“Niemand wird Deutschland retten und Schulden erlassen”

Von | 3. Januar 2016

“…..Eine Schuldenpolitik wie in einigen anderen Staaten wäre für Deutschland sehr gefährlich, „denn niemand wird Deutschland retten, niemand wird uns die Schulden erlassen“, sagte der Ifo-Präsident Hns-Werner Sinn. Der Schuldenberg sei mit gut 70 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung viel zu hoch, „und dazu kommt das demografische Problem: Die Babyboomer wollen in 15 Jahren Rente haben von Kindern, die sie nicht haben“, sagte Sinn. „Es wäre verantwortungslos, sich in einer solchen Situation weiter verschulden zu wollen. Den wenigen Kindern werden sowieso zu viele Lasten überlassen.“ (hier)

9 Gedanken zu „“Niemand wird Deutschland retten und Schulden erlassen”

  1. Mona Rieboldt

    Das heutige Umlagesystem haben aber nicht die Rentner erfunden, es war Adenauer mit der Begründung “Kinder bekommen die Leute immer”. Und wenn es heute nicht mehr passt, dann muss man es halt ändern.

  2. Rennziege

    3. Januar 2016 – 14:33
    Mona Rieboldt
    Zweifellos haben Sie recht mit “… dann muss man es halt ändern”.
    Aber wer soll die Sozialgesetze ändern? Etwa die vier sozialistischen Parteien im Bundestag? Die werden den Teufel tun, ihre Bürger aus dem illusionären Traum des allfürsorgenden Sozialstaats von der Wiege bis zur Bahre aufzuwecken. Lieber werden sie weiterhin Zuversicht heucheln, bis die sich unter der Last der Lühen eh schon biegenden Balken vollends brechen.

  3. Mona Rieboldt

    @Rennziege
    Früher zahlte jeder für sich selbst ein, bis er das als Rente bekam, was er an Beiträgen hatte. Das Problem ist heute, dass die Menschen älter werden, also mehr brauchen an Rente, wie sie erwirtschaften können.
    Ich verlange ja nicht eine sofortige Änderung, aber die Rentenexperten könnten ja mal darüber nachdenken, wie sich das System ändern ließe.

    Sie haben natürlich Recht, dass die linkslastigen Parteien in Deutschland nichts ändern werden, vor allem nicht vor Wahlen. Sie tun so, als sei Geld in Unmengen vorhanden, bis der Sozialstaat zusammen bricht. Das wird er eh tun, denn täglich kommen jetzt im Winter immer noch 3000 Asylanten in D an, die müssen jahrelang alimentiert werden. Offene Grenzen und Sozialstaat vertragen sich nicht.

  4. Gerhard

    @Mona Rieboldt
    Die staatliche Pensionsversicherung funktioniert nach dem sog. Umlageverfahren. D.h. die Auszahlungen werden nur durch aktuelle Beiträge und staatliche Zuschüsse finanziert. Anders ist es bei den sog. Kapitalertragsversicherungen, wo die einbezahlten Beträge (natürlich im Rahmen des gesamten Kollektivs) am Kapitalmarkt angelegt und dabei auch Zinsen lukriert werden. Davon werden dann die vertraglich vereinbarten Renten (Firmenpensionen oder freiwillige eigene Altersversorgung) ausbezahlt. Manchmal geraten diese angesparten Beträge aber durch schlechtes Finanzklima und niedrige Zinsen sehr unter Druck, was sich in niedrigeren Auszahlungen (als vorgesehen) zeigt.

  5. gms

    Gerhard,

    “Manchmal geraten diese angesparten Beträge aber durch schlechtes Finanzklima und niedrige Zinsen sehr unter Druck, was sich in niedrigeren Auszahlungen (als vorgesehen) zeigt.”

    Dröselt man den Gedanken auf, so machen a) immer noch Zentralbanken das schlechteste Finanzklima, und dieses schlägt nicht minder b) auf die Wirtschaft und damit auch auf das Umlagesystem durch.

    Zugleich negiert Ihre Aussage “Kapitalertragsversicherungen, wo die einbezahlten Beträge (natürlich im Rahmen des gesamten Kollektivs)” die Möglichkeit des Individuums, allfällige Verluste selbst zu hedgen, sofern Ihr Vorschlag nicht auf eine beamtenhaft verwaltete Zwangsveranlagung hinausläuft, wie sie in Austriachstan aktuell bei Abfertigungen erfolgt.

