60.000 Monatrente für einen VW-Manager

“Volkswagen-Manager Andreas Renschler hat laut einem Zeitungsbericht horrende Summen erhalten – ohne dafür zu arbeiten. Und später soll ihm der Konzern 60.000 Euro Rente im Monat zahlen……” (hier)

20 comments

  1. gms

    In einem tatsächlich liberalen Blog wäre das Echo dieses Zerrspiegelartikels mit der Anmut einer Anzeige der Arbeiterkammer niemals angekommen, was die Vermutung nahelegt, die sonderbar illiberale Aufgeregtheit sei irgendwie zentral mit ‘neo’ verbandelt.

    Nachdem aber nun selbst Petzner die Wahltrommel für den Grünen rührt, kann man gleich aus der willkürlichen Untugend eine Gewohnheit machen und sogar hier einen virtuellen Gewerkschaftsstammtisch ausrufen, von dem aus sich klassenkämpferisch die eigene Vergangenheit leugnen läßt (ortneronline.at/?p=21159).

  2. Thomas Holzer

    Wo ist das Problem?!
    So ich recht informiert bin, ist VW eine AG, an welcher NRW ein nicht gerade kleiner shareholder ist; ergo. diese “causa” hat einzig und alleine die Aktionäre, Vorstände, Aufsichtsräte zu interessieren, alles andere ist ein inszenierter Sturm im Wasserglas

  3. Der Realist

    solche Summen kursieren immer wieder bei großen Konzernen, sind eben üblich, bleiben aber trotzdem pervers, denn kein Mensch kann solche Gehälter mit Leistung begründen. Letztendlich muss das auch wer bezahlen, und das sind naturgemäß die Kunden.

  4. MM

    Wer bestimmt sowas eigentlich? Die Aktieninhaber als Eigentümer zumindest nicht alle. Letztendlich werden die Gehälter doch zwischen Aufsichtsrat, Vorstand und Gewerkschaften ausgekungelt. In diesem Fall wäre es interessant an welchem Punkt beispielsweise das Land Niedersachsen mit 20% Stimmenanteil zugestimmt hat. Da wird doch irgendwann über ein Gesamtpaket abgestimmt, oder?

  5. TomM0880

    Ich sehe da kein Problem. Wenn ein Unternehmen sich solche Gehälter leisten kann, geht das doch niemanden etwas an. Niemand zwingt mich einen VW zu kaufen.

    Wenn Politiker 5 Jahre fürs Nichtstun bezahlt bekommen, das ist der wahre Skandal, denn da werden meine Gelder verbraten, die mir gestohlen werden.

  6. Wettervik

    Das hat eigentlich nur die Aktionäre von VW zu interessieren….

    Das ist Krone-Neidreflex-Niveau.

  7. Christian Peter

    @Thomas Holzer

    ‘Sache der Aktionäre’

    Da liegt das Problem, denn Aktionäre haben kein Mitspracherecht bei Managergehältern. Dass VW – Manager wegen weltweit organisierten Betrugs eher Knast zu erwarten hätten als Millionengehälter, sei nur am Rande erwähnt.

  8. Thomas Holzer

    @CP
    Aber sie haben Mitspracherechte bei Bestellung des Aufsichtsrates und Vorstandes, soweit ich informiert bin. Nimmt man diese Rechte nicht in Anspruch, ist man selbst schuld.
    Aber nochmals: this is none of our business; es sei denn, man ist eben Aktionär

  9. gms

    Thomas Holzer,

    “Aber nochmals: this is none of our business; es sei denn, man ist eben Aktionär”

    Fast richtig, aber eben nur fast.

    Der Witz, den unser brauner Forumsjihadistentrompeter selbst nach wiederholter Erklärung durch seinen Sachwalter nicht versteht, besteht darin, wonach ausgerechnet VW diesbezüglich das blödeste Ziel ist, das man sich fürs infantile Anpissen in Klassenkampfmanier aussuchen kann.

    Stimmberechtigte Stammaktien vs. dividendenbegünstigte Vorzugsaktien — Letztgenannte von Volkswagen sind auch im DAX vertreten, nachdem sie vor einigen Jahren (iirc 2009) dort mit den Stammaktien tauschten, die zunehmend an Wert verloren hatten.
    Weniger kryptisch: Den Anlegern bei VW war mehrheitlich Geld wichtigter, als Mitbestimmung. Wer wiederum auf Geld verzichtet und zu den stimmberechtigten Stammaktien greift, den wird vielleicht so manches beeinflussen, aber gewiß nicht das Gebrabbel von Idioten, die von der Materie rund um Aktien soviel verstehen, wie Rinder vom Ackerbau.

