Worüber man noch lachen darf

(WERNER REICHEL)  Die Zeiten, als man frei von der Leber weg Witze reißen konnte, sind lange vorbei. Humor ist in der politisch korrekten Gesellschaft ein einziges Minenfeld. Die linken Neo-Jakobiner in Politik, Justiz, Medien, Wissenschaft und der „Zivilgesellschaft“  achten peinlichst genau darauf, dass niemand die Grenzen des Erlaubten überschreitet. Entsprechend angepasst und deprimierend ist der Humor der Kabarettisten und Comedians    „Ich hab‘ gestern Nacht wirklich geträumt, ich hätte die Frisur von Sebastian Kurz. Diesen Playmobilhelm, oder wie er sagt: Sicherung meiner Außengrenzen.“ Das Publikum lacht. Wenn auch angestrengt. Ein Witz von Christoph Grissemann, erzählt bei der Verleihung des 8. Österreichischen Filmpreises. Wer einen solchen Galaabend, eine Kabarettvorstellung oder auch nur ein Bobo-Lokal im siebenten Bezirk in Wien besucht, kommt um solche Witzchen nicht herum. Das ist aber nicht das Schlimmste. Wird in diesem Milieu ein Witz über einen Politiker oder Wähler von ÖVP oder noch besser: FPÖ gerissen, dann ist der Zuhörer verpflichtet, auch wenn er so seicht und unlustig wie der eingangs zitierte ist, zu lachen oder zumindest zu schmunzeln. Es ist eine Art der sozialen Kontrolle. Die Witze mit der immer gleichen Pointe sollen klären, ob sich kein Verräter, ein Dissident, also ein Konservativer, ein „Neo“-Liberaler oder gar ein Rechter in der jeweiligen Gruppe befindet. Wenn doch, dann muss entsprechend heftig reagiert werden. Auch wenn das, wie bei der Verleihung des Österreichischen Filmpreises, eher auszuschließen ist.

Achten sie einmal darauf. Im Alltag wird dieser Kontroll- und Vertrauenstest unablässig durchgeführt, in Schulen, im Freundeskreis, in Lokalen, auf Partys etc. Die mittlerweile etwas verunsicherten Gutmenschen müssen sich permanent versichern, von Gesinnungsgenossen umgeben zu sein, müssen sich ihre eigene wackelige Weltanschauung unablässig von anderen bestätigen lassen. Das dient unter anderem auch zur moralischen Selbsterhöhung. Man braucht jemanden, auf den man herunterschauen und -treten kann.

Auch unpolitische Künstler, etwa Schlagersänger, werden von ihren zum Großteil links positionierten Kollegen permanent dazu gedrängt, sich politisch zu bekennen. So beschwerten sich etwa die Rockopas Udo Lindenberg und Campino von den Toten Hosen darüber, dass sich Helene Fischer noch nicht deutlich genug gegen rechts ausgesprochen habe. Auch Andreas Gabalier steht auf der schwarzen Liste seiner fast ausschließlich linken Musikanten-Kollegen.

Über die österreichische Gesellschaft wachen, auch wenn die vergangenen Nationalratswahlen anders ausgegangen sind, nach wie vor die Hüter der politisch korrekten Moral. Trotz eines türkisen Kanzlers und eines blauen Vizekanzlers ist die linke Hegemonie ungebrochen. Die jahrzehntelange Herrschaft der Sozialisten und ihr Marsch durch die Institutionen lassen sich nicht über Nacht, ja nicht einmal über Monate, beseitigen. Die Machtstrukturen im ganzen Land sind nach wie vor intakt, man gibt in den gesellschaftspolitisch relevanten Bereichen den Ton an und die Richtung vor.

An den wichtigen Schalthebeln sitzen rote und grüne Genossen. Die Linke hat überall dort das Monopol, wo Sinn gestiftet, Bewusstsein geschaffen, Verhalten trainiert und Meinung gemacht wird. Etwa im Kultur- und Kleinkunstbereich. Oder kennen sie einen dezidiert nichtlinken heimischen Kabarettisten?

