Wie wichtig Russland wirklich ist

„Dieses Anbiedern an Russland irritiert, weil es die Bedeutung des Landes überhöht. Russland ist als Handelspartner für Österreich derzeit gerade einmal so wichtig wie die kleine benachbarte Slowakei. Ungleich mehr Gewicht haben etwa die USA, auch China und natürlich die EU als mit Abstand grösster Wirtschaftspartner. Von daher würde man sich wünschen, dass die österreichische Wirtschaft ihren richtigen Platz besser kennen würde. An der Seite Russlands ist dieser nicht…“ (NZZ, hier)

12 comments

  1. eeeee

    Rußlands BIP ist kleiner als das von Italien, Spanien oder Mexiko. Wir sollten uns nicht von so einem Zwerg wie Putin erpressen lassen.

  2. Christian Peter

    ‚Russland ist als Handelspartner für Österreich gerade einmal so wichtig wie die kleine Slowakei‘

    Kanada ist als Handelspartner für Österreich weniger wichtig als die Türkei und dennoch schickt sich die korrupte österreichische Regierung an, im Schnellverfahren ein 1.500 Seiten Vertragstext umfassendes, vermeintliches ,Freihandelsabkommen‘ mit Kanada abzusegnen, welches unfassbare Privilegien für ausländische Konzerne vorsieht, heimische Unternehmen schwer benachteiligt und der Wirtschaft schadet.

  3. sokrates9

    Jetzt kratze alle Strache die Augen aus weil er es gewagt hat die Sanktionen zu hinterfragen! Dass es keine Sanktionen gegen Türkei und 20 ähnliche Konstellationen gibt sei nur nebenbei erwähnt! Fakt ist dass Europa die Sanktionen Milliardenverluste beschert und zukunftsträchtige Märkte zerstört wurden! Die Sanktionen werden weiter fortgesetzt, aufgehoben sollen sie dann werden wenn Putin die Krim zurückgibt, somit nie!
    Sollte aber Trump die Sanktionen aufheben, wetten dass das dann Europa auch innerhalb einer Monatsfrist macht!!Aber Europa ist von der USA in keiner Weise abhängig!! 🙂

  4. fxs

    Scheinbar glaubtein Journalist der Schweizer NZZ Österreich zu den Beziehungen zwischen Österreich und Russland belehren zu müssen. Wenn man genau hinschaut sieht man, dass der Mann in Wien residiert. Würde mich nicht wundern, wenn in einer österreichischen Zeitung derselbe Journalist einen ähnlichen Artikel verfasst, und seinen NZZ-Artikel dann als Meinung der „Auslandspresse“ verkauft.

  5. Hartmut Pilch

    Der Übertritt der Krim nach Russland lässt sich aus der Situation von 2014 heraus rechtfertigen. Dem Westen steht es nicht zu, darüber zu richten. Er selbst hat das Chaos erzeugt, in dem diese Maßnahme das kleinere Übel war. Wenn aus solchen „Völkerrechtsverletzungen“ eine Pflicht zum Boykott folgen würde, sollte Österreich erst mal ganz Westeuropa, die USA und sich selbst boykottieren.

  6. Marcel Elsener

    Unabhängig von den handelspolitischen Implikationen des Boykotts kann man tatsächlich den Sinn der Sanktionen politisch in Zweifel ziehen. Was ist das Ziel der Sanktionen? Offensichtlich soll erreicht werden, dass Russland die Krim an die Ukraine zurückgibt und die Unterstützung der abtrünnigen Volksrepubliken von Donetsk und Lugansk aufgibt. Ist dieses Ziel realistisch? Wohl kaum. So gesehen, sind die Sanktionen tatsächlich unsinnig, weil man zumindest das offiziell erklärte Ziel damit nicht erreichen kann.

