Eine Idee, die wir stehlen sollten

Von | 1. Januar 2017

(C.O.) In Österreich hat man sich mit dem betrüblichen Umstand, dass Firmen wie Facebook, Google oder Twitter hierzulande eher selten gegründet werden, mehr oder weniger abgefunden. Ist halt so, Pech gehabt. Dass sich Spitzenpolitiker aller Couleurs neuerdings als Start-up-Versteher gerieren und Begriffe wie Digitalisierung und Roboterisierung in Reden einbauen, ändert daran wenig. Auch der vor einem halben Jahr angekündigte “New Deal” hat ja noch nicht wirklich eine neue digitale Gründerzeit im Lande eingeläutet.

Da sind unsere Schweizer Nachbarn, wieder einmal, etwas munterer. “Wenn wir unseren Wohlstand behalten wollen, müssen wir jetzt handeln”, erklärte der liberale Parlamentsabgeordnete Ruedi Noser in einem recht klugen Interview mit der “Neuen Zürcher Zeitung” am Weihnachtswochenende. “Die fünf größten Internetfirmen verfügen zusammen über 1000 Milliarden Franken Cash. Wenn wir nicht von Amerika und China dominiert werden wollen, wenn unsere Wertvorstellungen künftig noch eine Rolle spielen sollen in der digitalisierten und globalen Welt, müssen wir schnell etwas unternehmen. Was wir machen können – und dazu stehe ich als Liberaler -, ist, die Basisforschung massiv auszubauen.”

Er hat einen Plan vorgelegt, um die Schweiz in die digitale Zukunft zu beamen. Umgerechnet 1,8 Milliarden Euro soll die Regierung in Bern in den nächsten zehn Jahren in die Hand nehmen und damit den beiden führenden Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) ermöglichen, 100 Spitzenprofessoren aus aller Welt in die Schweiz zu locken, fünf Doktorandenstellen je Professor inbegriffen. Die Schweiz befindet sich, ebenso wie Österreich oder Deutschland, letztlich in einem Krieg um die besten Talente der Welt – und ist derzeit wie ihre Nachbarn nicht in der Lage, diesen zu gewinnen. Dabei kann sie im Gegensatz zu Österreich wenigstens mit niedrigen Einkommensteuern punkten.

“Mit so einem Institut würde man die Schweiz auf die Weltkarte bringen für Professoren vom MIT oder aus Harvard. Darüber hinaus würde ein digitales Ökosystem entstehen”, argumentiert Noser. So wie in Kalifornien die auf diesem Gebiet führenden Unis in einer fruchtbaren Symbiose mit der digitalen Industrie der US-Ostküste leben und gedeihen, würde wohl auch in Europa eine geballte Ladung an Grundlagenforschung neue, erfolgreiche Konzerne entstehen lassen. Dabei geht es um nicht gerade wenige Jobs – Facebook, von Mark Zuckerberg erst im Jahr 2006 gegründet, beschäftigt heute bereits 15.000 meist gut qualifizierte Mitarbeiter. “So etwas ist auch in der Schweiz möglich”, behauptet Noser.

In Österreich übrigens auch.

Deshalb wäre es vielleicht eine schlaue Idee, die Vision des liberalen Schweizer Politikers einfach zu klauen und zwei Milliarden Euro in die Hand zu nehmen, um aus einer hiesigen Universität – etwa der TU Wien – ein derartiges Kompetenzzentrum für die besten Köpfe in Sachen digitaler Transformation aus aller Welt zu machen. Das wäre, im Gegensatz zu sehr vielen anderen staatlichen Interventionen, ausnahmsweise einmal wirklich gut angelegtes Geld. Nur zum Vergleich: Zur Bewältigung der Folgen der Migrationskrise wird der Staat allein 2017 rund zwei Milliarden Euro aufwenden müssen. (“WZ”)

25 Gedanken zu „Eine Idee, die wir stehlen sollten

  1. elfenzauberin

    Ganz so einfach wird es nicht gehen.

