Der Rechtsbruch, eine Tochter der Macht

(ANDREAS TÖGEL)  “Whatever happens, we have got. The Maxim-gun, and they have not!” Diesen launig-zeitgeistigen Vers verdanken wir Hilaire Belloc, einem britischen Poeten, der in erster Linie durch seine Kinderbücher Bekanntheit erlangte. Der Spruch illustriert das militärische Selbstverständnis einer Nation, die zu seiner Zeit noch einen guten Teil der Welt – insbesondere die Meere („Rule Britannia…!“) beherrschte. Nach den napoleonischen Kriegen standen die Soldaten der stolzen Weltmacht Albion, bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs, immerhin so gut wie ausschließlich barfüßigen Wilden gegenüber, denen man dank überlegener Waffentechnik rasch beibringen konnte, mit wem die sich besser nicht anlegen sollten (eine Ausnahme bildeten lediglich die südafrikanischen Buren, die den Briten militärtechnisch aber ebenfalls hoffnungslos unterlegen waren).

Hiram Maxims Erfindung, die erste automatisch nachladende, als Maschinengewehr bekannt gewordene Waffe, hat die Kriegsführung in einer Weise revolutioniert, wie nur wenige andere Entwicklungen zuvor und danach. Das Maschinengewehr relativiert die Bedeutung schierer Menschenmassen. Der taktisch kluge Einsatz eines Maschinengewehres vermag Kräfte in Bataillonsstärke – und mehr – zu neutralisieren, wie dieses Beispiel aus dem Zweiten Weltkrieg eindrücklich belegt 1. Die Schätzungen über die Zahl der mithilfe dieses einen MGs getöteten Gegner gehen auseinander. Vermutlich belief sich deren Zahl auf zwischen 2.000 und 3.000 Mann.

Nur die Entwicklung einer strategischen Bomberwaffe, später ergänzt durch nukleare Sprengköpfe in Verbindung mit weitreichenden unbemannten Trägersystemen, erweitern die militärische Kapazität entschlossener Kommandeure bis jenseits der Grenze der globalen Apokalypse.

Wie der große altösterreichische Ökonom Ludwig Mises hellsichtig feststellte, Ist „Der Staatsapparat…ein Zwangs- und Unterdrückungsapparat. Das Wesen der Staatstätigkeit ist, Menschen durch Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung zu zwingen, sich anders zu verhalten, als sie sich aus freiem Antriebe verhalten würden.”

Entweder der Staat nötigt rechtschaffene Bürger zu für sie nachteiligen Handlungen, oder er animiert Nichtsnutze und Gangster dazu, sich am Eigentum der rechtmäßigen Besitzer zu vergreifen. Das war und ist das Wesen des Staates. Daran hat sich bis heute, auch und besonders auf der Ebene des europäischen Imperiums, nichts geändert. Die Fiktion eines „Rechtsstaats“ geht allein schon deshalb in Rauch auf, weil der Staat sich das „Recht“ einräumt, jedes Verbrechen – vom Raub bis zum Massenmord – zu begehen, für das er jeden seiner Unterworfenen auf der Stelle aufs Schafott bringt oder ins Verlies sperrt. Macht hat mit Recht also nichts zu tun. Die beiden Phänomene schließen einander vielmehr aus. Die Geschichte bietet für diese These eine geradezu erdrückende Fülle an Beweisen.

Wenn eine moralisch verwahrloste Politnomenklatura dieser Tage also von der „rechtlichen Unmöglichkeit“ schwadroniert, illegal aus Afrika oder dem Orient einreisende Touristen an den Außengrenzen der EU zu stoppen – ja diese Personen selbst dann auf Kosten der Steuerzahler lebenslänglich durchfüttern zu müssen, wenn es sich dabei erwiesenermaßen um Kapitalverbrecher handelt, spricht das allen historischen Erfahrungen Hohn. Die politische Macht versetzt allemal Rechtsgebirge. Allerdings nur, wenn es der politischen Elite opportun ist.

Das zeigt sich allein anhand der jüngsten Geschichte, die ja von serienweisen Rechtsbrüchen der EU-Granden wimmelt, etwa im Zusammenhang mit dem Vertrag von Maastricht, der Griechenlandkrise, der Eurorettung und der Staatsfinanzierung durch die EZB (die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit).

