Die Maske ist ab

Von | 18. März 2013

(von ANDREAS TÖGEL) Die Zahl jener Narren, die an den Rechtsstaat glauben und/oder das Elitenprojekt EU für eine tolle Sache halten, dürfte nach dem eben erfolgenden Coup in Zypern drastisch abnehmen. Bekommt doch jeder, der Augen im Kopf hat um zu sehen, auf der kleinen Insel heute das vorgeführt, was morgen auch in den „Zentralstaaten“ Eurolands passieren kann – und wohl auch wird: Die kollektive Enteignung derjenigen, die zwar tüchtig genug waren, trotz drückender Steuerlasten ein paar Kröten zu sparen, aber leider nicht smart genug, ihr Eigentum vor dem Leviathan in Sicherheit zu bringen.

Falls Unklarheiten darüber bestehen sollten, was gerade abläuft: soeben werden auf Geheiß der politischen Eliten Eurolands sämtliche Kontoinhaber in Zypern – ohne Ansehen der Person – um bis zu zehn Prozent ihrer Einlagen auf Sparkonten beraubt. Der Chef der dänischen Saxo-Bank bringt es auf den Punkt: “This Is Full-Blown Socialism”. Damit hat Herr Christensen wohl recht. Etwas Vergleichbares hat es seit 1917 in Europa tatsächlichen nicht mehr gegeben.

An dieser Stelle soll nicht erörtert werden, was die Nomenklatura der EU zu diesem Schurkenstück veranlasst hat, oder mit welchen Maßnahmen der herrschenden Schulden- und Währungskrise zweckmäßig zu begegnen ist (falls in diesem Zusammenhang überhaupt von Zweckmäßigkeit gesprochen werden kann). Hier geht es allein darum, zu zeigen, daß ab sofort jedes Vertrauen ehrlicher, anständiger Europäer in die Rechtmäßigkeit staatlichen Handelns zu begraben und künftig mit noch weit schlimmeren Übergriffen und Rechtsbrüchen durch die Schergen und Symbionten des Politbüros zu rechnen ist. Denn wer einmal ohne Rücksicht auf bestehende Rechte Unrecht gesetzt hat hat, der wird es wieder tun. Wer heute zehn Prozent stiehlt, der greift sich vielleicht schon morgen 50 Prozent oder gleich alles. Schlimmer noch: Wer vor dem Griff nach dem rechtmäßigen Eigentum der Menschen nicht zurückschreckt, der wird sich am Ende auch an den Menschen selbst vergreifen.Das Werkzeug dafür – eine Einsatzgruppe der EU, die EUROGENDFOR, – gibt es bereits…

Beim Anschlag auf die zypriotischen Kontoinhaber handelt es sich um einen in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerten Akt. Denn sollte es sich um eine Strafexpedition handeln, dann fehlt hierfür jede Rechtsgrundlage (Keine Strafe ohne Gesetz). Schlimmer noch: Menschen, die sich keinerlei strafbare Handlungen haben zuschulden kommen lassen, werden absichtlich Vermögensverluste zugefügt. Man kann sich die Verbitterung der Betroffenen gut vorstellen, die aufgrund purer Willkür fremder Mächte – in Friedenszeiten! – überfallsartig (unter Einführung eines „Bankfeiertags“!) um Teile ihres Eigentums gebracht – und damit möglicherweise in existenzielle Probleme gestürzt werden. Sollte es sich bei dieser Maßnahme aber nicht um eine Strafaktion handeln, dann ist die Maske endgültig gefallen: Denn dann geht es um nichts anderes, als um gewaltsame Enteignung – dasselbe, wovon jeder gemeine Straßenräuber lebt. Der Unterschied besteht lediglich darin, daß Straßenräuber nicht verlogen genug sind, ihre kriminellen Taten unter Hinweis auf das „Gemeinwohl“ beschönigen zu wollen und daß man ihnen – im Unterschied zum Fiskus – gewöhnlich nie wieder begegnen wird.

Die Folgen dieses hoheitlichen Anschlags auf privates Eigentum sind unabsehbar. Wie werden sich die Sparer in anderen Krisenprovinzen der Eurozone verhalten? Werden sie die Banken stürmen? Wie werden sich die Besitzenden in anderen Staaten des von Brüsseler Bürokraten diktierten Imperiums verhalten? Werden sie versuchen, ihre Vermögen – auf welche Weise ach immer – staatlichen Zugriffen zu entziehen? Fest steht, daß die bereits jetzt bestehende Rechtsunsicherheit weiter zunehmen wird.