  10. Carl Schurz

    VW ist aus meiner Sicht ein privat geführtes Unternehmen wie die Bahn und die Telekom auch. 😉 Mit Hilfe des Staates haben deutsche Konzernlenker schon seit Kaisers Zeiten gerne gewirtschaftet. Schämt euch. Kapitalismus ist das nicht. Ich kann daher Ludwig Erhards Abneigung gegenüber den Vertretern der deutschen Großindustrie sehr gut verstehen.
    Nichts gegen hohe Gehälter oder Preise, wenn sie in einem fairen Wettbewerb einer freien Marktwirtschaft entstehen. Aber gerade in den mit Poltikern u. a. Funtionären verseuchten AG vermute ich per es einen Mangel an Leistung und Wettberb. Dafür aber gute Verbindungen zur Vetternwirtschaft.
    Macht korrumpiert auf Zeit jeden Menschen. Darum muss sie zeitlich begrenzt werden. Nicht nur in der Politik.

  11. Mona Rieboldt

    Thomas Holzer
    NICHT NRW, sondern Niedersachsen hält Anteile an VW. Und Wolfsburg gehört zu Niedersachsen. Die Stadt Wolfsburg ist sozusagen VW.

  12. Thomas Holzer

    @Mona Rieboldt
    Ja, danke! Ist mir später dann auch eingefallen; war nur zu faul, mich selbst hier zu korrigieren 😉

  13. gms

    Carl Schurz,

    “VW ist aus meiner Sicht ein privat geführtes Unternehmen wie die Bahn und die Telekom auch.”

    Woran machen Sie das fest? Weil Niedersachsen mit 11,8% des gezeichneten Kapitals durch die systembedingte Ungleichbehandlung von Stamm- und Vorzugsaktien über 20% der Stimmrechte und damit auch über eine Veto-Option insbesondere in Standortfragen verfügt?

    “Aber gerade in den mit Poltikern u. a. Funtionären verseuchten AG vermute ich per es einen Mangel an Leistung und Wettberb.”

    Vermuten kann man viel. Die Mehrheit der Stimmrechte bei VW hat mit 52% die Porsche Holding, und verglichen mit US-Gehältern spielen deutsche Manager weltweit in der Regionalliga. Daher verwundert auch nicht, wenn angesichts der Dünnheit de Suppe ein artifizieller Bogen zu Bahn und Telekom geschlagen werden muß zur gewünschten Hebung des Blutdruckes.

  14. Christian Peter

    @Thomas Holzer

    Aktionäre haben in Deutschland bloß bescheidene Mitbestimmungsrechte und schon gar keinen Einfluss auf die Höhe der Vergütungen der Manager (lediglich der Aufsichtsrat). Nicht umsonst wurde dies in der Schweiz mittlerweile geändert, dort entscheiden die Aktionäre fortan jedes Jahr verbindlich über die Höhe der Managementgehälter. Solange dies nicht auch in Österreich und Deutschland der Fall ist, liegt diese Angelegenheit sehr wohl im öffentlichen Interesse.

