Wenn der Twitter-Volksgerichtshof tagt…

„…Menschen denken und reden gelegentlich dummes Zeug; das gilt für Politiker, Journalistinnen und Schauspieler genauso wie für Automechaniker, Hochschulprofessorinnen und Friseure. Vor allem spätabends und mit etwas Alkohol im Hirn erreicht die Selbststeuerung oft keine Rekordwerte mehr. Im analogen Zeitalter war das relativ egal; schlimmstenfalls mussten sich ein paar Freunde am Telefon oder am Tresen einer Bar den Unsinn anhören. Ein Internetanschluss erweitert die Auswirkungen umnebelter Geistesblitze dramatisch. Das weiß jeder. Es schafft nur nicht jeder, fortwährend richtig damit umzugehen. Entgleisungen sollten geahndet werden, klar. Aber es kann nicht die einzig mögliche Sanktion sein, eine Person zu vernichten, womöglich lebenslang….“ (hier)

5 comments

  1. fxs

    Der Fall ist wirklich verrückt. Efgan Dönmez schreibt auf Facebook über die Gründe des politischen Aufstiegs der migrantengeilen Sawsan Chebli „schau dir mal ihre Knie an, vielleicht findest du da eine Antwort“ Wer in dieser Aussage eine „Sexistische Entgleisung“ sieht, hat wohl eine sehr schmutzige Phantasie. Die Angriffe auf Dönmez sagen mehr über die Angreifer aus, als über den angegriffenen Dönmez. Dass Kurz dies zum Anlass nimmt, Dönmez aus dem Klub zu werfen, sagt genauso mehr über die politische Kompetenz von Kurz aus, als über Dönmez.

  2. sokrates9

    Eine freie Diskussion ist nicht mehr möglich wenn die PC – Sprachpolizei beinahe jedes Wort so interpretieren kann, dass es existenzvernichtend ist! Wenn man angefangen von Zahlen auch Zahlen wie 19, 88 – in China Zahl des Glücks – über „konzentrieren“ bis sexistisch interpretierbare Worte inklusive Komplimente nicht mehr nennen darf, geht jede intellektuelle Diskussion verloren! Wahrscheinlich will das aber die Linke!

  3. humanist

    Efgani Dönmez ist m.E. ein völlig integrer Mann, der seit Jahren (sogar in seiner Grünenzeit, während der er stets „heroisch“ seine Krawatte trug, was den Grünen nachgerade physischen schmerz bereitet haben muss) Prinzipien hat (!) und diese verteidigt, auch in schwierigen Debatten. Chapeau!
    zB mit Herrn Sellner seinerzeit bei Fleischhacker, eine Sternstunde, weil endlich auch mal – dezent sekundiert vom stets herausragenden Herrn Unterberger – ein dezidierter Nichtlinker sprechen (!) durfte. alle hatten sich vor dem Diskurs mit dem rhetorisch brillanten jungen mann gedrückt, bis auf zwei: DÖNMEZ und Voggenhuber. Chapeau! Sie werden fehlen, Herr Dönmez. M.E. einer der raren Fehler von Kurz, Sie nicht beherzt zu verteidigen. Denn sooo schlimm war’s ja wohl echt nicht… Alles Gute Ihnen!

  4. Mourawetz

    An den Worten Dönmaz‘ kann man sich ja nach Lust und Laune abarbeiten. Aber ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt. Und wenn man dadurch eine Karriere beenden kann, ist man ein bisserl mehr als ein Schelm. „Er hat deinen Namen nicht genannt“ sagt Herodes seiner Frau in Richard Strauss‘ Oper Salome. Sowenig wie Jochanaan die Frau von Herodes gemeint hat, so wenig hat Dönmez von sexuellen Handlungen gesprochen. Das Opernpublikum damals war noch gescheiter, als die Twitter-Gemeinde heute. Es sang diese Zeile während der Aufführung mit. Am Ende ist Jokanaan so tot wie Dönmez seinen Job los. Auf Druck von Frauen, durch Männerhand. Oscar Wilde hat schon gewusst, was er schreibt.

  5. Falke

    Wäre Dönmez „böse“ und rachsüchtig, könnte er seinen Rausschmiss durchaus rassistisch „verwerten“, indem er ihn auf seinen türkischen Migrationshintergrund zurückführt. Würde ich Kurz und seinen einschlägigen Beratern absolut gönnen.

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