2015, das Jahr, als die Eliten versagten

Von | 17. September 2016

(C.O.) Wenn Ungarn seine EU-Außengrenze zu Serbien mit einem Zaun gegen illegale Zuwanderung sichert, “sind wir Österreicher diejenigen, die davon profitieren”, räumte der Bundeskanzler in der jüngsten Nationalratssitzung ein. Stimmt. Und ist doch insofern etwas überraschend, als der ungarische Premier Viktor Orban dafür, dass er sich an die im Schengen-Vertrag vereinbarte Sicherung der EU-Außengrenzen hielt, nicht zuletzt von Teilen der österreichischen Sozialdemokratie beschimpft wurde. Christian Kerns Amtsvorgänger war sich sogar nicht zu blöd, Orban für das Verbrechen, Migranten in Zügen zu transportieren, in NS-Nähe zu rücken.

Keine zwölf Monate später unterstützen österreichische Exekutivbeamte ihre ungarischen Kollegen dabei, den angeblich so menschenverachtenden Grenzzaun zu sichern. Da stellt sich irgendwie die simple Frage: Warum nicht gleich? Warum brauchten Österreichs Eliten fast ein Jahr, um langsam und eher widerwillig die Realität zu akzeptieren?

Die Frage muss sich nicht nur der damalige Kanzler gefallen lassen. Wenn etwa heute völlig klar ist, dass unter den Migranten, die unkontrolliert über die Balkanroute gen Österreich und Deutschland zogen, auch eine nicht irrelevante Zahl von Terroristen war – drei wurden erst dieser Tage in Deutschland verhaftet, andere begingen blutige Anschläge in Frankreich und Deutschland -, wurde noch vor einem Jahr jeder, der das prognostizierte, als Rechtsradikaler denunziert. Selbst als ein hoher libanesischer Politiker 2015 davor warnte, wiegelte der oberste Terrorbekämpfer der Republik, Peter Gridling, ab: “Ich weiß nicht, worauf der libanesische Politiker die Annahme stützt”, sagte er zum “Kurier”. Es sei eher unwahrscheinlich, dass sich Terroristen just unter Menschen mischen, die vor dem IS flüchten. Und laut Innenministerium sei es für den IS unökonomisch, Terroristen auf Flüchtlingsrouten nach Westeuropa zu bringen. Eine glatte Fehleinschätzung, wie wir heute wissen. Ob die obersten Verantwortlichen im Kampf gegen den Terror es nicht besser wussten oder einfach die Unwahrheit sagten, um die offizielle Willkommenspolitik nicht zu unterminieren, wissen wir nicht. Beruhigend ist weder das eine noch das andere.

Bemerkenswert war auch das Wendemanöver der obersten katholischen Autorität im Land. Begab sich Wiens Erzbischof noch im Herbst 2015 höchstpersönlich zum Westbahnhof, um zu mahnen, Österreich habe ja seinerzeit auch hunderttausende Ungarn und Tschechen aufgenommen, korrigierte er sich unlängst: “Diese Flüchtlinge waren alle Europäer. Jetzt haben wir es mit einer Zuwanderung aus Nahost und Afrika zu tun, da ist die kulturelle und religiöse Differenz sicher ein Faktor, der Sorge bereitet.” Das konnte der Kardinal, ein Mann von hoher Bildung, nicht auch schon vor einem Jahr so sehen? Vergangenen Sonntag legte er sogar nach: “Wird es jetzt einen dritten islamischen Versuch der Eroberung Europas geben? Viele Muslime wünschen sich das.” Sehr willkommenskulturell klingt das nicht mehr wirklich.

Gewiss: Auch die Eliten haben ein Recht darauf, klüger zu werden. Dass dies nicht etwas schneller ging, hat der Republik freilich einigen Schaden zugefügt, den die Regierung in der jüngsten “Notstandsverordnung” ja präzise auflistet. (WZ)

52 Gedanken zu „2015, das Jahr, als die Eliten versagten

  1. Fragolin

    Kern muss bei dem verbrechen, Migranten in Zügen zu transportieren, ja auch ganz still sein…
    Ich mag keine Zäune an den grenzen, aber mir ist ein Zaun an der Grenze immer noch lieber als hunderte Zäune um jedes kleine Volksfest. Lieber eine starke Polizeitruppe an der Grenze als Hundertschaften bei jedem Bockbieranstich.

  2. Thomas Holzer

    Welche Eliten?
    Ich verweise auf den untenstehenden Beitrag “Aus gegebenen Anlass…..” in welchem mehr oder weniger alles erklärt wird.
    Da Politikerdarsteller immer nur, wenn überhaupt, in Legislaturperioden denken und dementsprechend handeln, haben sie keinerlei Interesse, weitsichtig, vorausschauend und halbwegs klug Entscheidungen für das Ganze, sprich für alle Bürger eines Staates zu treffen.

  3. sokrates9

    Das Schlimmste ist dass es in dieser verrotteten “Wertegemeinschaft EU” keine Konsequenzen für Fehlverhalten gibt! Es gibt nur Unschuldige! Begonnen vom Hyposkandal bis zur Kleberaffäre, immer sind es nur Zufälle für die halt niemand was kann! Früher haben sich hohe Beamte das Leben genommen wenn sie Fehler gemacht haben! Der oberste Terrorbekämpfer Peter Gridling sitzt nach wie vor fest im Sattel ( des toten Pferdes)!. Selbst Kronenzeitungsleser glaubten sein Statement nicht, dass Terroristen nur (firstclass?) mit dem Flugzeug nach Europa reisen! Und solche Menschen sind für unsere Sicherheit zuständig!

  4. Thomas Holzer

    @Thomas Holzer
    Korrektur: Wollte natürlich auf: “Warum unsere Politiker sind, wie sie sind” verweisen!

  5. Fragolin

    @sokrates9
    Doch, es gibt Konsequenzen für Fehlverhalten! Man muss nur “Fehlverhalten” neu definieren, und da gibt es eiinen eindeutigen Kanon: EU-Kritik, Ablehnung des Islam, öffentliche kritische Meinungsäußerung und physische Abwehr bei Vergewaltig…, äh, Versuchen der aktiven weltverbessernden Rassendurchmischung.
    Jetzt fehlt nur noch das Verbot der Abtreibung für Kinder muslimischer Vergewaltiger plus Verpflichtung zur Abtreibung bei Kindern weißer Väter und ein großer Gulag für alle, die das kritisieren…

  6. Falke

    Ich verweise auch nochmals auf den wohl besten Kenner der nahöstlichen Verhältnisse, den israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu, als man ihn vor ziemlich genau einem Jahr fragte, warum Israel, als Nachbarstaat, keine syrischen Flüchtlinge aufnehme. Seine Antwort. “Wir importieren keinen Terrorismus”. Offenbar haben die europäischen Regierungen, und hier besonders Deutschland, Österreich und Schweden, geglaubt, es besser zu wissen, was nur auf deren beunruhigende Blauäugigkeit (eher Dummheit) hinweist.