Die österreichischen Kleinkünstler leben seit Jahrzehnten von ein und derselben Pointe: Alle nichtlinken Österreicher, gerne als die „typischen Österreicher“ apostrophiert, sind engstirnig, geistig zurückgeblieben und Rassisten sowieso. Was dem typischen Österreicher laut linkem Narrativ der Ausländer, das ist dem Linken der typische Österreicher.

Im Grunde lassen sich mehr oder weniger alle Pointen im rezenten österreichischen Kabarett auf dieses einfache Muster und linke Vorurteil zurückführen. Selbstreflexion und Selbstkritik? Fehlanzeige! Man spuckt lieber auf den vermeintlich geistig und moralisch unterentwickelten Rechten

Diese simple Botschaft wird auf unzählige Arten verpackt. FPÖ-Wähler, Krone-Leser, Gabalier-Fans, strenge Katholiken, Schweinsschnitzelliebhaber etc. Sie fallen in diese Kategorie. Sie sind ständiges Ziel von Hohn und Spott, während sich der gemeine Linke extrem schwertut, über sich selbst zu lachen. Ist auch schwierig, wenn man den Wahrheitsanspruch stellt. Witze über Linke werden gerne als Hetze, Hass, Verleumdung etc. abqualifiziert.

Es ist wie beim Kasperltheater. Der pfiffige Kasperl, der immer recht hat, verprügelt in jeder Vorstellung unter dem Geschrei und Gelächter der Kinder das ewige Krokodil. Selbst chronisch unlustige Kleinkünstler finden mit diesem einfachen Geschäftsmodell ihr Auskommen. Etwa die „Gebrüder Moped“. Sie sind genauso originell und lustig wie ihr Name. Mit flachen FPÖ-Witzchen bedienen sie die intellektuelle Unterschicht der Linken, eine nicht unattraktive Zielgruppe. Die Witze bewegen sich auf diesem Niveau: „Kickl fordert berittene Polizei. Und wer soll die Polizeipferde leiten? Gaul-Leiter.“ Oder: „Skandal um Kickls ersten Polizeihengst: Gemeinsames Foto mit Waldheims Pferd aufgetaucht.“

Es gibt Menschen in Österreich, die darüber lachen können. Oder besser: müssen. Wie gesagt: Wer über den klassischen FPÖler-sind-blöd-und-rechtsextrem-Witz nicht lacht, ist wahrscheinlich selber einer. Aufpassen!

Wer nicht ungut auffallen will, wer nicht ausgegrenzt werden möchte, lacht. Selbst über die „Gebrüder Moped“. Links zu sein, ist definitiv nicht lustig.

Man kann diese Art von Witzen als zielgerichtet bezeichnen. In Diktaturen oder in Systemen mit totalitären Zügen, in denen bestimmte politische Gruppen oder Gesellschaftsschichten über die Deutungshoheit verfügen, kann man Humor in zwei unterschiedliche Kategorien einteilen. Auf der einen Seite der erlaubte und zielgerichtete Humor, auf der anderen der geduldete und verbotene.

Österreichs Kabarettisten bewegen sich fast ausschließlich in der ersten Kategorie. Zielgerichtet, weil der Humor als Waffe gegen den politischen Gegner eingesetzt wird und das bestehende Machtgefüge stützen soll. Ein Beispiel aus Deutschland. In der „satirischen“ Sendung des staatlichen ZDF, der „heute-show“, wird fast ausschließlich die nichtlinke Opposition, also FDP und AfD, auf zum Teil menschenverachtende Art vorgeführt.  Selbst die linke „Huffington Post“ schreibt, dass das „Lieblingsopfer“ der ZDF-Satiresendung die AfD ist. Ein Staatssender verschont die Regierungs- und die linken Blockparteien und macht sich über die Opposition lustig.

