2900 netto für Job am Bau – aber kein Interessent…

Von | 24. Juli 2013

“Die oberösterreichische Wirtschaftskammer fordert strengere Strafen für Arbeitslose, die einen Job nicht annehmen wollen. Stein des Anstoßes: Eine Gerüstbaufirma aus dem oberösterreichischen Zentralraum suchte kurzfristig nach neuen Mitarbeitern für eine Baustelle in Niederösterreich. Das Welser AMS habe daraufhin elf Arbeitslose aus Niederösterreich namhaft gemacht, wie die Wirtschaftskammer am Montag mitteilte. Nach einer Woche habe sich noch immer kein Anwärter für den Job gefunden – und das, obwohl die Baufirma rund 2900 Euro netto bietet.” (Presse)

22 Gedanken zu „2900 netto für Job am Bau – aber kein Interessent…

  1. DailyMirror

    Herr Ortner, mal ehrlich: angenommen, Sie wären arbeitslos und das AMS würde bei Ihnen anrufen und Sie fragen, ob Sie denn als Gerüstbauer anfangen möchten. Würden Sie begeistert Ja sagen?

  2. S.M.

    Ich hoffe, Sie regen sich über die Strafforderung auf und nicht über das Nichtannehmen. Hier in Österreich herrscht immernoch Vertragsfreiheit, Herr Ortner und wenn das Angebot nicht passt, muss marktwirtschaftskonform das Angebot eben geändert werden. Punkt.

  3. Riso

    Wo bleibt dann die Vertragsfreiheit des Staates den unwillingen, und daher Schmarotzer, nicht mehr weiter zu bedienen?

  4. GeorgK

    Sobald es ins eigene Weltbild passt, scheint man hier auch jeden Blödsinn zu glauben.
    In den AMS-Anzeigen liegt das Mindestentgelt für Gerüster zwischen 10 und 12 Euro brutto pro Stunde, bzw. bei grob 1800-2000 Euro brutto im Monat.
    Und hier sollens 2900 netto zahlen – eh klar….

  5. Thomas Holzer

    @GeorgK
    Unternehmer dürfen den KV-Mindestlohn -derzeit noch- auch überbieten! 😉

  6. Mourawetz

    Warum sollte man die Arbeit auch annehmen, wenn man genauso gut für nicht viel weniger Geld aber wesentlich mehr Komfort in der Hängematte auf Kosten der Allgemeinheit schaukeln kann. “Bin auf Urlaub und habe keine Zeit” war die Antwort eines “Interessenten”.

  7. GeorgK

    @Th.Holzer
    Lang wird ein solcher “Unternehmer” aber nicht überleben.
    100% Überzahlung, einfach so zum Spass? – Also bitte…
    Ich bleibe dabei: solange mir niemand das Originalinserat präsentiert, gehe ich davon aus, dass der Fall unter die Rubrik “angeregte Diskussion über einen Druckfehler” fällt; oder, ersatzweise, irgendein wichtiges Faktum unterschlagen wird.

  8. oeconomicus

    @GeorgK
    Neben Überzahlung gibt es auch noch Überstunden, Auslösen, Prämien usw., sodass man leicht auf 2.900 kommen kann. Trotzdem hätte ich gern mehr Details von der WKOÖ. Aber wahrscheinlich geht es der auch nur um Polemik.

  9. Thomas Holzer

    @Mourawetz
    na sorry, aber da übertreiben Sie schon etwas; wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf.

  10. Thomas Holzer

    @oeconomicus
    Ich denke auch eher an Polemik, (Vor)Wahlkampf, Sommerloch;
    hat nicht der Herr Rauch vor ein paar Wochen die “soziale Hängematte BMS” auf’s Schärfste kritisiert?

  11. Peer

    Wie auch immer – ob € 2000,– brutto oder € 2900,– netto.
    “Gute Nacht Österreich”

  12. Josef Roth

    Schade, die Arbeitsunlust so mancher Kunden des AMS hätte man seriöser dokumentieren können. Die Leute, die sich nicht vorstellen gehen, glaub´ ich sofort, was ich nicht glaub´ sind die € 2900,– netto!