  7. Kluftinger

    “Eliten entstehen durch Leistung, Prominenz durch Applaus” Copyright Gerd Bacher.
    Insofern ist die Begriffswahl im Titel zu hinterfragen, denn “geleistet” im Sinne von Hervorbringung praktikabler Lösungen haben die Herrschaften die sich damals Regierung nannten nichts. Jedenfalls nichts was die Zuordnung zu einer Elite rechtfertigte? 🙂

  8. Gerald Steinbach

    Fragolin
    Beim Oktoberfest in München wird dieses Jahr erstmals der ganze Bereich eingezäunt, zusätzlich zu den anderen Maßnahmen wie Rucksack Verbot und Taschen Verbot

  9. MM

    @Falke: Vermutlich war es zum Teil auch die Hybris der europäischen Sozialisten (aller Parteien), den “rassistischen Juden” mal zu zeigen, wie man die Moslems integriert. Das passt dann auch damit zusammen, dass Abbas vor ein paar Monaten stehenden Applaus bekommen hat, als er das Gerücht vom jüdischen Brunnenvergifter vor dem Europaparlament neu aufgetischt hat.

  10. MM

    @Gerald Steinbach: Wird die Burka auch verboten auf dem Oktoberfest? Ich erinnere mich an eine Folge der Deutschland-Safari, wo Henryk M. Broder in Burka mit seinem “Besitzer” Hamed Abdel-Samad in Lederhosen das Oktoberfest besucht haben. Wäre sowas dieses Jahr noch möglich? 😉

  11. Thomas Holzer

    @MM
    Dieses Jahr wäre es
    a.) unmöglich
    b.) würde der Versuch als Diskriminierung und Verächtlichmachung einer bestimmten Glaubensgemeinschaft sofort vor Gericht landen

  12. Fragolin

    @Gerald Steinbach
    Und nicht nur dort, sogar beim Straßenfest in unserer Provinzkuschel wurden dieses Jahr zusätzlich zum Absperrband Betonmugel auf die Zufahrtsstraßen gehebelt, alles mit verschraubten Sicherheitszäunen abgesperrt und nur 3 Kontrolldurchgänge mit recht laxer Security aus dem untersten Lohnsegment frei gemacht, um das “Sicherheitsgefühl” zu stärken.
    Ich will keine Betonpoller auf Dorfstraßen, und wenn ich das nur über Schlagbäume an den Grenzen erreichen kann, dann bitte.
    @Thomas Holzer
    Leider! haben Sie vollkommen recht!

  13. aneagle

    Sogenannte Eliten versagen nicht erst seit 2015. Teile der Politiker versagen seit jeher. Das liegt an der überproportionalen Versagerquote dieses Berufsstandes. Da Politiker große Flurschäden anrichten können, gibt es auch mehrfache großräumige Ausgedinge für die nicht ungefährliche Berufsgruppe. In Belgien, einem failed state mitten in der EU wurde mit der Brüsseler Pseudoregierung ein besonders großes Refugium, geschaffen. Das funktionierte jahrzehntelang ganz gut. Aufnahme fand jeder Politiker ob Querulant, senil, paktunfähig oder schlichtwegs inkompetent- das Sanatorium bot von Alterssitz bis Pflegeheim alles ohne Gefährdung. Gurkenkrümmungsverordnungen und lustige Lampengesetze wurden von den Europäern achselzuckend toleriert.

    Aber: seit 2015 ist die Deponie voll. Ein Aufnahmestau ist die Folge. In den bisher die EU beliefernden Ländern verschwimmen die Grenzen zwischen Realpolitikern und längst auf der EU-Warteliste Befindlichen. Sie führen zur Unregierbarkeit der Lieferländer. Zusätzlich ufert die überfüllte Deponie aus und übernimmt freudig Verantwortlichkeiten, die sie, mangels Erkenntnisfähigkeit, nicht mal ermessen kann. Nicht umsonst lassen sich die Ausgemusterten von einem alkoholkranken Steinzeitsaurier leiten.Wenn sich da nicht schnell etwas ändert, regieren Irre einen Minikontinent.

    Sofortmaßnahme: Eine neue Deponie muss her und Staatspolitiker gehören bei offensichtlicher Unfähigkeit schneller gewechselt. Das hätte uns Gusi, Faymann, acht Präsidentschaftskandidaten und ca. 1/3 der Wiener Landesregierung ersparen können. Mülltrennung gehört eben auch zur politischen Hygiene einer funktionierenden Demokratie

  14. Mona Rieboldt

    Je mehr Widerstand es gibt gegen die orientalischen Invasoren, mehr Afrikaner werden noch kommen aus Italien, desto stärker wird der Druck der Regierung auf diejenigen, die sich nicht mehr alles gefallen lassen von dreisten gewaltaffinen Jungmoslems, siehe auch Bautzen. Da gibt es in der Presse nur böse Rechte, also Deutsche, während die Asylis alle kleine Engelchen sind, die sich immer brav verhalten haben. Dass diese “schutzsuchenden” Asylis auch Flaschen auf Polizisten und diese angegriffen haben, darf man nicht so eng sehen. Schließlich sind sie ja alle traumatisiert 😉

    Es wird nicht mehr allzu lange dauern, bis jeder, der sich gegen die Frechheiten und Übergriffe der Orientalen wehrt, in ein Umerziehungslager kommt. Das wird dann von Deutschen und Österreichern geleitet. Unsere Politiker haben ja was gegen die eigene Bevölkerung.

  15. Thomas Holzer

    @Mona Rieboldt
    Zumindest in ein, zwei deutschen Sendern wurden die Neubürger als Provokateure und Auslöser der Vorfälle in Bautzen bezeichnet; und es wurde auch nicht verschwiegen, daß diese auf die Polizisten losgingen (waren aber auch eben “nur” Regionalsender)
    Ganz anders natürlich im heutigen Mittagjournal im ORF; da war nur von Rechtsextremen die Rede, welche die armen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge auf das Brutalste niederprügelten.

  16. gms

    Ein Versagen der Eliten? Dieser blauäugige Befund nötigt sich einem einzig dann auf, wenn man die vorgelagerte Frage ignoriert: Bug oder Feature?

    Kaum ein Interview mit einer der nach oben geschwappen Autoritäten kommt mehr aus ohne die Feststellung, erst in der Krise ließen sich bestimmte politische Veränderungen herbeiführen. Dann kommen die Verwerfungen, eine nach der anderen mit der vorhersagbaren Präzision einer schweizer Uhr, es wird konsequent durchgepeitscht, was die Schreibmaschinen in den Amtsstuben hergeben und dann murmelt tatsächlich noch jemand, der nicht erst seit heute Morgen die Zustände verfolgt, die These eines Versagens?

