600.000 Dollar für den Kopf des Dichters

Von | 25. Februar 2016

“….Iranian state-run media outlets have added $600,000 to a bounty for the killing of British author Salman Rushdie (pictured) imposed in 1989 over the publishing of his book “The Satanic Verses“….” (hier)

16 Gedanken zu „600.000 Dollar für den Kopf des Dichters

  1. Falke

    Iran – nunmehr der von allen demokratischen Rechtsstaaten umschwärmte Partner.

  2. aneagle

    @Falke
    nicht von allen, Israel schwärmt nicht.
    Kunststück, von deren realen nüchternen Blick hängt ihr unmittelbares Überleben ab. Die sogenannt demokratischen Schwärmerstaaten können sich die kindische, brandgefährliche Schwärmerhysterie locker leisten(siehe auch: refugees-welcam), die wollen “nur spielen”. Unreife Bevölkerungen kennen keine Angst, nur gute Emotionen wie Vizepräs. Claudia Roth, die den Iranern unbedingt zugesteht, was Sie Deutschland unbedingt verwehren will: die friedliche Nutzung der Atomkraft mit allen Konsequenzen für die Erdmitbewohner. Erstaunlich toleranter Standpunkt für eine (braun?)Grüne.

  3. sokrates9

    Wie kann eine friedliebende Religion ein Todesurteil verhängen?? wo sind die österreichischen Kuschelmoslems die sich dagegen aussprechen und diese Fatwa aufheben? Ach so – dann werden sie von der eigenen Religion auch mit dem Tod bedroht??

  4. Thomas Holzer

    @sokrates9
    Nicht die Religion verhängt ein Urteil, sondern eine Person, welche behauptet, im Namen dieser Religion zu sprechen; außerdem: die 600.000 zusätzlichen USD kommen von “„….Iranian state-run media outlets”, also vom Staat

  5. cmh

    @Thomas Holzer

    Das ist bei den Moslems das große Problem. Dort hat keiner wirklich das Sagen, außer er knallt anderen einen vor den Latz. Das ist so wie MacDonalds eine Franchisesache, nur werden, die Qualtiätsnormen nicht von einer Stelle vorgegeben, sondern jeder macht sich die Normen selber. Das führt doch die Marke ad absurdum.

    Wenn man so verfasst ist wie die Moslems, dann ist das doch ein echter Webfehler in der Sache selber und nicht nur der von ein paar durchgeknallten Dschihadisten. Und wenn MD so wäre, so kann es nicht mehr Sache eines einzelnen Burgerbraters sein, gute Qualtiät zu liefern. Sein Markenzeichen wird dann von seinem unlauteren Nachbarn ebenso genutzt. Er müsste sich dann wohl überlegen, zu Burgerking zu wechseln. Tut er es nicht, kann er nicht mehr sagen, dass sein Rinderburger besser wäre als der Mäuseburger vom Mitbewerber.

  6. astuga

    Naja, die Fatwa stammt von Khomeini.
    Er hat die Autorität für seine Richtung der Shia Urteile zu fällen (sog. 12er Shia, weil sie auf die Rückkehr des 12 Imam warten).
    Dann steht es jedem Muslim frei die Fatwa anzuerkennen oder nicht, erst recht wenn in seiner eigenen Rechtsschule kein anderslautendes Urteil gefällt wird.

    Wobei im Fall von Rushdies “Vergehen” die Sache so eindeutig ist, dass Muslime dabei gar nicht lange überlegen müssen.
    Und ein Interesse die Sache hochzuschaukeln bestand ja auch.
    Übrigens greift der Islam selbst etwa die christliche und jüdische Lehre deutlich aggressiver an als Rushdie den Islam.

  7. cmh

    @ astuga

    … und die Knallköpfe von Christen sind so vom Kuscheln und Weltretten und Irreverstehen zugedröhnt, dass sie ihre eigenen Dinge vergessen haben und jetzt dem Islam genaugleich wie dem Sozialismus gegenüber schlicht sprachlos sind. Die glauben sicher auch, eine Fatwa ist sowas wie eine päpstliche Sozial- und/oder Fortpflanzungsenzyklika.