In Unsicheren Zeiten verringern sich die überschaubaren Zeithorizonte. Die Zeitpräferenz nimmt im selben Maße zu, wie das Volumen investiver Veranlagungen abnimmt. Wer Geld hat, der transferiert es ins Ausland und entzieht es so dem Zugriff beamteter Verbrecher, oder er verkomsumiert es auf der Stelle. Wer aber heute sein Saatgut verspeist, hat morgen nichts mehr zu fressen. Dann allerdings werden die für diese verheerende Entwicklung Verantwortlichen wohl nicht mehr im Amt sein…

Zwei kleine Anmerkungen dazu: Der österreichische Regierungsfunk servierte in den Abendnachrichten des Fernsehens eine besonders drollige Rechtfertigung für die Geschehnisse: Immerhin würde ja „…ein Drittel der Einlagen auf zypriotischen Konten von russischen Steuerhinterziehern…“ stammen. Na, wenn das kein Grund ist, bei den übrigen zwei Dritteln, abzukassieren! Herr, lass Hirn regnen! Eine persönlich gemachte Beobachtung: Nach den Abendnachrichten am Sonntag herrschte in meiner zu dieser Zeit ansonsten menschenleeren Bankfiliale erstaunliche Geschäftigkeit: Vor dem Geldausgabeautomaten standen gleich mehrere Menschen Schlange. Ein Zufall? Oder ist die alarmierende Botschaft bei den potentiellen Raubopfern schon angekommen…?

72 Gedanken zu „Die Maske ist ab

  1. Wettbewerber

    @Lodur
    Alles, wozu Sie offenbar imstande sind, ist Ihre marxistische Obsession mit einem riesigen Fundus an Anekdoten und geschichtlichem Teilwissen zu kultivieren. Während dieses Wissen durchaus imposant ist, zeigt sich, dass Sie nicht kommunizieren können. Auf Inhalte und konkrete Aussagen gehen Sie gar nicht ein.

    Ist aber wahrscheinlich notwendig, um ein so logikunmögliches und geschichtlich derart vernichtetes Experiment wie den Marxismus zur eigenen Lebensphilosophie zu machen. Mangelnde Intelligenz könnte es, wie bereits gesagt, auch sein. Ich tippe aber eher auf fehlende Einlassungs- und Kommunikationsfähigkeit. Da können Sie sich vom Kollegen Karl Markt eine Scheibe abschneiden.

  2. Prinz Eugen von Savoyen

    @Thomas Holzer

    In der DDR hat sich nichts durch Überproduktion ausgezeichnet, ausgenommen Parteitagsbeschlüsse.

  3. Lodur

    Da keine wirtschaftswissenschaftlichen Widerlegungen meiner Argumente und Thesen kommen, sondern nur untergriffige Beleidigungen, müssen diese Ausführungen zur Krise des Kapitalismus als korrekt qualifiziert werden.

  4. Lodur

    Subventionen für Bauern, die der Harbi-Kasper angesprochen hat, haben nichts mit Sozialismus zu tun, sondern sind Protektionsmaßnahmen der EU bzw. nationalen Regierungen zur Rettung ihrer Agrarkapitalisten. Und übrigens sind die größten Profiteure der EU-Agrarsubventionen die spanischen, portugiesischen und italienischen Großbetriebe mit ihren Riesenplantagen.

  5. Lodur

    @Andres Tögel
    “Worauf es rezenten Roten ankommt, ist nicht länger die Frage der formal bestehenden Eigentümerschaft, sondern die Kontrolle über die Handlungen von Unternehmen (auch der Banken). Und wie die funktioniert, bekommen wir ja – nicht nur in der EUdSSR – tagtäglich aufs Neue vorgeführt.”

    Eine Frucht des Reformismus, der sich im Laufe des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts in der Zweiten Internationale, sprich in der Sozialdemokratie, durchgesetzt hat. Der Irrglaube, dass der Kapitalismus zu reformieren, zu verbessern sei führt nur zu einer weiteren Verstärkung der systemimmanenten Widersprüche.