    Die einzige versagende Instanz seit Jahrzehnten ist die Öffentlichkeit, die sich von der politmedialen Kaste Containerladungen an Sand in die Augen streuen ließ. Elitär ist nämlich allein das Wissen um respektive die Fähigkeit zur Massenbeeinflussung, Meinungs- und Empörungslenkung, Fragmentierung und Reframing von Information, sprich all das, was in der Propaganda unter den Begriffen der ‘Deception’ und ‘Manufacturing Consent’ firmiert. Elitär ist die Begabung, auf offener Bühne sich in Lug und Betrug zu üben und der gleichzeitige Erfolg damit.

    Versagt hat die Masse, deren Bestandteile in Gestalt der Individuen mit der Bewältigung der eigenen Alltage ausreichend ausgelastet sind, um sich nicht noch ergänzend um’s Wissen über das Gesamtbild und ablaufende Tendenzen zu bemühen. Die Schafe, auch Elektorat genannt, grasten artig die giftgrünen Narrative ab, die man ihnen verziert mit Neonschriftzügen wie ‘Sicherheit’, ‘Stabilität’, ‘Frieden’ und ‘Wohlstand’ auftischte und allesamt jedesmal auf’s Neue in der ‘Alternativlosigkeit’ genannten Nachspeise aus derselben Küche für Spill-over-Effekte mündeten. Cheat, succeed, repeat — bis es kein Retour mehr gibt.

    Die Pläne für das Schicksal Europas existieren seit den 40ern des vorigen Jahrhunderts, aufgedoppelt um schriftliche Manifeste und sonstige Bekenntnisse bei mehr oder minder öffentlichen Reden. Nichts davon ist geheim, geheim oder sonstwie undurchdringbar scheint aber die offensichtliche Tatsache, wonach erst eine Anhäufung methodischen Versagens just das herbeiführte, was damals als Ziel vorgegeben wurde. Wenn eine Gesellschaft von sich aus nicht nach Utopia wandern will, dann muß sie dahin gestolpert werden, krisenhaft, alternativlos und unter der Leitung einer Elite, die dafür gar viel unternimmt, aber dabei definitiv nicht versagt.

    Solange wohlmeinende und redliche Kommentatoren ihr eigenes Versagen nicht erkennen, sich ins Mindset der tatsächlichen Machthaber und deren Ambitionen zu versetzen, solange sie Unwillens sind, deren Schriften zu lesen und das Gelesene auf die jüngere Historie zu übertragen, solange wird die schiefe Ebene weiterbestehen. Nichts läßt sich therapieren, was man nicht zuvor verstanden hat; das eigene persönliche Versagen ist dabei der beste Anfang.

  17. Geheimrat

    @ aneagle

    Blödheit gepaart mit Feigheit ist eben eine unschlagbare Kombination!
    Wenn der Kandidat auch noch das richtige Parteibuch hat, ist die höchstmögliche Qualifikation erreicht.

  18. Thomas Holzer

    @gms
    Da darf ich Ihnen vollinhaltlich recht geben.
    Wir haben die Politikerdarsteller, welche wir verdienen, da gewählt

  19. Rennziege

    Ich plädiere dafür, den Ausdruck “Eliten” nicht mehr zu gebrauchen, oder nur mit dreifachen Anführungszeichen vorne und hinten. Diese Bezeichnung wurde von unfähigen Apparatschiks usurpiert, deren geistiger, historischer und kultureller Bildungsgrad das (eh schon planmäßig gesenkte) Volksschulniveau nur unwesentlich übersteigt. Und die außer ihrem persönlichen Wohl, das sie hinter wohlmeinenden, schalen und x-mal wiedergekäuten Sprechblasen verbergen, kein einziges Anliegen haben.
    Die Wortschöpfung Herrn Holzers, “Politikerdarsteller”, ist damit auch leider obsolet: Denn die Holzköpfe, mit denen wir seit Jahren beglückt bedrückt werden, können ihre Rollen nicht einmal mimen, sondern nur noch erlügen.

  20. Rennziege

    P.S.:
    Wollte sagen: … mit denen wir seit Jahren beglückt bedrückt werden, können ihre Rollen nicht einmal mimen, sondern nur noch erlügen.

  21. Thomas Holzer

    @Rennziege
    Wir werden weder beglück noch bedrückt von diesen Typen!
    Sie werden vielmehr mehrheitlich gewählt! Ganz demokratisch 😉

  22. Hanna

    Hier zum Thema: http://www.zeit.de/2014/50/timbuktu-film-islamisten-abderrahmane-sissako
    Es geht im Artikel um die Feststellung, dass die Djihadisten nicht gewinnen werden, und der Film “Timbuktu” (auf viooz. ac) zeigt insofern beeindruckend, wer und wie “I.S.” eigentlich sind. Allerdings werden auch Ohnmacht und Ignoranz normaler, naiver Leute gezeigt, und wir sollten uns das sehr klar vor Augen führen, dass wir uns nicht von den Gutmenschen im ignorieren der Lebensgefahr mitreißen lassen dürfen. Was auch gezeigt wird, ist, mit wem wir es bei echten Flüchtlingen zu tun haben … und da erscheint dann das grausame Spiel in Syrien umso abstruser. Auf der Welt leben und bestimmen wirklich monströse Kreaturen, und die zu vernichten, sollte unsere wahre Aufgabe sein. Und ich meine “vernichten” – um menschliches Leben mit humanitären Werten zu retten.

  23. Fragolin

    @gms
    Ich glaube, es gibt in der Politik Beides:
    Einmal die Schicksalsklempner, die als Oberlaboranten ihre Massenexperimente durchpeitschen und ihrer Agenda folgen und zum Anderen die Dolme, die ihnen begeistert folgen, weil sie einfach Teil der Gruppe sein wollen, die sich selbst als “Elite” fühlt. Und die agieren durchaus auf der gleichen Entscheidungsebene. Wenn einer mal durchrutscht, der kein Dolm ist oder dem nach einer Weile Zweifel kommen, dann wird er ruckzuck auf Betreiben der Laboranten ausgetauscht oder stolpert über eine Dissertation oder fliegt aus der Rechtskurve.
    In Österreich haben wir auch solche “grauen Eminenzen” im Hintergrund, die eher die Laboranten sind und mehr als einmal bei den Laborantensitzungen wie Bilderberger-Konferenz teilnahmen, und im Vordergrund haufenweise nützliche Idioten und Dolme. Wenn Kurz’ Aussagen keine konzertierte Augenauswischerei im BP-Wahlkampf sind (was ich sehr vermute) sondern er das ernst meint, was er sagt, bin ich mal gespannt, was nach der Wahlfarce über ihn in die Öffentlichkeit schwappt um ihn abzusägen…

  24. Christian Peter

    @TH

    Das ist in einem totalen Parteienstaat wie Österreich, in dem sich die politischen Großparteien den Staat schamlos zur Beute machen die logische Folge. Auch die SED und die NSDAP konnten durch vergleichbare Methoden gewaltige Wahlerfolge erzielen.

