Die Geschichte lehrt, aber keiner hört zu

(JÜRGEN POCK) Nach der Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten und den daran geknüpften publizistischen wie auch politischen Possen ist vor der nächsten Belehrungswelle durch die progressiv polternde Gesinnungsgruppe auch hierzulande. Nachdem sich die vereinigten Medienmacher und etablierten Parteigranden samt intellektuellem Echo daran gemacht haben, Hillary Clinton übereilt zur Siegerin zu küren, versuchen sich nun manche der falschen Propheten in beschämter Beschwichtigung. Andere allerdings, wie zum Beispiel der Grünen-Guru Van der Bellen, treten ungeniert vor die Mikrofone und begnügen sich mit der Wiederholung altbekannter Parolen. Man ist geneigt zu denken, dass der Wahlausgang in den USA die Aufmerksamkeit zumindest ein Stückchen weit in Richtung Motivanalyse bewegen würde und vor allem in linken Kreisen, wenn schon nicht zum Um- so doch zum Nachdenken, anregen würde. Weit gefehlt.
Der ehemalige Obmann der Grünen meint die Gunst der Stunde dadurch nutzen zu können, dass er im typisch belehrend-alarmierenden Gestus vor seinem Gegenkandidaten Hofer warnt und für ein gemeinsames Super-Europa trommelt. Van der Bellens Kampagnenteam, das ihm ja schon des Öfteren unfreiwillig die Maske vom grünen Gesicht gerissen hat – man erinnere sich nur an die patriotisch aufgeladenen Sujets, die den Professor ungemein unglaubwürdig als Heimatverliebten inszeniert haben – beweist mithin beharrlich eine absolute Lernresistenz.
Anstatt sich von Vernunft geleitet über die Beweggründe des Stimmvolks Gedanken zu machen, gehen die Linken lieber daran, in dieselbe Misserfolg versprechende Kerbe zu schlagen, die Clinton und ihren Clan nur wenige Tage zuvor zu Fall gebracht haben. Es fehlt, wie so oft, an der nötigen Einsicht und an selbstkritischer Reflexion.

Überaus bemerkenswert ist jedoch, wie weit die Ignoranz und selbstgefällige Überheblichkeit in linken Köpfen fortgeschritten ist, um nach dem amerikanischen Negativbeispiel in dieselben verbalen Fußstapfen zu treten, wie die Verlierer. Die Unfähigkeit aus den politischen Fehlern anderer zu lernen, ist frappant.
Dennoch drängt Van der Bellen mit seinen unzulänglichen Zuschreibungen an die Öffentlichkeit. Stets die totale Toleranz predigend, bedient er sich deplatzierter Anschuldigungen, um Hofer als „Rechtsdemagogen“ zu denunzieren, der, im Falle eines Wahlsieges, eine unheilvolle blaue Republik und „die Machtübername durch die FPÖ“ einleiten würde. Einzig sein von Intellektualität und Klugheit überbordender Geist könne Europa vereinen und „wieder in die richtige Richtung“ bringen. Selbstredend wird Richtigkeit ausschließlich aus linker Logik abgeleitet, die allgemeingültige Wahrheit findet sich nur auf Seiten des grünen Kandidaten. Freilich.

Und seine Panikattacken, mit welchen er ungefragt eine potentielle Wählerschaft beglückt, seine politische Hetzjagd auf Andersdenkende antreibt, seinen Wunsch nach rhetorischen Tabuzonen, Sprechverboten und politischer Korrektheit bekräftigt, gelten als zwingende Maßnahmen, um den eigenen universellen Geltungsanspruch zu rechtfertigen.
Dieser megalomanischen Phantasmen nicht genug, mischt sich auch Vizekanzler Mitterlehner, wenn auch auf indirektem Wege mit Blick auf den Wirtschaftsstandort Österreich, in den Wahlkampf ein und lässt mal locker eine Empfehlung für den Kandidaten Van der Bellen vom Stapel.