  6. Lodur

    Dass Produktionsanarchie basierend auf dem Privateigentum der Produktionsmittel in einer komplexen arbeitsteiligen Gesellschaft nur zu Chaos und Widersprüchen führen kann, müsste selbst ökonomisch Ungebildeten einleuchten. Und da kann selbst “die unsichtbare Hand” nicht mehr helfen.

  7. Lodur

    Und die Tendenz der fallenden Profitrate, verursacht durch die kapitalistische Produktionsweise, konnte von liberalen Ökonomen noch nicht widerlegt werden. In diesem Forum mit seinen beleidigenden und besserwisserischen Pseudoökonomen wird das schon gar nicht stattfinden.

  8. Andres Tögel

    Auf den Marxismus trifft in exemplarischer Weise zu, was T. H. Huxley so ausdrückte: “Die Schlachtung einer wunderbaren Theorie durch hässliche Fakten”. Wobei ich einschränken würde, daß schon Marxens Theorie alles andere als “schön” war. Roland Baader bezeichnet den Sozialismus insgesamt, gleich ob in der Spielart von Saint Simon, Marx oder Lasalle, als “schwere, meist unheilbare Geisteskrankheit” – und da scheint mir schon was dran zu sein. Merkmal vieler Geisteskrankheiten ist es nämlich, Fakten nicht zur Kenntnis nehmen und mit Gewalt an einer hunderfach widerlegten Idee festhalten zu wollen…
    Die von den Roten so gerne zitierten “Widersprüche” im “Kapitalismus” sind mir übrigens bis heute nicht begegnet – auch nicht während der Zeit, als ich noch Lohnsklave und sogar Betriebsrat war…
    Freundschaft!
    A. Tögel

  9. Lodur

    @Andres Tögel
    “Die von den Roten so gerne zitierten “Widersprüche” im “Kapitalismus” sind mir übrigens bis heute nicht begegnet – auch nicht während der Zeit, als ich noch Lohnsklave und sogar Betriebsrat war…”

    Nur weil Sie sie nicht wahrnehmen, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht existieren. Bakterien und/oder Viren können Sie z. B. auch nicht (nur mit Ihren Sinnen) warhnehmen, trotzdem existieren Sie, und das ganz unabhängig von Ihrer Wahrnehmung. Der konstruktivistische Subjektivismus ist eine epistemologische Sackgasse.

    Hauptwiderspruch des Kapitalismus:

    1.) Das Privateigentum an den Produktionsmitteln in einer arbeitsteiligen Gesellschaft.

    Daraus folgen Widersprüche wie:

    1.) Gesellschaftlicher Charakter der Produktion (da die kapitalistisch organisierte Gesellschaft arbeitsteilig ist) und die privatwirtschaftliche Verwaltung der Ergebnisse der Arbeit (Mehrwert bzw. Erträge der Mehrwertschöpfung bleiben in der Vefügungsgewalt der Arbeitgeber).

    2.) Produzenten (= Arbeitnehmer) haben keine Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel, sondern sind den Anweisungen des Arbeitgebers (oder seiner beauftragten Betriebsleiter, Vorarbeiter etc.) unterworfen.

    3.) Arbeitnehmer stellen Produkte her, die Sie dann wieder auf einem Markt kaufen müssen, wenn sie sie benötigen.

    4.) Das kapitalistische Produktions- und Distributionssystem basiert auf der Realisierung des Tauschwerts (= im Sinne des höchstmöglichen individuellen Profits) und nicht auf dem Gebrauchswert (= Nutzen, Bedürfniserfüllung). Paradebeispiel dafür ist die Lebensmittelindustrie, die in die Nahrungsmittel süchtigmachende Aromastoffe sowie Unmengen an Zucker hineinpumpt, um die Kosumenten von ihren Produkten abhängig zu machen.

    5.) Verteilung von Arbeit nach individuellen Profitbedürfnissen und nicht nach gesamtgesellschaftlichen Erfordernissen, was dazu führt, dass immer weniger Arbeitskräfte eine immer höhere Arbeitsleistung vollbringen müssen (Schließlich will der Arbeitgber ja seine Kosten minimieren), während immer mehr potenzielle Arbeitnehmer von den Erwerbsprozessen ausgeschlossen werden.

