Der Kampf der Grünen gegen die Wirtschaft

Von | 22. Juli 2021

(ANDREAS TÖGEL) Maskentragen, Händewaschen, „Social Distancing“, Lockdowns und die Erlösung verheißende Impfung – allesamt Maßnahmen zur Verhinderung einer Überlastung des Gesundheitssystems durch Corona. Die an der Tür zur Intensivstation drohende Triage war und ist das Schreckensbild, das die Leute zum Gehorsam bewegt.

Nun sind die Ansteckungszahlen in Österreich zuletzt zwar wieder angestiegen, doch – und darauf kommt es am Ende an – die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Patienten bietet keinerlei Grund zur Besorgnis. Was tut der Wiener Bürgermeister, Michael Ludwig, ein gelernter Politikwissenschaftler, der die SED der „DDR“ zu seinem Dissertationsthema erkoren hat, in dieser Lage? Er verschärft die Freiheitsbeschränkungen in der von ihm regierten Stadt, indem er Tests für bisher davon ausgenommene Kinder anordnet, die in der Gastronomie und diversen Freizeiteinrichtungen Einlaß begehren. Spontane Besuche von Wirtshäusern und Freibädern in Begleitung von Kindern werden somit unmöglich. Das rote Wien erklärt den Betrieben den Krieg.

Viele Unternehmen, die wegen der Lockdowns ohnehin schon ums Überleben kämpfen, werden zusätzlich belastet. Und das, obwohl Wien mitten in einem Bundesland liegt, in dem die Leute von Testzwängen unbehelligt bleiben. Betriebe in Wiener Umlandgemeinden dürfen sich freuen. Wer setzt seine Kinder schon überflüssigen (und nebenbei bemerkt, auch sauteuren und viel Müll produzierenden) Tests aus, wenn die in Perchtoldsdorf, Klosterneuburg, Mödling oder Tulln auch ungetestet willkommen sind?

Ein Redakteur der „Presse“ hat vor einiger Zeit das Programm der Grünen so zusammengefasst: „Besteuern, verbieten oder Radweg.“ Als ob die in Wien aus der Koalition mit den Genossen geflogenen Grünen sich dafür nun auf Bundeseben revanchieren wollten, legt Verkehrsministerin Leonore Gewessler, neben vielen anderen, auch das längst fertig projektierte und besonders für den nördlichen Teil der Stadt wichtige Projekt Lobautunnel auf Eis. Der der Wiener Wirtschaft dadurch erwachsende Schaden geht in die vielen Millionen.

Was grüne zurück-in-die-Steinzeit-Aktivisten, wie die von Global 2000 zu Ministerehren avancierte, ebenfalls zur Politikwissenschaftlerin ausgebildete Frau Gewessler nicht sehen können oder wollen, ist, dass Mobilität, neben privatem Eigentum und Kommunikation, die Basis von Freiheit und Fortschritt bildet. Wer Mobilität unterbindet, indem er den Betrieb privater PKW mit immer neuen Steuern und Auflagen derart verteuert, dass Otto Normalverbraucher sie sich nicht mehr leisten kann; Wer den Menschen Lebenszeit stiehlt, weil er sie zu überflüssigen Umwegen oder in langsame öffentliche Verkehrsmittel zwingt; Wer Straßenbauprojekte mit Hinweisen auf Umweltbedenken unterbindet, während er/sie gleichzeitig die flächendeckende Landschaftszerstörung durch die Errichtung von Windrädern fördert, arbeitet nicht für, sondern gegen die Menschen.

Ob hinter der rotgrünen Wirtschaftsfeindlichkeit ein Plan steckt? Diese Frage wurde soeben beantwortet! Der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend, Paul Stich, hat die Öffentlichkeit nämlich wissen lassen, worum es den rotgrünen Taliban zu tun ist: Um einen Klassenkampf (sic!) – mit dem Ziel, auf den Trümmern des bestehenden Systems eine neue Gesellschaftsordnung zu etablieren. Linksparteien, FFF, BLM und LGBT geht es um nicht weniger, als um die Transformation der bürgerlich-marktwirtschaftlichen Ordnung in eine zentral gelenkte Planwirtschaft, in der marxistische Kader das Sagen haben.

Stets haben die Linken behauptet, die Lebensumstände der breiten Masse verbessern zu wollen. Doch so oft sie die Möglichkeit dazu hatten, haben sie das Gegenteil davon getan. Warum sollte es beim 25. Versuch seit 1917 anders laufen?

Liefert vielleicht die Wahl des Studienfachs Politikwissenschaft eine Erklärung für die marktwirtschaftsfeindliche Haltung von Gewessler und Ludwig? Und sollte an Politiker nicht generell die Forderung gestellt werden, ihr Geld zumindest eine Zeitlang mit Arbeit außerhalb marktferner Biotope verdient zuhaben?

7 Gedanken zu „Der Kampf der Grünen gegen die Wirtschaft

  1. Kluftinger

    Sg. Herr Tögel, wie immer eine treffende Analyse.
    Aber ihre Abschlussfrage betreffend Politikwissenschaft scheint mir zu allgemein. Sie müsste lauten: „Politikwissenschaft an der Uni Wien oder was diese Damen und Herren darunter verstehen?“.
    Die Disziplin der Politikwissenschaft, die ich auch in anderen Staaten kennenlernen durfte, unterscheidet sich nach manchen Kriterien wesentlich von der an der Uni Wien betriebenen.
    Und was die Forderung nach Erfahrungen ausserhalb marktferner Biotope betrifft, der Apostel Paulus (zumindest den belesenen Zeitgenossen ein Begriff) war im „Zivilberuf“ Zeltmacher!

  2. dna1

    Wort für Wort auf den Punkt. Danke für diesen Artikel!

  3. hausfrau

    In weiterer Folge stellt sich aber auch die Frage, welche Verbindlichkeiten den talentierten Herrn Kurz veranlaßt hat, sehenden Auges mit den Grünen eine Koalition einzugehen?

  4. Sokrates9

    Man sieht wieder schön das Menschenbild der Grünen die sich jede Mühe geben in masochistischer Weise das Leben zu versauern durch Wartezeiten, Massentransport und unzähligen Vorschriften den Menschen jedes Vergnügen zu stehlen.Reisen,gut essen,eigenes Auto,genügend Wohnraum alles Klimaschädlich!

  5. Allahut

    Der einzige Kampf der Grünen ist der um den Platz am Futtertrog.

  6. Falke

    Der Titel ist etwas irreführend, zumindest unvollständig. Der Autor beginnt ja damit, dass der Wiener Bürgermeister, anders als die anderen 8 Landeshauptleute, noch zusätzliche wirtschaftsfeindliche Aktionen setzt. Er würde also auch in den Titel gehören, zumindest seine Farbe: rot. Aber vielleicht wollte er nur seiner (schwarz-türkisen) Kollegin aus Niederösterreich möglichst viele Kunden und Käufer zuschanzen. 🙂

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