2019 kommt die Krise zurück

Wie immer, wenn die Schulden zu schnell wachsen, ist das nicht nur ein Zeichen für zunehmende Spekulation, sondern ein sicherer Indikator für bevorstehende Probleme in der Realwirtschaft. Allen großen Krisen ging ein derartiges Schuldenwachstum voraus. Das war 1929 in Amerika so. Das war 1990 in Japan der Fall und es war auch die Ursache für Finanz- und Eurokrise. weiter hier

8 comments

  1. Luke Lametta

    China hat grad zum ersten Mal in der Geschichte eine bessere Kreditwürdigkeit und damit niedrigere Refinanzierungskosten als die USA (um -45 bips in 10y Bonds und -15 in 1y Notes), hält als deren größter Gläubiger 1,15 Billionen USD in US Treasurys und deren GDP wächst mit schlanken 7% (gut, 10 Jahre vorher warens 15%), I dont see it. Ich glaub The Donald wird noch ne ganze Weile “not at all happy with the Fed” sein, gönnt sich auch schon wieder ein recht sportliches Defizit von 4% bei +2,2% GDP growth. Mag ihn sehr, aber große Kunststücke sind neue debt ceilings jetzt nicht, mal sehen ob sich das ausgeht bis zur – #Gönnung – Wiederwahl, 2020 wird GDP growth auf 1.8% taxiert, könnt knapp werden…

  2. CE___

    Die USA stellen seit geraumer Zeit schmerzhaft fest dass die Freude über so einen Satz wie “Was sollten die USA denn ernsthaft gegen ein Handelsdefizit mit China (und uns) haben, wenn sie dieses doch – wie gehabt – mit ihren grünen Papierscheinen, genannt US-Dollar, finanzieren können.” höchstens die kleine Freude des kurzsichtigen Dummen sein kann.

    Der Preis für diese kleine Freude ist die flächendeckende De-Industrialisierung der Weltmacht USA und der sichere Verlust der Weltmachtstellung.

    So billig wie die FED Giral-Dollar erzeugen kann und jedermann in den USA überall weltweit auf Einkaufstour gehen kann auf der Jagd um den billigsten Preis, so billig kann niemals ein US-Arbeiter auf der noch effizientesten Maschine arbeiten, ausser er macht es eben immer um den billigsten Preis auf der ganzen Welt.

    Wo das Zeug herkommt, also wo die Produktionsstätten stehen, dieser Umstand mag zwar für weniger relevante Produkte wie das Unterhöschen, Baby-Spielzeug und den DIY-Schraubendreher beim örtlichen Walmart wenig in das Gewicht fallen.

    Nur wenn es dann um relevante Produkte geht, um Produkte die zum Projizieren des Weltmacht-Status benötigt werden, also zum Beispiel Kriegführen und Interessendurchsetzen, dann ist das eine fundamentale Frage.

    “Designed in California, Made in China” ist halt nicht dasselbe wie “Designed in California, Made in USA”.

    Vor allem wenn die Produktionsstätten im totalitär-kommunistischen Rotchina stehen welches selber angesagt der neue Konkurrent der USA auf allen Gebieten (Politik Wirtschaft, Technik, Gesellschaft,…) sein will und seinen “besten Kunden” aus dem Feld schlagen will.

    Derzeit kommt dieses Problem in der Cause Huawei bestens hervor.

    Huawei möchte seine Produkte, auch mit US-Input-Technologie hergestellt, an alle in der Welt verkaufen, egal wen, darunter auch Erzfeinde der USA wohin Exportverbote bestehen.

    Die USA können sehr wenig machen, da die Produktionskapazitäten in der Hand Rotchina’s sind, und noch dazu selber US-Unternehmen ihre Produkte von den gleichen Produktionslinien beziehen von denen dann auch Erzfeinde beliefert werden.

    Das man im Falle eines heissen Konflikts von ebendiesen Produktionslinien gar nichts mehr bekommen WIRD sollte auch klar sein.

    Also der Streit USA-Rotchina hat für mich wenig mit Dollar oder Handel zu tun, sondern einfach mit der Tatsache dass es Wahnsinn ist wenn man (Volkswirtschaft, Unternehmen, Privater) seine Produkte und Dienstleistungen von einem erklärten Feind oder zumindest Konkurrenten beziehen muss.

  3. Falke

    Man könnte ja Deutschland seinem Schicksal überlassen unter dem Motto “selber schuld”. Dass die Deutschen weiterhin sehenden Auges (oder vielleicht doch blindlings) ins Verderben laufen wollen, haben sie eben mit der Wahl von Kramp-Karrenbauer bewiesen. Leider reißt aber Deutschland dann die gesamte EU, und ganz besonders Österreich, mit ins Verderben. Hatten wir doch schon mal vor 80 Jahren, oder?

  4. Kluftinger

    @ Falke
    Es hat zwar die Frau Merkel kürzlich gesagt dass man aufpassen muss, dass aufgrund der “Grenzwertdebatte” die deutsche Autoindustrie nicht abwandert, aber in der EU spricht sie anders.
    Auch in Frankreich ist einer der Gründe für die Gelbwesten die erhöhte Kraftstoffsteuer. Mit der will (wollte) Herr Macron die Klimabilanz verbessern. Ursache: Grenzwerte a la EU usw. und so fort….

  5. Selbstdenker

    @CE___:
    Ihr Befund deckt sich exakt mit meinen.

    Die Verlagerung der industriellen Produktion nach China ist schon schlimm genug; das Verschenken vom technologischen Vorsprung ist hingegen eine strategische Todsünde sondergleichen.

    Eine Frage, die mich in China nicht losgelassen hat: was wird passieren, wenn das Wirtschaftswachstum in China einmal wirklich aussetzt, sämtliche Produktionsstätten in China stehen und die Westler das Produzieren endgültig verlernt haben?

    China spielt nicht nach den Regeln. Dabei sind korrupte und / oder intellektuell herausgeforderte westliche Politiker die zuverlässigsten Erfüllungsgehilfen vom totalitären rot-chinesischen Adel.

    Dass China Hauptlieferant zahlreicher (Vorläufer-)Substanzen ist, die zu Drogen verarbeitet wie ein Euthanasieprogramm gegen die ehemalige Mittel- und Arbeiterschicht der USA anmutet, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

  6. Luke Lametta

    Die Pointe am “roten, “kommunistischen” und “totalitären” China ist, dass das ja nur Westler so sehen, die sich in erster Linie als Individuen in Kontexten wie Recht und Gesetz begreifen. In China dagegen hat man es mit einer Art kollektivistischem Turbokapitalismus zu tun, befohlen von einer nominalkommunistischen Partei. Sie haben wesentlich strengere Bestimmungen zu Privateigentum (read: so ein chinesischer Privateigentümer ist deutlich souveräner als ein deutscher, hier gibts ja das geflügelte Wort, “es gäbe sowieso kein Eigentum, man kann nur vom Staat mieten”, das nicht ganz falsch ist) und LIEBEN ihre völlig abgefahrene Sozial-SCHUFA, das Social Credit System – in erster Linie deshalb, weil das Zahlungsausfallsrisiko vorher enorm war und sowas wie Schuldentitel, Eintreibung, Vollstreckung oder Insolvenz überhaupt nicht geklappt haben – Social Credit System > works like a charm. The Chinese love Big Brother, klingt komisch, ist aber wirklich so. Und allen “Westlern” bleibt einmal mehr der Mund offen stehen…

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