Wenn die Eliten auf den “Haufen der Erbärmlichen” herabblicken

(THOMAS EPPINGER) In ihrer Blütezeit stand die Sozialdemokratie für zwei zentrale Versprechen: 1. Aufstieg durch Bildung. 2. Euren Kindern wird es einmal besser gehen.
Damals ließen rote Betriebsräte grüne Aktivisten schon mal vom Betriebsgelände prügeln und der Linzer Bürgermeister freute sich über die rauchenden VOEST-Schlote. Im Verständnis dieser Zeit war der in die Luft geblasene Dreck das Fanal des Wohlstands der Arbeiter.
Vierzig Jahre später sind die Luft reiner und die Sozialdemokratie grün geworden, aber die Arbeiter wählen blau. Die Kinder, denen es besser geht, wählen GRÜNE oder NEOS. Die SPÖ wählen nur mehr Pensionisten und nicht einmal alle, die von der Partei profitieren oder von ihr abhängig sind. How come?
Viele Menschen leben am Rande von Armut und noch viel mehr haben nicht ohne Grund Angst vor sozialem Abstieg. Gleichzeitig gerät jene Schicht, die gut genug verdient, um ohne Transferleistungen über die Runden zu kommen, aber nicht gut genug, um von den Gestaltungsmöglichkeiten der Konzerne zu profitieren, immer mehr unter Druck, finanziell und ideell.
Die Mittelschicht, selbst zu einem guten Teil aus der Arbeiterklasse aufgestiegen, trägt die Hauptlast für den Sozialstaat und erwartet sich dafür, dass dieser wenigstens seine Kernaufgaben ordentlich erfüllt: die Wahrung der inneren und äußeren Sicherheit, Bildung und Gesundheitswesen. Die persönliche Sicherheit soll gewährleistet sein, Frauen sollen sich unbehelligt im öffentlichen Raum bewegen können, Kinder sollen auch in öffentlichen Schulen gut ausgebildet werden, und auf eine notwendige Operation sollte man nicht monatelang warten müssen. Jeder kann sich selbst ein Bild darüber machen, inwieweit diese Anforderungen noch erfüllt werden.
Sorgen, dass die ungesteuerte Armutsmigration die Grenzen des Sozialstaats sprengen könnte, oder dass die Kinder nicht mehr den eigenen Lebensstandard erreichen werden, werden als Neiddebatte verunglimpft oder als Abstiegsängste verspottet. Wer Freiheit, Toleranz und Frauenrechte durch BannerträgerInnen des politischen Islam bedroht sieht, die nicht erst seit dem Vorjahr überall sichtbar an Raum gewinnen, wird wahlweise als reaktionär, rassistisch, islamophob oder ausländerfeindlich geschmäht. Meistens alles zusammen.