    6.) Und schließlich die Tendenz der fallenden Profitrate und die damit verbundenen Überproduktionskrisen. Diese Tendenz entsteht einfach aus der Tatsache, dass der einzelne Unternehmer bestrebt ist, so viele Produkte wie möglich innerhalb eines bestimmten Zeitraumes produzieren zu lassen, um einerseits die Produktionskosten pro Stück so gering wie möglich zu halten und um andererseits so viele Produkte wie möglich auf dem Markt als Waren zu einem bestimmten Marktpreis innerhalb einer bestimmten Zeit verkaufen zu können. Das Ziel ist, so viel Profit wie möglich zu machen (Oder etwa nicht? Operieren Unternehmen etwa nicht gewinnorientiert?). Sobald dann mehr Waren als Nachfrage auf dem Markt vorhanden sind (= Angebotsüberschuss) wird es für den einzelnen Unternehmer immer schwerer den von seinem Arbeitnehmer produzierten Mehrwert auch tatsächlich zu realisieren, sprich Produkte gewinnbringend verkaufen zu können. Und dann kommt der Kredit ins Spiel, der solche daraus resultierende Finanzierungsengpässe auszugleichen versucht.

  10. Lodur

    Ursprünglich diente die Wirtschaft zur Erfüllung der Bedürfnisse aller an einer Volkswirtschaft Teilhabenden, wie z. B. bei Aristoteles. Im Kapitalismus dient sie zur Erfüllung des Tauschwerts bzw. des individuellen Profitstrebens.

  11. Lodur

    Der Kapitalismus ist nicht böse. Der Kapitalismus ist einfach ein gesamtgesellschaftlich betrachtetes ineffizientes Produktions- und Distributionssystem.

  12. Samtpfote

    @Lodur
    So ähnlich wie Sie.
    Kurzfassen ist nicht Ihre Stärke, wie?
    Und ja… wir haben es in unser Ultrakurzzeitgedächnis gespeichert.

  13. Lodur

    “Merkmal vieler Geisteskrankheiten ist es nämlich, Fakten nicht zur Kenntnis nehmen und mit Gewalt an einer hunderfach widerlegten Idee festhalten zu wollen…”

    Das trifft viel eher auf die Apologeten des Kapitalismus zu. Dass sieht man gan einfach daran, dass die Kernpunkte der marxistischen VWL von bürgerlichen Ökonomen nicht widerlegt werden konnten. Dann kreierten sie, quasi als Trotzreaktion, die subjektivistische Grenznutzenlehre, die die klassische objektivistische Arbeitswerttheorie eines Adam Smith oder David Ricardo, die dann Marx und Engels verfeinerten, ablösen bzw. widerlegen sollte. Das Ironische dabei ist, dass die Tendenz der fallenden Profitrate sowohl nach der AWT als auch nach der Grenznutzenlehre erklärt werden kann.

  14. Lodur

    @Samtpfote
    “So ähnlich wie Sie.
    Kurzfassen ist nicht Ihre Stärke, wie?
    Und ja… wir haben es in unser Ultrakurzzeitgedächnis gespeichert.”

    Komplexe Zusammenhänge bedürfen einer bestimmten Darlegung, sowohl in Hinsicht der Quantität als auch der Qualität.

  15. Lodur

    Die ökonomische Stichhaltigkeit der marxistischen Theorien und Thesen äußerst sich dann meist darin, dass die Verteidiger des Kapitalismus mit irgendwelchen pseudomoralischen und naturalisierenden Argumenten kommen. Meistens schwingen sie auch die Stalinismuskeule. Das Ironische dabei ist, dass der Stalinismus (oder seine Epigonen) durch Marxisten selbst als pseudosozialistisches, bürokratisches, diktatorisches Monstrum enttarnt wurde.

  16. Harbi

    Grüß Dich Baghdad-Bob,

    hättest Du heute Nacht nicht lieber schlafen sollen, anstatt völlig faktenfreies Bla Bla zu schreiben? Ich vermute mal, Du studierst wie unsere Bundesempörungsbeauftragte Theaterwissenschaften oder ähnliche sozialromantische Versagerberufe? Dann kommst Du mittag nach Hause, Mutti hat Dir das Essen schon hingestellt, anschließend gehst Du ins Internet und versuchst den bösen “imperialistischen Feinden” deinen Blutgott schmackhaft zu machen (und schwadronierst dabei drolligerweise auch noch was von Arbeit).
    Meine 2. These wäre: Du heißt Angela Merkelkova, verbrennst bis zur Mittagspause westdeutsche Steuergelder, schlüpfst nach dem Mittagessen ins FDJ-Hemd und versuchst Konservative und Liberale von deinen Menschenfresserkult zu überzeugen.

