Endspurt

Von | 19. Mai 2016

(ANDREAS TÖGEL)  Die zweite Runde des Präsidentschaftswahlkampfs neigt sich ihrem Ende zu. Am 22. Mai wird entscheiden, wer als Nachfolger Heinz Fischers in die Wiener Hofburg einzieht. Es ist zum erwarteten Lagerwahlkampf gekommen. Dabei gibt sich der Kandidat der Freiheitlichen, Hofer, moderat und versucht, im bürgerlichen Lager zu punkten (das der proletarischen Massen gehört ihm ja bereits). Der Kandidat der Grünen, Van der Bellen, dessen Parteijungvolk gerne den Slogan „Heimat im Herzen und Scheiße im Hirn“ skandiert, führt einen Blut-und-Boden-Wahlkampf und geht mit patriotischen Sprüchen hausieren. Er will das höchste Amt jenes Staates erringen, den seine Parteichefin Glawischnig vor laufenden Kameras als „Schurkenstaat“ denunziert.

Eine Gruppe namhafter Vertreter der bei der Vorrunde pulverisierten ÖVP hat sich, wie auch EU-Parlamentspräsident Schulz und EU-Kommissionskapo Juncker, für die Wahl Van der Bellens ausgesprochen, was sich als Wahlkampfturbo für Hofer erweisen könnte. Schon einmal, nämlich 1986, haben „jetzt-erst-recht–Überlegungen“ der Wähler dem damals international angefeindeten Kurt Waldheim, letztlich zum Sieg verholfen.

Die Meinungsforscher halten sich, nach ihrem peinlichen Debakel beim ersten Wahlgang (sie sahen Van der Bellen klar in Führung), bedeckt. Ihre Kristallkugeln scheinen, eine halbe Woche vor dem entscheidenden Wahlgang, ausgefallen zu sein.

Nach allen leidlich erfolgreichen Versuchen der beiden Kandidaten, den Wahlkampf nicht auf Gossenniveau auszutragen, geriet ein nicht moderiertes Fernsehduell der beiden Kandidaten dennoch zur Schlammschlacht. Als Österreicher geniert man sich bei der Vorstellung, dass auch Ausländer dieses degoutante Schauspiel erlebt haben könnten.

Eine Umfrage unter den Lesern einer dem blauen Kandidaten keineswegs gewogenen Gratiszeitung ergibt (Stand 18. 5. 07:30 Uhr), dass zwei Drittel der Seher eher von Hofer als von Van der Bellen überzeugt wurden. Der Grüne wirkte, nach seiner Metamorphose vom bedächtigen Wissenschaftler zum angriffigen Wahlkämpfer, einfach nicht authentisch. Darüber, ob das Fernsehduell ausschlaggebend für den Ausgang der Wahl sein könnte, kann allerdings nur spekuliert werden.

Bezeichnend für die Qualität des heimischen Staatsrotfunks ist, dass der es für angezeigt hielt, die von einem Konkurrenzsender organisierte Debatte zu kommentieren. Zu diesem Zweck wurde zur besten Sendezeit eine „Expertin“ aufgeboten, der zu dem Schlagabtausch, den der Freiheitliche zum Verdruss der durch die Bank linken ORF-Redakteure für sich entscheiden konnte, nichts Besseres einfiel, als auf dessen NLP-Kenntnisse hinzuweisen, mithilfe derer er seinen armen, hilflosen Gegner provoziert hätte. So hat man sich neutrale Berichterstattung einer per Gesetz zur Objektivität verpflichteten Medienorgel immer schon vorgestellt.

Am kommenden Sonntag geht es nicht nur ums Präsidentenamt. Es geht um eine Richtungsentscheidung. Der linke Systempfründner Van der Bellen, der keinen Tag seines Lebens außerhalb geschützter Werkstäten zugebracht hat, steht für einen europäischen Bundesstaat, die beschleunigteEinwanderung von Orientalen und Afrikanern in die Alte Welt und für Abtreibungen auf Krankenschein. Sein Gegner, ein vergleichsweise junger Mann mit Erfahrungen in der Privatwirtschaft, präferiert dagegen ein subsidiär verfasstes Europa der Regionen, anstelle eines von Brüssel aus dirigierten Imperiums und einen rigorosen Schutz der Außengrenzen vor unkontrollierter Massenimmigration.