    Der Glaube, nur etwas Geld in die Hand nehmen zu müssen, damit man einen internationalen Spitzenplatz in der Forschung zugewiesen bekommt, ist genauso naiv wie die tiefe Überzeugung der Linken, aus jedem Zuwanderer, gleich aus welchen arachaischen und tribalistischen Clan er stammen möge, mit ein paar Integrationskursen ein kreuzbraves, mülltrennendes, frauenrespektierendes Mitglied der Gesellschaft zu machen, das daheim bügelt und die Windel wechselt.

    Gewiß, die Schweiz hat mit der ETH-Zürich eine Spitzenuniversität von internationalem Rang, wo so einem Vorhaben viel eher Erfolg beschieden sein wird als Österreich, wo nichts dergleichen auf weiter Flur existiert. Österreich lebt in dieser Hinsicht nur vom Glanz vergangener Zeiten.

    Mein Gegenvorschlag ist an Joseph II. angelehnt. Als er das Wiener AKH errichtete, machte er den Ärzten folgenden Vorschlag:

    1. Ihr müsst jeden behandeln, der die Schwelle zum Spital übertritt
    2. Bezahlt bekommt ihr praktisch nichts
    3. Privat könnt ihr tun und lassen, was ihr wollt. Insbesondere könnt ihr die Einrichtungen im Krankenhaus dafür verwenden, um privat sich ein Zubrot zu verdienen.

    DIeses äußerst simple Konzept zog sehr viele erfolgshungrige Ärzte an, die es binnen Kürze zu Wohlstand und Reichtum brachten. Es war die Geburtsstunde der Wiener medizinischen Schule, die den Standort Wien in die internationalen Spitzenplätze katapultierte. Zwei unmittelbare Nobelpreise sind der Wr. medizinischen Schule direkt zuzuschreiben, nämlich Karl Landsteiner für die Entdeckung der Blutgruppen sowie Robert Barany für seine physiologischen Forschungen.

    Das wäre der Weg, den wir beschreiten sollten.

  2. Thomas Holzer

    @elfenzauberin
    kürzer formuliert: Gebt den Leuten Freiheit!
    Freiheit von dämlichen Gesetzen, Freiheit von noch dämlicheren Politikerdarstellern und Parteien, Freiheit von Bürokratie, Freiheit von! Demokratie und damit auch Freiheit von einer Steuerbelastung weit jenseits der 50%.

  3. Nattl

    Leider hat es in Europa niemand verstanden, wie man innovative Startups im eigenen Land ansiedelt um eine “digitale Transformation” zu beginnen. Natürlich können Sie zwei, vier, 10 oder auch 100 Milliarden in die Hand nehmen um sogenannte Kompetenzzentren zu gründen. Allerdings werden Sie nicht innovative Startups schaffen, sondern erstens einen Haufen von Bürokraten und staatlich bezahlten Forschern, die zwar keine Ahnung von der Realität haben, aber anderen erklären, wie es geht. Und zweitens eine Reihe von Firmen, deren einziges Businessmodell das abgrasen von Förderungen ist. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Idee mit dem nationalen Kompetenzzentrum schon die letzten Male so wirklich supertoll funktioniert hat: z.B. das Austrian Institute of Technology oder die Eliteuni “IST” in Maria Gugging.

    Die Gründe sind meiner Meinung nach ganz andere, warum das in den USA so supertoll funktioniert und bei uns nicht. Die Anwesenheit von Eliteunis ist dabei nicht unbedingt das allerwichtigste. Wenn man bedenkt, dass extrem viele Gründer von einstmaligen Startups, welche heute große Technologie-Konzerne sind, College-Dropouts waren, also Leute, welche die Uni abgebrochen haben, um in ihrer Firma zu arbeiten, dann merkt man, dass die Rolle der Unis bei uns überschätzt wird. Gates und Jobs fallen mir dabei spontan ein. Und auch Zuckerberg hat Facebook in der Freizeit und nicht in einem Uniprojekt gemacht.