  6. Lisa

    @Rennziege: Wer die Gesetze ändern soll?In Demokratien doch wohl die Wahl- und Stimmberechtigten! Die Politiker (Legislative) haben nur die Gesetze einzuführen oder abzuschaffen, die dem Volkswillen entsprechen – gewählt wurden sie ja, indem sie versprachen, dem wohle des Volkes zu dienen.. Tun sie das nciht, gibts Initiative und Referendum u.a., um Druck zu machen. WEnn allerdings eine Mehrheit für die Beibehaltung bestehender Gesetze ist, muss man das akzeptieren. Die Bemerkung,(@aneagle, so viel ich mch erinnere) Österreichs Sozialgesetze seien nicht für die neue Bevölkerung geeignet, trifft ins Schwarze. Wenn sich die Realität ändert, müssen sich die Gesetze auch ändern (sonst wäre Homosexualität noch heute verboten!)

  7. gms

    Lisa,

    “Die Bemerkung, [..] Österreichs Sozialgesetze seien nicht für die neue Bevölkerung geeignet, trifft ins Schwarze. Wenn sich die Realität ändert, müssen sich die Gesetze auch ändern (sonst wäre Homosexualität noch heute verboten!)”

    Sieht es nicht vielmehr danach aus, wonach weniger die Realität sich ändert, sondern Politik per Gesetzeserlassung grundlegende Prinzipien des Zusammenlebens aushebelt und damit die Gesellschaft zwingt, die Realität anders zu bewerten?

    Weder war Homosexualität seit jeher verboten, noch ein umlagefinanziertes Sozialsystem von Anfang an Stein der Weisen. Unsere Vorfahren versagten sich selbst, Recht zu schaffen, sie beschränkten sich bescheiden darauf, es zu finden! Mit dem vermehrten Aufkommen des Sozialismus und dessen Anspruch auf gesellschaftliche Veränderung unter dem Schlagwort der ‘Progressivität’ änderte sich das gravierend.
    So wie Adenauer damals den Fehler beging, Sozialisten das Wasser abgraben zu wollen, indem er deren Vorstellungen einer Sozialversicherung übernahm, taten es danach unzählige andere konservative Führer, mit dem Ergebnis, daß heute über Abfolge von Ursache und Wirkung großteils Konfusion herrscht.

    Tatsache ist, wonach historisch gezielt oder unabsichtlich die Eigenverantwortung des Individuums zunehmend untergraben wurde und den daraus folgenden Realitäten mit vermehrter Entmündigung des Bürgers begegnet wurde. Kollektivismus ist eine abschüssige Einbahnstraße, eine künstliche und schiefe Realität von jenen gebastelt, die davon profitieren.

  8. Lisa

    zit “Unsere Vorfahren versagten sich selbst, Recht zu schaffen, sie beschränkten sich bescheiden darauf, es zu finden” Das habe ich nciht verstanden: vielleicht erläutern Sie mir das noch? Homosexualität war zwar nicht “seit jeher” verboten (in Hellas schon gar nicht), aber sie war zumindest als nicht “normal” angesehen, und wurde durch Ausgrenzung, Lächelichmachung, Verachtung – und eben auch durch Bestrafung sanktioniert, schon bevor sie gesetzlich geregelt wurde. Was Sieüber die Eigenverantwortung schreiben, kann ich ejdoch nur unterschreiben: meines Erachtens ist es eine Missachtung des Menschen und seiner Möglichkeiten , wenn man ihn durch staatliche “Brot-und Spiele”-Gängelei in der Rolle eines abhängigen Kindes hält. Vom “Tellerwäscher zum Präsidenten” ist so nicht möglich. Ohne einen gewissen Leidensdruck ist keine Veränderung möglich – “wer nie sein Brot mit Tränen ass…” kennt nicht nur die “himmlischen Mächte” nicht, sondern wird daruf getrimmt, das nächte PApiertaschentuch zu ergreifen, das ihm die ach so gutherzigen Mitmenschen reichen.

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