Je repressiver ein System, desto größer ist das verminte Gelände des verbotenen Humors. Im NS-Regime fielen die sogenannten Flüsterwitze darunter. Wer sie verbreitete oder erfand, der musste Mut haben. Denn sie konnten einem sogar das Leben kosten.  Wer heute politisch unkorrekte Witze erzählt, muss zwar nicht mehr um sein Leben fürchten, seine soziale und berufliche Existenz ist aber massiv gefährdet. Auch das Strafrecht kommt immer öfter zur Anwendung. Beim Humor kennen die Gutmenschen keinen Spaß. Das trifft auch auf die Nationalsozialisten zu.

Im Februar 1939 legt Joseph Goebbels im „Völkischen Beobachter“ sein Verständnis von Humor unter dem Titel „Haben wir eigentlich noch Humor“ dar. Der NS-Propagandaminister führt darin aus, dass die Nazis sich gezwungen sehen würden, „in der Frage des sogenannten politischen Witzes, der alles andere, nur nicht witzig ist, eine Reihe von Maßnahmen zu treffen“. Goebbels definiert die Grenzen des Humors: „Die Dinge, die uns heilig sind, sind auch dem Volke heilig.“ Sie müssten vor „humoristischen Angriffen“ geschützt werden.

Zurück in die Gegenwart. Solche Tabuzonen, solche „heiligen Dinge“ gibt es auch heute noch. Das Terrain des Verbotenen wird sogar von Monat zu Monat ausgeweitet und mit gummiartigen Verhetzungsparagraphen, sozialer und medialer Ächtung streng geschützt. Ein falscher Witz, ein falsches Wort, ein verdächtiger Halbsatz kann mittlerweile die Karriere kosten.

Keine Gnade mit Abweichlern. Zu den heiligen Dingen unserer aktuellen Polit-Religion gehören alle von ihr anerkannten und verehrten Minderheiten, insbesondere Lesben, Schwule, Menschen aus vormodernen und archaischen Gesellschaften und natürlich alle Role Models, Vorbeter und Vertreter dieser neosozialistischen Glaubensrichtung.

Wie eng die Grenzen des erlaubten Humors mittlerweile sind, hat die „Altneihauser Feierwehrkapell’n“ gezeigt. Bei der „Fastnacht in Franken“, die auch vom Fernsehen übertragen worden ist, sangen die oberpfälzischen Karnevalisten ein Spottlied über Frau Macron. Dabei machten sie sich über den eklatanten Altersunterschied zu ihrem Gatten Emmanuel lustig. Ein schwerer Fehler, schließlich ist Macron einer der Säulenheiligen der europäischen Polit-Elite. Zudem ist „Ageism“, die Altersdiskriminierung, eine weitere, noch relativ junge Verbotszone auf dem weiten politisch korrekten Minenfeld.

Die Feuerwehrleute trällerten von „der gut abgehang’ne Dame“ oder der „schärfsten alten Hütte mitten in Paris“. Dieses harmlose Liedchen schaffte es in alle großen deutschen Medien. Sogar die bürgerliche „Welt“ fragte sich angesichts dieses „skandalösen“ Liedes: „Wie geschmacklos darf‘s im Fasching werden?“ Die Altneihauser Feierwehrkapell’n hat den sich seit Jahren verengenden politisch korrekten Humor-Korridor überschritten. Da heulen die Sirenen der verknöcherten linken Sittenwächter. Ein in solchen Fällen unvermeidlicher „Experte“, sprich: ein Hüter der politisch korrekten Moral, in der „Welt“: „Witze im Karneval sollen und dürfen derb sein. Aber: Der Sinn des Karnevals besteht in seiner politischen Diktion darin, auf politische Missstände hinzuweisen und nicht Menschen in ihrer persönlichen Lebenssituation zu diffamieren.“

Hier haben wir sie wieder, jene Bereiche, die der tonangebenden Elite in Politik und Medien heilig sind, über die niemand Witze reißen darf. Der Herr Kulturwissenschaftler hat den Sinn des Karnevals offensichtlich nicht verstanden. An dem Punkt, an dem die herrschende Kaste und ihre Helfershelfer „ABER“ sagen, ab dem Punkt fängt Humor erst richtig an.  Es geht im Karneval ja genau darum, die selbsternannte Elite mit ihrer Doppelmoral, ihrer Bigotterie und Verlogenheit vorzuführen, sie zu verhöhnen und zu provozieren. Doch die ist in diesen Dingen humorlos wie eh und je. Das zeigt auch ein Beispiel aus Österreich.