    Ein wichtiger Faktor ist die Höhe und Anzahl von Gebühren und Steuern. Die österreichische Startup-Förderung ist lächerlich, die Kosten bringen dich als kleine Quetschen in den ersten Jahren fast um. Es gibt kaum Möglichkeiten der Finanzierung, eine verschwindend geringe Anzahl von Business Angels und die Wirtschaftskammer verachtet Startups und EPUs sowieso.

    Außerdem findet man hierzulande zumindest unter den Autochthonen kaum jemanden, der bereit ist, den Startup-Deal (mehrere Jahre Vollgas reinzubuttern bei 80 Wochenstunden, keinem Urlaub, kaum Cash und am Ende vielleicht erfolgreich sein und Unternehmensanteile in Aktien zu erhalten) einzugehen. Bei uns wollen die meisten in einen gutsituierten Job mit Work-Life-Balance, angemessener Bezahlung möglichst ohne Verantwortung und Stress. Ist halt so.

    Dann kommt noch dazu, dass Leute, die Firmen gründen, bei uns als eigenartige Exoten betrachtet werden. Als ich meine Firma gründete, waren die positivsten Reaktionen “du traust dich was, also ich könnt das nicht”, die Mehrzahl war eher der Meinung “ich würd’ das nicht machen, ist viel zu unsicher” und einige warten vermutlich noch heute darauf, dass ich endlich scheitere.

    Dass es dann immer wieder mal Unternehmen schaffen, hierzulande was aufzubauen, liegt nicht an den tollen Bedingungen die hier geschaffen werden, sondern an den außergewöhnlichen Menschen, die sie aufgebaut haben.

    Man muss ganz wo anders ansetzen. In der Grundschule zum Beispiel. Die Kinder hungrig machen auf Forschung und ihnen nicht einimpfen, dass sie am Klügsten die Beamtenbahn einschlagen sollen. Bei der Steuergesetzgebung. Bei der Mentalität von jedem Einzelnen von uns.

    Innovative, erfolgreiche Unternehmen kommen vom reinhackeln und nicht vom Brötchenfressen auf FFG-Veranstaltungen.

  4. elfenzauberin

    @Nattl

    Sie haben vollkommen recht!

    Am meisten bedauere ich, dass wir 2 Dinge NICHT in unserer Verfassung stehen haben:

