163.000 Einwanderer, 494 Jobs

Von | 12. Juni 2016

(C.O.) Wenigstens darüber sind sich im aktuell tobenden Kulturkampf um die Asylfrage vermutlich sowohl die Anhänger als auch die Gegner einer großzügigen Migrationspolitik einig: dass die Völkerwanderung des 21. Jahrhunderts nur dann einigermaßen schmerzfrei zu bewältigen ist, wenn die Integration der Zugewanderten funktioniert. Und zwar deutlich besser, als das bei früheren ähnlichen Ereignissen der Fall war.

Genauso unumstritten dürfte sein, dass geregelte und sinnstiftende Arbeit wahrscheinlich die Grundvoraussetzung schlechthin ist, um die Integration zu bewerkstelligen. Ohne Job, ohne selbst erwirtschaftetes Einkommen wird das nichts.

Umso ernüchternder ist ein Befund, der vor ein paar Tagen die schwedische Öffentlichkeit verstörte. Anders als in Österreich dürfen Asylwerber dort in der Regel schon Arbeit annehmen, während ihr Asylverfahren noch im Gange ist. Damit soll erreicht werden, dass sich die Zuwanderer eben möglichst schnell in die schwedische Gesellschaft einfügen können.

Soll. Denn in der Praxis klappt das nur überschaubar gut. Von den rund 163.000 Migranten, die 2015 in Schweden registriert worden sind, verfügen bereits etwa 55.000 über eine Arbeitsbewilligung – bis jetzt haben es aber nur ganze 494 davon geschafft, am Arbeitsmarkt unterzukommen, berichtete Schwedens öffentlich-rechtliches Fernsehen dieser Tage. Das liegt zum Großteil an Sprachproblemen, an mangelnder Qualifikation und auch an der Überforderung der Bürokratie, die nicht schnell genug ausreichend Arbeitsbewilligungen ausgestellt hat – was freilich am unbefriedigenden Ergebnis wenig ändert.

Das wird mit ziemlicher Sicherheit dazu führen, dass die Arbeitslosigkeit unter den in Schweden lebenden Ausländern weiter stark ansteigen wird. Schon jetzt sind 4 Prozent der Schweden, aber fast 15 Prozent der dortigen Ausländer arbeitslos. Und das, obwohl vermutlich kein anderes Land der Welt so viel Geld und Aufwand für die Integration bereitstellt. Mit wenig Erfolg, wie erst jüngst eine Studie der Industrie-Staaten Organisation OECD gezeigt hat.

Ein Kern dieser Integrationspolitik ist das zweijährige “Einführungsprogramm Bildung und Arbeitsmarkt”. Dieses besteht aus Sprachkursen, Bewerbungstrainings und Praktika. Derzeit werden so etwa 55.000 Migranten betreut. Was Schwedens Steuerzahler deftige 1,7 Milliarden Euro pro Jahr kostet. Mit schmalen Ergebnissen.

Ein Jahr, nachdem sie dieses Programm absolviert hatten, waren gerade noch 28 Prozent der weniger qualifizierten Männer in Arbeit, bei den Frauen betrug der Anteil 19 Prozent. Der überwiegende Rest lebte wieder von der Stütze.

Das liegt natürlich nicht zuletzt daran, dass es immer weniger Jobs für Menschen ohne ausreichende berufliche Qualifikation gibt. In Schweden sind es gerade noch 5 von 100 Jobs, die auch mit wenig oder keiner Ausbildung zu erledigen sind – und um diese kämpfen nun eben immer mehr Menschen.

In Österreich ist das natürlich nicht viel anders. Wenn Schweden, was ja nicht auszuschließen ist, eine Vorahnung von jenen Problemen gibt, die auch hierzulande auf uns zukommen, dann wird das mit der Integration der Migranten eher mühsam werden. (WZ)

18 Gedanken zu „163.000 Einwanderer, 494 Jobs

  1. Fragolin

    Wir verstehen das einfach nicht. Es ist geradezu unmenschlich, hunderttausenden überqualifizierten Chirurgen, Atomphysikern und Philharmonikern Jobs als Maschinenbediener, Pflegehelfer oder Kulissenschieber anzubieten. Da gebietet es der Stolz, solch Ansinnen empört von sich zu weisen.