Laut ÖVP-Obmann bringe er „die internationale Reputation“ mit, die für die Ausübung des Präsidentschaftsamts unabdingbar sei. Notabene: Das hochnäsige, heimische Establishment verpasst folglich keine Chance, sich entschlossen noch weiter ins politische Abseits zu befördern.

17 comments

  1. Herbert Manninger

    Die ,, internationale Reputation” VdBs erstreckt sich maximal von der Zugspitze bis Helgoland, also im durchgeknallten linkpopulistischen Merkelland.
    Dem Rest der Welt geht er am A. vorbei.

  2. Fragolin

    Allein das Reden von der “Machtübernahme” entlarvt die jetzigen Obertanen: Auf eine Verfassung vereidigt, die sie zu Angestellten und Interessenvertretern des Volkes verpflichtet, fühlen sie selbst sich als Herrscher desselben. Wenn ich einen Anwalt beauftrage und der die Interessen der Gegenseite vertritt, entziehe ich ihm das Mandat.
    Diese Leute waren zu lange am Futtertrog.

  3. Wanderer

    @Fragolin
    An diesem Futtertrog werden sie wohl noch eine Zeit lang bleiben. Einen Wahlsieg Hofers halte ich nach den zahlreichen ÖVP-Wahlempfehlungen für VdB für sehr unwahrscheinlich. Über kieferbrechende Minderjährige ärgert man sich kurz, doch man sieht dabei keinen Zusammenhang mit der BP-Wahl. Gleiches gilt für die Nationalratswahl. Man kann zu dritt auch weiterhin komfortabel gegen eine erstarkte FPÖ reagieren.

  4. Gerald

    Sollte Hofer die Wahl gewinnen, dann gibt es einen “nationalen Schulterschluss aller demokratischen Kräfte” , bestehend aus den Linken der SPÖ, der ÖVP und der Grünen, wenn nötig auch mit den Neos.
    Die haben ja alle das alleinige Recht auf Demokratie auf ewig gepachtet, nach Vorbild der Wiener SPÖ, oder der sowjetischen Komunisten in der Stalinära.

  5. Fragolin

    @Wanderer
    Ich schätze die Chancen 50:50. Auf die “Wahlempfehlungen” von solchen Nasen wie Ederer oder Karas hört doch außerhalb derer Machtblasen und Boboviertel kein Mensch. Da hören mehr auf Baumgartner oder Gabalier.
    Es gibt eine Hälfte für Hofer und eine Hälfte für Van der Bellen. Diese Gruppen sind recht klar abgetrennt. Ich halte sogar die Wahrscheinlichkeit, dass einer vom Hofer-Wähler zum VdB-Wähler wechselt für geringer als andersherum, weil die Zahl derer, die vom System die Faxen satt haben, stetig steigt. Am Ende wird alles davon abhängen, wer mehr Leute aktivieren kann und wer die Briefwahl im Griff hat. An den Praktiken mit den Alten- und Pflegeheimen hat sich nichts geändert, und ob es wieder möglich sein wird, während einer überraschenden Datenübertragungspause erstaunliche und von der Arithmetik auffallend abweichende Stimmenverteilungen zu erreichen, werden wir sehen.
    Wer täglich erleben kann, wie wir von der Politik aus allen Lagern betrogen, getäuscht und belogen werden, kann nicht allen Ernstes erwarten, dass Wahlen sauber und ehrlich ablaufen. Nicht umsonst werden Wahlkartenauszählungen in anderen Ländern dieser Welt unter laufenden Überwachungskamers veranstaltet, und jeder der will kann per Livestream dabei zusehen. Deshalb können in solchen Ländern auch mal überraschende Ergebnisse erzielt werden.
    Trotzdem bin ich dafür, um den Frieden im Land zu wahren, egal wie die Wahl ausgeht, das Ergebnis endlich anzuerkennen und das Beste daraus zu machen. Mit Druck ein demokratisches Ergebnis erzwingen zu wollen, wo keine Demokratie ist, funktioniert nicht.
    @Gerald
    Sollte Hofer gewinnen empfehle ich für alle Geschäftsinhaber in der Innenstadt Glasbruchversicherungen mit Vandalismusklausel. Aber besser vor der Wahl abschließen, hinterher könnten die Beiträge empfindlich steigen…

