Postfaktische Weihnachten

Von | 25. Dezember 2016

(MARTIN VOTZI) Postfaktisch denken und handeln, diese politische Strategie wird allzu gerne den Rechten und den Populisten zugeschrieben. Diese werden aber von den Regierenden und den Linken oder Grünen noch übertroffen. Und leider lässt sich das anhand der sogenannten Flüchtlingskreise leicht nachweisen.

Per Ende November sind knapp 40.00 (genau 39.618) Asylanträge in Österreich gestellt worden. Das sagt die offizielle Statistik des BMI. Im Dezember werden noch einige dazukommen. Sprich, im gesamten Jahr 2016 werden es über 40.000 sein.

Wie war das noch einmal mit der Obergrenze? Ach so, die gilt nur für zugelassene Asylanträge. Und das waren „nur“ 32.295 per Ende November. Von den knapp 40.00 Asylanträgen in 2016 wurden nur 23.561 zum Verfahren zugelassen, der Rest stammt noch aus Asylanträgen aus dem Jahr 2015.

Auf den ersten Blick ist es also ein Faktum, dass die Obergrenze nicht überschritten worden ist. In Wirklichkeit ist diese Aussage aber postfaktisch, denn man verschiebt mir nichts dir nichts in etwa 17.000 Asylanträge ins Jahr 2017. Diese Vorgangsweise hat sich schon bei den Schulden (Stichwort Frankenkredite der Stadt Wien) bewährt.

Eine andere postfaktische Behauptung. Der Anteil der Männer wäre längst nicht so hoch wie von den Kritikern der Flüchtlingspolitik behauptet. Fakt ist, dass auch im Jahr 2016 das Verhältnis Frauen zu Männern ein Drittel zu zwei Drittel ist. Die erheblichen Auswirkungen aus diesem Männerüberschuss werden erst über die Jahre im gesamten Ausmaß sichtbar werden.

Wer gegen den Zustrom von Flüchtlingen ist, dem ist das Schicksal der Kriegsflüchtlinge aus Syrien egal. Dieses Killerargument soll zeigen, wie menschenverachtend die Kritiker sind. Fakt ist aber, dass von den knapp 40.000 Anträgen bis Ende November nur etwas über 8.000 von syrischen Staatsangehörigen gestellt worden ist. Das ziemlich genau ein Fünftel der Anträge.

Die meisten Anträge wurden von Afghanen gestellt. Von diesen Asylanträgen wurden 38 % negativ entschieden und 24 % positiv. Was ist mit dem Rest. Diese noch einmal 38% werden unter „Sonstige Entscheidung“ eingestuft. Man ahnt es schon. Von diesen zirka 2.3oo sonstigen Entscheidungen sind mehr als 1.300 subsidiäre Schutzgewährungen bzw. humanitäre Aufenthaltstitel. Eigentlich aber eh egal. Von den negativ Beschiedenen werden ohnehin nur wenige abgeschoben.

Nun noch zu den Lieblingsflüchtlingen der Befürworter einer möglichst wenig reglementierten Migration, nämlich den unbegleiteten Minderjährigen. Nur zehn Prozent davon sind unter 14 Jahre, der überwiegende Teil gibt ein Alter zwischen 14 und 18 Jahren an. Das Alter dieser Gruppe ist bei nicht vorhandenen bzw. teilweise auch gefälschten Papieren nur durch aufwendige medizinische Untersuchungen festzustellen. Statistische Zahlen dazu gibt es in Österreich nicht. In Dänemark wurden 800 minderjährige Flüchtlinge mit einer Röntgenmethode untersucht. Dabei hat sich herausgestellt, dass 600 nicht mehr minderjährig waren. Zugegeben, die Untersuchung hat eine statistische Schwankungsbreite. Wenn aber drei Viertel der Untersuchten höchstwahrscheinlich ein falsches Alter angegeben haben, sollte es einem schon zu denken geben.

