Achtung, das Virus frisst Ihr Geld!

(CHRISTIAN ORTNER) Ein alteingesessener Wiener Fischhändler hat seit dem Ausbruch der Pandemie die schon bisher eher stattlichen Preise für seine Meerestiere um etwa 25 Prozent angehoben. Der bemerkenswerte Preisschub ist freilich nicht entfesselter Profitgier des Händlers geschuldet, sondern der “neuen Normalität”. Weil die meisten Kühlketten kollabiert sind, muss der Händler etwa Muscheln aus der Nordsee per Botendienst UPS herbeischaffen – zu entsprechenden Kosten, die natürlich der Konsument zu tragen hat.

Zu glauben, dass dergleichen nicht schon demnächst zu einem unangenehmen Anstieg der Verbraucherpreise führen wird, erfordert ein hohes Maß an Optimismus. In Deutschland und in Italien etwa ist der Preis von Obst und Gemüse innerhalb eines Monats um 20 bis 30 Prozent gestiegen. Kostensteigerungen wird es fast überall geben: bei Airlines, die enormen Aufwand für die Sicherheit werden treiben müssen und eventuell Sitze freihalten müssen; im Handel, der Personal für Desinfektion und Masken für die Kunden braucht; in der Gastronomie, die weniger Tische decken darf, ohne dass die Miete kleiner wird; im ganzen Kulturbetrieb, der viel weniger Tickets wird verkaufen können, um Abstandsregeln einhalten zu können – die Liste ist ad infinitum zu verlängern.

Dazu kommen aber auch noch ganz andere, ebenso erhebliche Kosten als indirekte Folgen der Seuche. Denn wenn jetzt Teile der industriellen Fertigung aus Asien wieder nach Europa zurückverlegt werden und Produkte aus “lokaler” Produktion bevorzugt werden, dann wird das ebenfalls die Preise treiben. Denn die gleiche Arbeit kostet in asiatischen Staaten eben noch immer deutlich weniger. Wird sie nach Europa transferiert, werden die entsprechenden Produkte teurer.

Jene Inflationswelle, die sich hier in bestimmten Bereichen abzeichnet, wird vor allem die sozial Schwächeren und den unteren Mittelstand schröpfen, die einen großen Teil ihres Einkommens für Güter des täglichen Bedarfes ausgeben. Und ob die Unternehmen, oft von der Corona-Krise ausgeblutet, die Löhne ausreichend werden erhöhen können, ist fraglich.

Dazu kommt, dass eine derartige Inflationswelle vor allem die kleinen Sparer sukzessive enteignet, die bei anhaltenden Nullzinsen und einer allfälligen Inflationsrate von drei oder vier Prozent schon ganz schön geschoren werden. Doch selbst bei Inflationsraten in dieser Größenordnung werden die Zinsen dank EZB nicht steigen – weil sonst jeder zweite Euro-Staat pleitegeht. Den Reichen hingegen kann das eher egal sein, weil deren Vermögen normalerweise aus Immobilien und Unternehmensanteilen besteht, die teurer werden. Freilich: Der niedrige Ölpreis, die maue Nachfrage von Arbeitslosen, Kurzarbeitern und anderen Krisenopfern und der damit verbundene Wettbewerb um die Kunden sowie ein verbreiterter ökonomischer Pessimismus dürften die Preise eher dämpfen. Ob das freilich ausreichen wird, um die Inflation im Zaum zu halten, ist eher ungewiss. Wer aber jetzt aus ideologischen Gründen trotzdem die Globalisierung abwracken will, der nimmt damit bewusst in Kauf, dass dadurch im Wege der Inflation die Armen ärmer werden und der Mittelstand ärmer wird. (“WZ”)