Die Kärntner Faschingstruppe „Klagenfurter Stadtrichter“ wagte es doch tatsächlich, Witze über sogenannte Schutzsuchende zu reißen.  Auch sie verletzten damit die „heiligen Sphären“, die die politisch korrekte Priesterkaste mit Argusaugen bewacht. Die Caritas, ein millionenschwerer Sozialkonzern, übt heftige Kritik an den Faschingsnarreteien.  Stein des Anstoßes waren solche Witze: Ein Inder beschreibt seine Fluchtroute: „Erst mit dem Tiger, dann Elefant, dann Boot, dann Zug, und in Österreich mit der Limousine.“ Die Caritas schäumt vor Wut: „Hier wurde eine Grenze überschritten.“ Die Herz-Jesu-Marxisten wollen die Faschingstruppe nun vor den Richter zerren. Flüchtlinge – bzw. Menschen, die sich als solche ausgeben – haben in der religiös aufgeladenen Multikulti-Ideologie den Status von Heiligen. Sie dienen den Gutmenschen als diesseitige Erlöser, und im Falle der Caritas auch als Geldquelle. Wer über sie auch nur den harmlosesten Witz macht, muss mit heftigen Reaktionen rechnen. Dank eines weitverzweigten Netzwerkes inkl. aller wichtigen Medien und die auf solche Ketzereien maßgeschneiderte Gesetze, kann das ziemlich ungemütlich werden. Da kann es auch schon mal vorkommen, dass der Staatschutz vorbeischaut.

 

Geschehen dieses Jahr beim „Dudweiler Fastnachtsumzug“. Zwei bärtige Männer sitzen in einer Badewanne, auf der steht: „Die Wanne ist voll.“ So eine Pappmaché-Skulptur reicht in Deutschland mittlerweile aus, um in die Medien zu kommen und den Staatsschutz auf den Plan zu rufen. Der Verdacht: Volksverhetzung. Im Karneval bzw. Fasching sind Amateurhumoristen unterwegs, sie sind nicht so wie die professionellen Kabarettisten und Comedians darin geschult, was sie sagen sollen und was sie nicht mehr sagen dürfen.

Vielleicht wäre es gut, die Witze und Sprüche vorab von einer staatlichen Kommission, einer Art politisch korrekter Glaubenspolizei, überprüfen zu lassen. Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist vielleicht schon bald Realität.

Ja, das Klima hat sich verschärft, die Grenzen zwischen Erlaubtem und Verbotenem sind besser geschützt als seinerzeit der eiserne Vorhang. Während etwa konservative Katholiken permanentes Ziel von Hohn und Spott sind, gibt es gegenüber dem Islam ein striktes Humorverbot, das gleich auf mehreren Ebenen funktioniert.

Wer Witze über den Islam reißt, der lebt gefährlich. Dass wissen wir nicht erst seit dem dänischen Karikaturenstreit oder dem blutigen Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo. Der 2016 verstorbene österreichische Karikaturist Manfred Deix in einem Interview nach den Pariser Anschlägen: „An sich wäre ja Gegenwehr nötig, aber ich bin nicht mein eigener Feind, ich möchte nicht riskieren, dass ich in zwei Wochen mit abgeschnittenen Armen und abgesägtem Kopf in Budapest an Land geschwemmt werde.“

Die meisten seiner Kollegen denken zwar genauso, sind aber nicht einmal mutig genug, das auch öffentlich zuzugeben. Stattdessen eiert man herum und erfindet billige Ausreden, wie beispielsweise, dass man die Gefühle der Muslime nicht verletzten oder den sozialen Frieden nicht gefährden wolle. Einer dieser „Helden“ ist Gerhard Haderer.

