Erinnern Sie sich noch an “Zinsen”?

(C.O.) Für Österreichs Sparer ist 2016 mittlerweile das verflixte siebente Jahr: Denn so lange ist es mittlerweile her, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen de facto abgeschafft hat. Geht das noch länger so weiter – was zu erwarten ist -, werden sich bald nur noch ältere Menschen an eine Zeit erinnern können, in der man fürs Ersparte Zinsen bekam.

Werden die Zinsen von der Zentralbank so lange künstlich so tief gehalten, hat das unter anderem zur Folge, dass der Unterschied zwischen den Vermögen der Reichen und jenen der weniger Begüterten ganz automatisch immer größer wird. Die Abschaffung der Zinsen durch die EZB zusammen mit dem Drucken vieler Milliarden Euro pro Monat aus dem Nichts – eine Maßnahme, die gerade von der politischen Linken in Europa stets beklatscht worden ist – macht in Wahrheit Reiche reicher und weniger Reiche weniger reich.

Und zwar aus einem sehr einfachen Grund: Während Reiche traditionell einen Großteil ihres Vermögens in Aktien, Immobilien und anderen Sachwerten angelegt haben, sparen die niedrigeren Stände üblicherweise mit dem Sparbuch oder vergleichbaren Instrumenten der Geldanlage. Nicht weil sie zu blöd sind, sondern weil sie es sich viel weniger als Reiche leisten können und wollen, große Risiken einzugehen. Jemand, der ein Drittel seines Vermögens von zehn Millionen in Aktien angelegt hat, kann einen Börsencrash lockerer wegstecken als jemand, der sich für das Alter ein paar hunderttausend Euro erspart hat.

Deshalb ist auch eine ziemliche Chuzpe, was EZB-Präsident Mario Draghi jüngst im Gespräch mit einem österreichischen Spitzenbanker so en passant von sich gegeben hat: Wenn die Altersvorsorge mangels Zinsen nicht mehr funktioniere, müssten die Banken den kleinen Sparern eben risikobehaftete Anlageformen nahelegen. Zocken mit dem Ersparten der Oma, so kann man das als Ex-Goldman-Sachs-Banker natürlich auch sehen.

Das heißt, falls man das doch nicht für so eine gute Idee hält, aber natürlich: Wer gezwungen ist, in (eh nur vermeintlich) risikolosen Sparformen anzulegen, der wird durch die Abschaffung der Zinsen langsam, aber sicher enteignet. Denn dank der Inflation wird sein Vermögen real immer kleiner. Anders bei Besitzern von Aktien und Immobilien: Deren Wert steigt dank der Gelddruck-Politik der EZB in den meisten Fällen stark, kleine Rückschläge inbegriffen. Den Besitzern großer Vermögen kann die Nullzinspolitik der EZB reichlich egal sein; und von der Politik des Schaffens von Geld aus dem Nichts profitieren sie sogar erheblich.

Das wird auch langfristig zu erheblichen Ungerechtigkeiten führen. Denn während die Altersvorsorge der vermögenderen Schichten von dieser ungesunden Politik der EZB natürlich in erheblichem Ausmaß profitiert, wird es dem Mittelstand de facto unmöglich gemacht, selbst und in Eigenverantwortung für den Ruhestand vorzusorgen. Die soziale Fallhöhe zwischen jenen, die sich im Alter mit Golf die Zeit vertreiben, und jenen, die sich dann keinen Urlaub mehr leisten können, wird dank EZB noch schlimmer werden. Die EU rühmt sich ja regelmäßig ihrer weltweit führenden sozialen Kompetenz. In der Politik ihrer Zentralbank schlägt sich das nicht wirklich nieder; ganz im Gegenteil. (WZ)

8 comments

  1. Gerald

    Mit einer zukunftsfähigen Politik hätten sich die verschuldeten Staaten in dieser Nullzinsenzeit wesentlich entschulden können. Ganz im Gegenteil haben sie sich und ihre Bürger weiter deutlich verschuldet. Und die jetzt gesetzten Maßnahmen wie Übernahme von Bürgschaften anderer Staaten, Hereinholen von niemals arbeitsfähigen ungebildeten Massen aus muslimischen Staaten die noch dazu unsere Lebensweise verachten und unter der Anleitung des Korans nur auf Eroberung aus sind, werden zu unlösbaren Problemen in der Zukunft führen.
    Man sieht, dass Europa von einem gewissenlosen machtgeilen Bankersöldner namens Draghi gesteuert wird. Dieser steht immer noch im Dienste seiner Herren.