Last but not least einige Daten zum Familiennachzug. Hoppla, eine Statistik dazu sucht man vergeblich. Zumindest für Österreich. Blickt man nach Deutschland, bekommt man auch nur eine Schätzung des BAMF. Dort rechnet man mit einem 1:1 Verhältnissen bei syrischen Asylanten. Die anderen Herkunftsländer hat man erst gar nicht betrachtet. Für das Jahr 2015 weist die deutsche Statistik mehr als 20.000 Visa für Familiennachzug aus. Mit dem Flüchtlingsansturm aus der zweiten Hälfte des Vorjahres hat das allerdings nichts zu tun. Für die insgesamt ca. 500.000 syrischen Flüchtlingen aus den Jahren 2015 und 2016 werden noch einmal eine halbe Million Menschen im Rahmen des Familiennachzugs geschätzt. Postfaktisch halt.

Die Regierung täte gut daran, Fakten zu liefern, um postfaktischen Argumenten zu begegnen. Sie scheint das aber nicht zu wollen, aus welchen Gründen auch immer. Beim Thema Obergrenze kommt man aus dem Lachen ohnehin nicht mehr heraus. Postfaktisch betrachtet ist es ehr eine Untergrenze. Solange diese nicht erreicht wird, braucht man sich auch nicht groß um Maßnahmen zur Beschränkung des Zuzugs auf wahrscheinlich Asylberechtigte zu machen. Frei nach dem Motto. Regt euch nicht auf, die Obergrenze haben wir eh nicht erreicht.

14 Gedanken zu „Postfaktische Weihnachten

  1. Mona Rieboldt

    In Dänemark wurden Hand und Zähne geröngt, um das Alter festzustellen. Das scheint mir nicht sehr aufwendig, denn Minderjährige kosten den Steuerzahler besonders viel Geld. Diese Feststellung darf es in D nicht geben mit der Begründung, man würde deren Würde verletzen und das Röntgen wäre auch schädlich. So weiß man halt nicht, ob der Mörder der Studentin in Freiburg ein 17jähriger Afghane oder ein 23jähriger Iraker ist. Die Behörden haben da nicht wirklich Ahnung.

  2. Antonia Feretti

    Man braucht für eine erste Feststellung des Alters überhaupt kein Röntgen, es genügt ein fachkundiger Blick auf das Gebiss! Erfolgt nicht, aus welchen Gründen auch immer, vielleicht wegen der Höflichkeit, so nach dem Motto “einem geschenkten Gaul………………..”! Verstehe das, wer wolle!

  3. Fragolin

    @Mona Rieboldt
    Ach ja, die Würde. Manche haben sie, andere nicht.
    Wenn man einem arbeitenden Staatsbürger, der jedes Jahr akribisch Buch führt und jeden noch so kleinen Pups mit Rechnungen und Buchungsbelegen nachweisen kann, zwei Mann hoch das Büro belagert und jeden klitzekleinen Papierfetzen der letzten 7 Jahre durchkontrolliert und ihn peinlichst befragt, immer unter Androhung existenzvernichtender Strafen, nur um eine Bestätigung zu suchen, dass dieser nach jahrzehntelanger braver Ablieferung der Hälfte seines Gewinnes immer noch gerechtfertigt unter dem Generalverdacht steht, ein böser Steuerhinterzieher und Gesellschaftsschädiger zu sein, Weil man endlich den heimtückischen als Zahlendreher getarnten Beweis findet, dass vor 4 Jahren 12 Euro zu wenig Steuern bezahlt wurden, dann wird auf die Würde geschi**en. Ebenso, wenn in Mülltonnen gewühlt wird, weil der Generalverdacht besteht, man wäre ein renitent klimavernichtender Umweltsünder und würde die Plastikfitzelchen, in denen Bonbons eingewickelt waren, heimtückisch zusammen mit dem Papier des Bonbonsackels im selben Mülleimer entsorgen.
    Keine Sorge, bei den türkischen und arabischen Geschäften, die bis heute ohne Registrierkasse auskommen und neben deren Hintertür sich stinkende Haufen von Plastiksäcken als Rattentankstelle häufen kommt das eher selten vor. Menschenwürde gilt eben nur für Menschen, und laut der Kairoer Erklärung, die in Deutschland inzwischen einen höheren Stellenwert zu haben scheint als die UNO-Menschenrechtserklärung, zählen Dhimmis und Kuffar nunmal nicht dazu…
    Man muss doch nur die Probe machen, seine Papiere verbrennen und den Behörden erzählen, man wäre 16 und wolle jetzt eine Unterkunft, Vollpension, Taschengeld, Gratis Handy und überall freien Eintritt, BusBahnBim sowieso gratis, und wenn das nicht pronto liefe müsse man leider empört und beleidigt ausrasten, sich was klauen gehen und Drogen dealen. Was würde passieren und warum passiert das nicht, wenn jemand behauptet, er wäre aus Aleppo? (Man fragt sich sowieso, wo die alle hin sind, denn bis vor zwei Wochen erzählten uns die Kämpfer gegen Fake News und rechte Hetze, in Ostaleppo müsste eine Viertelmillion Menschen Todesqualen unter russischem Bombenhagel leiden, und als die Stadt evakuiert wurde, war sie nach 27.000 Leuten ratzeputz leer – haben die syrischen Raketentechniker inzwischen auch das Beamen erfunden? Oder liegt es an der arabischen Erfindung der Null, die sich dort einfach dazugeschmuggelt hatte und jetzt verschämt wieder verschwunden ist, was ja nichts macht weil die Null ja sowieso nur Nichts ist? Daran, dass unsere Medien gelogen haben, kann es ja nicht liegen dürfen. “Haben Sie die Daten manipuliert?” “Nein, ich habe absolut Null hinzugefügt!”)
    Es ist eine riesige Verschaukelung, die hier stattfindet.