  13. rider650

    @S.M.
    Sebstverständlich. Es muss natürlich auch marktkonform die Zahlung von Arbeitslosengeld, Sozialhilfe etc. eingestellt werden, da diese Gelder den Beitragszahlern unter Gewaltandrohung abgenommen werden, was ein Verbrechen ist. Dann löst sich auch das Arbeitslosenproblem marktgerecht – Angebot und Nachfrage treffen sich in der Mitte, bei Überangebot sinkt eben der Preis. Bei Unterangebot steigt er, wie es hier anscheinend der fall war. Am völlig freien Markt herrscht stets Vollbeschäftigung. Wer rumheult, von manchen Löhnen könne man dann ja nicht leben – wer hat gesagt, man müsse von jeder Arbeit leben können? Kann ja jeder was lernen, was am Markt entsprechend gefragt ist. Oder zur Wohlfahrt gehen, sprich vom Geld leben, welches Leute freiwillig für Bedürftige spenden, ohne sprichwörtliche Pistole des Gewaltstaates im Nacken, wie es bei uns der fall ist.

  14. rider650

    DailyMirror :

    rider650 :
    @S.M.
    Am völlig freien Markt herrscht stets Vollbeschäftigung.

    Guter Witz.

    Arbeit ist eine Ware genau wie jede andere. Wenn von einer Ware gerade mehr vorhanden ist, als nachgefragt wird, wird der Preis nach unten geboten, so lange, bis sich Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht befinden – vorausgesetzt man lässt diesem Mechanismus freien Lauf. Wenn der Gewaltmonopolist mit irgendwelchen lustigen Zwangsregelungen eingreift, funktioniert das ganze natürlich, je nach Ausmaß des Zwanges, entsprechend schlechter.

    Bei Arbeit ist es genau das selbe. Sollte beispielsweise auf dem freien Markt ein Überangebot an Bauarbeitern herrschen, wird der Preis für deren Arbeit so lange nach unten geboten, bis sich Angebot und Nachfrage treffen. Bei sinkendem Arbeitspreis wechseln mehr Bauarbeiter in andere Branchen, weil es sich für sie persönlich nicht mehr lohnt – gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Bauarbeiten, da diese bei günstigeren Preisen für immer mehr Leute attraktiv werden. So lange, bis sich Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht befinden. Das ganze funktioniert wie gesagt nur, wenn niemand mit Lohnuntergrenzen, Arbeitslosengeld etc gewaltsam in den Markt eingreift.

    Sämtliche Zwänge, Regulierungen, Arbeitslosengeld etc senken die Motivation, zu arbeiten, und steigern die Motivation, nicht zu arbeiten – und senken deswegen den Gesamtwohlstand in der Gesellschaft. Bei völliger Abwesenheit von Zwang – Anarchokapitalismus – wäre der Wohlstand in der Gesellschaft maximiert. Und da niemand rechtmäßig durch Gewalt an Wohlstand kommen könnte, wäre auch die Verteilung innerhalb der Gesellschaft genau entsprechend den Fähigkeiten der Leute – also nicht so ungerecht wie bei uns.

    Ich lache übrigends nicht.

  15. DailyMirror

    @rider650

    Wenn von einer Ware gerade mehr vorhanden ist, als nachgefragt wird, wird der Preis nach unten geboten, so lange, bis sich Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht befinden – vorausgesetzt man lässt diesem Mechanismus freien Lauf.

    Dann gehen Sie einmal nachts an einem Supermarkt vorbei und blicken Sie dort in die Mülltonnen. Keine Rede davon, dass bei zuviel Angebot der Preis sinkt. Keine Rede davon, dass immer so viel verkauft wird, wie angeboten wird. Stattdessen wird lieber ein Teil des Angebots weggeworfen, um den Preis stabil zu halten. Und das, wohlgemerkt, ganz ohne jeglichen Eingriff des “Gewaltmonopolisten”.

  16. gms

    DailyMirror :
    Keine Rede davon, dass immer so viel verkauft wird, wie angeboten wird. Stattdessen wird lieber ein Teil des Angebots weggeworfen, um den Preis stabil zu halten.