  25. Fragolin

    @Rennziege
    Wieder gut daheim angekommen und den Jetlag übertaucht, Werteste?
    Ich bin dafür, den Begriff weiterzuverwenden. Die Propaganda hatte nämlich die Aufgabe, dem Pöbel klarzumachen, dass er es nur nicht versteht, und eben nicht von Lügnern, Betrügern und Versagern regiert zu werden sondern von einer weisen Elite – und der Pöbel hat, in altbekannter Bauernschläue, den Rückschluss gezogen: Elite steht für Lügner, Betrüger und Versager. Manchmal funktioniert die Wortumdeutung der Gesellschaftsklempner nicht ganz so wie gewollt, und anstatt üble Politiker als Elite dastehen zu lassen weiß jetzt jeder beim Gebrauch des Wortes “Elite”, dass üble Politiker gemeint sind. 😉

  26. Thomas Holzer

    @Fragolin
    Es ist doch längstens bekannt, daß gewisse Menschen an gewissen Konferenzen teilnehmen; Verschwörungstheorien dadurch zu befeuern, daß Bilderberg, Illuminati, Ostküste, Freimaurer et al. genannt werden, erachte ich nicht als unbedingt intelligent.
    All diese Politikerdarsteller wurden gewählt, respektive deren Parteien.
    Es möge sich bitte die Mehrheit des Wahlvolkes für die Entwicklungen in diesem Lande in die Pflicht genommen sehen

  27. Fragolin

    @Christian Peter
    Die “Wahlerfolge” der SED kamen aber ganz anders zu Stande:
    1. Gab es nur eine Kandidatenliste der Nationalen Front
    2. Wählte der DDR-Bürger diese Kandidaten automatisch, wenn er den Wahlzettel einfach unberührt in der Urne versenkte
    3. Musste der DDR-Bürger, um Kandidaten auszustreichen, in die Wahlkabine gehen, in der kein Stift lag – den brauchte nämlich der neben der Kabine sitzende Stasi-Spitzel zum Notieren der Namen jener, die den Zettel nicht unberührt einwarfen
    4. Wurde jede Bestätigung der Kandidatenliste automatisch zu einer Stimme für die SED, weil die Blockparteien, Gewerkschaften und paramilitärischen Organisationen, die sich “Nationale Front” nannten, die absolute Führungsrolle der SED anerkannten und sich dem Diktat der Kommunisten unterwarfen (wer das nicht tat, wurde verboten, also was solls…)
    Noch sind wir zum Glück nicht so weit. Aber bezeichnend ist, dass der Sozen-Bürgermeister der Pleitestadt Berlin mit dem 7 Milliarden schweren Modellflughafen im Maßstab 1:1 zwar speichelsprühend geifert, 14% AfD wäre ein neuer Aufmarsch der Nazis in Berlin, sich aber eine Koalition mit der ebenso starken SED unter anderem Namen wünscht. Wieder kriechen die Sozen den kommunisten hinten rein, die Verräter den Massenmördern, und wenn dann wieder das Märchen von Frauke Petrys “Schießbefehl” aufgewärmt wird, wird penibel darauf geachtet, schnell zu vergessen, dass “die Linke”, als ihr Ostflügel noch “SED” hieß, diesen sogar knallhart exekutiert hat. An Flüchtlingen.

  28. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Was müssen Juncker, Schulz, Schäuble, Timmermans, Asselborn und die ganze Bagage eigentlich noch in aller Öffentlichkeit ablassen, dass Sie aufhören, von “Verschwörungstheorien” zu faseln? Glauben Sie wirklich, bei ihren Konferenzen mit ausgewählter Teilnehmerliste und penibler Geheimhaltung tauschen die Rezepte für Weihnachtskekse aus?
    Eine Verschwörungstheorie wäre es, wenn man Außerirdische als Drahtzieher sehen will. Aber die Protagonisten bewegen sich in aller Öffentlichkeit, wenn auch oft unscheinbar, weil Sockenpuppen vorschiebend, aber ihre Reden und Pamphlete sind für jeden zugänglich – und da muss man nicht einmal lange filtern, die oben Genannten reden sehr offen.

  29. Thomas Holzer

    @Fragolin
    Gemach, gemach! Das Volk wählt in einer Demokratie üblicher Weise seine Henker selbst 😉
    Wo sehen Sie ein Problem, ist doch alles demokratisch legitimiert!
    Auch VdB oder Hofer werden ganz demokratisch gewählt werden und Österreich noch tiefer in den Abgrund führen
    Und bitte nicht damit kommen, Juncker, Timmermans et al. seien nicht demokratisch legitimiert; würden die demokratisch legitimierten Regierungschefs diesen Typen Einhalt gebieten, hätten wir zumindest weniger Probleme.

  30. gms

    Thomas Holzer,

    “Da darf ich Ihnen vollinhaltlich recht geben. Wir haben die Politikerdarsteller, welche wir verdienen, da gewählt.”

    Wollte man sich auf diese absurde Verkürzung einigen, käme es, überspitzt formuliert, einem Victim-Blaming gleich. Soll man der Masse tatsächlich vorwerfen, daß sie das dreckige Spiel rund um Demokratie, Medien und Partikularinteressen nicht durchschaut und daß sie dabei als Stimmvieh von jenen hinter’s Licht geführt wird, die gleich menschlichen Raubtieren die Natur ihrer Beute seit Ewigkeiten erfolgreich studierten und über nicht minder lange Praxis verfügen?

    Wer von uns nicht zumindest früher sprichwörtlich hinterm Mond lebte, sich in der besten aller Welten wähnte und glaubte, das mit der Politik und den Entscheidungen hätte im Großen und Ganzen seine Richtigkeit, der kann diese unglaubliche Hellsichtigkeit nur anektotischen Zufällen oder einem hyperkritischen Geist verdanken.
    In dieselbe Kategorie aber fallen jene, die die Richtigkeit des Systems zwar anzweifelten, aber zu feige oder bequem waren, den Auslösern ihres Zweifels radikal auf den Grund zu gehen. Diese Leute mögen zwar alternative Herrschaftsformen befürworten, doch sie hatten zugleich null Verständnis dafür, worauf aktuelle Herrscher sich stützen und mit welchen Mitteln für Erhalt und Ausbau der Einflußnahme und davon abgeleiteten politischen Weichenstellungen gearbeitet wurde.

