Das mit der Abschiedskultür dürfte eher schwierig werden

Von | 6. Februar 2016

(CHRISTIAN ORTNER) Da in der zeitgenössischen politischen Unterhaltungsindustrie bekanntlich nicht das Erreichte zählt, sondern bereits das Erzählte reicht, erzählt uns die Regierung nun, dass künftig Schutzsuchende, die keinen Schutz kriegen, abgeschoben werden. 50.000 sollen es bis zum Jahr 2019 sein. Ganz Ähnliches hat auch die deutsche Bundesregierung angekündigt.

Jetzt ersparen wir uns einmal den beckmesserischen Hinweis darauf, dass man uns ja noch vor ein paar Monaten ernsthaft erklärt hat, all diese Menschen wären die dringend benötigten Arbeitskräfte der Zukunft – Ingenieure und Internisten zum Großteil, ohne die unser Pensionssystem nicht aufrechtzuerhalten sei. Und von denen sollen nun gleich 50.000 abgeschoben werden? Gefährdet die Regierung, ihrer eigenen Logik folgend, damit nicht fahrlässig die künftigen Renten im Land? Geschenkt.

Erörternswert hingegen erscheint eine andere kleine Frage: Wie realistisch ist es eigentlich, dass Deutschland und Österreich Hunderttausende jener Migranten, die nicht zuletzt dank der Einladungspolitik der Berliner und Wiener Regierung gekommen sind, nun wieder in ihre Herkunftsländer zurückverbringen?

Anzunehmen ist: Sie schaffen das eher nicht! Wir haben es mehr mit Symbolpolitik zu tun, die den aufgebrachten Bürger sedieren soll, nicht zuletzt angesichts der bevorstehenden Wahlgänge in drei deutschen Bundesländern und der hiesigen Bundespräsidentenwahl.

Wohl auch deshalb hat die SPÖ nun sogar ein Transportflugzeug des Bundesheers zur „Air Abschub“ erklärt, was ein kräftiges Signal auf der Symbolebene ist: Jetzt wird sogar martialisches Gerät eingesetzt, um der Völkerwanderung Herr zu werden. Vermutlich werden die Hercules-Maschinen mit den Abzuschiebenden an Bord künftig noch ein paar Runden im Tiefflug über den Wiener Gemeindebauten drehen, damit die Botschaft auch bei schlichteren Gemütern ankommt.

Daran, dass im deutschen Sprachraum Hunderttausende mehr oder weniger Illegale so nicht zum Verschwinden zu bringen sein werden, ändern solche Propagandastunts freilich nicht allzu viel. Schon allein deshalb, weil mittlerweile eine erhebliche Anzahl von Migranten einfach untergetaucht und daher für die Behörden nicht greifbar ist. Bis zu 30 Prozent der Migranten seien in Ostdeutschland wenige Tage nach ihrer Ankunft „einfach verschwunden“, berichteten deutsche Medien jüngst.

Von jenen hingegen, die es vorziehen, nicht unterzutauchen, haben sich zahllose vor der illegalen Einreise ihrer Pässe und anderer Herkunftsnachweise entledigt, was dazu führt, dass es vorerst natürlich auch kein Herkunftsland geben kann, in das der Migrant zurückgeschickt werden kann. Bis die Behörden rekonstruieren können, woher diese Menschen tatsächlich stammen, dürften Jahre vergehen, wenn sich das überhaupt noch klären lässt.

All diese kleinen Probleme werden leider auch dadurch nicht zum Verschwinden zu bringen sein, dass die Verteidigungsministerin nun ihre Transall in die Schlacht wirft.

Natürlich ist wahrscheinlich, dass in Deutschland wie in Österreich angesichts des hochkochenden Volkszorns die Zahl der durchgeführten Abschiebungen in den nächsten Jahren tatsächlich signifikant steigen wird. Dass damit aber ein erheblicher Teil der vom Willkommenskarneval ausgelösten Probleme gelöst würden, ist so realistisch wie die Hoffnung, die Schutzsuchenden würden unsere Pensionen sichern.

Wir haben es vielmehr erneut mit einer „Politik der Gefühle“ zu tun, die lieber Stimmungen der Wählerschaft bedient, anstatt Fakten zu schaffen. Dieser illusionistischen Methode war im Herbst die Ankündigung geschuldet, 160.000 Migranten über die EU zu verteilen, von denen heute noch 159.500 ihrer Umverteilung harren. Diesem illusionistischen Politvarieté verdanken wir auch die von der Regierung verkündigte Begrenzung der Migrantenzahlen. Da eben nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht. (“Presse”)

14 Gedanken zu „Das mit der Abschiedskultür dürfte eher schwierig werden

  1. Herbert Manninger

    Heulende Kinder, schluchzende Frauen, integrationsbezeugende Einheimische, Selbstmordandeutungen, anklagende TV-Moderatoren und AI(Asylindustrie)-Bonzen – wer kennt nicht die Dramaturgie, die Politiker die Knie weich werden lässt.
    Und auch die vieler Wutbürger……

  2. Fragolin

    Das Haus hat einen schweren Wasserrohrbruch. Durch Faymanns Abteil strömt das Wasser aus vollem Rohr in den Merkelschen Keller.