    1. Dem Staat ist es verboten, Schulden zu machen
    2 Jede Form von Förderung ist verboten

  5. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Sie nehmen mir die Worte aus dem Mund. Und zusätzlich noch Wertschätzung (statt Neid und Hass) gegenüber den Erfolgreichen, die es jungen Menschen erstrebenswert erscheinen lässt, auch erfolgreich zu sein.
    @Nattl
    “Bei uns wollen die meisten in einen gutsituierten Job mit Work-Life-Balance, angemessener Bezahlung möglichst ohne Verantwortung und Stress.”
    Genau das kommt dabei heraus, wenn Kinder ein Dutzend prägende Jahre von pragmatisierten Landeslehrern mental auf das Erwerbsleben vorbereitet werden. Die Umwelt prägt den Menschen, und den jugendlichen ganz besonders. 😉
    Gratulation zu Ihrem Unternehmertum, ich bin selbst EPU und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg! Ich kennne das mit dem “Exoten” und habe auch den wirklich putzigen Spruch gehört: “Hast du keinen Job mehr gefunden, dass du dich selbständig machen musstest?” Aber wie gesagt, das ist eine Mentalitätsfrage, und da sieht es hier am Nordbalkan nicht so überragend aus.
    Erfolgreiche Unternehmer und Firmen gibt es in Österreich nicht wegen der Politik, sondern trotz dieser.
    @elfenzauberin
    Immer wenn “der Staat Geld in die Hand nimmt” kommt nichts dabei heraus. Immer wenn der Staat sich zurücklehnt und sagt: “Mach was du willst, und wenn es klappt lieferst du 20% bei mir ab”, dann funktionieren plötzlich die unmöglichsten Dinge. Wenn man Universitäten ganz böse neoliberal-kapitalistisch mit Unternehmen kooperieren und jene universitäre Projekte fördern lässt, kommen plötzlich markttaugliche und damit erfolgbringende Dinge dabei heraus. Aber wir beharren darauf, dass die Politik immer ein wachsames Auge auf Forschung und Entwicklung haben muss, denn wir wissen ja, dass Politilker am besten wissen, was in Zukunft die größten Erfolge bringen wird. Haben sie ja schon tausendfach bewiesen, unsere Experten für Eh-Alles.
    Große Vorzeige-Steuergeldinvestitionen und Förderprojekte versenken den Großteil des Geldes meist in Verwaltungsstrukturen und sind daher meist erfolglose Augenauswischerei und sinnloser Politaktionismus. Unsere Politikerdarsteller (c Holzer) können es nicht ertragen, einfach mal stumm am Bühnenrand zu stehen und jene die Arbeit machen zu lassen, die etwas davon verstehen. Zur Politikerkarriere scheint eine besondere Form des steuerfinanzierten ADHS zu gehören.

  6. Fragolin

    @elfenzauberin 9:48
    Vollkommen richtig!

    Übrigens ist noch ein Kommentar in der Moderationsquarantäne…

  7. Selbstdenker

    Die Start-Up Förderungen in Österreich würde ich staatliches Start-Up Lotteriespiel bezeichnen: wir verbrennen Geld und vielleicht gibt es ein, zwei Firmen, die tatsächlich überleben. Sollte am Geschäftsmodell etwas dran sein, dann wird es kopiert (=das ist der eigentliche Spieleinsatz).

  8. Selbstdenker

    Und eines noch:

    Es wäre schon viel geholfen, wenn die Politik heimischen Gründern nicht unnötig Steine in den Weg legen würde. Insbesondere mit dem Kampfbegriff “Scheinselbständigkeit” (eine parajuristische Entwicklung aus dem Giftlabor der SV, AK und GPA) wird der Gründer von der Sekunde Null zum Sozialbetrüger erklärt, der sich freibeweisen muss.

    Die meisten bekannten Unternehmen im wissensbasierenden Sektor hätte man in Österreich für ein paar AK-Beiträge und für das Einzahlen in die “richtige” SV rechtzeitig zugedreht.

    Peter Schiff hat sein Unternehmen in einer Garconiere gegründet. Apple wurde als Garagenfirma gegründet. Und Bill Gates oder Hasso Plattner wären aus Sicht der heutigen erratischen “sozial” “recht” “sprechung” allesamt als Scheinselbständige bei IBM eingestuft werden.

    Sollte es dann doch wer schaffen, dann lauert als nächstes der Maschinensteuer-Kern, der sich vorgenommen hat kleine Firmen besonders stark zu melken.

    Und was die Unis anlangt: Hauptsache viel Geld rein schütten, es wird schon was dabei rauskommen. Die Allgemeinheit profitiert bereits “erheblich” von den enormen Geldzuwendungen für Cargo Cults wie “Gender Science”.

    Die österreichische Regierung schafft (genauer genommen: velagert) tatsächlich Jobs im hochqualifizierten Wissenssektor: in Osteuropa, in China und in Indien.

