Industriepolitik und andere Katastrophen

(C.O.) Warum sollte ein Staat, der daran scheitert, in Berlin einen Airport zu bauen, eine führende Rolle bei künstlicher Intelligenz übernehmen? mehr hier

12 comments

  1. Sokrates 9

    Industriepolitik europaeischer Praegung ist nicht mrktwirtschaftlich sondernkommu istisch orientiert! Ergebnis sieht man ja deutlich in der EU wo inSachen Brexit gerade wieder 10 0 Milliarden! In denSand gesetzt werden!

  2. Cora

    In EU-Gremien zirkuliert ein Positionspapier, wie dieser Tage in der NZZ zu lesen war, das China nicht mehr als Entwicklungsland sieht, das es einmal war, sondern vielmehr als hochindustrialisiertes Land, das Macht und Kontrolle in fernen Ländern anstrebt, das geht bis vor die Haustür. Man ist also gewarnt und denkt nach. Ob es angeraten ist, gestandene Kommunisten, wie sie es in China sind, links zu überholen, wie Altmaier das will, möchte ich allerdings heftig bezweifeln. Die CDU als Brutstätte des Kommunismus, wer hätte das je für möglich gehalten. Wenn man sich die Systemfrage stellt und sie mit „näher zusammenrücken von Staat und Wirtschaft“ beantwortet, hat man bereits aufgegeben, ist auf den chinesischen Weg eingeschwenkt. Damit hat man zugegeben, dass man gegen den Kommunismus chinesischer Prägung, also staatlich dirigierten Kapitalismus, nicht ankommt. Natürlich nicht, wenn man der freien Marktwirtschaft die Zügel anlegt, siehe den durch die EU-Wettbewerbsbehörde verhinderten Alstom/Siemens-Merger. Genau dieser Merger kam nur deshalb auf den Weg, um der Chinesischen CRRC, die der weltgrößte Eisenbahnspezialist ist, etwas entgegenzusetzen. Aber das hat man erfolgreich verhindert. Würde man sich weniger einmischen, wären wir weiter. Und nicht „zusammenrücken“, man sieht und sah, was dabei herauskommt.

  3. Falke

    Wenn Merkel etwas sagt, kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass das Gegenteil davon richtig ist, umso eher, wenn das auch noch ihr feister Wurmfortsatz Altmaier bestätigt.

  4. Selbstdenker

    Wenn Politiker mit ihren Powerpoint- und Betriebsbesichtigungs-“Know-how” anfangen Industrie- und Technologiepolitik zu betreiben, kann das nur schiefgehen.

    Die Politik hat günstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen (erträgliche Steuern und Rechtssicherheit) zu schaffen anstatt sich in Themen einzumischen, von denen sie keine Ahnung hat.

    Das ganze Automatisierungsthema wird von der europäischen Politik derart zielsicher vergeigt, dass ich mir ernsthaft die Frage stelle, ob wir in Europa nicht gerade Zeugen des größten Korruptionsskandals der jüngeren Geschichte werden. Die Karrieren von Ex-Politikern bei diversen Konzernen bestärken dieesen Eindruck.

    Beispiel: der Industrieroboterhersteller KUKA wurde von den Chinesen exakt in jener Zeit übernommen, in der Politik und Medien eine Angskampagne gegen Automatisierung durchgezogen hat.

    Um etwas ökonomisches Grundlagenwissen bezüglich Automatisierung an die Allgemeinheit zu spenden, empfehle ich das folgende Video von Academic Agent:

  5. Sven Lagler

    „Vielleicht hat es sich ja noch nicht in die europäischen Staatskanzleien herumgesprochen, aber: Unternehmen wie Google, Apple, Facebook oder Amazon sind entgegen einer
    in Europa offenbar weitverbreiteten Annahme nicht das Ergebnis einer “nationalen Industriepolitik”, sondern eines gesunden kapitalistischen Erwerbstriebes, der vom Staat einfach in Ruhe gelassen worden ist.“