Während sich die selbsternannten moralischen Eliten überwiegend in staatlich finanzierten Elfenbeintürmen eingerichtet haben, von denen sie auf den “Haufen der Erbärmlichen” herabblicken, wächst unter den Geschmähten die Wut. Niemand lässt sich gern ausgerechnet von jenen schulmeistern, für die er aufkommt. Es brodelt unter den Gemaßregelten und Etikettierten, und zusammen mit den verächtlich „Modernisierungsverlierer“ Genannten bilden sie eine wachsende Gruppe von Enttäuschten, die nur gemeinsam haben, dass sie den Etablierten nichts mehr glauben.
Nun hat die grün-linke Elite in den letzten Jahrzehnten nichts unversucht gelassen, Wirtschaftswachstum, Freihandel und Internationalität verächtlich zu machen. Sie hat das Streben nach wirtschaftlichem Erfolg verhöhnt und dem Ideal der persönlichen Freiheit ihr Verständnis von Gemeinwohl entgegengeschleudert, ohne den geringsten Zweifel aufkommen zu lassen, wer die Deutungshoheit über diesen Begriff hat.
Zimperlich war man bei der Eroberung der veröffentlichten Meinung nie. Wann immer Ängste ins eigene Programm passten, wurden sie hemmungslos geschürt. Im Kampf gegen TTIP, Atomkraft, Fracking oder Gentechnik heiligt der Zweck jedes noch so populistische Mittel und kein Szenario ist schrecklich genug, um die Folgen des Klimawandels an die Wand zu malen. Sich selbst im Besitz einer höheren Wahrheit wähnend, hat die links-grüne Meinungselite schamlos Angst geschürt, wann immer ihr es opportun erschien. Sie hat die Panikmache in den Mantel der berechtigten Sorge gekleidet und sie so salonfähig gemacht. Populisten sind immer die anderen.
In ihrer Hetze gegen eine global vernetzte Wirtschaftsordnung, die mehr Menschen ernährt als je zuvor in der Geschichte der Menschheit, in ihrer Stimmungsmache gegen Banken, Börsen und Konzerne, ohne die dieses System nicht funktionieren kann, in ihrer Technologie- und Wissenschaftsfeindlichkeit und im Beschwören des Provinziellen, das man heute regional nennt – letztlich in ihrer fundamentalen Ablehnung der Moderne – sind rechts und links mit freiem Auge nicht mehr zu unterscheiden.
Eine links-grüne Meinungselite hat das politische und ideelle Fundament dessen, was wir den freien Westen nennen, erfolgreich diskreditiert, um nicht zu sagen sturmreif geschossen. Die Ernte fahren die Rechten ein. Sie packen auf den Populismus der Links-Grünen noch Recht und Ordnung, Sicherheit und Stolz auf die Heimat drauf. Und sie verstehen es, den Enttäuschten zumindest das Gefühl zu geben, ihre Anliegen ernst zu nehmen anstatt sie dafür zu verachten.
Während die professionellen Welterklärer über die Gründe für den Aufstieg der Rechtspopulisten rätseln, nimmt das Unheil seinen Lauf.

30 comments

  1. Herr Superg'scheit

    Stimme allem zu, außer Ihrem letzten Satz.

    Nur weil das Pendel der politischen Korrektheit VIELLEICHT jetzt mit Trump von ‘Extrem’ in Richtung ‘Ansatzweise wieder ausgewogen’ zurückschlägt, nimmt das Unheil noch lange nicht seinen Lauf. Dafür müsste dieses Pendel in das totale Gegenteil der jetzt extremen politisch korrekten Gegenwart noch sehr viel weiter zurückschwingen. Und das will in Wahrheit auch niemand. Kein Hofer-Wähler, kein Trump-Wähler, kein BREXIT-Abstimmer.

  2. Selbstdenker

    Diese “Elite” hat uns lange genug verarscht und geknechtet.
    Für den eigegen Machterhalt ist ihnen jedes Mittel recht; siehe Deutschland.
    Da hilft keine “Entschuldigung” mehr: wer den Souverän als Nazis bzw. Pack betrachtet, weil die vorherrschende Politik abgelehnt wird, hat jede Legitimation verwirkt.

    Weg aus den Ämtern mit ihnen!

  3. Lisa

    Gute Analyse. Vor allem auch die Bemächtigung des Begriffs des Gemeinwohls: wo keine Gemeinschaft besteht, kann auch kein Gemeinwohl herbeigeredet werden. Was den Neid betrifft: den wird man nie “abschaffen” oder kleinreden können solange irgendwer irgendwas hat, was der andere nicht hat. Allerdings sehe ich keine “Beschwörung des Provinziellen”, denn kaum einer von den zitierten Globalisierungs-und Bankengegenern verzichtet auf sein Smartphone, seine Kredite und all den technischen Schnickschnack (vom Auto/ÖV bis zum Kühlschrank), den man sich damit erwerben kann. Die “Grünen”, die mit dem Auto zur Recyclingsammelstelle fahren oder die Eier und Karotten beim 12 km entfernten Biobauern direkt holen, kennt man ja. Eine wirtschaftliche Stärkung der Regionen findet nur statt, wenn dauernd verhandelt wird, mal mit diesem, mal mit jenem Verbindungen eingegenagen werden – und wenn man darauf bauen kann, dass dies von Abnehmern/Kunden auch honoriert wird. Dass also Deutsche deutsche Autos kaufen und nciht das billigste von Irgendwo. Menschen haben eine natürliche Abneigung gegen unübersichtilche (zB. globale) Verbindungen, gegen Konzerne, Grossbanken, Kartelle u.dgl. und das sollte eigentlich nachvollziehbar sein. Wo man ncht 100%ig durchblickt, hat man auch ekeine Einflussund keine Kontrolle. Den meisten, auch den sog. Grünen, ist es doch schlicht wurscht, woher irgendwelche Objekte der Begierde stammen, Hauptsache erschwinglich und wenn möglich mit Statuszuwachs. Da das Bio-Ei aber positiv konnotiert ist, bringt das innerhalb der eigenen Ethnie – äh – Gemeinschaft Status. Der Rest wird ausgeblendet. “Global denken , regional handeln” ist ein Widerspruch, da mit einem “globalen Denken” (was immer das sei…) keine Handlungsfreiheit gegeben ist. Wenn eine deutsche Wasseraufbereitungsfirma einen Auftrag aus China erhält, weil die das nicht selbst tun können, ist das in Ordnung – aber dann damit an die Börse zu gehen, mit völlig artfremden global agierenden Firmen Fusionen zu machen (joint ventures), das grenzt an Zockerei und ist nicht einmal den Wirtschaftsexperten wirklich klar – ausser, lapidar, es geht um Macht und Geld für einzelne Privilegierte. Und wo immer Macht zelebriertwird, entsteht eine Gegenmacht…

  4. Thomas Holzer

    Die “Rechtspopulisten” sind eben keine Rechtspopulisten, sondern nationale Linkspopulisten!
    Nur weil mal die verbliebenen Pfründe primär oder auch nur auf die autochthone Bevölkerung verteilen will, ist man noch lange nicht rechts.
    Daß sogar anscheinend halbwegs intelligente Zeitgenossen dieser weitverbreiteten, von den Linken geförderten (und allen anderen bereitwillig akzeptierten) Begriffsverdrehung wider besseres Wissen weiterhin munter und anscheinend kritiklos das Wort reden, verwundert mich doch sehr.

    Die Wahrheit schmerzt, sei sie auch ganz gerecht.

  5. Reini

    … Herr Hawkins sagt düstere Prognosen für die Menschheit voraus, … Warum sich die Menschheit keine Gedanken an der eigenen Vernichtung macht, warum keiner die Dezimierung der Überbevölkerung anspricht, Ethisch gesehen nicht durchführbar, aber wenn auf Zukunft der Planeten gerettet wird, der Raubbau der Ressourcen zurückgeht, usw… . In diesem Fall scheinen Kriege positiv auf Dauer für die Menschheit zu wirken. Zu Zeit lebt der Mensch in einer humanen Sackgasse, er findet mit diesen Systemen keine Lösungen für die Globale Probleme, er muss sich neu Ausrichten, nur wie weiß keiner! … lt. Hawkins werden es Atombomben oder Viren… oder richten es Naturkatastrophen!
    … aber was solls, hinter mir die Sintflut,…

  6. pippin

    “Die „Rechtspopulisten“ sind eben keine Rechtspopulisten, sondern nationale Linkspopulisten!”
    Ja, siehe auch FPÖ Logo: “Die soziale Heimatpartei.”

  7. Fragolin

    @Lisa
    Richtig, Neid wird man nicht abschaffen können, ebenso wie Ekel, Freude, Lust oder Glück. Menschliche Gefühle gehören zum Menschen einfach dazu.
    Das Perfide der Propagandisten mit ihren linksgestrickten Pullis aus blutroter Wolle besteht allerdings darin, den Menschen zu unterstellen, ausschließlich aus Gefühl, sogar niederen Gefühlen, zu handeln, weil sie eben zu dämlich sind um irgendwas zu durchschauen oder jemanden aus rationellen Gründen abzulehnen.
    Genau dieser hauptsächlich von jenen Propagandisten selbst herbeigeschürte Neid greift als Argument überhaupt nicht mehr, seitdem die poor class in Amerika einen Milliardär gewählt hat. Sie entscheiden eben nicht aus niederen Instinkten, aus Neid oder Bosheit, sondern durchaus aus Vernunftgründen, weil sie erkannt haben, dass Clinton ihren Reichtum nur besser versteckt und die Leute belügt während Trump seine Milliarden, geschmacklos aber ehrlich, aus der Hose hängen lässt. Sie haben die political correctness abgewähtl und den Feminismus und den ganzen Kometenschweif an Lug und Trug der da dran hängt.
    Ist schonmal jemandem aufgefallen, wie bekotzenswert präpotent die sich etwas Besseres Dünkenden dem “alten weißen Mann” unterstellen, mehrheitlich ungebildet und abgehängt zu sein und deswegen eigentlich gar nicht wahlberechtigt sein dürfte? Und dann fordert das gleiche Orchideenproletariat lauthals die Förderung junger Frauen, weil immer noch mehr Männer Akademiker würden. Also sind doch erstens Frauen weniger gebildet und zweitens, wenn es doch Männer wären, müssten diese dann nicht genauso gefördert werden? Bei dummen Frauen fordert man Bildungschancen, bei dummen Männern das Schafott? Weil die weißen Männer mehrheitlich vielleicht keinen Uni-Abschluss haben, aber trotzdem nicht blöd sind, haben sie dieses System aus Verlogenheit und Präpotenz abgewatscht. Und über die Hälfte der weißen Frauen auch, denn die sind auch nocht blöd.
    Die angebliche Dummheit und Bosheit des kleinen Mannes ist nichts als die Ausrede der Mächtigen, warum sie an der MAcht bleiben sollen. So wie die da oben mir Bosheit, Neid und grundlosen Hass unterstellen, unterstelle ich ihnen Gier, Lüge und Brutalität. So wie sie mich unter den Generalverdacht stellen, Steuern zu hinterziehen und mich gegen ihre Gier zu wehren, stelle ich sie unter Generalverdacht, meine gezahlten Steuern zum Fenster hinauszuwerfen und sich selbst in die Taschen zu stopfen und ihre ganze Freunderlwirtschaft damit zu mästen. Der einzige Unterschied zwischen Angestelltem und Chef ist aber der: Diese Menschen sind mir, uns, dem ganzen Volk verpflichtet, aber wir ihnen überhaupt zu gar nichts!

  8. Fragolin

    Zu den “nationalen Linkspopulisten” – ja, Volltreffer! Heizgeld für Omas, wenn sie Österreicherinnen sind, und “Unser Geld für unsere Leut'” – wie blöd geht es noch?
    Mein Geld für mich! Und wem ich davon etwas abgeben möchte und ob überhaupt, ist und bleibt ganz allein meine Entschidung. Die Blauen sind im Moment nur deswegen wählbar, weil sie etwas dagegen unternehmen wollen, in unsere zu friedlichen Schafen erzogene Gesellschaft rudelweise Wölfe zu importieren. Die sich dagegen wehrt, wenn ein tschetschenischer Brutalo einem am Boden liegenden Mädchen mit vollem Anlauf in’s Gesicht tritt (ich kann’s nur immer wiederholen, ich halte diese von sich und ihrer Erhebung durch Allah überzeugten kleinen Wichser für das Feigste unter Gottes Sonne – und dieser Gott ist nicht Allah!) und dann die gleichen Leute, die dafür verantwortlich sind, das überhaupt so etwas passieren kann, sich dann in ihren Propagandakanälen über die “Verrohung unserer Jugend” wundern.
    Die einzige Partei, die das Zeug dazu hatte, soweit rechts zu liegen, dass sie den Aufnahemtest zur kommunistsichen Internationale nicht geschafft hätte, war das TS. Was dabei herauskommt, wenn man eben nicht populistisch agiert sondern mit Argumentation die billigen Anpatzereien der Populisten zu entkräften sucht, sieht man ja. Der Wähler will das Große Theater. In einer Demokratie kommen nur jene weiter, die sich an das Populus anbiedern, die ihm die Show bieten.