    Nun Ersatzreifen des sozialistischen Siegeswagen, Du kommst natürlich nicht aus der Nummer raus, nämlich das deine Ideologie des Antikapitalismus (egal in welcher Farbe sie daher kommt) – einfach der widerwärtigste Mist ist. Nur weil Du auf Phrasendreschmaschine machst, kannst Du die Fakten nicht wegzaubern.

    PS: Wenn ich mir die Menge deiner abgefeuerten wertlosen (hirnlosen) Worthülsen anschaue, frage ich mich, ob Du neben der Missionierung noch ein anderen Zeitvertreib hast?

  17. Wettbewerber

    @Lodur
    Ad 1.) Das ist kein Widerspruch, sondern das logische Ergebnis aufgrund des EIGENTUMS bzw. der zugrunde liegenden Vereinbarungen zwischen den “Produzenten” (=Arbeitnehmer UND Arbeitgeber). Freunden Sie sich mit der Privatautonomie an, dann sehen Sie auch keine WIdersprüche mehr, wo gar keine sind.
    2.) Arbeitnehmer haben keine Verfügungsgewalt über Ihre eigene Arbeitskraft volle Verfügungsgewalt, sonst könnten sie ja keine entsprechende Vereinbarung mit einem oder mehreren Arbeitgebern eingehen. Zudem sind alle Verträge kündbar und fristlos kündbar, wenn der andere Teil seine Zusagen nicht einhält. Kein Widerspruch, nur künstliches “Ans Zeug flicken”, um die Realität in einem für Sie “positiven” diffusen Licht zu verzerren und primitive Vorurteile zu wecken.
    3.) Oft können Arbeitnehmer die Produkte Ihres Arbeitgebers zu wesentlich vergünstigten Konditionen erwerben, was auch Sinn macht (kurze Transportwege, geringe Vertriebs- und Werbekosten etc.). Laut Vereinbarung kann die Bezahlung auch selbstverständlich in den erzeugten Produkten bestehen, manchmal sogar in Anteilen am Unternehmen. Ich bin mir noch nicht sicher, ob Sie zu blind sind, dies alles zur Kenntnis zu nehmen, oder zu geistig verwirrt, um da immer noch irgendeinen Widerspruch auszumachen. Vielleicht hilft ein Arzt?
    4.) Ich bin bei Ihnen, was die Schädlichkeit der meisten verarbeiteten Lebensmittel angeht. Aber die Leute kaufen lieber das billige Zeug als die teuren Bio-Artikel. Aber auch das sind privatauotnome Entscheidungen; keiner kann sagen, es gäbe im Kapitalismus keine Alternativen. Der Terminus “Gebrauchswert” ist überhaupt der beste Beweis, dass Marxisten von der Welt und von den Menschen einfach keine Ahnung haben. Werte sind immer rein subjektiv und ständigem, fast sekündlichem Wandel unterworfen. Einen künstlich festgelegten Wert über einen anderen ebensolchen zu stellen und dies allen anderen aufzubürden, ist am ehesten damit zu vergleichen, des Kaisers Bart, den man weder hat noch jemals bekommen wird, einer Gruppe von Außerirdischen zwingend zum Verzehr vorzuschreiben. So praxisnah sind Sie unterwegs, und Sie haben meines Erachtens das Recht, es zu erfahren.
    5.)Individuelle Profitbedürfnisse sind unendlich, nur leider immer nur soweit verwirklichbar, als andere Personen durch entsprechenden freien Handel bereit sind, dies durch ihre Gegenleistungen zu finanzieren. Der “gesamtgesellschaftliche Bedarf” ist genauso sekündlich schwankend und gerade für Leute wie Sie, die privatautonome Regeln ablehnen, nie herauszufinden. Sie werfen fortwährend mit Begriffen um sich, von denen Sie nicht die geringste Ahnung haben, erwarten aber, dass dies irgendjemand von Ihren Hirngespinsten überzeugt. In den Zeiten des Hochkapitalismus in den USA (1850 bis ca. 1900) gab es im Durchschnitt weit geringere Arbeitslosigkeit, als in den Zeiten der Hochregulierung (ab 1930 bis heute). Schauen Sie sich die Daten an, Sie könnten noch was lernen.
    6.)Es gibt keine Überproduktionskrisen im reinen Kapitalismus. Schon mal was von einer Krise im Bereich Babynahrung, Ledergürtel oder Tablet-PCs gehört? Natürlich nicht, denn diese Branchen agieren auf “Produktionsmittelbasis” noch relativ frei und kapitalistisch. Wenn sich eine Firma “übermacht”, zuviel investiert, zuviele Rohstoffe verbraucht, zu teure Endprodukte herstellt, den Markt überschätzt, undundund, wird sie einfach von der Konkurrenz aufgekauft und verschwindet. Die anderen übernehmen dann deren Kunden, und die welt dreht sich weiter. Wo haben wir heute Krisen: Überall, wo leute wie Sie zu dumm sind, zu erkennen, dass staatliche Monopole (Euro, ÖBB, Bildungsmisere usw. usf.) die denkbar schlechteste Art und Weise eines ökonomischen Regimes sind.

