So (un)sicher sind Bankeinlagen wirklich

„Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein.“ Spätestens seit dieser bemerkenswerten öffentlichen Erklärung vom 05.10.2008, zu der sich Kanzlerin Angela Merkel und ihr damaliger Finanzminister in der Hochzeit der Finanzkrise genötigt sahen, ist das Thema Einlagensicherung einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Das zitierte Versprechen ließe sich nach heutigen Maßstäben ohne weiteres als riesiger Bluff bezeichnen – denn weder zum Zeitpunkt der Aussage gab es für die unbegrenzte Sicherung der Bankeinlagen durch die Bundesregierung eine rechtliche Grundlage, noch wurde diese nachträglich geschaffen.

Tatsächlich ist aufgrund einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 2009 jedes Mitgliedsland dazu verpflichtet, auf nationaler Ebene eine gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 € pro Sparer zu gewährleisten. In Deutschland gibt es darüber hinaus noch freiwillige Sicherungseinrichtungen wie beispielsweise der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken, der mindestens 1 Million € pro Bank und Kunden beträgt.” weiter hier

3 comments

  1. Thomas Holzer

    Man komme mir bitte nicht mit “gesetzlichen Verpflichtungen”; die helfen alle nichts, und Versprechen von Politikern schon gar nicht, da schlicht und einfach die Zahlen widersprechen.

    Versprechen, Beteuerungen von Politikern wir wir sie derzeit vorfinden, sind Schall und Rauch, sonst nichts.

  2. CE___

    Schade dass es die Einrichtung einer reinen Depositenbank nicht mehr gibt und auch keine Diskussion darüber.

    Wäre die einfachste Lösung für dieses Problem der inhärent insolventen Teilreservebanken.

    Die Teilreservebanken, also eh’ alle heutigen Banken, werden schon wissen warum man diese Art von Konkurrenten über Jahrzehnte durch Übernahmen gekillt hat und nicht mehr anbietet.

    Also einfach ein Einlagen- und Bargeld-Aufbewahrungsgeschäft, ohne Kreditgeschäft.

    Ja, dafür gibt es ganz offen keine Guthabenzinsen (wo gibt es die denn eigentlich überhaupt noch?).

    Durch eine strikte Automatisierung der Filialen (Bargeldeinzahl-auszahl-und sogar Überweisungs-Automaten wie in anderen Ländern und Kontinenten schon üblich) können sicher auch konkurrenzfähige Kontogebühren angeboten werden.

  3. Marcel Elsener

    Bitte immer genau hinschauen, was die Grösste Kanzlerin aller Zeiten gesagt hat. Sie hat gesagt, dass sie SAGE, dass die Einlagen sicher seien. Ja, und exakt das hat sie ja auch getan: sie hat es gesagt, mehr aber auch nicht. Jeder Dödel kann sagen, dass er irgendwas sagt. Sie hat hingegen nicht gesagt: ‘Die Spareinlagen SIND sicher. Dafür steht die Bundesregierung ein.’ Man sollte die Rabulistik in der Politik keinesfalls unterschätzen.

    Wie sollte die Bundesregierung auch auch dafür einstehen, dass die Spareinlagen sicher sind? Das ist unmöglich. Denn soviel Steuergeld gibt es gar nicht, dass man neben dem völlig aufgeblähten Sozialstaat und der nachgeordneten exzessiven Günstlingswirtschaft auch noch für die Spareinlagen wenigstens bis 100’000 Euro pro Einlage bürgen könnte.

    Letztendlich würde der Mittelstand mit seinen Steuerabgaben für seine eigenen Spareinlagen bürgen, was natürlich absurd ist – es sei denn der Staat würde tatsächlich Staatsvermögen (z.B. Immobilien) liquidieren und mit den Erlösen die Spareinlagen decken. Das aber wird er ganz bestimmt nicht tun.

    Jene Steuerzahler mit kleinem oder gar keinem Einkommen/Vermögen haben nicht die finanzielle Potenz für irgendetwas zu bürgen. Jene mit grossem Vermögen haben ihre Kröten nicht in Spareinlagen angelegt sondern in Wertschriften, Immobilien oder anderen Wertanlagen; sie sind somit direkt gar nicht betroffen. Sie können ausserdem als Bürgen nur schwer in Anspruch genommen werden – wenn überhaupt.

    Natürlich kann eine grössere Enteignungsaktion bei den Reichen und Superreichen durchgezogen werden – insbesondere Immobilien bieten sich an; aber man kann sicher sein, dass dann die wirklich potenten Vermögenseigner rechtzeitig davon Wind bekommen und ihre Schäflein rechtzeitig ins Trockne bringen, sofern sie das nicht schon längst getan haben. Und selbst wenn einige grössere Fische im Netz hängenbleiben: das funktioniert genau einmal innerhalb einer Generation. Danach hat man verbrannte Erde hinterlassen, und keiner wird dem Staat auf Jahrzehnte hinaus nochmals über den Weg trauen. Bleiben also die Vermögen des Mittelstandes, die der Staat am einfachsten bei geringem Risiko mittels astronomischen Steuern konfizieren kann. Es wird einmal mehr der naive Mittelstand sein, der rasiert wird.

    Aber das muss man sich nicht bieten lassen. Der beste Schutz eines mittelständischen Bürgers besteht darin, dass er nur wenig Geld auf dem Bankkonto hat; gerade genug, um jeweils die laufenden Kosten decken zu können. Dann ist der Totalverlust des Bankguthabens nicht so tragisch. Das eigentliche Vermögen sollte man hingegen anderswo aufbewahren, nicht bei Banken, und schon gar nicht in Form von Spareinlagen.

    Frau Merkel hat in ihrer Erklärung im Jahre 2008 nichts anderes als Illusionen verkauft. Die weitaus meisten Journalisten haben es in ihrer Einfalt trotzdem gefressen und kolportiert. Bis heute sind sie nicht wesentlich klüger geworden, was wohl einiges über den geistigen Zustand der deutschen Journalisten aussagt.

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