    Erst einmal muss klar sein, dass Wasser auch ein Recht auf Freiheit hat. Deshalb kommt eine Abdichtung des Rohres absolut nicht in Frage. Der Installateur mit seiner brutalen Rohrzange gilt als Feindbild, ein Anhänger rassistischer Trockenheit und kapitalistischen Eigentumdenkens ewiggestriger Anhänger der These, jeder dürfe selbst bestimmen, wie nass sein Eigentum werden dürfe. Der Freiheitsdrang des Wassers entspreche nicht nur seiner physikalischen Natur sondern stelle auch ein elementares Grundrecht jeder Flüssigkeit dar.
    Außerdem drohe dem Wasser beim Verbleiben im Rohr ein schreckliches Schicksal, zum Beispiel als Spülmaterie für die von ausbeuterischen Fettmägen abgesonderten Exkremente oder sogar als Reinigungshilfe für deren miefendes Gebiss. Und das könne man dem Wasser einfach nicht zumuten.

    Natürlich wird sofort eine Diskussion darüber geführt, dass man durchaus noch offen darüber sprechen könne, dass Wasser auch Schaden anrichten kann. Im Gesamtkontext des häuslichen Schadens aber nicht mehr als Blitzschlag, Feuer oder eine explodierende Gasflasche. Außerdem darf man nicht die natürlichen Eigenschaften des Wassers vergessen und muss Verständnis aufbringen für die Nässe und den Wasserdruck, wobei Experten in Talkrunden besonders die physikalische Natur der Flüssigkeit erläutern, während “Water welcome!”-Aktivistinnen den Hausbewohnern den Vorwurf machen, durch böswillige Lagerung wasserempfindlicher Gegenstände im Keller den Schaden eigentlich selbt verursacht zu haben. Außerdem lässt man Hydrauliker erklären, dass noch mehrere Millionen Liter im städtischen Wasserspeicher dem Ruf der Freiheit folgen wollen und nicht gegenüber dem bereits ausgeflossenen Wasser diskriminiert werden dürfen, indem man jetzt den Haupthahn abdreht.

    Die Wohnungsverwaltung hat eine Eigentümerversammlung einberufen und unter dem Hinweis auf die Gesamtverantwortung eine Gemeinschaftslösung eingefordert. Sie dauerte nicht lange, denn nachdem Eigner Merkel gleich einmal klargemacht hat dass eine Abdichtung indiskutabel sei aber eine gleichmäßige Verteilung des Wassers in alle Keller alternativlos, blieben nur drei sich als “Aquarianer” deklarierte Nachbarn übrig. Der Rest besorgte sich schnell Mörtel und Kelle und ist gerade dabei, Schutzwälle um ihre Abteile hochzuziehen und Pumpen aufzustellen.
    Die “Aquarianer”, inzwischen auf zwei geschrumpft, diskutieren inzwischen weiter darüber, welche Gefäße man verwenden könnte, um das Wasser in die Keller der Nachbarn zu verbringen, wo auf Grund derer Wassersperren nicht einmal mehr das Wasser hinfließen möchte, und wohin sie auch mit Gefäßen keines mehr hinbringen können, verbreiten die optimistische Nachricht, dass der nasse Keller viel wertvoller als ein trockener ist und Feuchtigkeit in der durch Klimawandel drohenden Trockenzeit eine Absicherung für die Zukunft und nebenbei auch noch eine Bereicherung darstellt und ob es nicht von Elemtarrassismus zeugt, wenn man Flüssigkeiten generell über Pumpen in das Rohr zurückzwingen wolle.

    Bei Merkel und Faymann steht das Wasser inzwischen auf Höhe Oberkante Unterlippe, aber das Konzept des Abdichtens kommt in der Diskussion gar nicht mehr vor. Stattdessen überlegt man sich, wie man durch einen Schnorchel weiterdiskutieren kann und ob man auch Fische ansiedeln soll.

    Die Welt ist ein Irrenhaus und hier ist die Zentrale.

  3. Fragolin

    Jeder kleine Lehrling lernt in der ersten halben Stunde Grundlagen des Qualitätsmanagements den Leitsatz:
    Fehler sind nicht zu beheben, Fehler sind zu vermeiden!
    Solange Gestalten wie Osterhasi und sein Taxifahrer ihre Sprechblasen absondern und gleichzeitig täglich tausdende Menschen über die offene Grenze strömen, kann von Fehlervermeidung, oder wenigstens Schadensbegrenzung, keine Rede sein. Die quatschen allen Ernstes darüber, ob und wie sie es schaffen können, Leute wieder abzuschieben, die noch gar nicht im Land sind, tun aber NICHTS, um sie am Betreten des Landes zu hindern!
    Sind wir wirklich so blöd, für wie uns diese Quatschhanseln halten, und überzuckern das nicht?
    Scheinbar, sonst würden jedes Wochenende so viele Bürger österreichweit auf die Straße gehen, dass der Antifa nach einer halben Stunde die Munition für den ganzen Monat ausgeht.

