Willkommen in der Null-Risiko-Gesellschaft

Von | 13. Juni 2021

Standen im Zuge des wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Aufstiegs noch Werte wie unternehmerisches Wagnis, Freiheit und Streben nach Fortschritt im Zentrum, weichen diese zunehmend einer übervorsichtigen Vollkasko-Mentalität. Mit dem rasanten Anstieg der Lebensstandards in den letzten Jahrzehnten einher ging ein wachsendes Bedürfnis, das Erreichte durch politische Massnahmen abzusichern. Das scheint verständlich: Wer schon viel gewonnen hat, möchte es nicht wieder verlieren.

Zukunftssorgen, Abstiegsängste und Risikoaversion dominieren heute das Geschehen. Es herrscht immer mehr die Überzeugung vor, man könne jegliche Volatilität, Ungewissheit und Gefahr mit staatlichen Eingriffen verbannen. Das Tragen von Eigenverantwortung, die individuelle Vorsorge und das Erzielen eines Einkommens auf Märkten durch Leistung, Lernbereitschaft und Anpassungsfähigkeit werden zunehmend als unnötige Last empfunden.

Nicht wenige wünschen sich, dass sie die Verantwortung für ihren Lebensunterhalt und zur Vorbeugung gegen Risiken vollständig dem Staat abtreten könnten. Dieser werde sich dann – so die naive Vorstellung – liebevoll, fürsorglich und vorausschauend um einen kümmern. Von staatlich finanzierten Einheitskrankenkassen bis hin zu grosszügigen «bedingungslosen Grundeinkommen»: Der schönen neuen Welt der staatlichen Betreuung und des sorgenfreien Lebens jenseits von Risiken sind gedanklich keine Grenzen gesetzt. Willkommen in der Utopie der Null-Risiko-Gesellschaft. weiterlesen hier

2 Gedanken zu „Willkommen in der Null-Risiko-Gesellschaft

  1. Susi

    „Nicht wenige wünschen sich, dass sie die Verantwortung für ihren Lebensunterhalt und zur Vorbeugung gegen Risiken vollständig dem Staat abtreten könnten.“ Das war doch in der DDR so? Waren dort die meisten zufrieden?

  2. GeBa

    Ein sehr guter Beitrag und vor allem so wahr.
    Wenn ich mir ansehe, wie viele Jugendliche noch zuhause wohnen und gar nicht den Willen zeigen, sich etwas eigenes zu schaffen –
    Wenn ich mir den Straßenverkehr ansehe, vor jedem Fußgängerübergang muss noch ein Leuchtsignal extra drauf hinweisen – Ampeln mehr und mehr, dabei zeigen die Städte ohne Ampeln, dass es dadurch viel weniger Verkehrsunfälle gibt –
    und und und – keine Eigenverantwortung mehr notwendig.
    Da denke ich mir aber doch, dass an vielem meine, also die Nachkriegsgeneration, schuld ist. Wir mussten mehr oder weniger bei 0 beginnen uns etwas aufzubauen, haben es mit Entbehrungen geschafft, dass es uns heute blendend geht und viele haben ihren Kindern dann alles versucht zu geben, was sie selbst nicht hatten. Daraus wurden verzogene Fratzen die den Egoismus der ihnen zuhause übermittelt wurde, weiter gaben an die nächste Generation, ein Schneeballsystem.
    Es beruhigt mich dann doch, dass nicht nur ich dem ungläubig bis fassungslos gegenüberstehe.
    Ich bin heute schon so weit dass ich mir wünsche dass es denen die so hirnlos und egoistisch sind, kräftig auf den Kopf fällt. Hinter mir die Sintflut!

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