    Ich fasse zusammen: Sie haben null, wirklich absolutely zero Ahnung von irgendwelchen ökonomischen Fakten, schreiben verschwurbeltes, unnachvollziehbares Zeug, und es war mir eine Freude, dies auf so einfache Weise darzustellen. Nur weiter so!

  18. Lodur

    @Wettbewerber
    Wie immer liegen Sie falsch.

    Arbeitnehmer haben natürlich prinzipiell die Verfügungsgewalt über ihre Arbeitskraft. Jedoch verlieren Sie diese zumindest für eine vertraglich fixierte Arbeitszeit im Kontext der Lohnarbeit, da ja damit der Arbeitnehmer seine Arbeitskraft dem Arbeitnehmer verkauft, über die er dann prinzipiell frei verfügen kann. Außerdem schrieb ich, dass der Arbeitnehmer keine Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel (= Arbeitsgegenstände, z. B. Werkzeuge, und zu bearbeitende Gegenstände, z. B. Rohstoffe,) hat. Und das ist ja tatsächlich so, oder sind die etwa im Kapitalismus nicht im Privateigentum?

    “Zudem sind alle Verträge kündbar und fristlos kündbar, wenn der andere Teil seine Zusagen nicht einhält. Kein Widerspruch, nur künstliches “Ans Zeug flicken”, um die Realität in einem für Sie “positiven” diffusen Licht zu verzerren und primitive Vorurteile zu wecken.”

    Wieder falsch. Der Arbeitnehmer ist durch das Privateigentum der Produktionsmittel in einer ungünstigeren Verhandlungslage als der Arbeitgeber, der Eigentümer der Produktionsmittel. Die kapitalistische Produktionsweise und Eigentumsordnung schließen den Produzenten von jeglichem freien Zugang zu Produktions- und Lebensmitteln ab, zwingen ihn, seine Arbeitskraft zu verkaufen, um die Mittel zum unmittelbaren Lebensunterhalt zu erringen, und verwandeln somit diese Arbeitskraft in eine Ware. Wie jeder Warenbesitzer begibt sich der Besitzer der Ware “Arbeitskraft” auf den Markt, um diese zu verkaufen. Wie jede Ware wird auch die Ware “Arbeitskraft” letzten Endes zu ihrem Wert, d.h. zu ihrem gesellschaftlich durchschnittlichen Produktionspreis verkauft. Nur befindet sich der Verkäufer der Ware “Arbeitskraft” in einer, durch die kapitalistische Produktionsweise bedingten, besonderen, verglichen mit jener aller anderen Warenbesitzer im Kapitalismus institutionell unterschiedlichen Lage. Er ist gezwungen, seine Ware zum laufenden Marktpreis zu verkaufen, weil er diese nicht vom Markt zurückziehen kann, um eine günstigere Marktlage abzuwarten. Weigert er sich, den laufenden Marktpreis anzunehmen, so gerät er in Gefahr, zusammen mit seiner Familie zu verhungern. Deshalb wird unter normalen Bedingungen des Kapitalismus, vor allem, wenn die strukturelle Erwerbslosigkeit hoch ist (und die beginnende Industrialisierung bedingt dieses hohe Niveau, mit Ausnahme der bevölkerungsleeren Ansiedlungskolonien), die Ware “Arbeitskraft” laufend unter ihrem Wert verkauft.

    “Der Terminus “Gebrauchswert” ist überhaupt der beste Beweis, dass Marxisten von der Welt und von den Menschen einfach keine Ahnung haben. Werte sind immer rein subjektiv und ständigem, fast sekündlichem Wandel unterworfen.”