    JEIN
    Viele Voraussetzungen dazu wurden zunächst durch die Grundlagenforschung, in weiterer Folge der Anwendungsforschung, vor allem für das Militär, teilweise auch für die Raumfahrt, geschaffen. Das Internet, die meisten Programmiersprachen, viele Materialentwicklungen etc. haben ihren Ursprung im Militärischen Bereich, der dem Staat entspricht.
    Zudem gibt es einen großen militärisch industriellen Komplex.
    Boeing produziert nicht nur nicht nur Passagierflugzeuge, sondern auch Kampfflugzeuge und Drohnen.
    Gravierende Unterschiede gibt es bei der anschließenden kommerziellen Verwertung und der Mentalität. Beispiel MP3: wurde zwar in Deutschland erfunden, erfolgreich umgesetzt haben es andere. In Europa ist das Ziel der Forscher primär eine wissenschaftliche Beamtenlaufbahn und keine Gründung eines Startupunternehmens. Wechsel zwischen Forschungsabteilungen von Unternehmen und Universitäten sind bei uns kein Standart.
    An der FH unterrichten „Nicht Unternehmer“ wie man Unternehmen gründet und führt. Die Mitarbeiter der Wirtschaftskammer sind verfassungsrechtlich abgesichert, haben Pensionsprivilegien und entscheiden teilweise noch immer über Marktzugänge…

    Wie ist die Situation in Israel ? Die Startup Szene ist dort höchst erfolgreich, wie sehr unterstützt dort der Staat die Unternehmen ?

  6. Selbstdenker

    @Sven Lagler:
    Es macht einen sehr großen Unterschied, ob der Staat eine bestimmte Problemlösung beim Markt nachfragt, oder ob sich Politiker bzw. Beamte anschicken “Manager”, “Ingenieur” oder gar “Gründer” zu spielen.

    Selbst die Grundlagenforschung ist lediglich eine Anfrage vergleichsweise grob umschriebe Basistechnologien zu erforschen.

    Die sogenannte “Energiewende” oder aber auch Kuriositäten wie die Batterie mit vier Propeller – offenbar als Ersatz für Helikopter gedacht – zeigen klar auf, dass hier Leute mit technischen Halbwissen und ohne skin in the game Entscheidungen treffen, die sie gar nicht beurteilen können:

  7. Sven Lagler

    @ Selbstdenker

    Ja

    Beamten-, Politiker-… GmbH´s funktionieren nicht. Außer es handelt sich um (selbstreferenzielle) (Beratungs-) Unternehmen die sich in keinem realen Markt befinden und von Förderungen, Lobbyarbeit oder ähnliches leben.
    Wenn gehobene Gemeindesekretäre die Meinung vertreten „eigentlich“ Manager zu sein wird’s oft kritisch.

  8. sokrates9

    Alleine die technisch 7 kommerzielle Vorbildung der Beamten und staatsnahen Akteure beweist dass da kaum etwas intelligentes, revolutionäres entstehen kann!°

  9. Kluftinger

    @ socrates9
    War selbst zeitweise im System der staatlichen Förderungen tätig.
    Da muss man unterscheiden zwischen den rechtlichen Vorgaben und den fachlichen Kompetenzen der “Beamten”.
    Ich habe viel Kollegen kennengelernt, die aus fachlicher Sicht eine durchaus praktikable/sinnvolle Lösung kannten aber diese aufgrund rechtlicher Vorgaben nicht umsetzen durften.

  10. Johannes

    Für mich persönlich stellt sich die Situation so dar das die BRD von der DDR übernommen wurde.
    Das kohl`sche Mädchen hat sie alle ausgetrickst und nun kann sie mit ihrer medialen Hausmacht der ihr in Nibelungentreue ergebenen Journis schalten und walten wie einst die Gott-Stalin seligen Ulbricht und Honecker, kommt mir.

    Ich mache mir immer den Spaß wenn Merkel spricht ihre Stimme geistig auszublenden und stattdessen ihre Worte in der Stimme von Ulbricht oder Honecker tönen zu lassen.
    Es ist erstaunlich wie ähnlich die Art und Weise der nichtssagenden Formulierungen zusammenpasst, auch die unsinnigen realen Politbeschlüsse sind Made in DDR und werden mit fast den selben Marketingsprüchen verkauft. Der legendäre DDR- Sprech war ja das alles nur um des Friedens willens getan wird und wer da nicht mit macht ist dann wohl gegen den Frieden der Völker.
    Ohne es zu merken sind wir genau dort wieder angekommen.

    Gelernt ist halt gelernt, Respekt Frau Merkel.

  11. sokrates9

    Kluftinger@ Natürlich gibt es viele gute Beamte, doch visionäre Entwicklungen beurteilen zu können, welches selbst Profis die schon in “Zukunftswelten” surfen nicht sehen von Beamten zu verlangen ist realitätsfremd! Welche der Ideen von Google, Amazon, Microsoft, Nokia usw hätten Beamte forciert?? Telefon zum mitnehmen? – und wohin mit dem Verbindungskabel??

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