  9. Mme. Haram

    @Reini:
    wenn Sie Stephen HawkinG meinen, (“I don’t believe the human race will survive teh next 100ß years… unless we spread into space.”).
    dazu Alex Epstein: “Bad philosophy turns a genius into a moron. Human beings have survived 100.000 years, including climate changes we can’t imagine, with 1/100K our present technological power. In the last 1000 years we have increased our numbers and survival rates with unprecedented speed. But because Hawking believes in the dogma of evil man as parasite and perfect Earth as host, he makes a statement like this in an era when we have every reason to expect a magnificent future, unless we are held back by anti-humans like him.” #WhyScientistsNeedPhilosophy
    “Raubbau der Resourcen”: auch ein Ökoschmäh. http://www.moralcaseforfossilfuels.com/data/

  10. Thomas Holzer

    “Was dabei herauskommt, wenn man eben nicht populistisch agiert sondern mit Argumentation die billigen Anpatzereien der Populisten zu entkräften sucht, sieht man ja.”

    Zwischen Unbedarftheit und Argumentation besteht aber schon noch ein (himmelhoher) Unterschied.
    Die Vertreter des TS glänzten und die verbliebenen “glänzen” leider noch immer durch nahezu absolute Unbedarftheit

  11. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Wenn Sie in der Hochebene der Politik irgendwo einen wirklich intelligenten und gleichzeitig integren Menschen finden, sagen Sie mir bitte Bescheid. Ich finde leider keinen, egal wie sehr ich auch suche… 😉

  12. mariuslupus

    @Fragolin
    Helmut Schmidt, der einzige Politiker für den die Worte, Demut und Anstand noch eine Bedeutung hatten.
    Fragen Sie doch einen Politiker, ob er die Worte Demut und Anstand, je gehört hat. Sollte der Politiker ausnahmesweise ehrlich sein, wird er zugeben, dass er mit diesen Begriffen nichts anfangen kann. Aber, keine Angst, er wird lügen. Das gleiche Experment könnte man auch mit einen Journaliste machen. Der Anfang wäre mit den Mitarbeitern des ORF zu empfehlen.

  13. Christian Peter

    Kritik an TTIP üben nicht nur Grüne und Linke, sondern vor allem auch Konservative, denn durch Abkommen wie TTIP oder CETA wird die wirtschaftliche Freiheit nicht gesteigert, sondern eher behindert, wie u.a. die ultra – konservative US – Denkfabrik Heritage Foundation feststellte.

  14. Christian Peter

    Linksliberale Europäer versuchen neuerdings auch Donald Trump als zu verunglimpfen, weil er sich gegen Freihandelsabkommen ausspricht. Ist natürlich lachhaft, denn das Freihandel Wohlstand schafft ist ein uraltes Dogma, für das es keine haltbaren Belege gibt. Als Beispiel sei das Land mit der reichsten Bevölkerung der Erde – Japan – genannt, dass sich seit vielen Jahrzehnten mit Protektionismus und strikter wirtschaftlicher Abschottung Wohlstand schuf und bis zur Jahrtausendwende kein einziges Freihandelsabkommen schloss.

  15. Fragolin

    @mariuslupus
    Danke, aber der zählt nicht mehr. Ich meine hier und jetzt.
    Ich vermute fast, wirklich intelligente Menschen wollen sich einen solchen Job gar nicht antun.

  16. astuga

    “Niemand lässt sich gern ausgerechnet von jenen schulmeistern, für die er aufkommt.”

    Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen.
    Marie Antoinette zugeschrieben

  17. Falke

    @mariusplus
    Da Sie “Anstand” erwähnen, fällt mir eine Aussage der Hymnendichterin Rauch-Kallat in der sonntägigen Sendung “Im Zentrum” ein: Sie machte ihr Entsetzen und ihre Verständnislosigkeit über die Wahl Trumps an dem “Anstand” fest (gemeint hat sie natürlich die pc), den sie (und ihre links-grüne “Elite”) jahrelang den Menschen und vor allem Jugendlichen eingetrichtert hat, um einen angeblich respektvollen Umgang miteinander zu sichern. Und nun das! Es wird jemand US-Präsident, der genau diesen “Anstand” während des gesamten Wahlkampfs völlig missachtet hat (er hat sogar gesagt, er hätte für so etwas “keine Zeit”), noch dazu gegen eine Kandidatin, die wie kaum sonst jemand, diesen Anstand, also die political correctness, zur Grundlage ihrer gesamten Politik gemacht hat. Rauch-Kallat muss wohl ihr gesamtes Lebenswerk zusammenbrechen gesehen haben, nämlich dass die Mehrheit der (vorerst amerkanischen) Bevölkerung dieser pc keinerlei Wert oder Bedeutung beimisst – eher wohl im Gegenteil, dass ihr die pc schwer auf die Nerven geht.

  18. waldsee

    die sozialdemokratie hat das pulver sicher nicht erfunden.bitte das zu beherzigen.
    zu rechts (trump,hofer,afd……) möchte ich bemerken ,daß diese gruppe im wesentlichen das ergebnis linksfaschistischer meinungsbildner ist,die von der geborgten nazikeule zunehmend heftigeren gebrauch machten ,umso länger diese zeit zurückliegt . bei den sogenannte “rechten, “handelt sich zum erheblichen teil um leute,die nur retten wollen ,was noch zu retten ist.
    fünf vor 12 ist schon lange vorbei.

  19. Herzberg

    @Thomas Eppinger

    Für jemanden, der ein Links-Rechts-Schema als verkürzend eindimensional und daher nicht sinnstiftend bezeichnet, verwenden Sie es erstaunlich oft. Folge dessen ist einmal mehr eine versuchte Analyse, die am bekannten Umstand leidet, wonach aus Falschem bloß Beliebiges folgt.

    Zum Aufwärmen an der Seitenlinie: “wächst unter den Geschmähten die Wut.”

    Den Unterschied zwischen Wut und Zorn sollte man ebenso würdigen, wie jenen zwischen Angst und Furcht respektive Sorge. Das Establishment ansatzweise kritisieren und dabei just deren falsches Vokabular zu übernehmen, ist ungeschickt, wenngleich symptomatisch für jemanden, der irgendwie für eine ominöse Mitte argumentiert, in der sich, welch Ironie, ausgerechnet die Etablierten drängen wie silikonbewährte Brüste in einen zwei Größen zu kleinen Korsett.

    Nun hat die grün-linke Elite in den letzten Jahrzehnten nichts unversucht gelassen, Wirtschaftswachstum, Freihandel und Internationalität verächtlich zu machen.

    Tatsächlich? Spätestens bei der genannten Internationalität stimmt das exakte Gegenteil, trommelt doch die grün-linke Elite wie kaum jemand anderer Weltoffenheit (sic!), das Mitspielen in supranationalen Organisationen, grenzüberschreitende Solidarität bis hin zu kriegerischen Eingriffen auf fernen Kontinenten aus nicht minder “altruistischen” Motiven.

    sind rechts und links mit freiem Auge nicht mehr zu unterscheiden.

    Welches Links, welches Rechts? Zuerst willkürlich gestanzte Ettiketten verteilen und hernach das jeweils Beklebte als fürs eigene Auge ununterscheidbar zu behaupten, ist unzweckmäßig, um nicht zu sagen: Dumm. Auf die Spitze getrieben ist es, man verzeihe die Polemik, sogar typisch links, die Unfähigkeit in der Herausarbeitung basaler Unterschiede als Beweis für die Richtigkeit der eigenen Behauptung anzuführen.

    Die Ernte fahren die Rechten ein.

    Wenig im Leben ist 100% sortenrein, waschecht und unverfälscht. Küstenlinien sehen bei Ebbe anders aus als bei Flut, doch bei aller Unschärfe ist die korrekte Feststellung trivial, ob etwas weiter auf offener See ist oder näher am Festland. Daß es da wie dort vom Salzwasser feucht ist, sprich irgendwie mit antilibertären Elementen durchzogen, ist richtig, zugleich aber ebenso verkürzend wie die Feststellung, sowohl Ohrfeigen wie auch Exekutionen mit dem Strang seien beides abzulehende Formen der Gewalt und damit sei alles Relevante gesagt.

    Nur dem voll umfänglich Schmerzbefreiten ist alles eins. Er bedarf der Unterscheidung nicht oder er negiert sie gezielt zum Kaschieren, wonach er mit der eigenen Internationalität und dem Ansinnen des Machttransfers an supranationale Entitäten den Linken im entscheidenden Aspekt näher steht, als Theaterdonner über linke Exzesse einen glauben lassen soll.

    Während die professionellen Welterklärer über die Gründe für den Aufstieg der Rechtspopulisten rätseln, nimmt das Unheil seinen Lauf.

    Diese Aussage findet sich aktuell nahezu wortident im aktuellen Mainstream, jenem Gewäsch, dessen Quelle die vorgeblich mit Weisheit gesegnete Mitte ist, in der sich nicht nur professionelle, sondern auch dilettantische Welterklärer finden.

  20. Heidi Matt

    Links und Rechts sind 2 Seiten einer Medaille. Zwar sind beide Begriffe als rhetorische Begriffe immer weniger aussagekräftig geworden, um diesen Kommentar kurz zu halten will ich sie trotzdem plakativ verwenden.

    Linke („moralische, grün-linke Elite“), sage ich, sind die, die Worte wie sozial und Verwaltung, Verteilung, Staat etc. in den Mund nehmen und TTIP, Banken, Großkonzerne etc. kritisieren. Die bekommen hier teils zu recht ihr Fett weg, aber ihre positive Seiten werden nicht erwähnt. Interessanterweise wird die Seite des Kritikers (THOMAS EPPINGER und andere Ideologen)  nicht verortet, nicht beschrieben oder definiert. Rechte seien andere, die populistische Worte wie Recht, Ordnung, Sicherheit, Stolz und Heimat verwenden.

    Also möchte ich die Komplimentariät von links/rechts der Wirklichkeit anpassen, und sage:
    Links vs. (Neo-) liberal.
    Da gibt es Viele, die kaum Kritik aufkommen lassen wollen an Wirtschaftswachstum, Freihandel, Globalisierung, Banken, Fracking und anderem. Auch hier: Zwar mag die eine oder andere Kritik überzogen sein (m. E. z.B. Klimawandel), gibt es aber nicht genügend Schattenseiten auch hier?
    Begründung:
    Jimmy Carter: Die USA sind eine Oligarchie (150811 info-direkt)
    Das gilt auch immer mehr für andere westliche Länder. Eine Oligarchie ist keine Marktwirtschaft mehr, die ja eine wesentliche ideologische Grundlage der Liberalen ist.
    TTIP hat mit Freihandel nichts zu tun. Der Börsenexperte Dirk Müller sagt, es geht u.a. darum die US-Rechtsauffassung durchzusetzen.
    London School of Economics: 160426 Vernichtendes Urteil über TTIP.
    Es ist auch keine Marktwirtschaft, wenn viele im Grunde bankrotte (bei normaler Bilanz nach 2008) Großbanken mit riesigen Summen durchgefüttert werden …
    Es ist auch keine Marktwirtschaft mehr, wenn Großkonzerne Förderungen kassieren und so gut wie keine Steuern bezahlen. Dadurch werden KMUs schwerstens benachteiligt.
    Man könnte noch ellenlang Argumente anfügen.
    Natürlich spielt (Markt-) Macht eine Rolle. Z. B. riesige Rechtsabteilungen gewisser Großfirmen.
    Und es spielt auch Geopolitik eine wichtige Rolle, die ganzen Kriege. Dafür gibt es anscheinend mehr als genug Geld. Das ist eine Verbrechen!
    Ein Argument möchte ich noch nennen, denn die eigene Ideologie wird meistens nicht reflektiert.
    „… Ideologien, ja, aber was ist die heutige Ideologie, die im Mittelpunkt steht und die Mutter der Korruptionen und der Kriege ist? Die Vergötterung des Geldes. … Das ist Götzendienst.“
    (Franziskus in Polen 27 bis 31-07-2016 Weltjugendtag)

    Mein Vorschlag: Überall gibt es Unzulänglichkeiten, den Balken im eigenen Auge. Wir werden animiert zum Streit, den andere ausnutzen wollen. Lassen wir das nicht zu. Überlegt einen Weg das besser zu machen.

  21. Christian Peter

    Donald Trump wirkt : Apple kündigt an, Teile der Produktion in die USA zu verlegen.

    Link : Trump’s promises are already happening. Look what Apple just announced.

  22. Historiker

    @Thomas Holzer
    Natürlich ist @herzberg > @gms ! Er wird seine permanenten Beleidigungen nicht lassen können, bis er wieder (wegen Todesdrohung) rausfliegt. Aber, wie bereits angekündigt, kommt er als Bumerang mit neuem NICK zurück, um nicht auf Sachverhalte, sondern wieder auf Poster einzudreschen. Schade, dass er nicht versteht, dass, wenn er schon gesperrt wird, es anständiger wäre, sich ein seinen Beleidigungen angepaßtes Forum zu suchen.

  23. Dagobert

    einer der beiden bp-kandidaten bei uns hat die wähler seines gegners sinnbildlich als “orks” bezeichnet.
    also mindestens fast wie “basket of deplorables”, nur etwas schlimmer.
    möge ihm der wähler an der wahlurne dafür “danken”

  24. Christian Weiss

    In der Schweiz läuft derzeit eine intensive Debatte über den Atomausstieg. Bemerkenswert dabei ist, dass die linksgrüne “Elite”, die sich für das Bildungsbürgertum hält, bisweilen eine aberwitzige Unkenntnis der Faktenlage an den Tag legt und elementare physikalische Gesetze nicht kennt.
    Die angeblich intelligenten Gebildeten beherrschen noch nicht mal Grundrechenoperationen und können nicht zwischen elementaren Grundgrössen unterscheiden.
    Die grösste Irrtum der “Gebildeten” ist der, dass sie sich für gebildet halten.
    Wer in der Waldorfschule Tanzen und Klatschen als Hauptfach hatte und danach an einer Universität Gender- und Sozialwissenschaften studiert hat, ist nicht gebildet. Er ist nur ideologisch gedrillt.

  25. mariuslupus

    @Fragolin
    Richtig, wen die Götter lieben, den nehmen sie viel zu früh zu sich.
    @Falke
    Vielleicht in Missverständnis, für mich hat Anstand, nichts, aber nichts mit PC gemeinsam. Anstand ist Haltung und nicht ein Wort.

  26. Luke Lametta

    Wie kommt man denn auf die spektakuläre Idee, Japan würde sich “wirtschaftlich abschotten”, hätte keine Freihandelsabkommen, stattdessen Protektionismus und würde davon gar noch profitieren? Vielleicht mal wieder zum Saturn oder auf den Parkplatz davor gehen und die japanischen Marken (Unterhaltungselektronik/Autos, reicht ja bereits) zählen. Japan hat unzählige bilaterale FT-Abkommen, dazu ein umfassendes mit den ASEAN-Staaten etc. etc…

  27. Christian Peter

    @Luke Lametta

    Japan hatte bis zur Jahrtausendwende kein einziges Freihandelsabkommen, mittlerweile sind es viele, wirtschaftlich hat es Japan aber nichts gebracht.

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