    Bevor Sie hier weiterhin trefflich Äpfel mit Glühbirnen vergleichen: Auf dem Arbeitsmarkt bieten Menschen mehr oder minder sich selbst an.
    Was Sie daher als Analogie zu abgelaufenen Joghurts ins Rennen führen wollen, scheitert an so offensichtlichen Mängeln, daß deren Erörterung hier zwangsweise ins Banale abglitte.

    Daß manche Menschen aber sich tatsächlich selbst wegwerfen(!), um den Preis hochzuhalten (sic!), weil Dritte dafür den Preis begleichen, hatte rider650 bereits ausgeführt.

  17. Lodur

    “Wer rumheult, von manchen Löhnen könne man dann ja nicht leben – wer hat gesagt, man müsse von jeder Arbeit leben können?”

    rider650m entpuppt sich als ungeschminkter, waschechter Liberaler, der Ausbeutung, Lohn- und Arbeitsdruck zu Gunsten des Kapitals propagiert. Ein typischer bürgerlicher Klassenkämpfer, der Klassenkampf von oben betreibt, um die Profitinteressen der sozioökonomischen Eliten zu unterstützen.
    Und wieder einmal bewahrheitet sich die Maxime “Sozialismus oder Barbarei”.

  18. Lodur

    Wobei rider650 eindeutig der Barbarei frönt.

  19. Lodur

    Auch Herr Josef Roth nimmt Partei für die sozioökonomischen Eliten, die Mensch und Umwelt zerstören. Ja, ja, typisch Klassenkämpfer von oben.

  20. rider650

    “rider650m entpuppt sich als ungeschminkter, waschechter Liberaler, der Ausbeutung, Lohn- und Arbeitsdruck zu Gunsten des Kapitals propagiert. Ein typischer bürgerlicher Klassenkämpfer, der Klassenkampf von oben betreibt, um die Profitinteressen der sozioökonomischen Eliten zu unterstützen.
    Und wieder einmal bewahrheitet sich die Maxime “Sozialismus oder Barbarei”

    Wenn zwei Leute freiwillig einen Vertrag miteinander eingehen, wo ist da die Ausbeutung? Ausbeutung gibt es nur durch Gewalt, und die darf bei uns nur einer ausüben.
    Wer sagt, daß Lohn- und Arbeitsdruck nur zugunsten des Kapitals herrschen? Ich fordere gleiche Rechte für alle – wenn niemand Gewalt ausüben darf, funktionieren Preisfindungsmechanismen selbstverständlich in beide Richtungen gleich gut. Frag mal Leute, die für ihre Unternehmung dringend Leute mit einer ganz bestimmten Qualifikation suchen. Sollen die sich auch über die “Ausbeutung durch die sozialistische Arbeiterklasse” beschweren, wenn Spezialisten von ihnen unbarmherzig (und mit allem recht!) den Marktpreis für ihre Arbeit fordern?
    Du vertrittst anscheinend die wirre Klassentheorie von Marx – lass mich dich aufklären. Es gibt 2 Klassen: 1. die Gewaltprofiteure – Abgeordnete, Regierungsmitglieder, Beamte, staatliche Angestellte, korporatistische Staatsproifteure, Arbeitslosengeld- und Sozialhilfeempfänger. Und dann gibt es die 2. Klasse – die, die das Geld erwirtschaften, von dem die 1. Klasse lebt.
    Sozialismus bedeutet, Menschen mit Gewalt ihr Eigentum zu nehmen, um es anderen zu geben (bei fürstlicher Entlohnung der Gewalttäter aus der Beute selbstverständlich). Sozialismus ist Barbarei. Ich bin für völlige Gewaltfreiheit, für Freiwilligkeit in jeder zwischenmenschlichen Beziehung. Das nennt man Voluntarismus, oder Anarchokapitalismus, und es ist das Gegenteil von Barbarei.
    Fussnote: Ich bin selbst kein Unternehmer o.ä., sondern ganz normaler Angestellter, der aber gerne Marktmechanismen benutzt, auch und gerade im Verhältnis mit Arbeitgebern. Wer faul und dumm ist, heult natürlich über die “bösen” Kapitalisten – wer schlau und fleißig ist, wird auch als angeblich “ausgebeuteter Arbeiter” in der Realität dann doch von den “Ausbeutern” umworben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.