Für die – wesentlich wichtigeren – Wahlen zum Nationalrat, die (falls die Regierung nicht schon vorher scheitert) in rund zwei Jahren über die Bühne gehen werden, ist die Entscheidung vom kommenden Sonntag nicht ohne Bedeutung. Gewinnt Hofer, werden die vereinigten Linken dann zweifellos die Nazi-Karte aus dem Talon ziehen. Sie werden das Bild brauner Kolonnen beschwören, die – wenn sowohl Hofburg als auch Kanzleramt von Freiheitlichen besetzt wären – grölend durch die Straßen ziehen würden. Diese Strategie würde natürlich weniger gut ziehen, wenn ein Grüner den Ersatzkaiser gibt. Einen Kanzler Strache durch eine Verliererkoalition zu verhindern, könnte sich als für die Blockparteien katastrophal erweisen.

Tagebuch

22 Gedanken zu „Endspurt

  1. Pedare

    Es ist an Geschmacklosigkeit schon nicht mehr zu überbieten, wie tief die Grünen Wahlkämpfer und das „Personenkomitee“ für VdB nun tagtäglich in den Schmutzkübel greifen. Von persönlichen Angriffen, Verleumdungen und Beleidigungen gegenüber dem Kandidaten Ing. Hofer, der doch tatsächlich als „watschelnder Krüppel“ bezeichnet wird, über generelle Verunglimpfungen der gesamten FPÖ und deren Wähler (Volksidioten) – immerhin 1/3 der Bevölkerung (!) – bis hin zur glatten Aufforderung zu kriminellen Handlungen (also nicht zu sehr kriminell) reicht der tägliche Shitstorm der VdB-Anhänger. Kaum meint man, noch tiefer würde es nicht mehr gehen, wird schon die nächsttiefere Schublade geöffnet. Ob man will oder nicht, man fühlt sich an den „Waldheim-Wahlkampf“ 1986 erinnert – und ich hoffe zutiefst mit dem gleichen Ergebnis! Denn das hat mit Wahlkampf nichts mehr zu tun! Und das ausgerechnet vom Herrn Professor, der doch zu Beginn ein Fairnessabkommen unterschreiben wollte und stets von Toleranz, Ausgleich und gegenseitigem Respekt redet. Toleriert und respektiert sollen aber anscheinend nur er und seine Thesen werden, andere Anschauungen haben da keinen Platz und werden rücksichtslos heruntergemacht und wenn sonst nichts mehr hilft, muss eben die „Nazi-Keule“ her! Wer treibt da die Bevölkerung auseinander? Wer sät da Hass und Zwietracht? Wer verbreitet Angst und Panik und stellt Schreckensszenarien dar? Das alles ist nur noch widerlich! Es bleibt zu hoffen, dass diese schmutzige Kampagne ihr Ziel verfehlt und von den Österreichern als solche erkannt und abgelehnt wird!

  2. #Klartext

    Volksverhetzung kommt von der linken Seite, Aufrufe den Großeltern Liebesentzug anzudrohen, wenn sie nicht VdB wählen, ein bissl kriminell darf man auch sein, Plakate werden gestohlen und Weltuntergangsszenarien gezeichnet. Spaltung hat einen nur einen Namen: Van der Bellen

  3. Alfred Reisenberger

    @Pedare! Bravo!!! Wollen wir mal hoffen, dass es so ausgeht!

  4. Gerald Steinbach

    Die subventionierten (staats) Künstler, intellektuellen,orf Protagonisten und andere haben mit vdb eines gemeinsam, sie kennen eine privatwirtschaft nur von hören und sagen und einen Asylanten vielleicht von Fernsehen oder wenn die Kamera dabei ist
    Birds with father flock together
    Jetzt soll halt der Pöbel herhalten und richtig wählen, von dem man eigentlich nichts wissen möchte , man wohnt ja auch dort wo sich ein asylant kaum verrennt

  5. sokrates9

    Interessanterweise wurde das Wort ISLAM während des ganzen Wahlkampfes nie verwendet! Islamisierung Österreichs – ein völlig uninteressantes Thema??

  6. Der Realist

    Seit Beginn seiner politischen Tätigkeit arbeitet Herr Van der Bellen mit dem selben Schmäh, er gibt sich stets moderat, überlegt, lässt arrogant den “Professor” raushängen und zeigt allen penetrant seine “Überlegenheit”, darauf sind bis jetzt auch die Medien hereingefallen, bei genauem Hinhören, war aber immer sein untergriffiger und gegenüber dem politischen Gegner verletzende Ton vorherrschend.
    Auch dieser Wahlkampf Van der Bellens ist auf das Schlechtmachen des Gegners ausgerichtet, da werden nach dem Sieg Hofers Szenarien gezeichnet, die jeder Realität entbehren. Van der Bellen geht mit Stimmen der üblichen Verdächtigen hausieren, als ob ein Häupl, ein Faymann, oder auch “Staatskünstler” uns sagen müssen, wen sie wählen, da ist der Überraschungseffekt wohl eher gering, ebenso die Vorbildwirkung.

