Ups, They did it again….

(C.O.) Ist es eigentlich vernünftiges Verhalten, wenn Medienschaffende in einem Wahlkampf versuchen, bestimmten Parteien oder Politikern zu helfen und anderen zu schaden? Eine glasklare Antwort darauf hat jüngst der bekannte deutsche Talkshow-Moderator Frank Plasberg (“Hart aber fair”) gegeben. “Es ist nicht die Aufgabe von Journalisten, die AfD kleinzuhalten”, erklärte er in einem Interview. “Ich habe keinen volkspädagogischen Auftrag. Ich will auch nicht die Demokratie heilen, sondern nehme mir die Freiheit heraus, auf keinen Fall zu überlegen, wie eine Wahrheit wirkt – denn sonst ist man schnell dabei, Wahrheiten zurechtzubiegen (…) Wir sind nicht dazu da, den Schulterschluss mit den vermeintlich richtig guten Demokraten zu üben, um im Gegenzug das niederzukartätschen, was am rechten Rand entsteht.” (weiterlesen hier)

12 comments

  1. Fragolin

    Naja, ganz so strikt hält sich Plasberg auch nicht immer an seine eigenen Erkenntnisse. Aber im Vergleich zu Maischberger oder Will glänzt er wie der Einäugige im Kreis der Blinden.
    Derweil die im Text zitierte Erkenntnis ausgerechnet des “Zeit”-Chefredakteurs an diesem selbst aber folgenlos vorbeigegangen ist. Woran es liegt, dass Medienschaffende zwar die Erkenntnis gewinnen, ihr aber nicht zu folgen in der Lage sind, ist eine offene Frage.
    Und zum Thema: Es war faszinierend, wie die letzten zwei Wochen im “Standard” abgelaufen sind. Ich habe die fast jeden Tag auf meinem Blog zerpflückt. Obwohl alles, aber auch wirklich alles ab Sauereien im Wahlkampf ganz allein von der SPÖ ausgegangen ist, wurde permanent von “die Parteien” und “gegenseitig” berichtet.

  2. mariuslupus

    Plasberg meint das nicht ernst. Möchte sich nur ein etwas anderes Image verpassen. PR Aktion. Es bleibt dabei wie es immer wahr. Der, die Andersdenkenden werden weiter in seiner Show vorgeführt, als Undemokraten, im besten Fall, gebrandmarkt. Plasberg befindet sich in bester Gesellschaft. Das Einprügeln auf alle, die nicht regimetreu alles nachplappern, was die Obrigkeit von ihnen erwartet, ist die bewährte Prozedur. Auch bei seinen Kolleginen. Das sorgsam ausgewählte Publikum, die Claquere johlen und klatschen, bei jeden dürftigen Witz
    auf Kosten eines Nichtgleichgeschalteten. So wird Stimmung gegen die Redefreiheit gemacht.

  3. G.

    @Fragolin
    Das mit dem Zurechtbiegen der Sprache in den Medien ist heute bereits überall zu spüren. Schießt ein Neuösterreicher auf einen oder mehrere ihm nicht genehme Zeitgenossen, so ist es laut Medien eine einfache Schießerei, verprügeln mehrere Anwärter auf Staatsbürgerschaft einen Einzelnen der schon länger hier lebt, so ist es ein Raufhandel oder eine Schlägerei. Und das nicht nur im Standard. Einzig die Fellner Blätter sind da etwas ausgeschert,wohl auch nur wegen der drohenden Anzeigenverluste verursacht durch den Bundesschaffner.

  4. Historiker

    Was Herr Plasberg vor der deutschen BT-Wahl mit Herrn Gauland von der AfD aufgeführt hat, war eine beispiellose Denunziation. Ganze 20 Minuten ging es nur darum, den Sager von Herrn Gauland, dass er Frau Özoguz (SPD) nach Anatolien “entsorgen” möchte, als Auffllackern eines rechten, nazistischen Lagers zu interpretieren, das in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist. Dieses TRIBUNAL bei Hart-aber-fair war einer der Höhepunkte des Unerträglichen im benachbarten, deutschen Wahlkampf, denn AM-Gabriel wollte schon vorher “die gesamte Regierung Merkel entsorgen”, auch schrieben diverse angeblich respektable deutsche Printmedien “man habe Öttinger nach Brüssel entsorgt”, etc. – Es kommt darauf an WER etwas sagt, sagt es ein Rechter, meint er natürlich im Sinne des 3.Reiches “einer Endlösung/Sonderbehandlung zuführen”, sagt es ein Linker, so bedeutet dies fraglos “sich einer Sorge entledigen”. usw. – All dies ist an Heuchelei und Verlogenheit nicht mehr zu überbieten, ARD und ZDF sind noch schlimmer als der ORF, – und das will etwas heißen ! – Frau Özoguz, die sich damit hervorgetan hatte, dass “es keine spezifisch deutsche Kultur gäbe jenseits der deutschen Sprache”, ist eine mehr als fragwürdige Person und die Bemerkung des Herrn Gauland war definitiv inhaltlich gerechtfertig. Diese türkendeutsche Kulturleugnerin hat in einer angeblich “staatstragenden Partei” wie der SPD wahrlich nichts verloren. Und Herr Plasberg fühlte sich berufen, bar jeglichen geschichtlichen Wissens, diese politische Unperson Özoguz zu verteidigen, und Herrn Gauland nicht nur zu disziplinieren, sondern geradezu hinzurichten, um der Rechten in Deutschland vor der Wahl den ultimativen K.O.-Schlag zu verpassen. – Wie wir alle wissen, ging dieser Schuss nach hinten los und die AfD holte in den letzten 3 Wochen von 8% auf 13 % auf, was auch darauf zurückzuführen ist, dass weite Teile der Bevölkerung erkannten, dass dieses verlogene einseitige Bashing gegen rechtskonservative Meinungen völlig überzogen und unangebracht war. – Für mich, und viele Andere, ist Plasberg als “Journalist” für immer erledigt und dauerhaft beschädigt, – und jetzt daherzukommen und einen “auf seriös zu machen” ist nur mehr eine Lachnummer. Keine Sekunde meiner medialen Aufmerksamkeit werde ich diesem Pharisäer mehr widmen. – Ende Gelände. – Schönen Tag noch.