    Kollektive Irrtümer haben ihre Basis im menschlichen, sozialorientierten Wesen. Elitär ist das Wissen um’s Ticken der Massen und der beste Betrug ist jener, der konform mit geltenden Gesetzen geschieht. Wer glaubt, Claudia Roth sei dabei exemplarisch die wirkmächtigste Maschinenpistole der Gesinnungspolizei, der verkennt das Wirken jener, die zwar verbal wiederholt linke Fratzen in der Luft zerrissen, zugleich aber kurzatmig jene als Spinner diskredierten, die kommunistische Umtriebe in einen größeren historischen Kontext stellten.

    Linke könnten demgemäß schon mal eine Jahrzehnte überspannende Agenda haben, Islamisten natürlich ebenso und gegebenenfalls auch bellizistische Neocons, doch daß es hierbei ewig alte Nahtstellen gäbe zu postkapitalischischen Strukturen, das konnte und durfte niemals der Fall sein, dem konnte und mußte immer und immer wieder beim Herausarbeiten und Belegen mit einem hingerotzten “Verschwörungstheorie” entgegnet werden.

    Was haben wir verdient? Wer bescherte uns diese Verdienste? Anknüpfend an oben sind es ausgerechnet jene, die ignorant eine falsche Wahl an der Urne behaupten und dabei borniert implizieren, es hätte relevant bessere Alternativen gegeben, als wären etwa Adenauer und Churchill tatsächlich jene Staatsmänner gewesen, als die sie in Geschichtsbüchern verklittert werden.
    Menschen sind sozial und hochgradig faktenresistent, sie sind faul und selbstzufrieden und ändern ihre bisherige Meinung erst dann, wenn sich die Tatsachen bereits unter Verursachung physischen Schmerzes in den Leib fressen. Manche sind wiederum wendig genug zur Behauptung, sie hätten alles sowieso von Anfang an durchschaut. Tarnen und täuschen als das Auftragen des elitären Parfums — soviel zur zitierten vollinhaltlichen Einigkeit.

  31. Fragolin

    @Thomas Holzer
    “Auch VdB oder Hofer werden ganz demokratisch gewählt werden und Österreich noch tiefer in den Abgrund führen”
    Nach Ihrer Logik haben wir doch gar keine Wahl, also kann man die Wähler nicht mehr verantwortlich machen. Wenn nur 2 Kandidaten zur Wahl stehen und beide Sockenpuppen der Gesellschaftsklempner sind, dann ist doch die Wahl gar keine Wahl sondern nur eine Farce und mit Demokratie hat das nichts mehr zu tun…

  32. Thomas Holzer

    @gms
    “Was haben wir verdient? Wer bescherte uns diese Verdienste? Anknüpfend an oben sind es ausgerechnet jene, die ignorant eine falsche Wahl an der Urne behaupten und dabei borniert implizieren, es hätte relevant bessere Alternativen gegeben…………”

    Kann mich nicht entsinnen, dies je behauptet zu haben.

    Auch durch kilometerlange Beiträge werden Ihre werten Argumente nicht stringenter.

    Und abschließend: keine Sorge, ich scheue auch nicht davor, Ihrer Meinung zu widersprechen – so ich dies für notwendig erachten sollte

    @Fragolin
    Sie schreiben es, Demokratie ist eine Farce, welche der Masse und ein paar (Pseudo)Intellektuellen -leider anscheinend erfolgreich- vorgaukelt, (mit)entscheiden zu dürfen.

  33. Johannes

    Ich denke Viktor Orban hat sich für seinen Weg mit dieser Übervölkerwanderung umzugehen entschieden weil er die Konsequenzen von Anfang an richtig erkannt hat. Er war einer der wenigen in Europa der seine Meinung nicht geändert hat als wäre sie Unterwäsche.
    Dennoch war auch er nicht davor gefeit islamischen Geldgebern Honig ums Maul zu schmieren wie die Veröffentlichungen einer Rede zeigt.
    Das er dann dennoch den richtigen Weg gewählt hat spricht für ihn und seinen Charakter.
    Ich glaube das der gesamte Westen, alle Staaten Europas, sich wie billige Charaktere diesem unendlichen Reichtum angebiedert haben.
    Wie sonst könnte eine ehemalige Richterin und Ministerin die damals im Solde des König-Abdullah-Dialog-Zentrums in der Funktion als Generalsekretärin stand sich so verlaufen.
    Für mich war dieses Ereignis richtungsweisend, wenn vermeintlich grundvernünftige Menschen plötzlich so einen Blödsinn sprechen muß gewaltiges im Spiel sein.
    Ich bin der Meinung in der ganzen Welt können sie mit großem Geldaufwand Meinung bilden und verbreiten lassen, oft werden nur eine handvoll Menschen wissen wo das Geld herkommt und was der Preis dafür ist.
    Der Rest handelt im guten Glauben im Dienste der Menschlichkeit zu stehen nicht wissend das sie als nützliche Idioten das System erst ermöglichen.

  34. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Einspruch, ich habe nicht geschrieben, dass Demokratie per se eine Farce ist. Ich stimme Ihnen vollkommen zu, dass das, was uns momentan als sogenannte “repräsentative Demokratie” vorgegaukelt wird, eine Farce ist, um ein Parteien-Feudalsystem mit Feigenblättchen zu verzieren. Meine Meinung ist, dass direkte Demokratie die einzige Form der Demokratie ist, die diesen Namen verdient. “Demokratisch” hat sich auch die DDR genannt, war es aber nicht eine Sekunde lang. Namen sind Schall und Rauch und unser heutiges System ist die Fortsetzung der Volksveräppelung mit anderen Mitteln. Obwohl, so viel anders als unter Hitler oder Honecker funktioniert die Neue Diktatur auch nicht…

  35. gms

    Thomas Holzer,

    [Anknüpfend an oben sind es ausgerechnet jene, die ignorant eine falsche Wahl an der Urne behaupten und dabei borniert implizieren, es hätte relevant bessere Alternativen gegeben.]

    > Kann mich nicht entsinnen, dies je behauptet zu haben.”

    Hat Sie unlängst jemand einen senilen Trottel genannt? Wenn nicht, dann das sei dies jetzt nachholt mit dem expliziten Verweis auf Ihr heutiges: “Wir haben die Politikerdarsteller, welche wir verdienen, da gewählt.”

    > Auch durch kilometerlange Beiträge werden Ihre werten Argumente nicht stringenter.

    Holzer, du könntest einem eingedenk deiner kindischen Trolligkeit fast schon leidtun. Wer laberte denn hier im Forum wiederholt von ‘echten Staatsmännern’? (4. Mai 2016, 18:21, 2. Juni 2015, 06:49). Wer basht denn flankierend in einer Tour das dumme Wahlvolk?

    > Demokratie ist eine Farce

    Tell news! Oben steht es noch in einem jener Texte, den du trollig ‘kilometerlangen Beitrag’ nennst: “In dieselbe Kategorie aber fallen jene, die die Richtigkeit des Systems zwar anzweifelten, aber zu feige oder bequem waren, den Auslösern ihres Zweifels radikal auf den Grund zu gehen.”