22 comments

  1. Gerald

    Ich war selbst Teil der globalisierten Zulieferkette, auch mit Fertigung in China. Gezwungen von den Automobilkonzernen immer weiter nach Osten zu gehen, hatte ich die Ehre dort eine Menge Geld in den Sand zu setzen. Erst als ich erkannte, dass dahinter eine politische Agende steckt und letztlich jeder nichtredliche Chinese von seiner Regierung gedeckt wird, war Schluss. Die Autoproduktion nach China zu verlagern, hat nur den Konzernen geholfen. Hochwertige Arbeitsplätze gingen hier verloren, viel Know How wurde just for fun nach China verschenkt, meist von den Zulieferern, die ja ständig von den Delegationen der westlichen Hersteller auch vor Ort besucht wurden. Wenige Monate später konnte plötzlich auch ein rein chinesischer Zulieferer das selbe liefern.
    Ich würde heute keinen Nagel mehr in China fertigen. Globalisierung ja, aber nicht zum Preis, dass die unnötigen Schrottläden wie z.B. Kik und kak Etc. Müll verkaufen, der in Kürze in der Tonne landet.
    Bei den meisten Produkte die wir von dort beziehen, handelt es sich um billigen Schrott, natürlich gibt es auch hochwertige Produkte. Aber brauche ich jedes Jahr ein neues Iphone? Meines ist schon einige Jahre alt. Wer verdiente daran? Erst mal der österreichische Staat mit der Mehrwertsteuer, dann natürlich auch etwas der Händler, oder direkt Apple, die den allergrößten Teil einstreichen. Ich bin wenig überzeugt, dass ein Iphone auch nur um einen Cent teurer werden müsste, wäre die Produktionsstätte nicht in China. Die Preise für Artikel dieser Art werden nicht nach den Kosten gebildet, sondern nach der Bereitschaft der Kunden den Preis zu bezahlen. Genauso ist es auch bei den Autos und vielen andern Produkten. Damit Apple eine Cash Reserve von ca. 200 Mrd Dollar aufbaut und dann die Hälfte davon in Rückkäufe von eigenen Aktien investiert, kaufe ich kein Iphone. Ich kaufe es, weil ich mir von einem neuen Gerät zusätzliche Vorteile erwarte, die die Kosten weit übersteigen. Alle großen Konzerne treiben ihreKunden zum selben Zweck vor sich her. Zudem bewegt dies auch in enormen Ausmaß den Aktienmarkt, wenn Unternehmen ihre eigenen Aktien kaufen, womit sie auch in weniger aktiven Zeiten einen hohen Umsatz an der Börse vorgaukeln. Derzeit sind Aktien ein Ort der Kapitalflucht, offenbar gerade noch nicht so überhitzt wie der Immobilienmarkt.
    Also von dieser Seite erwarte ich mir keinen zusätzlichen Inflationsschub.
    Da genügen schon die Auswirkungen der weisen Entscheidungen unserer politischen Mandatsträger. Diese werden uns um ein Vierteljahrhundert zurückwerfen.
    Das kommt davon, wenn man den Parteien durchgehen lässt, kollektiv mit dem Sozialismus zu kokettieren. Ob dabei die Unterorganisationen Wk. Ak etc. heißen, ändert nichts an deren Vorgehensweise, Gesetzliche Abhängigkeit in allen Belangen, sei es vom Beginn eines Unternehmens bis hin zu den angeblich großzügigen Hilfen in der Krise. Unser Staat mit seinen Strukturen ist der Krake der uns zu fressen droht.
    Man stelle sich vor, eine vorgeblich bürgerliche Partei setzt Massnahmen um, auf die Karl Marx stolz gewesen wäre. Vergemeinschaftungen von Großunternehmen, Übernehme der Löhne und Gehälter durch den Staat, Enteignungen von Unternehmen, wochenlanges Einsperren der Bürger, tausende Unternehmer werden in den Suizid getrieben.
    Die Buberl- und Mäderltruppe, die jetzt am Werkeln ist, stellt die Truppe Haiders um Jahrzehnte in den Schatten, zumindest in den Schäden die sie hinterlassen, selbst die erklärten Kommunisten bei den Sozis erblassen vor Neid bei diesen „Erfolgen“.
    Ich frage mich, was nach der zu erwartenden wirklichen Krise von diesem aufgeblähten Staat noch nötig sein wird? Wir werden uns die Hälfte dieses Apparates nicht mehr leisten können. Aber ob wir das je entscheiden dürfen, ist wohl die Frage aller Fragen. Werden wir noch wirklich freie Wahlen erleben? Wo Österreicher für Österreich entscheiden?

  2. Kluftinger

    @ Guten Morgen Gerald! (sie haben um diese Anrede gebeten :-).
    Bis auf den letzten Absatz, eine ausgezeichnete Beschreibung der Situation.
    Aber auch hier hätte man schon frühzeitig lernen können. Zumtobel (nicht die Leuchten) mit seinen “familia” Läden, hast schon vor Jahrzehnten in China investiert. Der Fehler den er damals machte war, er wollte im Management die Mehrheit (gegen die Chinesen) haben. Das ist nicht gut ausgegangen.
    Plötzlich gab es Schwierigkeiten mit der Wasser- Stromversorgung etc…Und dann kam der Punkt der Resignation, und husch war das Geld weg.
    Die Lehre aus der Geschichte wäre gewesen, nicht der Unternehmer ist schuld sondern das System.
    (so wie sie es beschrieben haben).

