterziehung? Kein Thema für Otto Normalverbraucher.

    Einzig bei den Waffengesetzen dreht sich der Spieß um und es werden die ohnedies gesetzestreuen Bürger eingeschränkt bzw. bestraft. Dafür sind sie den Bösewichten wurscht.

  4. Falke

    Der Gesetzgeber sowie all jene, die nach immer schärferen Waffen(verbots)gesetzen schreien, gehen offenbar davon aus, dass sich die Kriminellen ebenso an diese Gesetze halten und sich natürlich keineswegs Waffen über illegale Wege beschaffen. Damit wäre also das Problem gelöst, oder? Wie naiv kann man denn sein? Oder wollen die Politiker eines Landes etwa gar nicht, dass die Bürger sicher und geschützt sind? Wenn man sie so über die Waffengesetze schwafeln hört, könnte man fast dieser Meinung sein.

  5. cmh

    DEer Grund warum die sozialistisch sozialisierten Schneeflöckchen immer so nach den allerstrengsten Verboten – und damit auch immer wieder für ein Waffenverbot – schreien liegt schlicht und einfach darin, dass sie zu faul sind, sich mit der Technik der Waffen auseinander zu setzen. Im Rahme ihrer generellen Faulheit selbstverständlch. Denn auch für eine zierlich Frau bedarf es zum Gebrauch einer Waffe ständiger und regelmäßigger Übung.

    Da ist es natürlich leichter wie im Kindergarten immer nach der Tante Sozialstaat zu kreischen. Und je natürlicher es im Verlauf der Dinge zu Übelständen kommt, desto strenger sollen die geforderten Strafen sein. Die Bestrafung der anderen substituiert die (fehlende) eigene Verantwortung, Achtsamkeit und Belastbarkeit.

  6. Rennziege

    2. APRIL 2018 – 09:52 — Der Tschakkomo
    Nicht nur Ihr Posting trifft den Nagel auf den K. Danke!

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .