Wie kann man 66 Jahre lang Flüchtling sein?

(ANDREAS TÖGEL)  Zwischen 1945 und 1949 werden im Gefolge des zweiten Dreißigjährigen Krieges in Europa etwa 14 Millionen Deutsche aus ihrer Heimat vertrieben. Viel mehr als ein Koffer mit den wichtigsten Habseligkeiten ist in den wenigsten Fällen zu retten. Haus, Hof, Vieh, Hausrat und aller übriger Besitz sind für diese Menschen verloren. Nicht als Strafe für schuldhafte Handlungen, sondern wegen der Zugehörigkeit zum Volk der Kriegsverlierer. Einzige Zuflucht ist ein in Trümmern liegendes, von Feinden besetztes und aufgeteiltes Land. Wehe den Besiegten!

Berichte von gewaltsam vertriebenen Deutschen, die sich gegen das ihnen widerfahrene Unrecht durch Terroranschläge an den Siegern, an Russen, Polen, Tschechen oder Jugoslawen revanchieren, sind nicht bekannt. Dafür verschwinden in kurzer Zeit die anfangs eingerichteten Auffanglager im zerbombten Mitteldeutschland. Mit den geringen vorhandenen Mitteln werden umgehend neue Heim- und Arbeitsstätten errichtet. Die all ihrer Habe Beraubten fügen sich in ihr Schicksal und schaffen sich – oft bemerkenswert rasch – eine neue Existenz. Nicht zuletzt dank der Leistung der Vertriebenen ist Deutschland heute längst wieder die wirtschaftlich führende Nation Europas.

Szenenwechsel. Ende November 1947 beschließt die UNO-Vollversammlung die „Resolution 181“ – den Teilungsplan für Palästina. Kurz darauf, mit dem Ende des britischen Mandats, schlägt am 14. Mai 1948 die Geburtsstunde Israels. Das veranlasst die angrenzenden arabischen Staaten zu einem konzentrischen Angriff. Den mit dem Rücken zur Wand stehenden Israelis gelingt es, mit den schwachen ihnen zur Verfügung stehenden militärischen Mitteln, die Angreifer zurückzuschlagen. Die Sieger schaffen Fakten – zweifellos nicht ausschließlich mit einwandfreien Mitteln. Viele Araber werden vertrieben. 1967 und 1973, nach zwei weiteren katastrophal gescheiterten militärischen Abenteuern (die Bilder von der im Sechstagekrieg barfüssig vor der israelischen Armee flüchtenden arabischen Soldateska sind noch präsent. 1973 sieht die dritte ägyptische Armee, eingekesselt auf dem Sinai ihrer Vernichtung entgegen und die Panzer Ariel Scharons stehen gerade noch 120 km vor Kairo, ehe die Amerikaner ihren Verbündeten aus Angst vor einer sowjetischen Intervention zurückpfeifen), nutzten die Sieger ihre Position der Stärke und konsolidierten ihr Staatsgebiet – etwa durch die Besetzung des Golan.

Die Zahl der vor den siegreichen Juden geflohenen „Palästinenser“ beläuft sich insgesamt auf rund eine Million (300.000 davon nach dem Sechstagekrieg des Jahres 1967). Ein guter Teil davon lebt bis heute (!) in Flüchtlingslagern.

 

Rund 50 Millionen Deutschen ist es in ihrem verhältnismäßig kleinen, vom Krieg zerstörten Land möglich, binnen weniger Jahre 14 Millionen mittellose Zuzügler erfolgreich zu integrieren. 200 Millionen in den Staaten zwischen der arabischen Halbinsel und Marokko lebende Araber sind dagegen bis heute – in 66 Jahren – nicht imstande, einer Million ihrer Blutsbrüder eine neue Heimstätte zu bieten.

Außerdem drängt sich folgende Frage auf: Was sind das für Leute, die nunmehr in dritter Generation in Flüchtlingslagern hocken und auf bessere Zeiten warten? Wie ticken Menschen, die sich binnen vieler Jahrzehnte nicht mit der normativen Kraft des Faktischen abfinden können? Kann man als „Palästinenser“ tatsächlich verrückt genug sein, anno 2014 noch immer den Traum von ins Meer gejagten Juden zu träumen? Immerhin haben sie und ihre Brüder es ja drei Mal nach Kräften versucht. Dreimal waren sie zahlenmäßig und strategisch, 1973 dazu auch noch technisch (dank des Einsatzes neuester russischer Panzer- und Flugabwehrlenkwaffen), überlegen. Doch jedes Mal wurden sie von den Israelis mit den sprichwörtlichen „nassen Fetzen“ davongejagt. Wäre es also nicht langsam an der Zeit, sich mit den Resultaten gescheiterter militärischer Aggressionshandlungen abzufinden – wie das auch die Deutschen nach 1945 getan haben?