    > Und abschließend: keine Sorge

    Popanz, Holzer, Popanz.

    “ich scheue auch nicht davor, Ihrer Meinung zu widersprechen – so ich dies für notwendig erachten sollte”

    Sprich’s in ein Sackerl, inszenier eine Oper, mach was auch immer dir notwendig erscheint, bloß man wird dich auch dabei noch in deinen eigenen Mißtönen eintunken.

  36. Christian Peter

    @Fragolin

    Wie gesagt : In Ländern mit totalitären politischen Strukturen, die sich durch keine oder mangelhafte Gewaltenteilung, keine unabhängige Presse, mangelnde Beteiligung der Bürger an den demokratischen Entscheidungsprozessen, Korruption, Günstlingswirtschaft, Durchdringung aller gesellschaftlichen Bereiche durch die Politik, etc. kennzeichnen, ist es für die Regierenden ein Leichtes, die Macht aufrecht zu erhalten. Daher werden vor allem in Diktaturen die regierenden Parteien regelmäßig mit großen Mehrheiten gewählt, während es In Ländern mit demokratischen Strukturen sehr viel häufiger zu Regierungswechsel kommt.

  37. Fragolin

    @Christian Peter
    Da gebe ich Ihnen grundsätzlich recht.
    Der Unterschied ist nur, dass z.B. im Osten Deutschlands keine Beteiligung der Bürger an demokratischen Entscheidungsprozessen möglich und außersystemische Opposition ein verfolgtes Schwerverbrechen war, während heute bei uns die meisten einfach zu faul sind, ihren Hintern auch nur für eine einfache Wahl aus dem Sessel zu heben.
    Im Radio, morgens bei der Fahrt zum Kunden, ziehen die Moderatoren das ganze Wahlsystem lachend durch den Kakao und schaukeln sich gegenseitig hoch, was alles an diesem Tag lustiger zu machen wäre als wie ein Depp zum Wahllokal zu latschen um ein Kreuz zu malen, das sowieso wieder angefochten wird. Schenkelklopf!
    In einer funktionierenden Demokratie müssten diese Affen um ihren Job fürchten, denn entweder sind sie so dämlich (was ich vermute), dass sie nicht begreifen gerade die Grundwerte des demokratischen Rechtsstaates in den Dreck zu ziehen, oder sie haben den Auftrag erhalten dies zu tun. In beiden Fällen untragbar, in Österreich lustiges Frühstyxradio…

  38. gms

    Christian Peter,

    “Daher werden vor allem in Diktaturen die regierenden Parteien regelmäßig mit großen Mehrheiten gewählt, während es In Ländern mit demokratischen Strukturen sehr viel häufiger zu Regierungswechsel kommt.”

    Inszenierte Regime-Changes finden in unseren Breiten nicht minder statt. Nicht daß jede neue Bürgerbewegung zwangsweise das Werk klandestiner Kräfte wäre, bei manchen erfolgreichen davon aber sorgt schon Kratzen an der Oberfläche für verblüffende Erkenntnisse, siehe etwa ‘Fünf-Sterne-Bewegung’ in Italien oder tschechische ‘ANO’, die als vorgebliche Protestparteien nicht grundlos nur wenige Grad vom alles entscheidenden Kurs abweichen. Analogien zu heimischen ‘Bewegungen’ kann jeder selbst ziehen.

    Politik braucht Geld, sie benötigt dessen umso mehr, alsdaß es zunehmend auf Lautstärke und positive mediale Aufmerksam ankommt. Zugleich überschlagen sich Schriften der notorischen Thinktanks vor Anleitungen zum Aufbau sogenannter Grass-Root-Bewegungen, Ratschlägen zum Anfüttern von Meinungsduplikatoren, dem Aufbau von Scheinopposition und was sonst noch alles nötig ist zum demokratischen Teile-und-Herrsche-Spiel.
    Linke beschreiben dies ausführlich als ‘postdemokratische Zustände’, sie tun dies mit derselben Offenheit wie Henker, die regelkonform für alle sichtbar den Strick anbringen. Everybody knows, doch es scheint so, als wäre dies mitterdings egal, als wäre das System ausreichend nahe am Punkt, bei dem die nächste Evolutionsstufe in Richtung totalitärer Herrschaft gezündet werden könnte.

    Woraus schöpft sich Hoffnung? Einmal mehr sehr hier auf Vilém Flusser und sein Meisterwerk ‘Kommunikologie’ [1] verwiesen, das in seinem abschließenden Kapitel die für jedermann zugängliche Möglichkeit zur Massenkommunikation als potentiellen Game-Changer in den Raum stellt. Dann und nur dann, wenn es kein kartellhaftes Vorselektieren und Aufbereiten von Nachrichten mehr gibt, kann die konzertierte Verdummung der Massen und deren damit einhergehenden Bugsierung in die Ausbeutung gestoppt werden.

    [1] amazon.de/Kommunikologie-Vilém-Flusser/dp/3596133890

  39. aneagle

    @ gms – 15:48
    gute Analyse, vernünftig und anschaulich begründet, kann gut möglich sein.

    Unter der Annahme von Stringenz und Richtigkeit, interessieren mich verkürzt die Antworten auf zwei Fragen:

    *Woher fließt heutzutage der “Strom”, mit dem das Ziel angestrebt wird ( nicht für das Narrativ von R.N. Coudenhove-Kalergi aus den 40ern, sondern heute/jetzt, die Energie, das Geld, die Macht für den Betrieb, die Aktivität, die nötigen Entscheidungen)?
    *Wo oder was ist der Schalter mit dem man das abdrehen kann?

  40. gms

    aneagle,

    “Woher fließt heutzutage der „Strom“, mit dem das Ziel angestrebt wird ([], die Energie, das Geld, die Macht für den Betrieb, die Aktivität, die nötigen Entscheidungen)?”

    Namhafte Dynastien, die seit über einem Jahrhundert den innersten postkapitalistischen Zirkel bilden, wurden hier im Forum schon genannt. Einst erbitterte ökonomische Widersacher, wie etwa beim Ausbeuten der Ölvorkommen in Baku rund um 1870, schlossen Frieden miteinander, siehe das legendäre ‘Competition is a sin!’
    Geld ist seit Langem ausreichend vorhanden, vieles davon redlich erwirtschaftet. Big Money und Big Government bringen zusätzlich steigende Einnahmen; die von denselben Kreisen initiierten Zentralbanken sorgen für ergänzend endlosen Nachschub, der wiederum über Privatleute, Firmen, Stiftungen und NGOs in den Politkreislauf fließt.