  2. Fragolin

    Und der mächtigste Mann in Deutschland und Drahtzieher an den Schnüren der Merkelmarionette ist zufällig Finanzminister und ESM-Grande und Vorsitzender der Deutschen Islamkonferenz und und und…

  3. Selbstdenker

    Spätestens mit den Nullzinsen ist der Westen in die Phase der Selbstaufzehrung eingetreten. Die Konsequenzen der Null- und Negativzinsen:
    1) Kapitalaufzehrung auf allen Ebenen
    2) Eplosionsartige Verschuldung breiter Bevölkerungsschichten (nicht weil sie es müssen, sondern weil sie glauben dass ihnen ein Crash die Schulden abnehmen wird und sie so z.B. das neue Haus, nicht aber die Schulden behalten werden – welch fataler Trugschluss! )
    3) Voranschreitende Machtkonzentration (insbesondere durch schuldenbasierende Abhängigkeiten)

    Der Negativzins ist der Hauptschalter für den ökonomischen und gesellschaftlichen Niedergang. Die destruktiven Narren, die heute an der Macht sind, gehören alle aus ihren Ämtern entfernt.

    Richtig “heiter” wird es werden, sollte Crony Hillary die US-Präsidentschaftswahl gewinnen. Globalistische Banker freuen sich schon auf die grosse Plünderung.

    Sollten die herrschenden neoprogressiven Eliten nicht bald aus ihren Ämtern getrieben werden, wird es zu einen riesigen Desaster kommen. Diese Typen setzen alles daran um unsere Art des Lebens zu zerstören.

    Subjekte wie Merkel handeln nicht aus Dummheit so, sondern aus (neoprogressiver) Überzeugung. It’s not a bug, it’s a feature.

  4. sokrates9

    Der guten Ordnung halber: Unser gesamtes kapitalistisches Wirtschaftssystem ist auf dem Prinzip von Zinsen aufgebaut: Ein Unternehmer leistet Konsumverzicht indem er spart und in eine Maschine investiert! Wenn er dafür der Blöde ist, kann das System vielleicht einige Zeit noch durch den Schmäh des gedruckten Papiers funktionieren, doch wenn die “Wertlosigkeit” des gedruckten Papiers erkannt wird und jede Kostenkalkulation ad absurdum geführt wird, dann ist es aus mit unseren Unternehmen!

  5. stiller Mitleser

    @ Selbstdenker
    interessanter link ! Dankeschön!!
    Hab den Artikel kurz überflogen und würde nur monieren, daß andre Beiträge der Frankfurter Schule (Kritik der repressiven Entsublimierung) nicht Erwähnung finden und – ganz, ganz banal – anführen, daß handsomeness bei Wahlen eine Rolle spielt: alle VdB-Adorantinnen meines Bekanntenkreises sind ebenso begeistert von Obama (wobei nur einer gut aussieht, der andre aber gut klingt).

  6. Falke

    Dazu kommt ja noch, dass von den Fast-Null-Zinsen 25% KESt an den Staat abzuführen sind. Eigentlich müsste der Staat allergrößtes Interesse haben, dass die Zinsen möglichst hoch sind – dann würde er natürlich auch mehr Geld durch die KESt kassieren. Daher wundert es mich, dass der Staat diese Poitik der EZB nicht nur akzeptiert, sondern sie sogar noch – über die Nationalbank – voll mitträgt.

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