    Auf der Krim wurde seinerzeit ein Referendum über den Anschluss an Russland abgehalten. Die Opposition hatte zum Boykott dieses Referendums aufgerufen und sich so maximal ins eigene Knie geschossen. Wahrscheinlich hatte man selbst nicht daran geglaubt, dass man die Mehrheit für den Anschluss an Russland verhindern könne, sonst hätte man nicht zum Boykott aufgerufen. Die Mehrheit der Krimbewohner sind ethnische Russen, und die wollten damals den Anschluss der zuvor schon autonomen Krim an Russland erreichen aus nachvollziehbaren Gründen – ein demokratischer Entscheid wurde gefällt. Dass es soweit kam, daran waren die damals illegitime Regierung und der illegitime Präsident in Kiev in erheblichem Ausmass selbst schuld.

    Insgesamt hat Russland eine recht gute Argumentation hinter sich, welche den Anschluss der Krim an Russland rechtfertigt: das Selbstbestimmungsrecht der Völker gemäss UNO-Charta. Das Volk der Krim hat dieses Recht für sich in Anspruch genommen und in einem Referendum auch darüber entschieden.

  7. sokrates9

    Marcel Elsner@ für den damaligen überwältigen Sieg Russlands – über 70% dafür – gab es auch einen ganz banalen trivialen Grund: Ein Ukrainischer Pensionist erhält rund 300.-US$ im Monat, ein Russischer ca 600..
    Das einzige Problem ist doch dass die EU die Volksabstimmung nicht anerkannt hat! wo kommen wir denn hin wenn Volksabstimmungen, vielleicht demokratische stattfinden dürfen!!? Dann gäbe es doch längst keine EU mehr!

  8. Rado

    Vielleicht hätte die EU ja gerne ihre berühmten Wahlbeobachter auf die Krim geschickt. Die kennt man sogar schon in Kenia.

  9. Johannes

    Russland ist also in etwa als Wirtschaftspartner so wichtig wie die Slowakei für uns in Österreich.
    Allein diese Argumentation zeigt den Widerspruch des ganzen Artikels.
    Da also so wenig Handel mit Russland betrieben wird ist es für uns unwichtig, eine bestechende Logik.
    Da liegt ein Markt von 150 Millionen Menschen vor unserer Tür aber weil das derzeitige Handelsvolumen (wegen der Sanktionen) nicht größer ist als das mit der Slowakei sollen wir uns gar nicht erst bemühen.

    Russland, besser Chruschtschow, hat die Krim nach dem Krieg der Ukraine geschenkt, aber die Krim wurde in Vergangenheit von den Russen erobert und ist auch heute noch mehrheitlich von Russen bewohnt. Der Griff des Westen nach der Ukraine hat Russland zu einer Reaktion veranlasst, das ist Realität.

    Es handelte sich also um eine Reaktion und meiner Meinung nach nicht um eine systematische russische Expansion. Es ist Zeit, mit diesem Unsinn aufzuhören, Russland ist da, es will normale Beziehungen und der Konflikt ist nicht notwendig.
    Die Ukraine wirkt ein wenig dubios, wie zuletzt die wirre Aktion um einen angeblich getöteten Journalisten, wer solche Aktionen setzt verliert Glaubwürdigkeit, es war nicht die erste Aktion die nicht verständlich ist.

    Langsame Normalisierung und Aufnahme von Wirtschaftsbeziehungen ist das Gebot der Stunde, die Sanktionen gegen Russland waren politisch – taktische Versuche einer bereits zum Großteil abgewählten Politikergeneration. Die neu gewählten sind immer weniger bereit dieses gescheiterte Projekt mitzutragen. Die EU findet nicht aus dem Dilemma, denn dort sitzen immer noch die Alten noch nicht abgewählten Politiker welche ein Ende der Sanktionen als persönliche Niederlage verbuchen müssten.

