Sorry, Frau Präsidentin Bures!

Von | 24. September 2017

(von GEORG VETTER) Ich habe von dieser Stelle aus im Jänner 2015 die Nationalratspräsidentin kritisiert und möchte dies heute als Fehler eingestehen. Ich hatte zwar schon damals Skrupel zu schreiben was ich schrieb – weil ich Doris Bures wirklich schätze. Ich habe sie immer als faire Präsidentin erlebt und bei manchen Debatten auch ihren langen Atem bewundert.

Meine seinerzeitige Kritik nehme ich also mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück und behaupte das Gegenteil: Schon damals Christian Kern mangelnde Politikfähigkeit zu attestieren, zeugte geradezu von hellseherischen Fähigkeiten.

Das in den letzten Tagen ans Licht der Öffentlichkeit gelangte Strategiepier über die maßlos eitle Prinzessin analysiert diese politische Unerfahrenheit. Bestätigt wird sie durch die Forderung des SPÖ-Vorsitzenden, die Managergehälter zu deckeln –was er, oh Du Archiv, als ÖBB-Chef unter Berufung auf den Markt noch mit klaren Worten abgelehnt hat. Apropos Prinzessin: Wenn er sich im Zusammenhang mit dem Mietrecht auf Marie Antoinette und ihr nie gesagtes Zitat über Brot und Kuchen beruft, greift er tief in die populistische Gerüchtekiste.

Im gleichen Jahr, als Marie Antoinette auf dem Schafott ihr Ende fand, wurde in Österreich einer geboren, den man Ferdinand den Gütigen nannte. Nunmehr scheinen wir einen Christian den Lustigen zu haben. Er zeigt sich gerne mit Kabarettisten und spielt deren Spiel. Wenn er von Niavarani am Ballhausplatz abgepasst wird, lächelt er zum Maurer-Dekolletee in die facebook-Kamera, wenn er mit Stermann und Grissemann auftritt, persifliert er schon einmal die Zensurkultur im ORF und die Neuinterpretationen seines Parteinamens („Salamipizza Österreich“) zu Lasten der ÖVP. Hier liefert er Pizza aus, dort reicht er eine Kiste Mineralwasser, bevor er, gut gelaunt, einen Baustopp vor der eigenen Haustür verordnet. Irgendwie peinlich, wenn die Grenzen von Bundeskanzleramt und Stehgreiftheater ineinander überzugehen beginnen.

Vor seinen Anhängern stellte er in Aussicht, dass ab dem 16. Oktober mit dem „Populismus-Blödsinn“ Schluss sein werde. Das werden voraussichtlich andere für ihn erledigen

3 Gedanken zu „Sorry, Frau Präsidentin Bures!

  1. sokrates9

    Nachdem er jetzt auch seinen größten (auf der Inseratenpayroll stehenden) Fan Fellner verärgert hat ( Kern wird dank wirtschaftlicher Kompetenz in den Wahlduellen leicht 10% aufholen können und ist jetzt schon auf der Siegesstrasse) wird er ähnlicher Sieger wie Schulz in Deutschland werden!

  2. G.

    Vielleicht meinte Kern ja das Zitat von der Frau eines seiner Vorgängers, die meinte die Jugendlichen sollen Golf spielen, anstatt auf der Straße herumlungern.
    Das würde auch sofort die Situation mit den jungen “Flüchtlingen” entschärfen. Als alternativem Zeitvertreib dürfen sie ja gratis mit den Öffis fahren,, unbestraft Frauen begrabschen, in Supermärkten “einkaufen” und sonstige spontane einseitige Eigentumsübertragungen vornehmen.die nächsten Wahlen sollen für die Sozis wie die französische Revoolution werden.

  3. Franziska Malatesta

    Stegreif # “Stehgreif”.
    Hat nichts mit stehen und greifen zu tun, sondern mit dem Steigbügel (Steg-Reif). Man tut also etwas ohne große Überlegung, ohne erst abzusitzen.

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