  2. Der leiwaunde Johnny

    Die Migranten kommen schließlich nicht her um qualifiziert zu arbeiten, sondern um Geld aufzustellen. Sollte das mit Arbeit möglich sein, fein, sollte es nicht möglich sein, ist es ihnen auch recht. Sie kommen nicht zu uns weil sie uns bewundern, oder sein wollen wie wir, oder gefahrlos zum Christentum konvertieren möchten, oder weil sie unsere verregneten Sommer so faszinieren, sie kommen zu uns weil sie hier das meiste Geld für null Gegenleistung bekommen. Deshalb ließe sich die “Flüchtlingsthematik” ganz leicht lösen: Sozialleistungen in Ö für Migranten an die Nachbarländer der jeweiligen Herkunftsländer anpassen und niemand kommt mehr. Jedenfalls nicht wegen der Sozialleistungen.

  3. Calderwood

    Ich verurteile keine Migranten dafür, daß sie lieber Geld fürs Nichtstun bekommen als fürs Arbeiten, aber ich verurteile eine Politk (und Gesetzgebung), die ihnen das möglich macht.

  4. Selbstdenker

    Ich habe auf dieses Thema bereits vor circa neun Monaten hingewiesen, aber offenbar glaubt man es erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Die Leute, die nach Europa strömen, sind grossteils weder Schutz- noch Arbeitssuchende. Sie jagen – ähnlich der gutmenschlichen Emo-Clique – einem Phantom nach. Und wehe, wenn es das (böse) Erwachen gibt!

  5. Selbstdenker

    @Calderwood:
    Genau meine Rede.

    Insbesondere die “Sozial” “Demokraten” opfern die Interessen der Arbeiterschaft zugunsten eines einheimischen (akademischen) und zugewanderten (weitgehend ungebildeten) grundsicherungsaffinen Milieus.

    Die niedrigqualifizierten Jobs, die für die Zugewanderten in Frage kommen würden, gibt es in Mitteleuropa zum Grossteil nicht mehr. Gleichzeitig vom Ende der Arbeit zu schwadronieren und Millionen junger Männer aus einem anderen Kulturkreis nach Europa zu holen, das hat was für sich.

  6. sokrates

    Warum muessen wir “Fluechtlinge” integrieren? Wo steht das geschrieben?? Sobald der Krieg aus ist, zurueck zum Wiederaufbau! Da stehen genuegend Arbeitsplaetze zur Verfuegung! Integration ist fuer Schutzsuchende nicht notwendig!

  7. Thomas Holzer

    @Sokrates
    Nicht wir müssen integrieren, sondern die, welche gekommen sind, müssen sich integrieren, respektive assimilieren.
    Aber diesen “kleinen”, aber wesentlichen Unterschied wollen “unsere” Politikerdarsteller einfach nicht akzeptieren

  8. Carl Schurz

    Ad Fragolin.
    Atomphysiker? Sehr schlecht damit in Deutschland Fuß zu fassen. Dieser Beruf ist in Deutschland politisch unerwünscht. Mehr als Taxifahrer dürfte damit nicht möglich sein. Allerdings ist Taxifahrern der Weg zum Außenminister nicht versperrt.

  9. Thomas Holzer

    @Carl Schurz
    Zum Bundeskanzler sicherlich nicht 🙂

  10. Falke

    Grundsätzlich ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn Asylanten arbeiten und dadurch dem Steruzahler nicht (oder weniger) auf der Tasche liegen. Es wird hier allerdings wieder eine unzulässige Gleichstellung bzw. Vermischung zwischen Asylanten (Flüchtlingen, Schutzsuchenden, wie immer man sie bezeichnen will) und Migranten/Einwanderern gemacht. Der Autor selbst schreibt (etwa im 3. Absatz) zuerst “Asylwerber” und gleich im nächsten Satz “Zuwanderer”. Nochmals: “Asylwerber” suchen (und bekommen evtl.) “Schutz”, weil sie in ihrem Land verfolgt werden – allerdings nur so lange, bis sich die Lage dort gebessert hat; dann müssen sie sofort in ihre Heimat zurück. “Einwanderer” sind keine Flüchtlinge, sie wollen sich – auch oder vorwiegend wegen der besseren wirtschaftlichen und beruflichen Chancen – in einem anderen Land ständig niederlassen, verlangen vorher offiziell die Erlaubnis dazu und haben meist bereits einen Arbeitsplatz in Aussicht. Letztere (und nur diese) müssen die Sprache lernen (falls sie sie nicht bereits können, was bei Migranten oft der Fall ist) und integriert werden (was auch meist kein Problem ist, da der Wille dazu vorhanden ist). Die 160.000 in Schweden, wie auch praktisch alle in Deutschland und Österreich gehören der Kategorie “Asylwerber” an (noch dazu meist illegal und auch nicht durch die GFK gedeckt), daher ist “Integration” hier eher sinnlos – zumindest wenn man sich an das geltende Recht hält.