  4. Christian Peter

    Weiß doch jeder, dass praktisch keine Abschiebungen stattfinden, nur etwa 1 % (!!!) der Asylbewerber mit negativem Asylbescheid werden in Deutschland und Österreich abgeschoben. Dass bedeutet : Jeder illegale Einwanderer, der einen Fuß auf Österreichs Erde setzt, erhält in der Praxis ein lebenslanges Aufenthaltsrecht samt allen Annehmlichkeiten.

  5. Falke

    Unser Bundestaxler hat ja schon wieder eine Superidee: alle an der griechischen Grenze aufgegriffenen Flüchtlinge sollen von Frontex in die Türkei zurückgebracht werden. Na, dann soll er das einmal in der EU und mit der Türkei verhandeln. Ausreichend Selbstbewusstsein hat er ja offenbar.

  6. Falke

    @Fragolin
    Sie haben bei Ihrem Wasser-Beispiel ein wichtiges Argument übersehen: Wasser ist schließlich absolut lebensnotwendig, ohne Wasser git es kein Leben. Außerdem sollen wir ja froh sein, über so viel Wasser zu verfügen, andere Länder haben ja ständig akuten Wassermangel und leiden unter Trockenheit: Beispiele. Saudi-Arabien (sic!), Kuwait, Emirate, Iran, Israel (sic!!) usw. Trotzdem weigern sich diese Staaten, die Wasserfluten bei sich aufzunehmen. Irgendwann werden sie uns ja noch beneiden! 😉

  7. astuga

    Das Beste daran ist ja, ehrliche Asylwerber ohne Asylgrund laufen Gefahr ordnungsgemäß abgeschoben zu werden.
    Aber Personen die von Beginn an ihre Identität verschleiern, eine falsche angeben und Papiere vernichten werden belohnt, indem man sie dauerhaft im Land belässt.
    Sei es weil Merkel & Co lange Zeit allen angeblichen Syrern einen Asyl-Freibrief ausgestellt haben (mittels Rechtsbeugung) oder weil ihre Herkunftsländer sie nicht zurücknehmen.

    Aber so oder so.
    Selbst im besten wie völlig unrealistischen Szenario erfolgreicher Abschiebungen und Rückführungen, möchte unsere Regierung ja in den kommenden drei Jahren etwas über 100.000 Asylwerber ins Land lassen.
    Dazu noch alle anfallenden Familienzusammenführungen, weiter hereinströmende Illegale und nicht abschiebbare Personen…
    Die Folgen für die nächsten Jahre kann sich jeder selbst ausmalen.
    Bzw. die Folgen kann sich keiner mehr wirklich ausmalen, das geht mittelfristig alles Richtung Balkanisierung, Bürgerkrieg und gesellschaftlichem Kollaps …

  8. Johannes

    Ich denke 50 000 im Jahr ist eine realistische Zahl. Nämlich autochthone Mitbürger die das Land verlassen. Der Rest wird dann wohl mit den Herkules Maschinen evakuiert werden müssen.

  9. Christian Peter

    @astuga

    ‘Ehrlich Asylweber laufen Gefahr, abgeschoben zu werden’

    Nicht in Österreich und Deutschland, hier finden praktisch keine Abschiebungen statt, nur ca. 1 % der Asylbewerber mit negativem Asylbescheid werden abgeschoben.

  10. Christian Peter

    Vor allem ist es aus wirtschaftlicher Sicht völlig verantwortungslos, Wirtschaftsflüchtlinge einreisen zu lassen, dadurch langwierige und teure Asylverfahren in Gang zu setzen, die (zumindest in der Theorie) in teuren Abschiebungen enden – da summieren sich Kosten von hohen fünfstelligen Eurobeträgen für jeden einzelnen illegalen Einwanderer.

  11. astuga

    @Christian Peter
    Naja, so viele ehrliche Asylwerber ohne Asylanspruch gibt es dann wohl eben.
    Besser gesagt so wenige…

  12. Christian Peter

    @astuga

    Ehrliche Asylbewerber suchen auf dem legalen Wege um Asyl und nicht durch das Brechen von Gesetzen – illegale Einwanderer müssten schon alleine aus diesem Grund an den Grenzen abgewiesen werden.

  13. Freier Mensch

    Wenn schon löschen, dann korrekt bitte !!! Zusatz von 6.2. um 19.30 h auch , danke !! Nun gut, einmal Perlen vor die Säue werfen genügt….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.