  6. Reini

    Bei einem Sieg Hofers in die Gesichter der Verlierer zu sehen ist wie Balsam auf dem Herzen, die Mundwinkel werden zu einem schelmischen Grinsen, … wenn sie die VdB Niederlage als kleinen Sieg verkaufen bekomm ich dann ein Lachkrampf mit Kopfschütteln.
    Frage von Herr Wolf an VdB: “Wie konnte diese Niederlage passieren?” …

  7. Fragolin

    @Reini
    Die werden dann über selbsterfundene Wahlanalysen und hausinterne Befragungen zu der Erkenntnis kommen, dass die ungebildeten, Abgehängten und Hasszerfressenen, die Neider und Dumpfbacken in Österreich lieber zur Wahl ihres Lieblingsfaschisten gegangen sind anstatt wie die Intelligenz und progressive Elite vom Wetter, Adventmärkten oder der puren Angst, von aggresiiven Faschistenhorden vor dem Wahllokal zusammengeschlagen zu werden, vom Wählen abgehalten wurden.
    Man sieht es momentan in den USA: denen ist keine Erklärung, warum die Anderen am eigenen Versagen schuld sein müssen, zu pippilangstrumpfig, um sie nicht mit vollem Ernst durch alle Propagandatrommeln zu jagen. Und die Trigger funktionieren ja auch: die aggressive Antifa-Meute (die Einzigen, vor deren brutalen Attacken man berechtigte Angst haben darf) bekommt das Feindbild geliefert und weiß, an wem es seine Aggressionstherapie abarbeiten darf.

  8. Gerald

    @Thomas Holzer
    Was anderes haben wir nicht zur Verfügung.
    Bei dieser Wahl geht es ohnehin nur darum, dass für die nächste Nationalratswahl die stimmenstärkste Partei mit der Regierungsbildung beauftragt werden kann, was ja bekanntermaßenßen unter einen BP VdB nicht zu erwarten ist.
    An der allgemeinen Situation wird sich bis dahin nichts ändern, sofern die Regierung nicht irgendeine der von der FPÖ geforderten Änderungen vorab selbst beschließt und diese dann als ihren großen Erfolg feiert. Natürlich nur um dem Volk zu dienen und nicht um den eigenen Machterhalt zu sichern.

  9. Gerald

    Die Erklärungen nach der Wahl:
    Man muss die Wähler und Wählerinnnen abholen, die herausragenden Leistungen besser erklären, mehr in Bildung investieren damit die zukünftigen Wähler und Wählerinnen die Vorzüge besser verstehen, den Kampf gegen Rechts verstärken, die mediale Präsenz des Kandidaten steigern und dem Gegner nicht so viel Publicity schenken, etc. etc.
    Übrigens ist das Wahlsstem unfair, hätten auch die bereits verstorbenen wohlverdienten Sozialisten( durch eine Ethikkommision bestehend aus verdienten Sozialisten festgestellte Gesinnung) per Testament ihr Stimmrecht für die nächsten Wahlen an einen Treuhänder übertragen, dann könnte es im Sinne der roten Republik niemals dazu kommen😉

  10. Hanna

    @Wanderer: Zuerst Kaffee trinken, dann rausgehen in die Welt, beobachten und mit den Leuten reden (aber in die wirkliche Welt, nicht innerhalb der Bobo-Glocke oder in der “mit-dem-Auto-zur-Arbeit-und-zurück-und-nur-wochenends-in-Öffentlichkeitskontakt-in-Schönbrunn”-Glocke, unter der man nix mitkriegt) – und dann ev. posten. Klingt irgendwie surreal, wie Sie denken. Oder Sie leben gar nicht in Österreich und schon gar nicht in einer der Hauptstädte.