  8. Thomas Holzer

    @astuga
    Khomeini hat(te) nur die “Autorität, welche ihm von den tumben “Gläubigen” zugestanden wurde; genauso wie dieser Wappler, welcher sich als “neuer” Kalif in Mossul geriert.
    Das Volk in der Masse ist per se dumm; es lässt sich von einigen Wenigen unterjochen, egal ob “unter der Fahne” des Islam, Nationalsozialismus, Kommunismus oder EU…….et alii.
    Das ist der einzige und schlichte Grund, warum libertäre Ideen nie “obsiegen” werden, weil die Masse, sprich die Mehrheit, “Führer” braucht.
    Wir sollten mittlerweile von SchwarmUnintelligenz. und nicht von Schwarmintelligent sprechen; nicht alles, was im Tierreich erfolgreich ist, ist es auch unter uns!

  9. astuga

    @Thomas Holzer
    Pfuh, das sind ja verschiedene Ansätze.
    Man könnte den Islam auch (wie jeden anderen Totalitarimus) als besonders aggressives Mem betrachten.
    Oder als virusartiges kulturelles Phänomen.
    http://www.uni-muenster.de/PeaCon/phantawi/extro/Memetik/memetik.html

    “(…) Die Chancen auf Verbreitung eines Mems stehen und fallen mit der Durchsetzungs- fähigkeit des Mems und dessen Kopien gegenüber anderen Memen und dessen Kopien. Darüber hinaus haben Meme Strategien entwickelt, die die “Wirte” veranlassen, das Mem weiter zu verbreiten.
    Spätestens hier wird deutlich, dass Gründzüge der Memetik auf der Eolutionstheorie Darwins basieren. Meme unterliegen den Gesetzmäßigkeiten der Evolution, somit trifft das Prinzip der natürlichen Auslese auch auf Meme zu.

    Für Dawkins und seine Anhänger sind die Meme neben den Genen die zweite treibende Kraft, die die Evolution des Menschen beeinflussen.
    Meme beeinflussen das Verhalten des “infizierten “ Wirtes. Aus Sicht der Anhänger dieser Theorie steuert die Memtik demnach die kulturelle Evolution.”

  10. gms

    astuga,

    > Naja, die Fatwa stammt von Khomeini.

    Derselbe Khomenei, der unmittelbar vor seiner Rückkehr in den Iran ausgerechnet einige Monate im westlichen Frankreich lebte und Sha Reza Pahlevie ersetzte. Pahlevie wiederum wurde von den USA eingesetzt, nachdem Mosadegh in Persien amerikanische Ölgesellschaften verstaatlichte und daraufhin per Regimechange geputscht wurde. Pahlevie wiederum spielte seine Rolle gut, wurde aber von Carter zunehmend offen der Menschenrechtsverletzungen bezichtigt und später mit Embargos bedroht.

    Abgerundet wird das ambivalente Bild durch verblüffend positive Berichterstattung des Westens über den Einzug Khomeinis 1979 [1, sehenswert]. Berichtet wird zugleich, der vertriebene Shah hätte die Soldaten im Iran über seine Leute vor Ort zum Feuern und Anzetteln eines Bürgerkriegs aufgefordert, um das alte System wieder herzustellen, während der Shah eben dies leugnete.

    [1] abcnews.go.com/Archives/video/feb-1979-ayatollah-khomeini-returns-12769714
    news.bbc.co.uk/onthisday/hi/dates/stories/february/1/newsid_2521000/2521003.stm

  11. Johannes

    Genau das ist der Grund warum der Islam in Europa nichts verloren hat, ja geradezu der Feind unserer Freiheit ist. Niemand kann mir damit kommen es gibt auch den gemäßigten Islam, dieser Glaube akzeptiert kein weltliches Recht und schon gar kein europäisches. Ich kann mich an keine einzige glaubwürdige Distanzierung der sogenannten Gemäßigten erinnern. Es ist der größte Nonsens der Geschichte das gerade die Deutschen es sein werden die für die nächste große europäische Katastrophe nach 1939-45, nämlich Glaubenskrieg, islamistischer Terror im großen Stil in Europa und die rasche Islamisierung großer Gebiete der EU, aus meiner Sicht , verantwortlich gemacht werden müssen. Fatal für die Deutschen die aus falsch verstandener Wiedergutmachung an der gesamten Menschheit ,Europa aufgeben und so wieder deren Völker zu etwas zwingen wollen was Ungarn, die Tschechen, Slowaken und Polen in ihrer Erinnerung an die Geschichte und der Besinnung auf ihren Verstand ablehnen müssen!