  5. sokrates9

    So sieht man klar den Unterschied zwischen ” Lohnschreibern” in den selbsternannten “Qualitätsmedien” und einigen wenigen noch existierenden Journalisten die noch Hirn haben und es sich leisten können unabhängig zu schreinen!

  6. aneagle

    Der zitierte “Publizist”, der Agent Silberstein im Dunkeln begegnen möchte, ist das beste Beispiel für die gelebte Dummheit eines belehrenden Wichtigtuers. Würde sein Wunsch tatsächlich in Erfüllung gehen, wäre das in der Tat nicht schön. Im besten Fall würde der unit 8200 trainierte Agent Silberstein dem dümmlichen Schnösel eine heilsame Tracht Prügel angedeihen lassen. Darüber kann der mutige Schreiberling dann auf den zweitklassigen Champagner-Events erzählen. Oder auch nicht, schließlich ist Dummheit die Geschäftsgrundlage für einen weltweit erfolgreichen Entrepreneur, über dessen einschlägige Methoden seit ca. einem Jahrzehnt kein Zweifel besteht. Wenn die SPÖ nun das erhält, was ihr zusteht, dann ist sie nicht an ihrer gelebten Inkompetenz, nicht an ihrem falschen Weltbild, ja nicht einmal an ihren unappetitlichen Faschismen (antifa und so) gescheitert, sondern an ihrer verheerenden Charakterschwäche. 3 Verantwortlichkeiten prägen die Glaubwürdigkeit einer Partei, die ein Volk für sich gewinnen möchte:
    1.) Wer zahlt, schafft an (auch die Art des gewählten Wahlkampfes)
    2.) Wer mit Hunden zu Bett geht, wacht mit Flöhen auf (auch bei der Wahl der Mitarbeiter)
    3.) Man kann ein ganzes Volk eine Zeit lang belügen, Teile eines Volkes dauernd betrügen, aber nicht das ganze Volk dauernd belügen und betrügen. (wüsste schon Abraham Lincoln)

    Gemessen an diesen Voraussetzungen, kann sich die SPÖ glücklich schätzen, die 5% Hürde zu schaffen. Ihre Mitbewerber sind nicht maßgeblich besser aufgestellt. Damit ist auch diese Wahl keine für eine Partei, sondern eine Wahl gegen die noch schlechteren Parteien. Kulturzivilisatorisch, ein schmieriges Trauerspiel.

  7. astuga

    Journalisten die den Namen verdienen: Liz MacKean und Jill Dando

    Beide haben sich verdient gemacht als sie die Vertuschung von jahrzehntelangem Kindesmissbrauch (Jimmy Savile) in der BBC aufgedeckt haben.
    Jill Dando wurde bereits 1999 erschossen als sie den Fall erstmals aufdecken wollte, der Täter wurde nie gefasst.
    Liz MacKean starb am 18. August diesen Jahres 52-jährig an einem Schlaganfall (laut offizieller Darstellung).
    2011 machte sie die Missbrauchsfälle und die Vertuschung publik, 2013 verließ sie die BBC.

  8. Mona Rieboldt

    Historiker
    Da ich auch ORF hier sehe und den Teletext dazu lese, gebe ich Ihnen vollkommen recht, ARD und ZDF sind schlimmer, reine Propaganda-Sender der Regierung.

    Und Herr Plasberg arbeitet für die ARD. Und so sind auch seine Sendungen. Wenn ein AfD-Politiker überhaupt eingeladen ist, dann kommt er kaum zu Wort. Und wenn er was sagen darf, wird er von Plasberg schnell unterbrochen. Das machen ebenso Will, Maischberger (ARD), Illner (ZDF).

  9. Rennziege

    Servus, liebe Mona! Es wird die Staatstrompete ORF freuen, dass Sie ihr optisch & akustisch lauschen. Ansonsten wäre der Konzertsaal komplett. menschenleer. 🙂
    Auch hier drüben kriegen wir, mit ein paar harmlosen Tricks, ORF, ZDF und ARD auf den Schirm, ebenso die unsäglichen “Bauer-sucht-Sau”-Primitivsender. Aber wir lassen’s sein; denn 20 Baldriantropfen sind spannender.
    Anschauen kann man sich, meist lohnend, nur Servus TV, den Privatsender von Dietrich Mateschitz, der die handwerklich und charakterlich aufrechten ORF-Mitarbeiter längst abgeworben hat. Die verzichteten dafür auf fürstliche Versorgung durch Gebührenzahler, genießen aber ihre Arbeitsplätze fernab aller Hundeleinen und Maulkörbe — und brauchen morgens beim Blick in den Badezimmerspiegel nicht mehr vor Scham zu erbleichen.

  10. Mona Rieboldt

    Rennziege
    Wir bezahlen sogar dafür, dass wir österr. Sender sehen können bzw man muss eine Karte kaufen. Mein Mann will halt österr. Sport sehen. Und da es nunmal da ist, lese ich Politik im Teletext. Das ist alles. Es ist dennoch im ORF weniger verschwurbelt als in ARD und ZDF.

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