    Je rennomierter eine Einrichtung ist und zugleich umso lauter die sattsam gekannten Parolen propagiert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, beim Klick auf deren Homepages bei Namen zu landen, die jeder hier im Forum kennt, sei es nun Rockefeller, Rhodes, Carnegie, Ford, Rothschild oder eben Soros als omnipräsenten Zierfisch im Teich. Eine recht junge Vereinigung dabei ist ‘Inclusive Capitalism’ (inc-cap.com), welche auf Initiative der Rothschilds die üblichen Verdächtigen einmal mehr vereint und zu offenen Fürsprechern eines Kommunismus mit menschlichem Antlitz macht.

    Parallel dazu kommt ein beträchtlicher Teil der Gelder aus dem US-Budget, nachdem man spätestens mit Wilson beginnend die US-Adminstrationen innen- und außenpolitisch einspannen konnte und Wahlkämpfe in den Staaten zu billigen Inszenierungen umfunktionierte: Cola versus Pepsi oder eben Hillary Clinton gegen Jeb Bush, wie es für den rezenten Showdown gedacht war, den Trump ein wenig verhagelte.
    ‘Diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu sagen, und die etwas zu sagen haben, werden nicht gewählt.’ — Diesen bekannten Spruch von Horst Seehofer gibt es in hunderten Abwandlungen aus dem vergangenen Jahrhundert, ein Umstand, der in den USA weit offener diskutiert wird als hierzulande und exemplarisch zur Gründung der Birch-Society führte (jbs.org).

    > Wo oder was ist der Schalter mit dem man das abdrehen kann?

    End the Fed ist ein entscheidender Anfang, Analoges gilt für die ECB und andere Zentralbanken. Wer das Geldwesen bestimmt, dem kann egal sein, wer die Gesetze macht. An dieser uralten Binsenweisheit hat sich nichts geändert.

    Ein zweiter ist das Wissen um die Konzentration im Mediensektor. Vor zehn Jahren konnte man laut US-Handbuch für unkonventionelle Kriegsführung mit sieben Medienkonzernen 90% der westlichen Bevölkerung erreichen, inzwischen sind es mutmaßlich schon weniger. Wenn man weiß, wonach für die US-Administration ebenso viele PR-Leute tätig sind, wie im gesamten Außenministerium, dann versteht man auch, weshalb ein Schwerpunkt der aktuell beschlossenen ‘EU Global Strategy on Foreign and Security Policy’ (EUGS) im Aufbau einer strategischen Kommunikationseinheit besteht.

    ‘Entscheidend ist nicht, wie die Dinge tatsächlich sind, sondern wie sie wahrgenommen werden.’ — Narrativbildung ist das A&O zum Lenken der Gesellschaft, ein Umstand, der in unserer aktuellen Gesellschaft völlig außer Augenmerk geriet, nun aber wieder langsam unter dem Schlagwort ‘Lügenpresse’ ins allgemeine Bewußtsein diffundiert.

    Drittens und als teilweise semantische Klammer gilt es, das Denken der Plutokraten zu verstehen, das zu großen Teilen auf Hegels Dialektik basiert. Die Lektion daraus ist das gleichzeitige Forcieren antagonistischer Kräfte als Motor für Veränderung. Wer beide Seiten der Medaille kontrolliert, kann niemals verlieren.

  41. Historiker

    Hmm,- wenn man hier die Kommentare von all diesen superschlauen Übermenschen mit totalem Durchblick liest, dann könnte man glauben, wir lebten in einer totalitär durchgestylten Diktatur, einem ausweglosen Diktat unterworfen, das praktisch keine Freiräume oder Individualität zuläßt. – Wie war es mir nur möglich, in dieser durch zahlreiche Poster skizzierten Welt, dennoch reich und glücklich zu werden, ohne dass ich jemals gefragt wurde, welcher politischer Gruppierung ich angehöre (nämlich gar keiner), welche wichtigen Freunde ich habe (keine von Geburt her), von wem ich im Besonderen unterstützt oder bekämpft wurde (nämlich von niemanden). – Es lag wohl daran, die eigenen Talente zu erkennen und diese zu lieben. Dieses nun sehen viele kluge Menschen und es eröffnen sich (fast automatisch) die unterschiedlichsten Möglichkeiten, und wenn man dann noch so klug ist, sich für die innigsten (jene, die das angeborene Talent noch vertiefen) zu entscheiden, dann wird man (ebenfalls fast automatisch) Experte, und das ist nicht nur äußerst befriedigend sondern auch meistens mit materiellem Erfolg bedacht. – Um es auf den Punkt zu bringen : Ich erlebe bis heute eine nahezu unbegrenzte Freiheit, nur eingegrenzt durch die Gesetze der Schöpfung, – aber denen unterliegt auch Rockefeller, Soros, Nobelpreisträger wie @gms und Konsorten. – Hmm, – dabei müßte ich doch total unglücklich sein aufgrund weltumspannender Unfreiheit. – Entweder bin ich zu doof oder unglaublich clever. – Wahrscheinlich zu doof, um mein Gefängnis wahrzunehmen . . .

  42. Christian Peter

    @Historiker

    Themaverfehlung. Es behauptet doch niemand, dass sich angesichts der politischen Missstände in Ländern wie Österreich kein glückliches Leben führen ließe. Die Allermeisten haben angesichts der verheerenden politischen Zustände in Österreich ohnehin längst resigniert und beteiligen sich weder an Wahlen noch interessieren sich für Politik.

  43. gms

    Historiker,

    “Hmm,- wenn man hier die Kommentare von all diesen superschlauen Übermenschen mit totalem Durchblick liest, dann könnte man glauben, ..”

    Viele Menschen könnten nicht nur vieles glauben, sie tun es auch. Manche glauben sogar, es könnten sich nur Rollstuhlfahrer zur Behindertenpolitik ein valides Urteil bilden, oder bloß jene fundiert über Ökobolschewismus debattieren, die nachgewiesenermaßen ein brandneues Windrad vor ihrem Fenster haben, das ihnen optisch und akkustisch den Verstand aus der Birne prügelt.

    Den universellen Gipfel bilden jene, die öffentlich in Textform ihr eigenes Vakuum zwischen den Ohren ausbreiten mit der Behauptung, Trottel seien speziell berufen zur Beurteilung, was es mit der grassierenden Idiocracy aufsich hat. Solch geschichtlichen Sonderlinge nimmt man, stellt sie ins Museum und verteilt Gratistickets zur Besichtigung. Das kostet zwar, aber es ist jeden einzelnen Klick wert.