  11. sokrates9

    Die FPÖ und Hofer fressen derzeit anscheinend tonnenweise Kreide und führen einen Kuschelwahlkampf!Glaube nicht dass das der Richtige Weg ist! Hunderttausende Flüchtlinge auf dem weg nach Europa lösen sich derzeit in Nichts auf, ein Marsch von Afganen durch Serbien wird ignoriert, die tausenden geretteten aus dem Mittelmeer fühle sich alle pudelwohl in Italien und werden dort so großzügig unterstütz dass sie alle Italiener werden wolle, die gestatte zwar Deutschland die Grenze zu sperren, der Brenner muss aber offen bleiben, der offensichtliche Kampf der Kommunistin Merkel gegen Trump, Entspannungsideen gegenüber Rußland, all dies wird von den Freiheitlichen nicht thematisiert! Mir ist klar die Zielgruppe sind die ÖVP Wähler / Riess – Wähler!( Da ist es auch verdächtig ruhig!! – Ob da nicht noch ein kräftiger Paukenschlag kommt??) Doch ob sich ein Frustrierter mit Kuschelparolen in die Wahlzelle bewegen lässt und Pro Hofer stimmt wage ich zu bezweifeln!

  12. Falke

    Wenn die links-grünen Gutmenschen etwas aus dem Sieg Trumps gelernt hätten, müssten sie ja zugeben, dass sie bisher falsch lagen – das wird aber nie geschehen: fanatisierte Ideologen wähnen sich im Besitz der absoluten Wahrheit, ganz egal, wie die Fakten aussehen. Daher gibt es für sie nur eines: more of the same, ohne Rücksicht auf Verluste. Und diese Verluste versuchen sie dann durch Gewaltaktionen wettzumachen.

  13. Dagobert

    es ist doch erstaunlich mit welchen lügen der grüne um sich schmeißt. nicht strache oder hofer entscheidet wer der nächste kanzler wird, sondern einzig und alleine der wähler mit seiner stimme.
    scheinbar hat die links-grüne bobo-schickeria angst vor dem wähler und würde am liebsten diese unliebsamen wahlen abschaffen.
    so sind die kommunisten halt. damals, wie heute.

  14. Wanderer

    @Hanna
    Es ist so. Egal ob in der Arbeit oder beim Bier mit Bekannten. Man schimpft furchtbar über Migrantengewalt und sagt im nächsten Satz, dass man VdB wählen muss, da es jetzt um das Ansehen der Republik geht. Ich rede nicht von Bobos oder sonstigen Gutmenschen, sondern ganz normalen Österreichern. Man glaubt mit den Blauen ersteht ein neues NS-System wieder auf. Das ist natürlich irrational und totaler Schwachsinn, doch man muss sich doch etwas mit Geschichte befassen, um da drauf zu kommen. Auch in diesem Blog spricht man gerne von den nationalen Sozialisten der FPÖ. Das mag wirtschafts- und sozialpolitisch z. T. stimmen, doch das Eintreten für einen starken Staat und eine Solidargemeinschaft seiner Staatsbürger macht noch keinen Sozialisten.

  15. Wanderer

    @hanna
    Es ist so. Egal ob in der Arbeit oder beim Bier mit Bekannten. Man schimpft furchtbar auf muslimische Gewalt und sagt im nächsten Satz man wird vdB wählen, denn es geht um das Ansehen der Republik. Ich rede nicht von Bobos oder sonstigen Gutmenschen, sondern ganz normalen Österreichern. Das ist irrational.

  16. mariuslupus

    Die Linke hört sehr gut zu. Aus den bisherigen Debakeln hat die Linke gelernt. Noch bleiben paar Wochen. Um den unliebsamen Kandidaten braun anzupinseln wird den Wahlkampf “Strategen” von VdB, schon etwas einfallen

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