Trump auf der Siegerstrasse

(ANFREAS UNTERBERGER) Zunehmend kann man nur lachen über die starken Sprüche mancher europäischer Politiker wie etwa erst jüngst die des derzeitigen Chef-Lobbyisten der EU-Industrie, Christoph Leitl. Er hat angedroht, dass die Europäer sich jetzt gemeinsam mit China und Russland gegen die USA wenden werden, wenn diese ihre Interessen so brutal verfolgen. Da hat Popeye wohl wieder einmal seinen Spinat vergessen. Denn die USA sind wirtschaftlich so stark, dass sie derzeit offenbar fast alles im Alleingang durchsetzen können.

Um zu diesem Schluss zu kommen, muss man nur vier Fakten aus den letzten Stunden aneinanderreihen:

Kaum haben die USA neue massive Sanktionen gegen China angekündigt, ist die chinesische Währung steil gefallen, und die amerikanische weiter gestiegen (was sie übrigens als Folge der amerikanischen Zinserhöhungen schon länger tut).
Knapp danach wurde ein „Vergleich“ zwischen dem VW-Konzern und den USA in der sogenannten Dieselaffäre bekannt: Der deutsche Autobauer hat sich bereit erklärt, den gigantischen Betrag von 25 Milliarden Dollar an die USA zu zahlen, den Autokäufer, Händler und Behörden kassieren werden (obwohl sie gar keinen konkreten Schaden erlitten haben). VW sah offenbar keine Alternative. Europäische VW-Käufer können da nur vor Neid platzen.
Gleichzeitig üben die drei großen deutschen Autokonzerne (VW, Mercedes, BMW) Druck auf die EU-Kommission aus, im Handelskrieg um Strafzölle gegenüber den USA nachzugeben.
Der Iran bemüht sich derzeit, schnell noch über 300 Millionen Euro in bar aus Deutschland herauszuschaffen, bevor die US-Sanktionen in Kraft treten. Finanzexperten können sich nicht erinnern, wann jemals schon ein so großer Bar-Betrag transportiert worden ist.
Vier unglaubliche Tatsachen. Sie alle zeigen, dass fast die ganze Welt Respekt vor den USA zeigt und letztlich immer vor deren selbstbewusstem (und sich nicht mehr wie einst um Sympathiewerte kümmerndem) Auftreten zurückweicht. Das ist Faktum, wie berechtigt oder unberechtigt man die amerikanischen Forderungen im Einzelnen auch ansehen mag.

Und man kann wetten, dass bald eine fünfte Entwicklung folgen wird: Deutschland und andere europäische Länder werden nach rüden Rügen Donald Trumps wohl ihre niedrigen Verteidigungsausgaben erhöhen. Beim Nato-Partner USA sind diese – in BIP-Prozent gerechnet – vier Mal so hoch wie etwa in Deutschland, weshalb nicht nur Trump die USA derzeit als Gratis-Polizist missbraucht sieht. Merkel&Co müssen daher fürchten, dass Trump auch die Nato aufkündigen könnte, wenn sie nicht seinen Forderungen nachgeben. (TB)

4 comments

  1. Christian Peter

    Die USA können vor allem nicht verlieren, weil sie ein Handelsbilanzdefizit von 1 Billion Euro haben, selbst wenn sich die US – Wirtschaft völlig abschottet, wäre es kein großer Schaden. Verlieren werden in diesem Streit jedoch Länder wie Deutschland und China, die große Überschüsse im Handel mit den USA erzielen.

  2. Johannes

    Bush junior hat Europa gebraucht, als Verbündeter für seinen Krieg, Obama war nach meiner Meinung einfach auf gute Beziehungen aus, zu allen Ländern auf der Welt und hat so glaube ich nicht erkannt dass das sehr oft nur ausgenützt wird. Seine Herkunft als erster schwarzer Präsident der USA war eigentlich eine Bürde die unpopuläre Maßnahmen seinerseits gegenüber anderen Staaten unmöglich machte. Er war so wie Merkel von den Medien in den Himmel gehoben worden und dort erwartet der Mainstream ein ganz bestimmtes devotes Verhalten, das nicht unbedingt dem eigenen Land nützt.
    Niemals hätte Obama die Problematik der Einwanderung von und über Mexiko ansprechen, geschweige denn Maßnahmen dagegen setzen können. Das war für ihn, mit den in ihn gesetzten Erwartungen nicht machbar.
    Das Netzwerk Obama-Merkel war ein in seiner Idee auf Welt beherrschen durch Welt verändern ausgerichtet.
    Die Welt verändern nach einer Idee die auf Beendigung von Nationalismus und bewusstem brechen von gewachsenen Bevölkerungsstrukturen durch noch nie dagewesene Völkereinwanderung.

    Wenn man so will das Modell, offene Gesellschaft, wie von Soros propagiert.
    Clinton hätte perfekt in dieses Bild gepasst, zwei Frauen beherrschen die Welt und verändern sie nach belieben.

    Und dann kam Trump und zum Glück mit ihm die Realität zurück.
    Jetzt weiß man endlich wieder woran man ist und dieses perfide Taktieren hinter dem Anschein eines selbst definierten Humanismus hat ein Ende.
    Wir kennen ansatzweise die Rolle von Clinton beim arabischen Frühling, die Folgen des arabischen Frühling waren Anarchie, der Tod hunderttausender Menschen und das Entstehen des IS der in seinen Anfängen vom Westen unterstütz wurde.
    Da ist mir ein Trump noch immer lieber. So wie Reagen könnte seine Amtszeit als eine ohne von Amerika angeführten Krieg in die Geschichte Amerikas und der Welt eingehen.

  3. astuga

    Und wärend viele Europäer, europäische Regierungschefs und EU-Politiker über Trump lachen…
    Glanz und Gloria der EU.

  4. Gerhi09

    ad astuga: Und kein Bericht der Mainstream-Medien dazu? Nicht auszudenken, wenn Trump einmal so besoffen wäre, wie die Meute über ihn herfallen würde!

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