Stattdessen machen die „Palästinenser“ bis heute ausschließlich andere für ihr Los verantwortlich und scheinen zur Verbesserung ihrer Lage kein anderes Mittel als das der Gewalt gegen „feindliche“ Zivilisten zu kennen. Was auch immer sie, ihre Eltern oder ihre Großeltern, erlitten haben – es rechtfertigt in keinem Fall den Angriff auf unbeteiligte Dritte. Kollektivschuld gibt es nicht. Kollektivrache ist daher unzulässig. Das verschießen von Raketen auf zivile Ziele, die Ausführung von Bombenanschlägen auf Schulen und Busse und die Entführung und Ermordung von Kindern, sind aber genau das. Das israelische Militär setzt seine Waffen – defensiv – zum Schutz seiner Bevölkerung ein. Die Hamas dagegen setzt ihre Bevölkerung zum Schutz ihrer Offensivwaffen ein, indem sie sie als „menschliche Schutzschilde“ mißbraucht. Könnte der Unterschied zwischen der Moral beider Seiten deutlicher ausfallen? Eine neutrale Haltung dazu einzunehmen, ist jedenfalls unmöglich!

Dem deutschen Orientalisten und rabiaten Antisemiten Paul de Lagarde (1827 – 1891) verdanken wir folgendes Zitat: „Mit Trichinen und Bazillen wird nicht verhandelt, Trichinen und Bazillen werden auch nicht erzogen, sie werden so rasch und so gründlich wie möglich vernichtet.“ Der israelische Premierminister Netanjahu wendet dieses böse Wort gegenwärtig auf „palästinensische“ Terroristen an. Wer könnte sich darüber wundern, angesichts der völligen Sinnlosigkeit von Verhandlungen mit Hamas-Aktivisten, deren erklärtes Ziel in der Vernichtung Israels besteht?

Tagebuch

7 comments

  1. Walter Höller

    Danke, Herr Tögel, für diesen Beitrag. Die Antisemiten wird er nicht umstimmen, aber vielleicht gibt er denen zu denken, die aus Naivität und Unkenntnis die Erzählung von den unterdrückten Arabern glauben, die sie von den Meinungsmachern vorgesetzt bekommen.

  2. Andreas Pizsa

    Herzlichen Dank für diesen hervorragend argumentierten Artikel, lieber Andreas!

  3. Dieter Zakel

    Europa finanziert mit den USA über die UNRWA die Hamas. Dadurch müssen die nichts mehr arbeiten, bekommen 6 Kinder pro Frau und sind die 8-fetteste Nation der Erde.
Dieser Überschuss an jungen Männern wird dann im Krieg verbraucht weil ja keiner arbeiten muss.
So einfach ist das…

  4. Halmstan

    Politische Unreife – d.h. die Unfähigkeit, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen – ist leider ein dauerhaftes Merkmal dieser Völker. Heute sind die Israelis und die USA an allem schuld, davor waren es die Europäer, davor die Osmanen, davor die Mongolen etc. Vielleicht sind ja bald die Chinesen an der Reihe…

  5. Jonny

    Dieser gute Beitrag zeigt deutlich auf: die vielen Fluechtlinge nicht zu integrieren ist Eine SCHande fuer DIE arabische Welt und der Artikel dokumentiert die Fleissigkeit der Deutschen. Man kann sich nicht nur immer mit der Vergangenheit und dem Leid beschäftigen, das einem widerfahren ist, jeder Fluechtling muss in die Zukunft schauen und versuchen die Herausforderung zu bewältigen.

  6. Christian Weiss

    Der Vergleich mit Deutschland und seinen Gebietsverlusten als Folge eigener Aggression ist interessant. Interessant ist auch, dass das Südtirol ebenfalls ohne Selbstmordattentäter und Raketenbeschuss gegen Italien auskommt, obwohl dieser italienische Gebietszugewinn nicht Folge direkter österreichischer Aggression ist, während das Westjordanland als Folge arabischer Aggression erobert wurde. Die Zugehörigkeit des Westjordanlands zu Israel ist aus dieser Warte besser legitimiert als jene des Südtirols zu Italien.
    Wie irrwitzig der arabische Wahn bezüglich Israel ist, zeigt sich auch am Beispiel einfacher Zahlen: Der arabische Kulturraum umfasst von Marokko bis hinauf nach Syrien 13 Millionen (!) Quadratkilometer. Israel und Westjordanland sind ein Leberfleck von 27’000 Quadratkilometern in diesem gewaltigen Gebiet.

  7. Georg Huber

    Endlich! Danke Herr Tögel! Ich frage mich schon die längste Zeit, warum niemand das Offensichtliche sieht. Niemand außer den “Palästnensern” sitzt 60 Jahre in einer Zeltstadt und bläst Trübsal, dass “die Welt schlecht” ist. Was noch erwähnt gehört, ist dass diese Leute seit Jahren von der “Staatengemeinschaft” (aus welchem Grund immer) alimentiert werden. Warum also sollte man den Status Quo ändern wollen?

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