  3. Manuel Leitgeb

    Stimmt bzgl. China genau, ich habe in meiner Arbeit auch fast täglich mit chin. Unternehmen zu tun.
    Aber wir (die Bevölkerung) sind ja auch selber Mitschuld, wir haben der Politik den Blödsinn durchgehen lassen.

    Bergbau und Abbau sind ganz böse und dreckig und umweltschädlich, das wollen wir nicht mehr. Also machen wir so viele Auflagen, daß es einfach nicht mehr ökonomisch zu machen ist. Und selbst wenn, den Rest erledigen dann Demos (in der Durchführung meist illegal) von selbsternannten “Umweltschützern”.

    Industrie brauchen und wollen wir auch keine mehr, weil wir sind ja jetzt eine “Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft” (nach der “Transformation”).

    Um das Ganze sicherzustellen, fangen wir irgendein Geschwafel von “erneuerbaren Energien” (jeder Physiker kriegt einen Schreikrampf) an und verteuern die Energie massiv. In Österreich (und inzwischen auch in Deutschland) verbieten wir mit der Kernenergie gleich die modernste und effektivste Produktionsform.

    Ergebnis? In nur 20 Jahren kommt China z.B. in der Reinmagnesiumproduktion von ein paar Prozenten Anteil global zu über 90%(!). Magnesium ist als Werkstoff und in der Legierungsproduktion sehr wichtig und man kommt an China einfach nicht vorbei.
    Das Selbe gilt für seltene Erden.

    Alles nur, weil irgendwann irgendwelche “Aktivisten, NGOs” und Politiker (allesamt ohne Ahnung von oder Erfahrung in einem produktiven Job) gesagt haben, wir brauchen kein Bergbau und Industrie mehr und Strom ist viel zu billig, weil wir “verschwenden” ihn! (Deswegen dürfen wir auch keine Glühbirnen mehr haben)
    Und wie Idioten sind wir ihnen gefolgt, statt sie zu ignorieren oder gleich davonzujagen.

  4. Gerald

    @Kluftinger
    Guten Morgen und danke für die Anrede. Es freut mich, wenn Menschen trotz allem noch ihren Sinn für Humor behalten.
    In China wird kein Ausländer eine Mehrheit haben, formell ja, aber wie sie beschrieben haben gibt es unzählige Wege, wie der chinesische Staat sich über den chinesischen Miteigentümer die Kontrolle über jedes Unternehmen behält. Die großen Konzerne treten mit entsprechender Macht auf, d.h. mit vollem Geldbeutel auf. Korruption ist in China überall geduldet, nur wenn sich einer übergangen fühlt, wird durch die Justiz durchgegriffen. Mein chinesischer Partner hat ohne mein Wissen dem Sohn eines befreundeten Funktionärs ein Neues Firmenauto „zur Verfügung gestellt“ , welches dieser im Vollrausch im Fluss versenkte. Darauf folgte das landesübliche Lächeln meines Partners und vorbei war es mit der Partnerschaft.
    Ich hatte Zugang zu einem Unternehmen meines Partners in der „Softwarebranche“ wo vor 15 Jahren ca. 600 „Programmierer“ zur Internetüberwachung arbeiteten. Sein Partner, ein Parteifunktionär, saß in seinem Büro mit der gesamten kommunistischen Ahnengalerie der letzten 80 Jahre im Hintergrund an der Wand. An die Arbeitsplätze durfte ich nicht ran.

    Bei jedem Checkin im Wifi in einem Hotel in Shanghai hatte ich trotz Norton, Mcaffe und Kasperskys allerletze uodates immer einen Virus(kein Corona, desinfizieren reichte nicht😉) bis ich nur noch mit meinem Apple ins Netz ging und das Betriebssystem des derzeitigen Oberimpfonkels der Welt nur noch offline nutzte. Ist in China einfach System, dass die Langnasen alle abgezogen werden.
    Mein letzter Absatz zielt darauf ab, dass wenn wir die vereinigten Staaten von Europa bekommen keine freien Wahlen in Österreich für Österreicher mehr erleben. Ich bin überzeugt, dass die derzeitige Stille der EU die Vorbereitung, sozusagen die Erlösung von der Krise(nicht Corona, sondern die Wirtschaftskrise und Gesellschaftskrise) bringen soll. Dem gilt es entgegen zu wirken.
    Ich liebe Österreich, ich liebe aber auch Italien für das was es ist, ich lieb Spanien etc.
    Nicht für das was diese Länder laut EU sein sollen, Marionetten nach Schema der EU, sondern Länder mit ihren eigenen Identitäten, die auch wirtschaftlich so arbeiten sollen wie es ihrer Lebenseinstellung entspricht. Wenn die Siesta oder La bella Vita Überhand nimmt, dann wird halt abgewertet.
    Genauso wie die Deutschen, die glücklich werden, wenn sie sich hinter den Erfolgen ihres Landes verstecken können, selbst aber sich nichts leisten können, sollen aufwerten können, wenn die Stärke ihrer Währung nicht der Leistungsfähigkeit entspricht. Die derzeitige Euro-Situation stärkt den deutschen Staat, schwächt seine Bürger, schwächt den italienischen Staat, während es den italienischen Bürger stärkt ohne dafür etwas zu tun.

  5. sokrates9

    Wir haben zugelassen dass jeder ohne Konsequenzen jeden Blödsinn behaupten durfte ohne dass irgendwer dagegen hielt. Lasst sie halt, sie wollen bloß spielen..
    Man finanziert die Genderei, 65 geschlechter, UNI WIEN installiert Toiletten für das 3. Geschlecht und forderte entsprechendes Wording.Dasss hier viele Frauen mit ihren genderattitüden nach oben gespült wurden und wir alle ehemaligen DDR – Professoren marxistischleninistisch ausgebildet auf unsere UNIss in Schlüsselstellen ließen ist auch zu bedauern.
    Jeder kann jeden blödsinn behaupten, eine Diskussion mit Argumenten findet nicht mehr statt, man wird individuell fertiggemacht.Da hilft natürlich deie EUSSR kräftig mit!
    Schon aufgefallen dass die Coronaterminologie der Politchefs in ganz Europa ähnlich abluft? Wir sind im Krieg/ Kampfesparolen / totale Furcht / Kritiker sind Geföhrder und volksgfeinde, gesamte NAZI Rhetorik blühte wieder gesponsert von der EU auf.!

  6. Gerald

    Ja jetzt herrscht Kriegsrhetorik überall, die Kritiker und Gefährder werden fertiggemacht und eines Tages kommt dann der erlösende Spruch: „Seit 5.45 wird zurückgeschossen!“, womit wieder der Großteil der Bevölkerung einverstanden sein wird und beruhigt weiterschläft.

  7. GeBa

    Ein ausgezeichneter Beitrag und ausgezeichnete Kommentare!
    Danke Herr Ortner 🤟
    Diese Seite gibt mir doch immer wieder Mut, denn ich kann diese gleichgeschalteten Medien nicht mehr sehen!

  8. Notimetodie

    Der Konsument muss die höheren Preise nicht bezahlen. Es handelt sich hier eindeutig um Güter mit elastischer Nachfrage. Wer muss Muscheln aus der Nordsee essen? Ich stufe den Fischhändler (jeder weiß wer es ist) sehr wohl als gierig ein!

  9. Der Realist

    Wer Muscheln aus der Nordsee braucht, soll dafür entsprechend bezahlen, ich bevorzuge ohnehin schon länger Fisch aus heimischen Gewässern, allein schon wegen der fragwürdigen Methoden der Hochseefischerei und der verschmutzten Meere.
    Dass letztendlich alle Bürger für die Folgekosten der Krise zahlen werden, war eigentlich für Leute mit ein wenig Hausverstand von Anfang an klar. Und weil offensichtlich eh alles geht, werden uns die Grünen mit ihrer Rettung es Weltklimas zusätzlich Geld aus der Tasche ziehen.
    Wirklich lieb ist in diesem Zusammenhang die Frage der großen sozialistischen Vorsitzenden, wer für die Krise zahlen wird, oder ist sie einfach nur fern er Realität.

    @sokrates9
    ich habe mich schon oftmals gewundert, was alles möglich ist, ohne dass auch nur leise Kritik laut wird. Aktuell kann man keinem Politiker mehr zuhören, die “Polizistinnen und Polizisten, die Schülerinnen und Schüler, die Expertinnen und Experten” usw. nerven zumindest mich gewaltig. Ist es wirklich so schwer, wenn von Schülern die Rede ist zu verstehen, dass da auch die weiblichen Angehörigen dieser Gruppe gemeint sind.

  10. Gerald

    Preise werden üblicherweise durch Angebot und Nachfrage gebildet. Wenn der Kunde bereit ist höhere Preise zu bezahlen, dann ist es gerechtfertigt diese auch zu verlangen. Ich muss nicht kaufen. Ausserdem steht es jedermann frei, selbst aktiv zu werden, sollten die Preise derart lukrativ zu sein.
    Ich vertraue da voll dem Markt. Wenn es sich nun um eine zeitlich sehr beschränkte Maßnahme handelt, dann kann ich warten. Ist es langfristig, dann beginne ich zu überlegen wie ich der Misere entkommen könnte.
    Letztens hat das mal jemand richtig benannt, als den Schweinezyklus! Diese Bezeichnung für sein Tun wird dem Fischhändler vermutlich nicht gefallen, sollte ich richtig in der Annahme sein, es handle sich um den Türken bei dem ich am Naschmarkt öfter mal nasche.

  11. Selbstdenker

    Man muss aufpassen, dass man hier nicht auf eine falsche Dichotomie reinfällt. Die VR China als Bad Actor zu benennen und entsprechende Konsequenzen einzufordern, ist kein Abwracken vom weltweiten Freihandel.

    Freihandel funktioniert dann zum wechselseitigen Vorteil, wenn die Regierungen der beteiligten Länder nicht in das zwischenstaatliche Handelsgeschehen eingreifen. Wenn ein am Freihandel beteiligtes Land eine merkantilistische Handelspolitik fährt, schädigt es alle anderen und verändert aktiv die volkswirtschaftliche Struktur der Handelspartner. Genau das macht die VR China indem die grundsätzlichsten Regeln der Reziprozität nicht eingehalten werden.

    In einem weltweiten Freihandelssystem kann man wie folgt mit einen Bad Actor umgehen: a) man lässt es sich gefallen und sieht zu wie sich ein Land nach dem anderen vom Freihandel verabschiedet und der Rest zur Kolonie der merkantilistischen Hegemonialmacht wird oder b) man schließt den Bad Actor raus.

    Ich wäre für die Variante b).

    Die VR China verfolgt neben dem Kolonialisierungsprogramm Belt and Road auch das Projekt Made in China 2025 mit dem bis zum Jahr 2025 strategisch wichtige High-Tech Branchen von der VR China dominiert werden sollen. Aufgrund der aktuellen volkswirtschaftlichen Turbulenzen in den freiheitlich verfassten Ländern des Westens können staatliche und pseudoprivate Unternehmen der VR China nun günstig auf Einkaufstour gehen. Das Virus, das man über den internationalen Flugverkehr in alle Welt verteilen ließ, während man Wuhan komplett abriegelte, macht es möglich.

    Sehenden Auges zuzulassen, wie der internationale Freihandel pervertiert wird und so der VR China die Monopolisierung wirtschaftlich und militärstrategisch wichtiger Branchen zu ermöglichen, ist unverzeihlich.

  12. Selbstdenker

    Es gibt noch weitere Aspekte der Globalisierung:

    Political Correctness wäre eine absolute Randerscheinung, wenn neben den Universitäten und den Medien nicht auch die Großunternehmen mitmachen würden. Man verpasst den Leuten daheim einen Maulkorb, damit man nicht um die Exportchancen in Ländern gebracht wird, in denen man gereizt auf das Aussprechen der Wahrheit reagiert.

    Westliche NGOs, Umweltbewegungen und Gewerkschaften sind aktive Treiber in Sachen Auslagerungen in die VR China. Durch teilweise bis in die völlige Absurdität gesteigerte Forderungen wird das Wirtschaften hierzulande immer mehr verunmöglicht.

    Die Konsequenz: es wird die Produktion in die VR China ausgelagert, wo de facto wenig bis gar keine Umwelt- Menschenrechts- und Sozialstandards gelten, da dort die Offiziellen – solange das Geld, die geldwerten Vorteile und der Technologietransfer passen – die Hand draufhalten.

    Und auf diese Weise in der VR China hergestellte Produkte werden dann per schwerölbetriebenen Containerschiff oder gar per Flugzeug um die halbe Welt geschickt. Aber Hauptsache bei uns Glühbirnen verbieten und die Leistung von Staubsaugern drosseln.

  13. Gerald

    @Selbstdenker
    Exakt formuliert! Alles was den westlichen Staaten vorenthalten wird, gesteht man China zu. Zudem erhält, was eigentlich dem Fass den Boden ausschlägt, von nahezu allen westlichen Ländern Entwicklungshilfe in Milliardenhöhe, und zwar jährlich.
    Gut, Geld spielt jetzt ohnehin keine Rolle mehr, nachdem wir anscheinend eine neue Druckerpresse bekommen haben, aber es ist absurd, dass wir China Geld geben, ohne entsprechende Gegenleistungen einzufordern. Eine deutliche Abkehr von China ist unbedingt geboten.
    China hat soviele Dollarmillionäre wie Wien Einwohner. Ohne die Zuwendungen des Westens in Entwicklungshilfe, Know How und Gewinne aus Umsätzen mit dem Westen würden sie heute noch hauptsächlich Reis essen und nicht den Reis am Ende des Essens servieren wo jeder satt ist.

  14. Hans Stockinger

    Das Folgende hat zwar nichts mit China oder Corona zu tun, zeigt aber unseren eigenen Regulierungswahn unterbeschäftigter Funktionäre auf: Es gibt bei uns im Ort seit Jahrzehnten eine Tabaktrafik mit dem üblichen Angebot. Meist ist die Inhaberin oder EINE von zwei teilzeitbeschäftigten Frauen darin tätig. Nun soll diese Trafik neu ausgeschrieben werden, aber gleich mit der Auflage, dass im Geschäft auch eine Toilette und ein Aufenthaltsraum für die Angestellte(n) errichtet wird. Jahrzehntelang hat es so funktioniert wie es ist, aber nun ist der Herr Bürokrat eingeschritten.

  15. Falke

    Ein wenig beachteter Nebenaspekt: Wie wurde doch von überall auf Trump eingedroschen, als er im Zuge seiner Politik “America first” sanften (oder oft auch stärkeren) Druck auf die Industrie ausgeübt hat, die Produktion aus dem Ausland (vor allem aus China) in die USA zurück zu holen, auch wenn es dann teurer wird. Und was machen alle EU-Staaten jetzt? Ganz genau dasselbe, aber mit entsprechender (und oft fataler) Verspätung. Man könnte Trump geradezu prophetischer Vorsorgepolitik rühmen, was aber natürlich niemand tun wird; die EU wird das als geniale Eigenitiative verkaufen und Trump auch weiterhin deswegen beschimpfen.

  16. Gerald

    @Falke
    Wenn das dann aber EU first heißen soll, wird die Begeisterung dafür einiges mehr kosten. Könnte bei der Kompetenz der EU Bürokraten sogar die Verkaufpreise übersteigen, selbst bei Iphones, die derzeit eine Bruttomarge, komplette Herstellungskosten inklusive, von mehr als 60% haben.

    @Hans Stockinger
    Das meine ich mit Enteignung, da ist der Bürokrat alle Skrupel los. Schließlich handelt ER in höherem Auftrag.

  17. Martin

    Preiserhöhung ist per se noch keine Inflation sondern häufig eine Folge dieser!

  18. Kluftinger

    @Gerald
    “ich liebe Österreich , ich liebe auch Italien……”
    bezogen auf diesen Absatz , sofern sie Zeit haben zu lesen, ein Literaturhinweis:
    NIALL FERGUSON
    “Der Westen und der Rest der Wellt”
    Die Geschichte vom Wettstreit der Kulturen.
    (Propyläen)
    Da finden sich ihre Überlegungen wieder! (mein auch ).

  19. Johannes

    “Denn die gleiche Arbeit kostet in asiatischen Staaten eben noch immer deutlich weniger. Wird sie nach Europa transferiert, werden die entsprechenden Produkte teurer.“

    Wie man bei den Mund-Nasen-Masken gesehen hat sind sogar die österreichischen Unternehmen plötzlich unersetzlich gewesen. Sie konnten innerhalb kurzer Zeit eine Produktion aufbauen und zu vernünftigen Preisen erzeugen. Die Firma Gloriett war zur Stelle, es hat mich emotional berührt wie man plötzlich auf diese Firma angewiesen war und wie sehr sich dort alle ins Zeug gelegt haben.