  11. astuga

    Und auch bei diesen 494 sollte man genauer hinsehen.
    So mancher davon wird wohl beruflich auch bloß innerhalb der bereits ansässigen Familie untergekommen sein.
    Mehr aus familiärer Loyalität als wegen tatsächlichen Bedarfs.
    Wobei man nicht ausschließen kann, dass dafür jemand anderer entlassen wurde.

    Wieder andere sind vielleicht in einem staatlich alimentierten Sektor untergekommen, oder haben eine Nische als Kunstschaffende gefunden.
    Auch alles nichts weltbewegendes.

  12. Mona Rieboldt

    Fragolin
    Was die Chirurgen etc. betrifft. Die Weltgesundheitsbehörde gibt den durchschnittlichen IQ für die Länder bekannt

    Kamerun 64
    Somalia 68
    Sudan 71

    Algerien 83
    Marokko 84
    Irak 87
    Syrien 83
    Afghanistan 84
    Pakistan 84
    Ägypten 81

    Zum Vergleich Deutschland, rein deutsche Bevölkerung ohne Migranten 105
    Migranten haben den IQ ihrer Herkunftsländer

  13. Fragolin

    @Mona Rieboldt
    Das erklärt auch, warum die dortigen Chirurgen nur eine Art der Operation kennen: Mit scharfer Klinge Amputation am siebten Halswirbel. 🙁

  14. mariuslupus

    Die verrwirenden, durcheinandergewirbelten Begriffe Asylant, Schutschuchender, Migrant, Flüchtling, Zuwanderer, Einwanderer, Zugewanderter werden von der Asylindustrie absichtlitlich, mit der Absicht der Vernebelung, eingesetzt. Die Asylindustrie, d.h. die Politikerkaste mit ihren hauseigenen Medien, hat es bereits geschafft dass der europäische Eingeborene, der sog, EU Abo, davon überzeugt ist dass jeder der sich in Europa illegal aufhält, durch den illegalen Grenzübertritt, automatisch alle Rechte erworben hat. Die Asylindustrie hat dem Illegalen, aber auch beigebracht, dass er sich um irgendwelche Pflichten, nicht sorgen muss.
    Die Pflicht ist ausschliesslich bei den Alteingessesenen, sie haben die Illegalen durchzufüttern und sie integrieren.
    Die Tatsache dass diese Zugewanderten aius Vorderasien und Nordafrika keine Chancen haben in den Arbeitsprozess bei den Produktionsbedingungen in Europa, auch bei unterdurchschnittlichen Wissens- und Leistungsanforderungen, eingegliedert zu werden, wurde schon x-mal diskutiert. Nur die politische Klasse verbreitet weiter die wahnhafte Idee von der Integration von Hunderttausenden von sprachunkundigen, nicht ausgebildeten, funktionalen Analphabeten.

  15. Mona Rieboldt

    Fragolin
    Herr Schäuble meinte ja, ohne Zuwanderung würden wir Inzucht betreiben. Also sollen viele Asylanten deutsche Frauen schwängern. Da fragt sich dann, welchen IQ diese Kinder haben werden, den IQ von drei Reihen Salat? 😉

  16. Fragolin

    @mariuslupus
    Wie wir seit Timmermans wissen, ist der Zweck ds Massenimportes junger Männer die rassische Durchmischung der ekelhaft homogenen europäischen Völker, oder wie Schäuble so schön anmerkt, die Vermeidung europäischer Inzucht. Und, wie wir wissen: Dumm f**t gut. Also passt das schon zusammen…

  17. otto langer

    diesem artikel und den kommentaren ist nichts mehr hinzuzufügen !
    chapeau !!

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