Wobei nicht nur bewaffnete Islamisten, sondern auch linke Politiker und Journalisten bei Witzen über den Islam wie pawlowsche Hunde reagieren und Alarm bellen. Es ist eine ungesunde Mischung aus ideologischer Verblendung, Feigheit und vorauseilendem Gehorsam, die zu dieser Reaktion führt.

Während auf der einen Seite Menschen, Weltanschauungen, Lebensstile, Meinungen und Themen wie die Kühe in Indien unter strengem Artenschutz und über den Dingen stehen, gibt es auf der anderen, beim zielgerichteten Humor gegen den politischen Gegner, keinerlei Grenzen und Hemmungen. Das geht bis hin zum humoristisch getarnten Mordaufruf. Das deutsche Satiremagazin „Titanic“ hat den bei Linken so verhassten Bundeskanzler Sebastian Kurz mit einem Fadenkreuz auf der Brust abgebildet und mit dem Text versehen: „Endlich möglich: Baby-Hitler töten!“

Die Journalistin Livia Klingl (ORF, Standard, Kurier) macht sich auf Facebook über die Körpergröße von Innenminister Kickl lustig und ein SPÖ-Mitarbeiter widmet mitten im Bundespräsidentschaftswahlkampf dem nach einem Unfall gehbehinderten FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer das „Krüppellied“. Beim Klassenfeind kennt linker Humor keine Niveau-Untergrenze. Er dient als Ventil für all den angestauten Hass und die Wut der angesichts aktueller Entwicklungen etwas in die Defensive geratenen Linken. Das ZDF macht sich in der „heute-show“ sogar über die Sprachbehinderung eines AfD-Politikers lustig.

Während auf der einen Seite Staatsschutz, Medien und die üblichen Bedenkenträger über die Einhaltung der Grenzen des Humors wachen, ist auf der linken Seite alles erlaubt, ja gewollt. Sogar zielgerichtet. „Baby-Hitler“ töten.

 

Dieser Text stammt aus der neuen Ausgabe von Frank&Frei – Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Lebensstil. Sie ist ab 15. März im Zeitschriftenhandel erhältlich.

20 comments

  1. Gerhi09

    Guter Kommentar. Als häufiger Besucher von Kabarettveranstaltungen kann ich das von Reichel Gesagte zu 100% bestätigen. Ganz arg wird es, wenn Kabarettisten vor vermeintlich linkem Publikum auftreten. In der (linken) Klagenfurter Uni gibt es jedes Jahr von der Kleinen Zeitung organisierte Kabarettwochen. Ich besuchte die Veranstaltung „Gott und Söhne“ mit Thomas Stipsits und Manuel Rubey. Das vermeintlich linke Publikum konnte der linken Kampfrethorik von Manuel Rubey allerdings nichts abgewinnen und bald lachte während der gesamten Veranstaltung kaum jemand mehr bzw. nur sehr gequält. Der Typ hat mit seinen FPÖ und Strache-Witzchen die gesamte Stimmung gekippt. Ich vermeide seit damals Kabarettveranstaltungen auf der Klagenfurter Uni und vor allem solche mit Manuel Rubey. Kann ich jedem empfehlen, der diesen Schwachsinn nicht mehr hören kann.