    Gerade diese Firma war jahrelang, unter anderem, mit der Fertigung der Hemden für die Polizei beauftragt. Die Qualität war in jeder Hinsicht hervorragend. Nach den Ausschreibungsgesetzen der EU musste die Polizei dann auf andere Anbieter aus dem Ausland (China) umsteigen. Ich hörte davon das sich bei bestimmten Chargen nach einigen Waschgängen der Bundesadler von Rot auf Rosa veränderte.

    Freier Wettbewerb ist wichtig, genauso wichtig halte ich aber das Recht jedes Staates für bestimmte Produkte inländische Firmen bevorzugen zu dürfen. Es ist auch mein Steuergeld und wenn ich möchte das der Staat bestimmte Aufträge im Inland vergibt, dadurch Arbeitsplätze sichert, Steuern lukriert und das Sozialsystem dadurch gestärkt wird so brauche ich niemanden in der EU der mir erklären will das EU-Vorschriften bestimmen das Aufträge an China oder sonstwohin zu vergeben sind, nur nicht nach Österreich.
    Dann soll Brüssel doch seine Mitglieds-Netto-Zahlungen auch gleich in China einfordern.

    Wenn ich richtig informiert bin werden im Moment in Rumänien die österreichische Uniformen erzeugt. Wenn das stimmt wäre es ja schon mal ein Fortschritt. Und jetzt die Hemden wieder zum burgenländischen Paradeunternehmen bitte, sie haben es sich verdient und ihre patriotische Pflicht geleistet als es darauf ankam.
    Wenn dort die Stückpreise etwas höher sind aber dafür Wertschöpfung direkt im Land bleibt ist nach meiner Meinung die Umwegrentabilität mit einzurechnen.

    Und wenn vielleicht die Regierung endlich die Lohnnebenkosten auf ein vernünftiges Maß reduziert kann es für sehr viele Unternehmungen eine effektivere Hilfe sein als die Verteilung von Hilfsgeldern mit der Gießkanne.

  20. CE___

    Ich kann mich nur den anderen Kommentaren hinsichtlich der VR China anschliessen aufgrund eigener Erfahrungen.

    “Denn wenn jetzt Teile der industriellen Fertigung aus Asien wieder nach Europa zurückverlegt werden und Produkte aus “lokaler” Produktion bevorzugt werden, dann wird das ebenfalls die Preise treiben.”

    Ja, es holt uns hier dann in Westen wie ein Boomerang über die anrollende Teuerung die jahrzehntelange Inflationsorgie unserer Politik oder Bänkster ein.

    Ich werde mir immer mehr sicher, die damalige Annäherung in den 1970ern der USA an den ideologischen Feind Rotchina hatte eher nichts mit der Sovietunion zu tun, sondern war als vermeintlich geniale Antwort gedacht um, neben den Volker’schen Hochzinsen, eine viel tiefgreifendere “Lösung” zu geben auf die rasende Teuerung ausgelöst durch die Inflationsorgien in den 60ern durch den Vietnam-Krieg, eben indem man die Güter im billigeren Rotchina herstellen lässt und importiert und so statistisch die offiziellen Teuerungsraten nach unten drücken könnte.

    Der Preis für diese “Lösung”?

    Das in der Menschheitsgeschichte wahrscheinlich einmalige und noch nie dagewesene wissentliche und gewollte Aufpäppeln eines, im Grunde, Feindes (VR China) durch den Hegemon (USA bzw. generell der Westen) durch das Transferieren der eigenen Produktions-und Wertschöpfungsketten in dieses.

    Und zwar nicht nur für Klamotten und Sportschuhe und “Plastikzeug”, sondern sogar bis hinein in High-Tech und andere neueste Entwicklungen wie Robotik, etc.

    Werden wir im Westen diesen Preis zahlen müssen?

    Ich denke schon, denn das was sich Rotchina in Sachen Wuhan-Virus geleistet kann, zeigt dass man auf DIESES Land nicht bauen darf und kann, auch wenn es dann mehr kostet, wo man dann aber auch argumentieren kann dass dann wieder unsere Arbeitslosen eine Möglichkeit auf eine gute bezahlte Arbeit haben, ganz einfach weil viele Gütern hergestellt werden MÜSSEN.

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