1979 – Schicksalsjahr der islamischen Welt

1979 war ein Schicksalsjahr für die islamische Welt: Die Iraner stürzten den Schah, Ägypten und Israel schlossen Frieden, die Sowjets marschierten in Afghanistan ein, und in Mekka besetzten Extremisten die Grosse Moschee. Die Folgen beschäftigen die Region seit 40 Jahren. weiter hier

6 comments

  1. astuga

    Naja, doch verkürzt dargestellt und “Schicksalsjahre” im isl. Raum lassen sich immer wieder finden.
    Nicht anders als in anderen Weltregionen.

    Um mal nur in der Neuzeit zu bleiben – angefangen mit Napoleon in Ägypten und dem resultierenden Interesse der arab. Eliten an Europa, dem Niedergang des Osmanischen Reiches, dem 1. WK., dem Fund von Erdöl in Persien und Arabien, Arabischer Nationalismus bzw Sozialismus (Vorbild war die NSDAP der befreundeten Nazis), Entkolonialisierung und Suez-Krise, Gründung Israels und die milit. Niederlage der Araber etc. pp.
    Alles nicht weniger wichtig für die Region als 1979.

  2. astuga

    Ergänzend: Beispielsweise gibt es Konflikte mit Extremisten bzw zwischen isl. Fraktionen in Mekka seit der Islam existiert. So sind ja auch die Wahabiten und Saudis dort an die Macht gekommen.

    Und Jahrhunderte davor wurde sogar einmal der Stein in der Kaaba geraubt, zerbrochen und später gegen Lösegeld wieder zurückgebracht.

  3. sokrates9

    astuga@Glaube dass die Aussagen des Artikels stimmen! Die Renaissance des Islam trat schon um diese Zeit auf. Peter Scholl- Latour schrieb darüber von ein Buch welches in Europa niemand glaubte! Schleier war Afghanistan über Ägypten, Libanon, Türkei völlig unbekannt. Heute diskutiert man in Österreichs Schulen darüber, Van der Bellen ist Schleierbefürworter! Auch der Brauch des Selbstmordattentäters war völlig unbekannt! Weltweit Kofferkontrollen im Flugzeug nur insofern ob der Kofferinhaber auch im Flugzeug sitzt! Europa wird nun vom Islam überrollt!

  4. astuga

    Wie gesagt, das ließe sich ebenso gut oder schlecht mit dem ökonomischen Aufschwung der Radikalen durch das Erdöl festmachen. Oder mit der Gründung der Muslimbruderschaft oder der Niederlage im Sechs Tage Krieg… Und das wäre auch bloß die jüngere Vergangenheit.

  5. Johannes

    Was in dem Artikel unberücksichtigt bleibt ist die Rolle der USA unter Bush Junior. Erst durch seinen Irak-Krieg begann ein weltlicher Despot nach dem anderen zu fallen. Was für die Nachfolgeregierung Obama und Clinton wie ein arabischer Frühling erschien war in Wirklichkeit die Rückkehr in den religiösen Winter.
    Seither ist im Namen eines ganz bestimmten Gottes viel Blut geflossen. Das Assad Regime wurde beinahe gestürzt und mit dem sogenannten arabischen Frühling in Syrien verschwanden die seit Jahrtausenden dort unbehelligt lebenden Religionen und Kulturen. Juden, Christen und Muslime wurden abgeschlachtet und vertrieben.
    Und in dieser Folge kam es zur großen islamischen Völkerwanderung nach Europa, wir sind nun inmitten einer Islamisierung Europas. Der Islam gehört zu Europa sagen unsere Politiker und somit ist dieser Entwicklung nichts mehr entgegen zu halten. Sie findet statt und wird der größte Sieg in der Geschichte des Islam sein.

  6. astuga

    @Johannes
    Gegen diese Argumentation ist schwer etwas einzuwenden.
    Vielleicht nur eines, jeder dieser “weltlichen” Despoten hatte und hat ein Ablaufdatum, auch ganz ohne äußeres Zutun.
    Dazu zwei Bspl.:
    Ata Türk und die Re-Islamisierung der Türkei durch Erdogan, Gülen & Co
    Und Ägypten nach dem Sturz von Nasser, unter dessen “säkularem” Nachfolger Mubarak erfolgte bereits eine weitgehende Re-Islamisierung der Gesellschaft in Staat wie Gesellschaft.

    Man sollte auch nicht Despotie mit Verwestlichung oder Modernisierung verwechseln (so wenig wie die DDR demokratisch war, oder soz.Volksrepubliken etwas mit dem Volk am Hut hatten).
    Diktatoren wie Saddam oder Gaddafi haben im Ggt. die Fundamentalisten zwar immer als polit. Konkurrenten bekämpft (das machen ja sogar die Saudis wenn diese nicht regimetreu sind), aber wenn es ihnen von Vorteil war dennoch gerne selbst religiöse Gefühle bedient.

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