  4. sokrates9

    Wo sind all die lieben Menschen aus Ostaleppo hingekommen, die einen 14-jaehrigen an den IS verrieten der ein Zuckerl im Ramadan lutschte und dann von derIS brutal gefoltert wurde, wo die Leute die begeistert applaudierten wenn man Spione wie Hunde angekettet auf allen vieren in Kaefige trieb und dann anzuendete, wo die Eltern die ihre 2 3- jnd6jaehrige Maedchen Bombenguertel umschnalten, auf Polizeistationen schickte und dort mit Fernzuendung explodieren .Alles bedauerliche Einzelfaelle?

  5. Der leiwaunde Johnny

    Ihr seid so lieb hier! Die Mehrheit in Österreich WILL das so! Schon vergessen wer zum Bundepräsidenten gewählt wurde? Und in D? AfD liegt lt. Umfrage schon bei über 15%. Schon…!?!

    Natürlich haben viele Sorge wegen AfD und FPÖ. Haben die das richtige Personal usw.? Aber diese beiden Parteien jetzt zu wählen, ist ein Akt der Notwehr. Wenn mein Haus brennt, will ich einen Feuerwehrmann mit einem dicken Wasserschlauch der sagt “Wasser marsch”. Ob er das grammatikalisch korrekt sagt, ob er den Schlauch elegant trägt oder nicht, darüber mache ich mir Gedanken sobald es heißt “Brand aus”.

    Prioritäten setzen, ist das Gebot der Stunde.

  6. mariuslupus

    Jeder der die Lüge von Beschränkungen des Zustroms von Illegalen glaubt, ist selbst Schuld, oder er hat ein Problem mit seinen Urteilsvermögen, oder er hält Merkel noch immer für eine Heilsbringerin, so zu sagen eine,
    DDR Zombiesnegurotschka. Wer die Lügen der Obertanen glaubt, ist dabei sich selbst und seinen Mitmenschen eine Grube zu graben, in die er früher oder später gestossen wird.
    Dass sich die EU-Obrigkeit auf diese Katz-und-Maus-Spiel mit den Illegalen einlässt, es sogar unterstützt, zeigt ganz deutlich, dass es nicht um Humanismus geht, sondern um ein kalkuliertes, geplantes Vorgehen. Das Ziel ist dass die Mehrheitverhältnisse in Europa zu ungunsten der Aborigines kippen, und die Neueinwanderer die Reihen der Unterstützer der merkelschen Despotie, verstärken. Daran wird sich auch im Jahr 2017 nichts ändern.

  7. Mona Rieboldt

    Fragolin
    Soweit mir bekannt ist, wurde die Null von den Indern erfunden, nicht von den Arabern.

  8. Selbstdenker

    Die sogenannte “Flüchtlingskrise” baut weitgehend auf Lügen auf.