    Wieder falsch. Gebrauchswert ist tatsächlich subjektiv. Dieser ist nichts anderes als ein Terminus für Nützlichkeit. Jedoch sobald eine Sache für mehrere einen Nutzen hat, kann sie als Ware auf dem Markt verkauft werden. Und zwar zu ihrem Tauschwert. Dieser ist der Wert einer Ware bei einem Tauschprozess. Und dieser ist tatsächlich NICHT subjektiv oder willkürlich, obwohl Ihnen die Esoteriker der Grenznutzenlehre (Böhm-Bawerk, Menger, Mises, Hayek etc.) das Gegenteil einreden wollen. Denn der Tauschwert einer Ware wird durch die Arbeitszeit bestimmt, die zur Herstellung dieser Ware notwendig ist, wobei es sich nicht um die individuelle Arbeitszeit des jeweiligen Arbeiters handelt, sondern um die im Durchschnitt gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit. Deshalb sind ja, um bei der Lebensmittelindustrie zu bleiben, die industriellen Massenprodukte billiger als die BIO-Produkte vom Bauernhof, die, gesamtgesellschaftlich betrachtet, ein höheres Quantum an menschlicher Arbeitszeit zu ihrer Herstellung benötigen, und zwar ganz einfach weil in einer bestimmten Zeit MEHR von den Massenprodukten hergestellt werden kann als von den BIO-Produkten. Das heißt noch lange nicht, dass es keinen Marktpreis gibt. Der kommt tatsächlich durch Angebot und Nachfrage zustande, fluktuiert jedoch um den Wert einer Ware, je nach Wirtschaftslage. Mal ist er höher, mal ist er geringer. Preisfrage: Wenn der Tauschwert einer Ware “rein subjektiv und ständigem, fast sekündlichem Wandel unterworfen” ist, wie hoch ist er dann bei einem Marktgleichgewicht, also wenn Angebot und Nachfrage einander entsprechen?

    “Es gibt keine Überproduktionskrisen im reinen Kapitalismus. Schon mal was von einer Krise im Bereich Babynahrung, Ledergürtel oder Tablet-PCs gehört?”

    Ich vermute, Sie wissen nicht, was eine Überproduktionskrise ist. Unter dieser wird eine periodisch wiederkehrende Wirtschaftskrise im Kapitalismus verstanden, in der mehr Waren produziert als verkauft werden. Wenn beispielsweise genug Nahrungsmittel vorhanden sind, aber kein Geld unter den Hungernden, um diese zu kaufen. Diese Form der Wirtschaftskrise, „welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre“ (Kommunistisches Manifest), sei bedingt durch die Widersprüchlichkeit der kapitalistischen Akkumulation selbst. Einerseits strebt das Kapital danach, möglichst viele Waren zu produzieren und zu verkaufen, um einen möglichst hohen Profit zu erzielen. Andererseits strebt es aufgrund der Profitmaximierung auch dahin, den Preis der Arbeitskräfte, daher der potentiellen Käufer ihrer Waren, möglichst niedrig zu halten und zu drücken. In der Konsequenz bedeutet dies, dass die produzierten Güter aus Mangel an realen Käufern nicht mehr zur Gänze abgesetzt werden können. Die mangelnde Kaufkraft betrifft nicht nur jene Waren für die unmittelbaren Konsumenten, sondern wirkt in weitere Wirtschaftsbereiche fort. So werden beispielsweise keine neuen Aufträge zwischen Unternehmen mehr erteilt oder alte storniert, die Lager bleiben voll, die Produktion steht still wie das Transportwesen. Entlassungen finden statt, welche die Gesamtkaufkraft weiter reduzieren usw. usf., ein Teufelskreis bildet sich aus, der erst durch die Erweiterung des Marktes oder die massenhafte Zerstörung der gesellschaftlichen Produktivkräfte bereinigt wird, was gemeinhin in der apologetisch-bürgerlichen Vorstellung als ein „Gesundschrumpfen“ oder ähnliches bezeichnet wird. Daher werden Betriebe geschlossen, Produktionsmittel außer Betrieb genommen, der Warenbestand durch gedrosselte Produktion geschrumpft, usw. daher die Produktion dem Konsumtionsvolumen angepasst oder im Falle der erweiterten Märkte umgekehrt die Konsumtion der Produktion. Das beste Beispiel dafür ist momentan die europäische Automobilindustrie.

