Das üble “Primat der Politik”

Von | 19. April 2017

“……Mindestens ebenso ursächlich ist eine Haltung, die sich unschuldig «Primat der Politik» nennt. Ursprünglich bezeichnete das die faschistische oder marxistische Auffassung, dass die Politik der Wirtschaft Planvorgaben machen könne und solle. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich jedoch im wohlfahrtsstaatlichen oder keynesianischen Kleid bis weit in liberale Kreise hinein die zwar weniger radikale, aber nicht minder schädliche Vorstellung durchgesetzt, die Politik könne die Ökonomie beliebig am Gängelband führen. Dabei wird übersehen, dass jedes Stemmen gegen die ökonomische Schwerkraft massive Kosten zeitigt….” (hier)

7 Gedanken zu „Das üble “Primat der Politik”

  1. sokrates9

    Von ökonomischer Aufklärung sind wir weiter entfernt den je! Ähnlich wie mit der Steinzeitreligion! Es geht zurück in das Mittelalter!! Nicht 4.0 sondern – 4.0!

  2. aneagle

    Das Primat der Politik wurde in den entwickelten Staaten erfolgreich durchgesetzt. Zu Lasten der wirtschaftlichen Entwicklung einerseits und der bürgerlichen Freiheit andererseits. Schön, aber das ist nicht das endgültige Ziel, sonst wäre längst allenthalben das Paradies ausgebrochen. Vielmehr befinden wir uns am Anfang eines bitter benötigten, neuen Narratives. Jenes vom Primat der pragmatischen Vernunft über eine schwerelose, sozialtheoretische Politik von existenzgefährdenden Politträumern. Na dann, auf ein Neues, viel Erfolg.

  3. Falke

    Die große Masse der Bevölkerung (überall in der Welt) hat wenig bis gar keine Ahnung von wirtschaftlichen Theorien und Zusammenhängen, sie versteht nur sehr einfache Erklärungen. Zusätzlich sind die Menschen sehr obrigkeitshörig und -gläubig, daher kann jemand der als Fachmann gilt oder ein entsprechendes politisches Amt inne hat, den Menschen sehr leicht etwas einreden, was ihnen auf den ersten Blick logisch erscheint.

  4. Thomas Holzer

    Auch ein Herr Pröll -der ist aber leider auch noch stolz darauf- brachte heute bei seiner Abschiedsrede ein typisches Beispiel für den unsäglichen Primat der Politik:
    55.000 Regierungsbeschlüsse wurden in seiner 25-jährigen Amtszeit gefasst.
    Kein Wunder, daß die Bürokratisierung niemals zurückgefahren, sondern immer weiter ausgebaut wird.

  5. mariuslupus

    Das Primat der Politik, hat sich in der Wirtschaft voll durchgesetzt. Die sog. Energiepolitik der Regierungen in Östereich, Deutschland und in der Schweiz macht deutlich dass die Politiker nur in eine, engstirnige, Richtung denken können. Das Denkvermögen der Politiker reicht nur dazu Planwirtschaft einzuführen. Diese “Entscheidungsträger” haben nicht einmal eine Ahnung von der Geschichte der letzten hundert Jahre. Würden diese Leute über eine Bildung verfügen, könnten sie wissen wie die planwirtschaftlichen “Experimente” in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts ausgegangen sind. Aber, würden sie es wissen, wären sie nicht in der Lage aus dem scheitern der Fünfjahrespläne im Comecon zu lernen.
    Eine Frage bleibt noch offen. Wie ist es möglich dass in den letzten Jahrzehnten eine absolut negative Auslese an ungebildeten Menschen, an die Macht gekommen ist. Das Ausmass an übergreifenden und unbegrenzten Unfähigkeit, ist erschütternd..

  6. aneagle

    @mariuslupus
    Wie ist es möglich….
    Sehr einfach: Jene, die etwas können, tun es.
    Jene die das nicht können verwalten es
    und jene die auch nicht verwalten können unterrichten es.
    Bleibt ein teil der nichts kann, aber auch nicht arbeiten will:
    Davon 1/3 , wird arbeitslos, pardon, bezieht Mindestsicherung,
    das zweite Drittel profitiert von Copy und paste und wird zur 4.Säule,
    der Rest vom Rest, der nicht mal das kann, aber umso lauter schreit, der wird Aktivist und altert zum gutdotierten Politiker. (vgl. CV M. Schulz) 😉

  7. mariuslupus

    @aneagle
    Gute Erklärung, aber nur zu Hälfte richtig. Dass sich opportunistische Karrieristen hochdienen können, ist ausreichend bekannt. Aber, dass sich die Wähler, die Bevölkerung, das Publikum die Schmierenkomödi, dargeboten mit lausigen Darstellern, bieten lässt, ist der eigentliche Skandal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.