“Der Atheist ist eine religiöse Person”

Das Gegenteil eines religiösen Fanatikers ist nicht der fanatische Atheist, sondern der sanfte Zyniker, der sich nicht darum kümmert, ob es einen Gott gibt oder nicht. Der Atheist ist eine religiöse Person. Er glaubt an den Atheismus, als wäre es eine neue Religion (Eric Hoffer)

10 comments

  1. Fragolin

    Es gibt Religionen, die behaupten, nur eine Ideologie zu sein, weil bei ihnen kein Gott vorkommt, und es gibt Ideologien, die behaupten, sie wären eine Religion, weil sie sich auf einen Gott berufen…

  2. Thomas Holzer

    Und gewisse Atheisten sind so sehr religiös, daß man sie durchaus als Fundamentalisten bezeichnen darf 😉 Nur fällt es denen, wie es allen Fundamentalisten gemein ist, gar nicht mehr auf

  3. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Und die Grenze vom Fundamentalisten zum Militanten verschwimmt oft…

  4. Thomas Holzer

    @Fragolin
    Fundamentalisten sind! Militante, da besteht kein Unterschied

  5. Thomas F.

    Dieser Nonsense zeigt einfach nur, wie sehr Religiösität das klare Denkvermögen einschränkt. Erübrigt sich, darauf einzugehen.

  6. Fragolin

    @Thomas F.
    Eigentlich könnte es einfach sein: Entweder man glaubt, oder man weiß.
    Das Blöde sind nur die Unmengen an Menschen, die zu wissen glauben. 😉

  7. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Wie der “Balina” sagt: “Woserechtham hamserecht!”

  8. gms

    Fragolin,

    > Eigentlich könnte es einfach sein: Entweder man glaubt, oder man weiß.

    Ist es wirklich so einfach? Glaube und Wissen münden gleichermaßen in Überzeugungen, welche wiederum als übergeordnete Elemente das Gefühl ausmachen, etwas sei der Fall.
    Die semantische Unterscheidung zwischen beiden Konzepten ist vernünftig, ja regelrecht menschlich angesichts der Fähigkeit zur Selbstreflexion, zugleich besteht Grund zur Annahme, der Mensch könne neurobiologisch, also mit seiner Hardware, nicht zwischen tiefem Glauben und gesichertem Wissen unterscheiden.

    Es besteht auch keine Notwendigkeit hierfür, ist es für richtiges Verhalten doch einerlei, aus welchen Quellen es sich speist. Der leidige Disput zwischen überambitionierten Gläubigen und ebensolchen Atheisten basiert auf dem Verkennen einer Irrevanz des Auslösers, man fokusiert auf das jeweils andere Motiv, nicht dessen Konsequenzen. Sogar wenn es keinen erkennbaren Zielkonflikt gibt, steht man einander mißtrauisch gegenüber, was zwar erklärbar, zugleich aber mit einer vernunftbasierten Überwindung menschlicher Schwäche von beiden Seiten in den Griff zu bekommen wäre.

    > Das Blöde sind nur die Unmengen an Menschen, die zu wissen glauben.

    Das Blöde sind fälschlich abgeleitete Schlüsse aus Überzeugungen. Menschen gehen ihrer Neigung zur Rationalisierung auf den Leim, sie haben Absichten und müssen diese sich selbst und anderen gegenüber im Nachhinein begründen. Das ist der hohe Preis, der mit der Fähigkeit zur Selbstreflexion einhergeht.

    Entweder negiert man im Sinne Eric Hoffers für sich selbst das Bestreben nach einer ultimativen Beweisbarkeit, oder, und das scheint der vernünftigere Zugang, erachtet man es ungeachtet der eigenen Positionierung als irrelvant, ob und wie andere Menschen nach Erklärungen streben und konzentriert sich bei Urteilen allein auf beobachtbare Phänomene.

  9. Christian Peter

    Ich halte es mit Ludwig Wittgenstein : ‘Worüber man nicht sprechen kann, davon muss man schweigen.’

  10. gms

    Christian Peter,

    “Ich halte es mit Ludwig Wittgenstein : ‚Worüber man nicht sprechen kann, davon muss man schweigen.‘”

    Im gegebenen Kontext ist das typisches Dachdeckergeschwätz, stellt Wittgenstein dem Sprechen doch ein anders gestaltetes Audruckverleihen gegenüber, ein Verhalten, das anders als die verbale Beschreibung einem Umstand tatsächlich gerecht wird und sich exemplarisch ausgerechnet in Religionsausübung äußert.

    Religionsbekenntnisse fallen nach Wittgenstein eindeutig in die Kategorie des Sagbaren, es ist allein der Inhalt des Glaubens, den Wittgenstein im Wissen um die Unbeweisbarkeit der ersten Ursache aus der wissenschaftlichen Debatte ausklammerte. Warum Menschen glauben und wie es um die Grenzlinien zwischen Wissen und Glauben bestellt ist, hat er wie kaum ein anderer thematisiert.

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