  44. Historiker

    @Christian Peter
    Wenn man die Posts hier oder in der “Presse” liest, dann hat man das Gefühl, nahezu alle Wirtschaftsbereiche seien von Politik durchzogen. Natürlich weiß ich, dass jedes auch nicht politische Handeln politische Auswirkungen hat, aber in den allermeisten Fällen haben die Kreativen erstmal eine unpolitische Idee, – z.Bsp. die Erfindung einer neuen Suchmaschine, oder die Erfindung eines Computer-Betriebssystems. Erst in der Spitze dann, am Ende des Prozesses kann es, wenn wirklich weltumspannend, politische Auswirkungen haben. – In den meisten Fällen, z.Bsp. die Erfindung des Fischer-Dübels, hat es aber keinerlei politische Relevanz. – Und so wie ich es erlebe, bzw. erlebt habe, sind in der Wirtschaft höchstens 10% mit Politik verknüpft und 90% widmen sich nur den Gedanken an wirtschaftlichen Erfolg und innovativen Verbesserungen ihrer Produkte. Und dabei kommen nicht politische Kategorien zum Zug sondern ausschließlich fachliche Kompetenz und strategische Fähigkeiten. So zumindest habe ich das erlebt, – bei mir, bei anderen, bei meinem Vater, (der mir das erklärt hat), etc. – Natürlich sollte man das politische Umfeld dramatisch verbessern, wozu unsere Staats-Repräsentanten sicher nicht (mehr) fähig sind, aber wenn man eine bestimmte, zielführende Idee verfolgt, die in sich schlüssig ist, dann wird man nicht am politischen Umfeld in Österreich scheitern, bzw., wenn es einem in Ö. zu umständlich erscheint, kann man es ja woanders versuchen. – Ich habe halt in diesem Forum oft den Eindruck, die Poster hätten die Selbstwahrnehmung, sie befänden sich in einer diktatorisch ausweglosen Situation und wären alle kurz vor der Auswanderung. Und das halte ich für übertrieben. – Abgesehen davon haben die “Jungen” auch eine ganz andere Gleichgültigkeit und leiden nicht z.Bsp. an der Zuwanderung, so wie das ältere erleben. Sprich : Die psychologischen Veränderungen in den nachfolgenden Generationen machen reale Probleme tatsächlich kleiner, weil das dicke Fell der Neuen Kids sie davor bewahrt Probleme wahrzunehmen, die für sie gar keine sind.

  45. GeBa

    mit und gegen
    Mit und gegen

    So heißt ein Bild von Wassily Kandinsky, das als Poster in meinem Wohnzimmer hängt,
    mit und gegen so agiert Österreich in der Grenzsicherungsdebatte und zum ..zigten Mal drehen sich die Politiker wie ein Windradl …………..

  46. Fragolin

    @Historiker
    Gut gebrüllt, Kätzchen, aber schon ein paarmal haarscharf am Thema vorbei.
    Auch in Ungarn, Polen, DDR gab es Erfinder oder erfolgreiche Ärzte, Menschen die einfach nur Erfolge hatten und sich ein Leben in Glück und Wohlstand aufbauen konnten. Die Grundbedingung war nur, fein die Klappe zu halten und beim alljährlichen Subbotnik am städtischen Kindergarten oder beim Heckenschneiden in der Siedlung mitzumachen. Das persönliche Glück des Einzelnen muss nicht automatisch an die Staatsform gekoppelt sein. Es gibt erstaunlich viele Leute, die ganz zufrieden mit ihrem Käfig sind, wenn er nur schön vergoldete Gitterstäbe hat und außerdem W-LAN und Pensionsversicherung. Sie ahnen gar nicht, wie viele Menschen im Osten Deutschlands, wo ich immer wieder unterwegs bin, die “guten alten Zeiten” herbeisehnen, wo ja “nicht alles schlecht war”. Tja, von 17 Millionen sind auch nur 10% auf die Straße gegangen, daraus könnte man ableiten, dass es den restlichen 90% doch gar nicht soooo übel vorkam, dieses bisschen Diktatur.
    Und was das Thema Zuwanderung angeht, haben die Kids kein dickes Fell (erst vor ein paar Tagen hatten wir das mit dem Brief der Lehrergewerkschafter, dass deutsche Schüler in den besonders bereicherten Schulen die Lehrer in jeder Pause händeringend bitten, im Klassenraum bleiben zu dürfen, weil sie am Pausenhof von den achsokleinen Problemchen brutal zusammengetreten werden) sondern mehrheitlich keine Ahnung; und die, die Ahnung haben – holla die Waldfee! Die wissen, dass sie entweder mitspielen und sich zusammentreten lassen oder, wenn sie sich wehren, als brutale Rassisten von der Schule fliegen und nie mehr einen Job bekommen. Die haben kein dickes Fell sondern haben resigniert – als Kinder, im eigenen Land! Wunderschön, oder? Alles kein Problem, man muss ja nur ein gutes Auskommen haben und in einer ruhigen Gegend wohnen und brav Grün wählen, dann gibt es keine Probleme, nur mieselsüchtige Raunzer.
    Kleiner Tipp: Vor 1945 hat das genauso funktioniert. Lockere 90% der Deutschen hätten 1936 auf ihre Familienehre geschworen, in keiner Diktatur zu leben und es doch eigentlich gar nicht so schlecht zu haben, jetzt, wo der Maschinenbau Gewinne schreibt und der Jüngste bei der Autobahn mitbaut…

  47. gms

    Historiker

    “Wenn man die Posts hier oder in der „Presse“ liest, dann hat man das Gefühl, nahezu alle Wirtschaftsbereiche seien von Politik durchzogen.”

    Besagtes Gefühl adelt sich zur wissenschaftlich gesicherten Tatsache, sobald man den Konnex zwischen Geld und Wirtschaft auf der einen Seite und jenen zwischen Geld und Währungspolitik auf der anderen anerkennt. Nicht minder durchschlagende transitive Beziehungen versteht der Klarsichtige zwischen Profiten und Steuern versus Steuern und Politik. Dreht man das Rad höher, landet man bei Politik und Meinungsdelikten respektive politischer Verdrecktheit, die als Bündel somatisch nicht minder Einfluß auf die ökonomische Libido nehmen.

    “Die psychologischen Veränderungen in den nachfolgenden Generationen machen reale Probleme tatsächlich kleiner, weil das dicke Fell der Neuen Kids sie davor bewahrt Probleme wahrzunehmen, die für sie gar keine sind.”

    Bei Huxley waren hierfür Indoktination und Drogen das Mittel der Wahl, einen historischen Vorgeschmack darauf scheinen hier einzelne Verklärungsartisten mit besonderer Inbrunst verbreiten zu wollen.

  48. mariuslupus

    Diese Leute als “Elite” zu bezeichnen, ist ein Hohn. Aber im nivellierenden, politisch korrekten, Sprachgebrauch wurde das Wort Elite oder elitär, bereits eliminiert. Aber die Politiker können nur so unfähig sein, wie es ihnen die Wähler gestatten unfähig zu sein. Die Politiker haben deswegen so ein langes Machtleben, oder ein Leben an der Macht, weil die Wähler nicht bereit sind , die Unfähigkeit der Politiker wahrzunehmen.
    Wahlen in Berlin, 80% der Wahlberechtigten finden ihre Obrigkeit attraktiv, und sichert der Obrigkeit weitere Jahre an der Macht

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