“Wer Andersfarbige oder Andersgläubige nicht aufnehmen will, kommt aus einer Vorstellungswelt, die ich nicht für kompatibel halte mit dem Ur-Auftrag der EU.” So Jean-Claude Juncker in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“.

Dass ausgerechnet ein Mann, der das Recht zu lügen, ganz offen für sich reklamiert, nun einen „Urauftrag“ der EU in der Aufnahme von Millionen von Typen sehen will, die der westlichen Zivilisation ablehnend bis feindlich gegenüberstehen und die die ihnen erwiesene Gastfreundschaft nicht selten mit übel vergelten, ist mit dem Wort „Chuzpe“ nicht ausreichend zu charakterisieren. Es handelt sich um eine von der Wahrheit meilenweit entfernte, ungeheuerliche Einlassung von „Mr. EU“.

Die Fakten:

► Der Schutz der Außengrenzen gehört zu den Säulen der Europäischen Union. Diesen Schutz gab und gibt es faktisch nicht. Vielmehr betätigt sich die italienische Marine als Hilfsorganisation internationaler Schlepperbanden, die an der illegalen Einwanderung Millionen verdienen – zum Schaden der Unionsbürger.

► Durch eine Reihe von autodestruktiven Beschlüssen haben Kommission und EU-Parlament es geschafft, den wirksamen Kampf gegen die unkontrollierte Einwanderung und auf gesetzeskonforme Weise erfolgende Abschiebungen unerwünschter Personen, faktisch unmöglich zu machen.

► Letzteres gilt ungeachtet der Zahl der illegal einreisenden Personen. Sollte Europa es demnächst mit der von Experten geschätzten Zahl von 100 Millionen anbrandenden Afrikanern 2 zu tun bekommen, gehören die – auf dem Boden der geltenden Gesetzesnormen – auf ewig uns.

► Wer meint, dass Europa unter derartigen Umständen nicht in Bürgerkrieg und Chaos versinken würde, sollte auf stärker wirkende Medikamente umsteigen.

Fassen wir zusammen: Die Mittel, fadenscheinige Schlauchboote oder marode Holzkähne am Erreichen europäischer Gestade zu hindern, sind in ausreichender Zahl vorhanden. Ein Einsatz von Küstenwacht- und Marinestreitkräften, der im Sinne des in Maastricht vereinbarten Schutzes der Außengrenzen erfolgt, könnte sicherstellen, dass kein einziger Afrikaner auf illegale Weise europäischen Boden erreicht – indem man die Boote aufbringt, nach Afrika zurückschleppt und anschließend zerstört. Sensible Naturen und Teddywerfer können sich derart harte Militärmaßnahmen damit schmackhaft machen, dass auf diese Weise ja immerhin zahlreiche Menschenleben gerettet werden, die ansonsten auf der gefährlichen Überfahrt verlorengehen könnten. Man weiß ja: „Auf einem Seemannsgrab da blühen keine Rosen.“

Die politischen Eliten mögen uns jedenfalls mit verlogenem Geschwafel verschonen, sie besäßen gar keine gesetzeskonformen Handhaben gegen die illegale Einwanderung oder zur Abschiebung von kriminellen Invasoren. Gesetze haben diese Herrschaften an anderer Stelle (siehe weiter oben) nämlich noch nie interessiert. Warum also ausgerechnet jetzt?

1 https://de.wikipedia.org/wiki/Widerstandsnest_62

2 https://www.welt.de/politik/fluechtlinge/article165652245/Entwicklungsminister-warnt-vor-riesiger-Fluchtbewegung-aus-Afrika.html

9 comments

  1. stiller Mitleser

    interessant & interessanter link (für nicht WK2 Spezialisten)

  2. sokrates9

    Jede Woche nimmt die Bevölkerung von Afrika um 1 Mio Menschen zu! Erderwärmung muss auf 2 Grad begrenzt werden! gemäß Link Aussage vom Entwicklungsminister! Das Wort Geburtenkontrolle ist absolut tabu!!
    Was soll daas mit den Menschenrechten? Wieso muss Europa der ganzen Welt seine Interpretation von Menschenrechten aufzwingen? Und alle sind willkommen die das einfordern!!