  12. astuga

    @gms
    Um das Bild noch weiter abzurunden.
    Wie der Deutsch-Iraner Said richtig anmerkt hat die europäische Linke Khomeini und die Revolution ausdrücklich begrüßt.
    So Cohn Bendit, so Joschka Fischer.
    http://www.fr-online.de/politik/said–noch-nie-war-der-islam-im-iran-so-verpoent-wie-heute-,1472596,3349158.html

    Viele Iraner behaupten ja auch bis heute, dass die Schüsse auf Demonstranten im Iran (welche die Lage eskalierten) gar nicht von den Sicherheitskräften des Schah kamen, sondern von eingeschleusten Radikalen bzw Khomeinis Leuten selbst.
    Aber gut, Verschwörungstheorien begleiten jeden Umsturz – manche sind wahr, manche nicht.

  13. gms

    astuga,

    “Aber gut, Verschwörungstheorien begleiten jeden Umsturz – manche sind wahr, manche nicht.”

    Richtig, doch was declassified documents zeigen [1], verstand man sich sei jeher darin, im Ausland genehme Kräfte zu identifizieren und zu forcieren oder gar mit Machthabern offen zu kooperieren, während man zugleich im Hintergrund gezielt deren Gegner aufbaute. Egal was man im Ausland an Geldmitteln, Aufbauhilfen, Waffen oder organisatorischer Unterstützung einsetzte, es erfolgte unter der Auflage ‘to attain our political goals’.

    Geopolitisch war und ist der arabische Raum bedeutsam als Drehscheibe zwischen drei Kontinenten, sowie (O-Ton) ‘To insure that the resources of the area available to the United States and its allies for use in strengthening the free world. [..] important sites for Western military bases [..] More than a third of the world’s known oil reserves are located in the Arab States alone. Continued availability of oil from these sources are of great importance in peace and war.
    These strategic resources are so important to the over-all position of the free world that is in the security interest of the United States to take whatever is appropriate measures it can, in the light of it other commitments, to insure that these resources will be uses for strengthening the free world.’

    Instrumentalisierbare Religion (‘religion as a propaganda asset’) erkannte man damals schon als Mittel zum Zweck, zumal man unter anderem der Meinung war, diese würde mit kommunistischem Atheismus ins Gehege kommen. Joschka Fischer, den Sie schon erwähnten, hob ebenfalls nicht grundlos in seiner Schrift “Wildes Kurdistan” hervor, es bedürfe zu Revolution der Religion.
    Joschka Fischer, der mit grünem Bewußsein soviel am Hut hatte wie Schafe mit Tofu, vollbrachte die Wandlung der deutschen Grünen von graskauenden Pazifsten hin zu bellizistischen Türkeifans mit einem generellen Faible für Realpolitik. Türkei und Saudiarabien wiederum waren seit deren Entstehung engste und wichtigste Bündnispartner der Amerikaner.

    Verschwörungstheorien? Vielleicht, aber darüber, wie und mit welchen Mitteln man sich außenpolitisch schon in den 50ern einmischte, zeugen heute Dokumente, die damals noch top secret waren.

    [1] nsarchive.gwu.edu/NSAEBB/NSAEBB78/propaganda%20059.pdf
    A Report to the National Security Council, On United States objectives and policies with respect to the Arab states and Israel, April 7, 1952
    [2] tinyurl.com/gp9m3rf => google cache
    Berner Zeitung, Warum Joschka Fischer jetzt für eine Pipeline lobbyiert
    handelsblatt.com/unternehmen/industrie/south-stream-fischer-greift-russisches-pipeline-projekt-an/3535182.html

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