    “Oft können Arbeitnehmer die Produkte Ihres Arbeitgebers zu wesentlich vergünstigten Konditionen erwerben, was auch Sinn macht (kurze Transportwege, geringe Vertriebs- und Werbekosten etc.).”

    Da haben Sie vollkommen recht. Tatsächlich haben die Preise durch die Massenproduktion im Kapitalismus die Tendenz zu sinken. Diese Deflationstendenz führt zu einem Wachsen der Reallöhne (durch Preisstürze kann der Arbeitnehmer mit demselben Nominallohn immer mehr Waren erwerben). Das führt jedoch zu einem tendenziellen Sinken der Profitrate. Die Waren werden ja immer billiger und die Konsumbedürfnisse sind auch nicht unendlich. Deshalb sind ja die Unternehmer daran interessiert, wenn so eine Entwicklung eintritt, dass die Reallöhne stagnieren oder sinken, sprich die Waren wieder teurer werden, indem sie z. B. einfach die Produktion stillegen, Waren vernichten, einlagern, sprich dem Markt entziehen bzw. verweigern. Oder sie lassen noch mehr Waren in derselben Zeit produzieren mit dem Ziel, noch mehr zu verkaufen, was zu einer Verschärfung dieser Entwicklung führt. Oder sie senken einfach die Nominallöhne oder senken die Arbeitskosten auf andere Weise, z. B. durch billigere Auslagerung.

    “Wenn sich eine Firma “übermacht”, zuviel investiert, zuviele Rohstoffe verbraucht, zu teure Endprodukte herstellt, den Markt überschätzt, undundund, wird sie einfach von der Konkurrenz aufgekauft und verschwindet.”

    Das passiert im Kapitalismus tatsächlich. Ineffiziente Kapitale werden von effizienteren verdrängt. Und das ganze basiert auf der Tendenz der fallenden Profitrate, die dazu führt, dass Unternehmen immer schwerer den von ihren Arbeitnehmern produzierten Mehrwert auch tatsächlich auf den Märkten realisieren können.

    “Ich fasse zusammen: Sie haben null, wirklich absolutely zero Ahnung von irgendwelchen ökonomischen Fakten, schreiben verschwurbeltes, unnachvollziehbares Zeug, und es war mir eine Freude, dies auf so einfache Weise darzustellen. Nur weiter so!”

    Das kann ich an Sie nur zurückgeben. Und verschwurbelter als die Grenznutzenlehre können meine Ausführungen ja gar nicht sein.

  19. Lodur

    “da ja damit der Arbeitnehmer seine Arbeitskraft dem Arbeitnehmer verkauft” Korrektur. Kleiner Tippfehler. Natürlich dem Arbeitgeber verkauft.

  20. Lodur

    @Harbi
    “einfach der widerwärtigste Mist”

    Das charakterisiert die “Qualität” Ihrer Argumentation, die nur aus blindem Hass, Beleidigungen und antimarxistischen, rassistischen sowie antimuslimischen Ressentiments besteht. Sind Sie so frustriert oder heischen Sie einfach nach Aufmerksamkeit? Ist Ihre Existenz so erbärmlich?

    “PS: Wenn ich mir die Menge deiner abgefeuerten wertlosen (hirnlosen) Worthülsen anschaue, frage ich mich, ob Du neben der Missionierung noch ein anderen Zeitvertreib hast?”

    Der Missionar sind eindeutig Sie. Bisher kamen von Ihnen nur stumpfsinnige Leerformeln und Parolen. Keine Fakten. Keine Daten. Keine sachlich-systematische Argumentation. Wie ein Taliban den Dschihad gegen die “Ungläubigen” propagiert, propagieren Sie den Hass gegen alles Links der Mitte.

  21. Passant

    Was soll das Getöse? Die zyprischen Banken sind offenbar Pleite, der Staat sichtlich ebenfalls. Tut man nichts, wird es für die Gläubiger so enden wie neulich in Island. Darüber verliert übrigens niemand mehr ein Wort.

    Nun will die EU, also wir, zahlen, damit den Gläubigern der zyprischen Banken das Schicksal derer der isländischen erspart bleibt. Sie bekommen also ihren Verlust ersetzt, allerdings mit einem “Selbstbehalt” von weniger als 10 Prozent. Da würde ich zugreifen und nicht noch meckern!

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