  2. Der Realist

    Ausgezeichnet Herr Reichel, da wird die linke „Kulturszene“ perfekt durchleuchtet. Die Grenzen des Erlaubten ziehen die linken Neo-Jakobiner natürlich selbst, und davon betroffen sind mittlerweile nicht nur die Kunstszene, sondern beinahe alle Lebensbereiche.
    Wer sich heutzutage eine Kabarettvorstellung anschaut, ist selber schuld. Außer seichten Witzen und Pointen in Richtung der politisch Unkorrekten kommt da nicht viel vor, und zudem noch äußerst derb, von der ehemals feinen Klinge des politischen Humors nichts zu spüren. Besonders schlimm ist, dass sich diese „Kabarettisten“ selbstverständlich zu den Intellektuellen zählen und daher Kritik gar nicht vorkommen darf.
    Wie gehirngewaschen das Publikum im heutigen „Kabarett“ ist zeigt, dass bei jedem noch so plumpen Witz wie auf Kommando gelacht und geklatscht wird. Und den Säulenheiligen unserer „Kulturszene“ wird natürlich im Staatsfunk breiter Raum gewidmet, und diese dürfen dort ihren Überlegenheitswahn voll ausleben.
    Gegen den politisch korrekten Strom zu schwimmen können sich halt nur wenige leisten, wie zum Beispiel Herr Gabalier, der ob seiner Erfolge vom Mainstream völlig unabhängig agieren kann. Die meisten dieser Lichtgestalten haben im Jahr weniger Publikum als ein Gabalier bei einem Konzert.
    Bedenklich ist bei dieser ganzen Entwicklung eigentlich die juristische Seite. Auf der einen Seite findet sich bei jedem noch so kleinen Verstoß gegen die politisch korrekte Linie eine zweifelhafte Anwältin um dagegen Anzeige zu erstatten, andererseits bleiben sogar „satirische“ Mordaufrufe ungeahndet.

  3. W. Mandl

    Das Tröstliche an der Sache ist, dass die Zuhörerschaft der linken Kabarettisten sehr begrenzt und ihr Einfluss daher endenwollend ist.

  4. Thomas Holzer

    Aus dem Artikel: „Die Linke hat überall dort das Monopol, wo Sinn gestiftet, Bewusstsein geschaffen……………..“

    Ich bezweifle sehr, daß die vereinigten Linken „Sinn stiften können“

    Fundamentalisten -egal welcher Richtung- waren und werden immer humorlos bleiben, wissen sie doch, daß jeglicher Witz, sei er auch noch so seicht, und Humor, ihre erzwungene „Autorität“ untergräbt.

  5. Der Realist

    Ich sehe mir den Kampf der linken „Elite“ gegen die politische Unterschicht mittlerweile sehr entspannt an. Es ist geradezu amüsant wie sie täglich geifern, ihren Frust abladen, in den „Qualitätsmedien“ ihren geistigen Schleim absondern und ihren Hass gegen Andersdenkende nicht verbergen können.

  6. Gast*n

    Sehr geehrter Herr Reichel! Sie haben völlig recht, was den beschriebenen Kontrollmechanismus anbelangt: jedes Mittagessen im Betrieb, jede Pubrunde wird zu einem einzigen Spießrutenlauf. Es vergeht kein einziger Tag, wo dieser Vertrauenstest nicht mehrfach durchgeführt wird. Sogar Leute, von denen ich annehme, dass sie Blau oder Schwarz wählen, knicken ein und lachen mit, ja, ergreifen teilweise sogar die Initiative!

  7. Der Realist

    @Gast*n
    Herr Strache knickt ja auch ständig ein, biedert sich auf peinliche Art einer auf die Geschichte fixierter Gruppierung an, die Bezeichnung dafür lautet umgangssprachlich „Weichei“.

  8. Lisa

    @Gast*n: Jaaa, so ist es nun mal, wenn man unter „links“ jeden persönlichen Feind, jeden Andersdenkenden subsumiert. Beim heutigen Individualismus (sive Egoismuis) kann nur noch punktuell und von Fall zu Fall unterschieden werden: die sog. Linken (zB SP- und Grüne-Wähler sind noch verkrusteter und machtsüchtiger als sog. Konservative oder auch ältere Liberale. Die SP wählenden Häuslebesitzer und sonstigen verkappten Geld- und Einflussnehmer idn der Bildungs- und Kulturdiktatur haben nichts mehr mit der Arbeiterpartei zu tun, ie sie ursprünghlich sein sollte (wollte).

  9. Gast*n

    @Realist: ich habe das eher allgemeiner (das ganze gesellschaftspolitische Spektrum) gemeint, gar nicht auf bestimmte Politiker bezogen. Einknicken war viell. das falsche Wort. Es geht mehr darum, dass, wer nicht mitlacht, entlarvt ist. Oder umgekehrt, wer über einen dreckigen Witz lacht, ist der Böse. Und ja, auch ich mache mich gelegentlich über Strache lustig.
    @ Lisa: Ihr Posting verstehe ich nicht ganz. Ich geh ja nicht mit persönlichen Feinden in den Pub?! Ich wundere mich nur, wie die Klammer der political correctness immer und überall greift, sobald mehr als 3 Leute in einer Gruppe sind.