  10. astuga

    Was heutige und zukünftige energielieferungen an österreich betrifft ist russland aber deutlich bedeutsamer als die slowakei. Im endeffekt sollte man sich als staat jedoch weder ohne not in animositäten verstricken, noch sich wie eine hure anbiedern. Siehe Türkei, Iran und Saudis…

  11. Marcel Elsener

    @sokrates9
    Der von Ihnen genannte Grund war sicher einer von mehreren. Es gab aber noch weitere Gründe. Aus Sicht des russischen Volkes in der Ukraine gab es damals handfeste Gründe, vor der Zentralgewalt in Kiev Angst zu haben. Fast vergessen ist der Brand des Gewerkschaftshauses in Odessa mit etlichen Toten, das ein eigentliches Pogrom nationalistisch gesinnter Ukrainer an den Russen darstellt; bis heute wurde dieses Verbrechen nie aufgeklärt. Odessa hat übrigens aus historischen Gründen eine russische Mehrheit. Oder die Beteiligung der ukrainischen Nationalisten an der Regierung, welche die russische Sprache verbieten wollten. Ausserdem setzte eine Massenflucht ukrainischer Männer ein, die nicht in die Armee eingezogen werden wollten, um dann in einem sinnlosen Bürgerkrieg verheizt zu werden. Laut polnischen Angaben leben derzeit etwa eine Million ukrainische Staatsbürger deswegen als Flüchtlinge in Polen. Es ist offensichtlich, dass auch viele Ukrainer diesen Konflikt nicht mit Waffengewalt lösen wollen, auch wenn sie die Abspaltung der Krim und der russisch besiedelten Ostukraine womöglich nicht goutieren. Das alles und noch mehr fiel in jene Zeit.

    Putin brauchte unter den Russen in der Ukraine keine Angst zu schüren, das tat die Regierung unter dem illegitimen Übergangspräsidenten Jaseniuk viel effektiver. Es war das illegitime Übergangsregime, welches – wohl aufgrund von Einflüsterungen westlicher Ratgeber – den ohnehin fragilen Zusammenhalt des Landes leichtfertig aufs Spiel setzte und dann auch prompt die Quittung dafür bekam.

    Dass die Gasprinzessin Julia Timoschenko später am liebsten Russland atomar angegriffen gesehen hätte, setzte dem Ganzen nur noch das Sahnehäubchen auf. Realitätsverweigerung auf der ganzen Linie. Und diese kriminelle Frau war tatsächlich jene Politikerin, auf der die westlichen Hoffnungen in der Ukraine ruhten. Geradezu lächerlich…

    Eine Wiedervereinigung der ethnisch unterschiedlichen Landesteile wird es jetzt nicht mehr geben. Dafür ist einfach viel zu viel Blut geflossen. Da nützt auch keine legalistische Rabulistik bezüglich einer unteilbaren Republik mehr; es geht hier nämlich um eine politische und nicht um eine juristische Frage – und die politische Frage wurde durch die realen Verhältnisse selbst bereits beantwortet. Sowohl die Regierung in Kiev als auch die westlichen Regierungen täten gut daran, die Realität endlich zu akzeptieren, dass gewisse russisch besiedelte Gebiete nicht mehr zur Ukraine gehören wollen und im Falle der Krim auch den politischen Anschluss an Russland vollzogen haben.

    Dass Bundeskanzler Sebastian Kurz hier versucht, die verfahrene Situation mit Russland wieder in Bewegung zu bringen, jetzt wo Österreich den EU-Vorsitz innehat, ist löblich. Ob er etwas gegen die Betonköpfe in Brüssel und Washington D.C. ausrichten kann, ist indes fraglich. Eine jahrzehntelange Boykottpolitik hat weder Kuba noch Nordkorea in die Knie gezwungen. Weshalb sollte das jetzt ausgerechnet mit Russland funktionieren?

    Aber das ist wohl auch nicht das Ziel der transatlantischen Politik. Das Ziel ist offenbar, einen Dauerkonflikt zwischen der EU und Russland am köcheln zu halten, während die USA den Nutzen aus diesem Handelskrieg ziehen. Die Ukraine ist hier bloss ein Bauer auf dem Schachbrett internationaler Politik.

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