  7. mariuslupus

    Wozu die Linke Propagande in der Lage ist hat der Vorspann der gestrigen Maischberger Merkelpropagandaveranstaltung im TV gezeigt. Im Vorspann wurde eine fiktive “Dokumentation” gezeigt sollten in Europa die “Rechtspopulisten” gewinnen. Zu den Bildern von Nigel Farage, UKIP-Chef und Marine LePen wurden Massenschlägereien, brennende Städte, Chaos gezeigt. Die Botschaft an die Bevölkerung und die Wähler, war klar und eindeutig. Sollte ihr diese Leute, also die rechts von der Mitte positioniert sind, wählen, werden euch unsere bewährten Linken Schlägertrupps zeigen, was dann geschieht. Also wählt Merkel, Juncker, Schulz. Dann lassen wir euch in Ruhe hindämmern.
    Einmischung in die Österreich Wahl hat es auch gegeben. Der FPÖ Kandidat wurde gleich als Rechtspopulist abgewertet.
    Ohne Neid sollte man akzeptieren, dass die Linke Propagandamaschnerie viel effizienter läuft, als die der dezimierten rechten Opposition.

  8. GeBa

    Warum sich die Beiden so vorführen lassen, ist mir persönlich unverständlich.

  9. Fragolin

    @mariuslupus
    Kein Wunder, sind doch die Medien fest in der Hand der förderungsverteilenden und inseratenspendenden linken Systemerhalter.
    Das bewährte Konzept mit der Schutzerpressung funktioniert bis heute blendend bei genau jenen, die den “Rechten” vorwerfen, “Ängste zu schüren”. Wobei es wirklich einen wichtigen Unterschied gibt: die “Ängste” der Opposition werden als “diffus” eingestuft, die von ihnen selbst erzeugten gelten jedoch der sehr konkreten Bedrohung mit der Aufkündigung des “sozialen Friedens”, was nichts anderes bedeutet als die unverhohlene Drohung mit Bürgerkrieg durch ihre kampfbereiten ultralinken SA-Sturmtruppen.
    Aber das habe ich hier schon vor einigen Tagen gepostet: gewinnt hier der VdB, wird die Gewalt durch übermütige Bereicherer stark ansteigen, gewinnt der Hofer, werden die SA-Prügler durch die Straßen ziehen und jeden des rechten Wählens Verdächtigten mit Baseballschlägern, Steinen und Eisenstangen vom richtigen Wahlverhalten überzeugen. Egal wie es ausgeht, es wird ungemütlicher. Entweder werden es die Linken oder die missionierenden Landnehmer sein, von denen die Gewalt ausgeht, denn beide werden im Namen ihrer jeweiligen Ideologie des Friedens jeden mit Freuden totschlagen, von dem sie glauben, er wäre ihres Friedens nicht würdig.

  10. Fragolin

    Lasset uns jubilieren wie die “Steirische Wirtschaft” – “Flüchtlinge” sind hochqualifizierte Überdrüberfacharbeiter und werden uns bereichern bis zum Abwinken! Immerhin wurden bereits 1.600 Arbeitssuchende mit FlüHiGru auf einer Internetseite registriert, denen man sogar eine Chance am Arbeitsmarkt zutraut!
    http://www.stwi.at/#!/issue/6787/page/14
    Bei knapp 100.000 Asylanträgen (also die nichterfassten sind da nicht dabei!) seit Jänner 2015 macht das immerhin, Halleluja und Hosianna, die überwältigende Masse von 1,6%.
    Endlich wissen wir, wie man in der “Steirischen Wirtschaft” Erfolge betrachtet: Eine Rate von 1,6% eventuell Vermittelbaren ist Jubel wert, wenn man die mickrigen 98,4% einfach ausblendet. Also wenn die hochqualifizierten Wirtschaftsbereicherer für die Mindestsicherungsbezieher das Geld mit erwirtschaften wollen, müssen sie wohl unbezahlte 100-Stunden-Wochen für die nächsten 30 Jahre abrackern…

  11. Selbstdenker

    Pat Condell bringt es auf den Punkt: I Vote Against You

    https://www.youtube.com/watch?v=GjYLWadz5Yc

    Bei der Wahl am 22.05. geht es nur sehr nachrangig um die Person bzw. die Parteizugehörigkeit – auch wenn die Linksideologen folgende Gleichung aufstellen:

    Hofer = FPÖ = Rechtspopulist = Nazi
    Hofer-Wähler sind somit Nazis
    Und wenn die Wähler mehrheitlich für Hofer, sind, sind die Österreicher Nazis

    Um es zusammen zu fassen: nicht eine einzige Gleichung stimmt. Vielmehr bauen Linksideologen ein Lügengebäude auf, das dem Prinzip des Verdoppelungssystems von chronischen Spielern entspricht:

    Wenn nach jeder nicht gewonnen Runde der Einsatz verdoppelt wird, kann man der Theorie nach (bei potentiell unendlich verfügbarem Einsatz) nur gewinnen.