  15. Rennziege

    Seltsamerweise regt sich niemand darüber auf, wenn irgendein Fußballtreter 12 oder 15 Millionen Euro p.a. verdient und, so er erfolgreich ist, für noch höhere Summen verkauft wird, an denen der Kicker selbst heftig mitschneidet.
    Aber wenn der VW-Konzern einen bewährten Manager der Lkw-Sparte von Daimler-Benz abwirbt und die Konditionen eines privatrechtlich geschlossenen Vertrags korrekt erfüllt, jodeln Presse, Volkszorn und Neid unisono und wutschäument. — Hat sich schon jemand darüber ereifert, was der (zugegeben: wirklich sympathische und erfrischende Ösi) David Alaba bei Bayern München verdient? Und was ihm allein eine zweijährige Vertragsverlängerung aufs Konto schaufelt? (Und es gab auch Millionentransfers, aus denen kein einziges Tor erwuchs.)
    Wir dürfen uns auf die VW-Haupteigner — die Piëchs und Porsches, Qatar, norwegischer Staatsfonds, nur etwa 11% Streubesitz — verlassen, diesen Konzern nicht abgleiten zu lassen. Einzige Wermutstropfen: die ~20%ige Beteiligung des Bundeslandes Niedersachsen und dessen Faible für Gewerkschaften und deren Nepotismus. Aber eine Weltmarke verkraftet auch dies, und der Abgas-“Skandal” kostet zwar ein paar Milliarden, wird aber nun durch zahlreiche andere Schummler in den Schatten gestellt.
    Ich wiederhole: Vertrag ist Vertrag, und da hat sich niemand einzumischen. (Ähnliches hab’ ich im Oktober ’15 gepostet, als ich VW-Vorzüge à € 95 kaufte und empfahl. Die waren am jüngsten Freitag € 129 wert — against all odds. Und ein Dividenderl von ca. 3,5% folgt demnächst, in Kanada ziemlich steuerfrei. Damit kaufen wir weitere VW-Aktien, kurze Einbrüche in Kauf nehmend, aber ein frischer US-Großinvestor sieht das Kursziel bei € 210.)
    Verzeihung! Der Pfingstmontag macht mich geschwätzig. Aber wer in diesen Zeiten meint, die unentbehrliche private Altersversorgung könne mit einem Sparbüchl und negativen Zinsen gelingen, macht seine Rechnung ohne den Wirt. Gerade in AT und DE haben die Leut’ eine diffuse Angst vor der Börse und meiden dieselbe, halten sie für spekulativ. Na klar ist sie das, soll sie auch sein! Schließlich ist das ganze Leben eine Spekulation, die schon beginnt, z.B. wenn die Hebamme das Baby präsentiert: Ist es gesund, das Kind?
    Besserer Vergleich: Sooft wir einen Zebrastreifen überqueren, riskieren wir das Überfahrenwerden durch einen betrunkenen, bekifften oder farbenblinden Lenker. Da lob’ ich mir die Börse … und VW.

  16. Fragolin

    @Christian Peter
    Wer mit dem Mitbestimmungsrecht in einer AG nicht einverstanden ist wird nicht gezwungen, sich Aktien davon zu kaufen. Aber solange alle Jahre fette Gewinne mit überteuerten Luxuskarossen eingefahren werden, wird schön abgesahnt und still gehalten. Aber kaum gibt es mal ein Jahr ohne fette Dividende, kriechen plötzlich die Jauler und Neidjammerer aus ihren Löchern. Meine Güte, was für ein Niveau diese ganze Diskussion hat…

  17. Christian Peter

    @Fragolin

    Stumpfsinnige Argumentation. Auch Unternehmen werden nicht gezwungen, an die Börse zu gehen und von Aktionären Geld einzusammeln.

  18. Fragolin

    @Christian Peter
    Es ist wenigstens Argumentation; ob Sie die für stumpfsinnig halten ist mir recht egal. Die Unternehmen beschweren sich nämlich nicht über die Anleger sondern Dritte bejammern das brutale Los der armen armen Anleger gegenüber den bösen bösen Unternehmen, von deren Gewinnen sie mitnaschen. Verdrehen Sie nicht einfach die Aussagen anderer, wenn Ihnen gar nichts mehr einfällt, das geht nämlich wie in diesem Falle auch sehr oft ins Vakuum. Da kömmt dann der übliche Schwachsinn raus, dass die Banken Schuld sind, wenn Leute, die zu blöd zum Rechnen sind, sich überschulden, weil die Banken die Dienstleistung “Kredit” anbieten. Dass keine Bank einen Kunden zur Kreditaufnahme zwingt wird dabei vollkommen ausgeblendet. Willkommen im Denkschema der KPÖ!

  19. Christian Peter

    @Fragolin

    Unternehmen, die sich Geld von Aktionären Geld an der Börse holen, müssen sich Regeln unterwerfen, das ist doch logisch. Nicht umsonst verzichten viele gesunde Unternehmen auf einen Börsengang, um sich dadurch nicht Probleme in das Unternehmen zu holen, die sie sonst nicht hätten. Außerdem liegen Vorgänge bei Aktiengesellschaften immer im öffentlichen Interesse, da es sich dabei um eine Gesellschaftsform mit allerlei Privilegien handelt, die vom Gesetzgeber nicht geschaffen wurde, um anderen Marktteilnehmer Schaden zuzufügen oder Missbrauch zu betreiben.

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