  3. Falke

    Es ist ja schon eine unglaubliche Chuzpe, wenn Massen von uneingeladenen (und keineswegs aus Kriegsgebieten kommenden) Steinzeitmenschen gewaltsam (jedenfalls ungehindert) in fremde Länder eindringen und dann dort (mit Hilfe linker “gutmenschlicher” NGOs und deren Anwälten) auf ihre “Rechte” pochen. Und die noch größere Chuzpe ist es, wenn die Politiker dieser Länder groß verkünden, dass diese Rechte existieren und natürlich anerkannt werden müssen – auf Kosten der einheimischen Bevölkerung.

  4. sokrates9

    Falke@..und die einheimische Bevölkerung, immer mehr schon auf NMS – Niveau .-erhebliche Probleme mit sinnerfassenden Lesen fällt auf die Knie und glaubt das was da in Sachen “rechtliche Verpflichtung ” uns aufgetischt wird! Gibt es Journalisten die da Aussagen In Frage stellen ? kaum , Juristen schweigen!

  5. mariuslupus

    Alles Fakten, keine neuen Fakten, aber gut zusammengefasst. Was fehlt ist die Dekodierung der Absichten der Machthaber, die diese Invasion mit voller Absicht verursacht haben. Spekulationen die Motive betreffend, gibt es bis jetzt genug, aber keine davon kann diese Frage beantworten. Ist es der Hass auf diese Gesellschaft, der Hass auf die europäische Kultur, Hass auf Mitmenschen ?Unklar, nicht eindeutig zuzuordnen. Tatsache ist dass es sich um Hass handelt, dessen Wurzeln noch nicht bekannt sind. Tatsache ist, dass die Konsequenzen dieses Hasses dazu führen werden dass die europäische Kultur keine Zukunft haben wird.

  6. Dieuetmondroit

    Das ist – nach langer Zeit – einmal ein Artikel, der mir gar nicht gefällt.
    Die MG-Geschichte stimmt wahrscheinlich nicht. Die amerikanischen Gesamtverluste (Gefallene, Verwundete und Vermisste) im gesamten Landungsabschnitt Omaha Beach werden auf 2000 bis 4700 geschätzt. Dafür kann doch nicht der eine Schütze alleine verantwortlich sein.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Omaha_Beach#End_of_the_day

    Viel schlimmer ist freilich der offen zur Schau gestellte Rassismus “barfüßige Wilde”.
    Ein Zitat von Ludwig Mises rettet den schwachen Artikel auch nicht mehr.
    Und die Kommentare passen leider auch ins Bild: Verschwörungstheorien und Beschimpfungen

  7. Andreas Tögel

    ad Dieuetmondroit: Was die Bedeutung Heinrich Severlohs und seiner Waffe angeht, findet sich eine Menge Quellen im www. Die Bedeutung seiner Aktivitäten wird u.a. dadurch unterstrichen, dass die US-Navy sogar ein Schlachtschiff der Wyoming-Klasse, die Arkansas, dazu abkommandierte, seine Stellung einzudecken – ohne Erfolg übrigens. Das eine MG hat die Landungsunternehmung der Amerikaner am Omaha-Strand jedenfalls erheblich verzögert. Darum ging es mir, als ich dieses Beispiel nannte. Steven Spielberg hat ihm übrigens in “Saving Private Ryan” ein filmisches Denkmal gesetzt.

    Der vermeintliche “offene Rassismus”, erklärt sich als Betrachtung der Zeitgenossen Bellocs am Ende des 19. Jahrhunderts. Auch Winston Churchill, der in Afrika gegen aufständische Araber kämpfte, hat in seinen Gegnern nie etwas anderes erblickt als unzivilisierte Wilde. Im übrigen fragt sich, ob ein “Wilder” tatsächlich gegenüber einem “Dressierten” als etwas Schlechteres anzusehen ist. Meiner Meinung nach jedenfalls nicht.

  8. mariuslupus

    @Andreas Tögel
    Trotz gegenteiliger Kommentare ein ausgezeichneter Artikel. Aber, warum gerade wird Spielberg, der Opportunisten-Weltmeister, als Zeitzeuge zitiert ?

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