Freies Unternehmertum statt staatlicher Bevormundung

(ANDREAS TÖGEL) Schon Adam Smith, der Autor des weltberühmten, 1776 erschienenen Werks über den „Wohlstand der Nationen“, fand durchaus kritische Worte für Unternehmer im Allgemeinen und Kaufleute im Besonderen. Er unterstellte ihnen, dass sie, wann immer ein paar von ihnen zusammenstünden und sich die Möglichkeit dazu böte, versuchen würden, ein Kartell zu bilden, somit den Wettbewerb, zumindest teilweise, auszuschalten und auf diese Weise ihre Profite zulasten der Konsumenten zu erhöhen. Die Politik konnte diesen Gedanken offensichtlich gut nachvollziehen, denn sie reagierte mit einer rigorosen Kartellgesetzgebung. Preisabsprachen unter Unternehmern sind seit geraumer Zeit verboten. Mit einigem guten Willen und auf der Grundlage eines felsenfesten Glaubens an blütenreine Intentionen des Gesetzgebers, lässt sich diese Maßnahme in die Kategorie „Ordnungspolitik“ einordnen, gegen die auch Liberale nichts einzuwenden haben…. weiter hier.

4 comments

  1. Thomas Holzer

    Nicht nur freies Unternehmertum, sondern der möglichst freie Mensch.
    Aber dieses “Postulat” steht natürlich (fast) allen Intentionen “unserer” Politikerdarsteller entgegen.

  2. stiller Mitleser

    Trotz all dieser Regelungen muß man als Konsument aber immer noch nach trial&error vorgehen und Dienstleister erst mal selbst ausprobieren, mit gar nicht unerheblichem Schadensrisiko, vor allem bei den teuren Dienstleistungen, die nicht so oft in Anspruch genommen werden und bei denen man nicht so leicht (und billig) Erfahrung sammelt… erst das WWW mit Leistungsbewertungen hat das in manchen Bereichen etwas, aber doch unmaßgeblich, korrigiert.

  3. Oliver H.

    @Andreas Tögel

    “[Kartellgesetze] Mit einigem guten Willen und auf der Grundlage eines felsenfesten Glaubens an blütenreine Intentionen des Gesetzgebers, lässt sich diese Maßnahme in die Kategorie „Ordnungspolitik“ einordnen, gegen die auch Liberale nichts einzuwenden haben.”

    Nicht minder erforderlich ist der felsenfeste Glaube, ein in Ordnungsfragen versagender Staat sei deshalb von hinnehmbarem Übel, weil das Scheitern alle Marktteilnehmer gleichermaßen beträfe und damit auf eine absurde Art und Weise “fair” sei, ein Glaube, dem insbesondere Neo- aka Ordo-Liberale mit ihrem Ruf nach dem ‘starken Staat’ anhängen.

    Selbst wenn man tatsächlich guten Willen unterstellt, sind die Konsequenzen des Wollens erkennbar falsch, ist doch jedes Kartell, das nicht durch Staatseingriffe, sondern durch privatrechtliche Vereinbarungen enstand, die Folge unzähliger freiwilliger Entscheidungen.

    ‘Die Abnehmer haben gemeinsam mit Lieferanten und sonstigen an der Wertschöpfung Beteiligten einem Unternehmen zu einer marktdominanten Position verholfen, weshalb wir, die Staatsorgane, die es besser wissen, diese Entscheidung rückgängig machen!’ — Echte Liberale haben gegen diese Anmaßung sehr wohl etwas einzuwenden, sei es aus Respekt vor dem freien Willen der Akteure, aber auch aus der Überzeugung heraus, ein natürliches Kartell respektive Monopol könne nur dann längerfristig Bestand haben, wenn ein freier Markt dies zuläßt.

    Was sich nicht marktkonform verhält, ruft Konsumenten und Konkurrenz gleichermaßen auf den Plan, wie zudem empirisch belegt ist, daß Absprachen irgendwann unterlaufen werden, weil das Aufrechterhalten die schwächeren Beteiligten der Vereinbarung auf Kosten der smarteren subventioniert.

    Was Freunde der Kartellgesetze weiters verkennen, ist das damit gestartete Rat-Race aus staatlicher Überwachung und Ambitionen der Unternehmen, selbige klandestin zu unterlaufen. Folge dessen ist ein eigentümlicher Mix aus Generalverdacht und Sorglosigkeit, ein Oszillieren der Konsumenten zwischen: “Die Gauner in den Konzernzentralen finden schon Mittel und Wege für Absprachen”, und einem: ‘Der Staat paßt schon auf.”

    Was nicht krimininalisiert werden darf, nämlich daß Unternehmen Vorteile suchen, Leistungen nach eigenem Gutdünken kaufen und verkaufen oder gar zur unangefochtenen Nummer eins aufsteigen wollen, wird pönalisiert und zugleich der Konsument seiner Verantwortung entzogen, hierbei selbst hellhörig zu bleiben.
    Aufgedoppelt wird das Ganze um erkennbar politisch motivierten Entscheidungen in Kartellfragen, die mal so und mal anders entschieden werden, je nach Lobbying und propagandisischer Portokasse. Das politische Kartell entscheidet, wer in der Ökonomie die Früchte seiner bisherigen Anstrengungen lukrieren darf und wer nicht. Was für ein Witz!

  4. Johannes

    Ich bin der festen Überzeugung ein kleiner Unternehmer kann keinen sündteuren Lobbyismus in Brüssel betreiben und das ist, so abenteuerlich es klingt, der Grund warum ihm das Rückgrat gebrochen wird.
    Wie das gemacht wird? Nun durch Verordnungen die bis ins kleinste Detail eine Bürokratie erzeugen der ein kleiner Unternehmer wenn er selber als treibende Kraft in seinem Unternehmen 12 Stunden am Tag arbeitet, nur dann leisten kann wenn er bis spät in die Nacht unsinnigste Zettel ausfüllt.
    Ich kenne viele die immer tüchtig und erfolgreich waren und nun ob der Bürokratie und der unsinnigsten Vorschriften verzweifeln und nahe dran sind das Handtuch zu werfen.

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