    Bezeichnend für das zynische “Denken” und Handeln der No-Borders Ideologen und Aktivisten ist, dass sie aus dem tragischen Schicksal tatsächlicher Flüchtlinge aus Syrien (eine vergleichsweise kleine Gruppe im gesamten Migrantenstrom) einen Business Case für das Überrennen der westlichen Zivilisationen und die damit verbundene Totalabwicklung der kulturellen Grundlagen der letzten 2000 Jahre konstruieren.

    Postfaktisch ist ein harmlos klingender abstrakter Begriff für Manifestationen der Unredlichkeit. Ausgerechnet eine selbstermächtigte “moralische” Oberschicht vom polit-medialen Komplex versucht damit Kritiker zu diskreditieren und von den eigenen post-moralischen Praktiken abzulenken; z.B:

    – Rosstäuscherei als Geschäftsgepflogenheit
    – Rabulistik als Rechtsauslegung
    – Münzfälscherei als Geldpolitik
    – Befehlsausgabe als Dialog

    Die Welt der Obermoralisten, die uns täglich zu belehren und bekehren versuchen, baut auf post-moralischer Philosophie auf.

  9. Hanna

    @Mona Rieboldt: “So weiß man halt nicht, ob der Mörder der Studentin in Freiburg ein 17jähriger Afghane oder ein 23jähriger Iraker ist.” Das ist einfach nur arg, dass ein Mensch damit davon kommt, einfach nicht zu sagen, aus welchem Land er kommt. Wie kann das rechtlich möglich sein? Was, wenn unsereins eine Strafttat begeht und dann jegliche Auskunft verweigert? “Sind Sie Österreicherin?” Schulterzucken. “Sind Sie Schweizerin, Deutsche?” Schulterzucken. Und dann? Gehenlassen, weil keine Papiere vorhanden? Im Sinne der diversen Gleichbehandlungsparagraphen darf das einfach nicht sein, dass Ausländer dermaßen unkooperativ sind. Sie müssten sofort an die Grenze gebracht werden … ups, wir haben ja keine. EU-Austritt, sofort!

  10. Selbstdenker

    @AD:
    Vielen Dank! Der verlinkte Artikel deckt sich mit meinen Gedanken in Bezug auf die Migrationskrise.

    Es kommt aber noch eine Facette dazu: die Linken glauben, dass sie auf den Weg ins immerwährende Paradies ganz böse Dinge tun dürfen, denn der vermeintlich “gute” Zweck heiligt die realen bösen Mittel.

    “Nur diese eine mal noch”. Und das seit rund hundert Jahren…

    Nachdem die Arbeiterschicht als nützliche Idioten im Kampf gegen die “kapitalistischen Ausbeuter” ausgefallen sind, suchten sich die Berufsrevolutionäre des utopischen Paralleluniversums neue Wirte.

    Und hier kommen die Migranten aus Afrika und Asien ins Spiel: man holt sie ins Land um die Drecksarbeit zu erledigen. Nein, nicht im Berufsleben, sondern als Kämpfer.

    Die Linken können die Menschen schon lange nicht mehr mit ihren Ideen überzeugen. Deshalb wenden sie sich an leicht manipulierbare Grünschnäbel in den Unis als Social Justice Warriors für das Gebrüll und an einen anwachsenden Strom Schatzsuchender aus Afrika und Asien fürs Grobe.

    Man wird sehen, wie die Sache dieses mal ausgeht.

  11. Fragolin

    @Mona Rieboldt
    Stimmt. Aber fragen Sie mal einen Araber. Mir hat ein Türke sogar allen ernstes erklären wollen, Türken hätten nicht nur Amerika entdeckt sondern sogar das Flugzeug erfunden.
    Dafür, dass die nicht saufen dürfen sind sie manchmal ganz schön lustig drauf. 😉

  12. Mona Rieboldt

    @Fragolin
    Ich weiß, die Türken haben nach dem Krieg auch Deutschland wieder aufgebaut. Und niemals ist ein Moslem an irgendetwas schuld. Auch 9/11 in New York, das war der CIA, also die Amerikaner selbst oder die Juden oder beide zusammen. Das glauben die wirklich. Ich habe das schon gehört von ansonsten ganz vernünftigen Türken.

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