Remember the 5th of November…

(ANDREAS TÖGEL) Noch heute wird in Großbritannien an jedem fünften November, in der sogenannten „Bonfire-Night“, jenes Ereignisses im Jahre 1605 gedacht, das im Falle seines Gelingens, die Geschichte des Landes wohl nachhaltig verändert hätte. Es geht um den in jenem Jahr im letzten Moment vereitelten Sprengstoffanschlag („Gun powder plot“) katholischer Verschwörer unter Führung des englischen Offiziers Guy Fawkes, auf das Londoner Parlamentsgebäude. Mittels einer gewaltigen, in den Tagen zuvor in die Keller des Hauses verbrachten Schwarzpulversprengladung, sollte der protestantische König Jakob I., sowie das an diesem Tage hier versammelte Ober- und Unterhaus auf einen Schlag ausgelöscht werden.
Mit einem ausgeprägten Sinn für englischen Humor und anarchische Ideen ausgestattete Zeitgenossen behaupten, Guy Fawkes wäre der einzige Mensch gewesen, der je ein Parlament in ehrlicher Absicht betreten hat. Immerhin gilt die alte englische Spruchweisheit heute mehr denn je: Eigentum und Freiheit sind in Gefahr, so oft das Parlament tagt.
Im „Erfolgsfall“, hätte der Coup der Verschwörer das Land schwer erschüttert und in eine veritable Staatskrise gestürzt. Zur Feier des Umstands, dass der Anschlag auf die politische Elite – und zwar aufgrund eines Verrats aus den Reihen der Verschwörer selbst – für diese mit einem Fiasko endete (Guy Fawkes wurde schwer gefoltert und anschließend wie seine Mitstreiter hingerichtet), werden bis heute landesweit Freudenfeuer abgebrannt.
Es ist keine geringe Leistung der Obertanen, sich, trotz aller ihnen – zu Recht – entgegenbrachten Geringschätzung und Verachtung, immerhin deren Gehorsam und Willfährigkeit bis heute bewahrt zu haben. Angesichts der täglich offensichtlicher werdenden Minderwertigkeit der Leistungen, die von der Nomenklatura geboten werden, ist das mehr als bemerkenswert.

3 comments

  1. Fragolin

    So ist halt jeder an dem Platz, an den er hingehört. Herrscher können eben eines besonders gut: Herrschen.
    Alles andere ist primär, wie es der große Philosoph Hans Krankl zusammenfasst… 😀

  2. aaaaaaaa

    Man beachte, dass auch die Masken der “Anonymous”-Hacker, Guy Fawkes repräsentieren.

  3. Carl Schurz

    So wenig Staat wie möglich und so viel Staat wie unbedingt notwendig. Aus meiner Sicht haben die USA die “ewigen” Probleme der sich mehr oder weniger selbst organisierenden Gesellschaften am besten gelöst. Das heißt aber nicht, dass es nicht noch besser zu lösen wäre.
    Eine EU wie die USA hätte größere Chancen eher akzeptiert zu werden, wenn
    1. die Mehrheit wüßte wie die USA funktionieren und
    2. die Mentalität der EU-Bürger nicht so Obrigkeit fixiert wäre.

    Nun man kann sich bei der Geburt all das nicht aussuchen. aber als Erwachsener sollte n man schon gelernt haben souverän zu entscheiden und nicht wie ein Pawlowscher Hund existieren.

    Migrationsbewegungen/-druck zeigen was den “Massen” nicht paßt/wie sie ticken (die meisten wollen nur ihre Familien durchbringen und ein selbst bestimmtes gutes Leben führen.) Wäre kaum ein Problem, wenn sie nicht immer dabei den Fehler machen würden, sich von den “Heilsversprechern verführen zu lassen, sich auf deren “Schein-Kompetenz” zu verlassen. Insofern ist Migration auch ein Ausdruck der Aufgabe des bisherigen Seins.

    Die “Herde” folgt einem Ruf und erwartet Rettung und meint, dass allein der Ortwechsel schon alles wieder gut mache und der Wohlstand wie Manna vom Himmel falle.

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