  10. Lisa

    @Gast*n: Sie sind ja nciht allein: fast überall, auch in diesem Forum, wird mit Rechts-Limks-Schlagwörtern um sich geworfen und jeder glaubt verstanden zu haben, was der andere darunter versteht. Erst wenn man auf einer Definition beharrt, kommen die Verallgemeiner ins Schleudern. Mit der Bemerkung, sobald dreie zusammen seien, müsse man auf seine Worte achten, haben Sie Recht, es sei denn, es treffen sich drei Gesinnungsgenossen (soweit man Gesinnungen, die nicht verbalisiert werden, überhaupt ausmachen kann!). Ein feines Gespür dafür, was der andere meint und was er sagt, kann aber helfen, die Verlogenheit der political cprrectness aufzudecken. Diese neuen Tabus erfordern vermutlich Psychoanalysen sonder Zahl ganzer Bevölkerungsgruppen,wie um 1900 die verdrängten sexuellen Wünsche und Phantasien, um das „Verdrängte* ins Bewusstsein und damit in die Verantwortung zu bringen. Da indes der Leidensdruck klein ist und Verantwortung mehr denn früher in kindlicher Weise auf andere/s abgeschoben wird (Staat, „Gesellschaft*, Politiker, Mütter, Partner, Männer….) hat eine Analyse/Therapie keine Chance, etwas ins Bewusstsein zu bringen und damit zu befreien…

  11. Der Realist

    @Lisa
    Um die Verlogenheit der political correctness aufzudecken, braucht man kein feines Gespür, die tritt so massiv hervor, Beispiele hat Herr Reichel genug geliefert

  12. Falke

    Keine Satire, aber gerade aus Aktualitätsgründen: Kürzlich wurde bekanntlich, nach 12 Monaten 100%-igem Einsatz der deutschen Regierung und der dort lebenden linken Gutmenschen, und offenbar mittels eines schmutzigen Deals, der „Deutschtürke“ Deniz Yücel aus der Haft entlassen und first class nach Deutschland ausgeflogen. Jener Yücel, der sich nicht nur über über die Krankheit von Thilo Sarrazin lustig machen durfte (also irgendwie doch „Satire“), sondern ihm sogar den Tod gewünscht hat (ganz abgesehen davon, dass er Deutschland und seinem Volk das Verderben gewünscht hat). Aber Sarrazin ist ja (obwohl immer noch SPD-Mitglied!) ein „Schlechtmensch“, gegen den darf man alles sagen und tun und wird dafür noch offiziell hofiert und gelobt.

  13. KTMtreiber

    @Falke:

    Für Leute wie Deniz Yücel ist gesorgt, – da mache ich mir (persönlich) keine Sorgen …

  14. Luke Lametta

    Man kann der Linken irgendwie nicht recht vorwerfen, ihren Gramsci gelesen und sich deshalb ihre kulturellen Resonanzböden geschaffen zu haben. Auf diesen gelangt(e) sie erst zu jenem Maß an kultureller Hegemonie, mit dem sie heute alle Lebensbereiche repressiv durchzieht – da ists nicht so wichtig, ob man regiert oder nicht. Ich befürchte, den Vorwurf muss man sich also selbst machen. Mit Ökonomie allein gewinnt man memetisch (leider) keine Herzen, so Recht kann man gar nicht haben. Handelsübliche Linke rücken übrigens gerade in ökonomischen Diskussionen mit erstaunlicher Schnelligkeit von ihren Positionen ab (an die sie ohnehin nie wirklich glaubten), haben sie erst mal den Eindruck gewonnen, dass man keiner von den Pöhsen ist – Letzteres gelingt natürlich nur dann, wenn man ihre Sprache spricht, Codes kennt und vergleichbar (pop)kulturell sozialisiert wurde. Damit sind sie total überfordert.

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