    Die zugrundeliegende Lüge wird nicht nur wiederholt, bis sie die Mehrheit der Halbinformierten glaubt, sie wird sogar noch mit jeder Runde verdoppelt.

    “Am kommenden Sonntag geht es nicht nur ums Präsidentenamt. Es geht um eine Richtungsentscheidung.”

    Exakt. Und die anstehende Richtungsentscheidung ist eine ähnliche wie in UK in Bezug auf den Brexit:
    Zentrale Fremdbestimmung (top-down) vs. dezentrale Selbstbestimmung (bottom-up)

    Die seitens der EU eingesetzte Taktik ist eine ähnliche wie bei allen anderen Abstimmungen, wo Macht- bzw. Kompetenztransfers in Richtung Brüssel in Frage gestellt werden:
    – Die EU-Gegner sind alles Rechtspopulisten, wenn nicht gar Nazis
    – Die immer engere Integration ist unausweichlich
    – Wer nicht dabei ist, hat enorme Nachteile
    – Ihr seid die Einzigen, die dagegen sind
    – Was soll das Ausland denken?
    – etc.

    Es ist immer die gleiche Vorgangsweise, wenn es um EU-relevante Entscheide in aktuellen bzw. künftigen Mitgliedsländern geht.

    So nicht. Dieses mal nicht mehr!
    I’m mad as Hell and I’m not going to take this anymore!

  12. Kluftinger

    Eine Frage: war es eine Lüge, als bei der vorletzten Wiener-Wahl Herr VdBellen um Vorzugsstimmen für ein Mandat im Wiener Gemeinderat/Landtag warb, diese auch bekam um dann den Wählern die lange Nase zu zeigen um doch im Nationalrat zu bleiben?

  13. Fragolin

    @Kluftinger
    Linke lügen nicht. Sie haben nur eine andere Definition von Realität. 😉

  14. Thomas Holzer

    @GeBa
    Es haben sich alle 6 Kandidaten vorführen lassen!
    Die Peinlichkeit auf Puls4 war de facto nicht mehr zu unterbieten. Daß keiner der Kandidaten den “Mut” aufbrachte, einfach nein zu sagen, war und ist bezeichnend für die nicht vorhandene Qualität (fast) aller Politikerdarsteller

  15. Rado

    @Klartext
    Kann mich noch gut an die Plakate der Grünen erinnern: “Heimat im Herzen, Scheisse im Hirn”
    Sowas sollte man immer aufheben!

  16. Falke

    @Rado
    Vielleicht haben sie ja damit den VdB gemeint, der bekanntlich neuerdings mit “Heimat” hausieren geht 🙂

  17. Erich

    Apropos Rotfunk: Pfingstsamstag, Ö-Regional. Zwischen 8 und 9 Uhr geht es lustig zu; es werden u.a. Burgenländerwitze erzählt. Um die Lustigkeit zu steigern werden die Ostfriesen mit einbezogen und der Moderator kann sich profilieren: “Was passiert, wenn ein Burgenländer nach Ostfriesland zieht? Das Burgenland hat einen Trottel weniger und die Ostfriesen einen Ingenieur mehr.” Na, da habe ich aber lange lachen müssen.
    In Abwandlung eines geflügelten Wortes: Das hat übrigens nichts mit der Wahl am 22. zu tun.

  18. Rennziege

    19. Mai 2016 – 18:32 Erich
    Dieser Witz lautete ursprünglich so, vor ~17 Jahren, wie mein alter Herr überliefert:
    “Was passiert, wenn der dümmste Österreicher bei Freilassing die Grenze nach Deutschland überquert?
    In beiden Ländern steigt der IQ.”
    (Angeblich von einem CSU-Abgeordneten erfunden, als das leider kurzlebige Schüssel-Intermezzo beim nördlichen Nachbarn atemlose Bewunderung erregte.)

  19. Falke

    @Rennziege
    Ich kannte denselben Witz mit dem Steirer, der ins Burgenland zieht.

  20. MM

    @Erich: Wobei im echten Rotfunk werden ja fast alle Leute plötzlich Ingenieure, sobald sie nach Deutschland oder Österreich kommen. Letztes Jahr hatten wir ja rund eine halbe Million (der Rest Ärzte). Und da lacht keiner mehr.

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