  9. sokrates9

    Österreich hatte früher ein sehr liberales und tolerantes Umfeld welches Ideen zuließ!1 Rad – 2 Räder, 3 Räder, 4 Räder, 8 Räder an einem Fahrzeug – alles war erlaubt und durfte probiert werden! Daher waren wir auch lange Pioniere im Fahrzeugbau! Jetzt wurde alles bürokratisiert und die Hauptthemen sind: “Brauch ma des?”
    “Ist des überhaupt erlaubt- Was sagt die EU dazu??”Damit wird jede Idee schon im Keim erstickt! Verstaatlichter Sozialismus und Liberalismus vertragen sich nicht!i

  10. Thomas Holzer

    @Selbstdenker
    bei jeder staatlichen Förderung, egal in welchem Lande, geht es nicht darum, die beste Idee, das beste Produkt (wer weiß das schon, muß sich diese und/oder jenes erst am Markt bewähren) zu fördern, sondern schlicht und einfach darum, die Untertanen zu gängeln und an der staatlichen Kandare möglichst kurz zu halten und sie sekündlich wissen zu lassen, daß sie ohne Staat und ohne Politikerdarsteller rein gar nichts sind.
    Nebstbei fällt bei jeder staatlichen Förderung auch noch ein nettes Pöstchen und Körberlgeld ab

  11. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Genau das ist der faule “Deal”: Geld gegen Eigenständigkeit.

  12. Falke

    Und ich dachte immer, die notwendigen Spitzenkräfte haben wir bereits während de letzten 18 Monate ins Land geholt: Unter den rund 100.000 Fachkräften aus dem Nahen Osten (und den weiteren 200.000 als “Familiennachzug”) wird es doch wohl sicherlich die 100 Spitzenprofessoren geben, die die Schweiz erst mühsam und mit viel Geld ins Land locken muss. Schließlich hat uns ein gütiges Schicksal im Verein mit vorausschauenden Politikern diese Menschen geschenkt. 🙂

  13. sokrates9

    Sobald ein Amtskappl eine neue Idee beurteilt und daraus Förderwürdigkeit ableitet, ist die Idee schon nicht mehr Top! Habe mal im Team EU – Förderungen beantragt! Die dortigen Beamten verstehen natürlich von der Idee wenig bis gar nichts! Daher wählt man die Anträge aus die “Ausschreibungskonform” sind! Energiesparend, Ressourcenschonend, Genderkonform.. je mehr “Phrasen” des Förderprogramms man verwendet, desto höher ist Trefferquote!!

  14. Nattl

    Ich erinnere mich noch mit Schaudern an ein Projekt, um das wir eine Innovationsförderung beantragt haben. Thema war ein Frühwarnsystem im Bereich Cybersecurity. Die Förderungsgesellschaft den Infrastrukturministeriums bestand bei der Ausschreibung auf eine mehrseitige Beschreibung der Genderaspekte des Projektes. Buzzwords!

  15. Selbstdenker

    @Nattl:
    Ich kürze es ab: mit der Abschaffung der intellektuell bankrotten, gesellschaftszerstörenden Gender Politik würde der heimische Wirtschaftsstandort schlagartig an Attraktivität gewinnen.

  16. Hans-Jürgen Tempelmayr

    rettung naht: …unsere digitalstaatssekretaerin faehrt nach israel + “palaestina”(sic) – und dem libanon, um das auf die reihe zu bringen…
    gespraeche mit israelischen regierungsmitgliedern sind nicht geplant, jedoch ein paar startups in telaviv. aus der schar der gefühlten 1948 regierungsmitglieder im silicon valley der autonomiebehoerde finden sich mehrere ansprechpartner. das wird oesterreich weiterbringen.
    http://diepresse.com/home/5141513/

  17. Selbstdenker

    Die weitgehende Ablehnung einer Einflussnahme der heimischen Politik in Innovations- und Technologieunternehmen spricht Bände.

    Viele auf diesem Blog wissen aus eigener Erfahrung, dass die Politik diesen (noch) vielversprechenden Bereich zielsicher gegen die Wand fahren würde.

