Wo der gefährlichste Glaube gar kein Glaube ist

„….Es gibt eine Sache, worüber bei den meisten politischen Mächten in der islamischen Welt Einigkeit herrscht: In der Verteufelung und Unterdrückung von Atheisten sind Regierungen wie Oppositionsparteien auf Augenhöhe. Es ist keineswegs übertrieben, zu behaupten, dass ein Bekenntnis zum Atheismus in muslimischen Ländern mehr Mut erfordert, als den Umsturz von Monarchien oder einen Regimewechsel zu verlangen….“ (NZZ, hier)

8 comments

  1. astuga

    Das „schöne“ am Islam, es reicht sich zu unterwerfen.
    Eben Muslim zu sein, sinngemäß: eine Person die sich unterwirft, sich fügt, hingibt.

    Nicht umsonst spricht man religionswissenschaftlich beim Islam von einer Orthopraxie, im Ggs zum Begriff Orthodoxie.
    Also nicht der Glaube an ein religiöses Dogma, sondern die strikte Einhaltung der Regeln im Alltag zählt.
    Egal ob sie einem gefallen oder nicht.
    Jeder ist dann zwar automatisch und bindend Muslim.
    Aber eben noch kein Rechtgläubiger, ein Mumin (zB. Sure 49:14).

    Atheisten sind dann zwar (schlechte) Muslime aber auch Heuchler, Munafiq die den Glauben nur äußerlich vortäuschen (zB. Sure 63:1).
    Also schön brav Gosch`n halten, Hände falten… bei Unterlassung droht Gefahr für Leib und Leben.

  2. Johannes

    Es gibt keine Organisation und keinen Staat auf dieser Welt der sich das erlauben kann was sich der Islam erlaubt.
    Es muss wohl die strategische Verquickung von Öl und geopolitischer Lage sein die zu diesem Dilemma geführt hat.
    Devote Politik die einzig wirtschaftliche Gesichtspunkte und wohl auch persönliche wirtschaftliche Interessen der damaligen Akteure im Auge hatte, hat meiner Meinung nach zum Verrat an Europa geführt.
    Man hat den reichen Ölstaate erlaubt den Islam in Europa zu etablieren, da flossen Milliarden in die Moscheen in die Prediger und natürlich auch in die Kassen der Industrienationen die im Gegenzug Panzer und Kriegsgerät aller Art verkaufen konnten.
    Gute Geschäfte gegen Selbstaufgabe das war der Deal und er funktioniert bis heute, nicht zuletzt auch deshalb weil diesmal Wirtschaft und Linke an einem Strang ziehen. Die Linken wissen natürlich nicht das sie die nützlichen Idioten in diesem Spiel sind, sie sehen nur die Zerstörung der autochthonen Gesellschaftsstrukturen an denen ihnen so viel zu liegen scheint. Dafür nehmen sie alles in Kauf, selbst die Scharia wie es scheint.

  3. sokrates9

    Johannes@ Ich glaube wirtschaftliche Interessen allein greift zu kurz! Die katholische Kirche hat jeden Widerstand kampflos aufgegeben,Intellektuelle, Philosophen wollen die Gefahr nicht sehen die man sich mit dem Islam eingehandelt hat! Gleiches gilt bei all den Emanzen, die das Kopftuch im Iran als Modeaccessoire sehen,und die totale Feigheit und Korruption!

  4. Gscheithaufen

    Gewaltenteilung und Säkularisierung haben als positiven Effekt, den Fortschritt mit weniger „Scheuklappen“ betrachten zu können, dh zB Forschen um des Forschers willen (gemeinhin „Neugierde“ genannt).
    Allerdings wird dadurch auch in Kauf genommen, dass Religion, Weltanschauung etc von einer allgemein verbindlichen Werte- und damit Handlungskonstruktion in einen individuellen Kontext verschoben werden. Als negative Konsequenz sehen wir die Rekonstruktion der europäischen Wertegemeinschaft und damit einher gehend die Paralysierung des Zusammenhalts, des Widerstands, der Verteidigungsbereitschaft etc. Und das macht Islam und Co erst richtig gefährlich.

  5. Falke

    Der Islam ist knapp 1400 Jahre alt. Als das Christentum so alt war, begann die Verfolgung, Folter und Hinrichtung der Ungläubigen, damals „Ketzer“ genannt erst richtig, und hielt bis ins 18. Jahrhundert an. Das soll natürlich keine Entschuldigung sein, doch relativiert es die Polirik der islamischen Staaten etwas.

  6. astuga

    @Falke
    Der Vergleich stimmt nur nicht, weil gewaltsame innerislamische Konflikte (zB. die Ridda Kriege), Verfolgung von Nichtmuslimen oder Apostaten (bereits unter Muhammed), und eine Form der Inquisition (arab. Minha) schon seit der Frühzeit des Islam existieren.
    So wie auch das isl. Pendant zu den Kreuzrittern bereits vor diesen existierte (zB. die al-Murabitun aka Almoraviden).

    Last but not least, bis auf Abu Bakhr starben alle sog. Rechtgeleiteten Kalifen einen gewaltsamen Tod.
    Das ist so wie wenn sich bereits die Apostel gegenseitig gemeuchelt hätten.

  7. astuga

    Ergänzend: Ich bin trotz des gesagten kein Freund von solchen Vergleichen.
    Sowohl Christentum wie Islam und ebenso andere Religionen sind unter ganz spezifischen historischen wie lokalen kulturellen Bedingungen entstanden.
    Und jede Religion hat ihre eigene Programmatik und die ihr eigenen Dogmen.
    So wie sich auch die Absichten und Persönlichkeiten der Religionsgründer unterscheiden.
    Alle Vergleiche müssen oberflächlich bleiben, und man läuft eher Gefahr falsche Vergleiche anzustellen.

    Ich denke, jede Religion liefert ausreichend Ansatzpunkte um sie gesondert zu beurteilen und zu bewerten.
    Christentum und Islam unterscheiden sich in Wahrheit substantiell, auch in ihrer historischen Genese.

  8. johannes

    sokrates 9 @ : Die gesamten Meinungsbildner, mit wenigen Ausnahmen sind einhellig für diese Entwicklung verantwortlich, viele werden schon vorsichtiger und stiller, manche skandieren immer noch die alten Parolen und wirken eigenartig der Realität entrückt auf mich.

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