  18. Christian Peter

    Gute Ideen lassen sich mit Subventionen nicht erkaufen. Weit besser als gutes Steuergeld in die Forschung zu stecken wären Steuerentlastungen, denn nicht Start-up-Unternehmen bringen das Steuergeld, sondern vor alle kleine und mittelständische Unternehmen, die bereits länger existieren. Für neu gegründete Unternehmen wäre eine Steuerbefreiung für die ersten 5 Jahre überlegenswert. Gerade im Bereich des Internets entstehen kaum Arbeitsplätze, daher wäre es verschwendetes Geld, gerade dort in die Forschung zu investieren.

  19. Selbstdenker

    @Christian Peter:
    Sie tun sich schwer Ihren Neidreflex auch nur einen Absatz lang zu unterdrücken. Das Arbeitsplatz-“Argument” könnte so original von Vertretern der Kutschervereinigung vor rund hundert Jahren kommen. Oder von der Radiosprechergewerkschaft vor dem Aufkommen vom Fernsehen.

    Seien Sie doch froh, daß es Leute gibt, die nich das selbe tun wie Sie, sonst müssten Sie – Gott behüte! – noch mehr Wettbewerb von vielleicht sogar erfolgreicheren Mitbewerbern fürchten.

    Sehen Sie es dem Programmierer oder dem Livecam-Model nach, vielleicht sind manche davon künftige Auftraggeber, die Bauleistungen für ihren Neubau von ihnen beziehen. Vielleicht wird sogar ein Original-Handwerker mit Blaumann und Oberlippenbart gesucht: “Gnädige Dame, wo soll ich ein Rohr verlegen?”…

  20. Christian Peter

    @Selbstdenker

    Wie auch immer, gute Ideen benötigen keine Subventionen, wer gute Ideen hat, wird sich am Markt behaupten, dafür werden keine staatlichen Interventionen benötigt. Viel wichtiger wäre, die Steuerlast für bestehende Unternehmen zu reduzieren, bei einer Total Tax Rate von etwa 53 % für mittelständische Unternehmen liegt Österreich im Spitzenfeld in Europa.

  21. Selbstdenker

    @Christian Peter:
    In diesem Punkt gebe ich Ihnen recht.

    Die beste Wirtschaftsförderung wäre das Raushalten der Politik aus Dingen, die sie nicht versteht.

    Es braucht weder Subventionen noch Steuerbefreiungen, sondern ein allgemein niedrigeres Steuerniveau ohne sinnlose bürokratische Schikanen, die vorwiegend die KMUs treffen.

  22. Christian Peter

    @Selbstdenker

    Genau. Es mangelt Österreich nicht an (jungen) Unternehmen, sondern die bestehenden können sich wegen Wettbewerbsnachteilen (enorme Steuersätze, Arbeitnehmerschutz, etc.) gegen ausländische Konzerne nur schwer behaupten.

  23. Hanna

    Naja, ich renne schon seit Jahren mit einem Geschäftsmodell herum, ein internationales Franchise-Konzept der bildungs-spezifischen Unterhaltungsgastronomie, samt Hardware-Patent und völlig neuen IT-Anforderungen, das schlagartig Hunderttausende Arbeitsplätze schaffen würde. Und was ich bei diesem Herumrennen erlebt habe, hat mich zermürbt und auch trotzig gemacht, um ehrlich zu sein. Auf EU-Ebene etwas einreichen zu wollen … HAHAHAHAHAHAHA! ÖsterreicherInnen irgendetwas Visionäres erklären zu wollen … siehe voriges “HAHA” hoch sonstwas. Jetzt rede ich nur noch mit dem Oracle-Boss, wenn überhaupt, denn Steve ist ja leider tot.

  24. astuga

    Wollte nicht eine Vorvorgängerin der heutigen Unterrichtsministerin ein Institut gründen die sich mit der ETH und anderen messen kann?
    War das nicht irgendwo in Kalksburg und Prof. Zeilinger war auch (zumindest anfänglich) involviert?

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