80 Peitschenhiebe für 1 Glas Wein

“…….Kurz vor dem 13. November hatte es bereits einen Angriff auf das französische savoir vivre gegeben – es war zwar nur ein Vorstoß, jedoch von symbolischem Gewicht. Ab dem 14. November wollte Irans Präsident Hassan Rohani die Französische Republik und deren Präsidenten besuchen. Ausgerechnet Rohani, ausgerechnet Frankreich! Er sagte den geplanten Staatsbesuch nach dem Blutbad von Paris wieder ab. Schon während der Vorbereitung des Treffens hatte es einen protokollarischen Streit gegeben: Rohani hatte zum Entsetzen seiner Gastgeber erklärt, dass er in Paris an keinem Festbankett teilnehme, bei dem auch nur ein einziges Glas Wein getrunken werde.Rohanis unerhörte Forderung ruft das Ziel der Selbstmordattentäter in Erinnerung: Sie wollten Paris in ein zweites Teheran verwandeln. In dieser Stadt sind all die Annehmlichkeiten eines schönen Lebens, die man vorletzten Freitagabend in Paris erleben wollte, und auf die die Islamisten mit einem Blutbad reagierten, a priori untersagt: Frauen dürfen nicht ins Stadion, wenn Männermannschaften spielen, Musikveranstaltungen mit heißen Rhythmen sind strengstens verboten, unverheiratete Paare werden von der Straße weg ins Gefängnis gebracht, öffentliche Nachtlokale und Bars gibt es nicht. Auf ein Glas Wein stehen in Teheran 80 Peitschenhiebe plus Gefängnis; nach dem dritten Mal droht die Hinrichtung…” (hier)

8 comments

  1. sokrates9

    Es ist unglaublich wie eine kleine Gruppe von Fanatikern – mehr als 1000 (ohne Mitläufer und korrupte Befehlsempfänger sind das sicher nicht) – ein ganzes Volk, die halbe Welt mit völligen idiotischen Regelungen terrorisieren kann!

  2. Falke

    “Der IS hat mit dem Islam nichts zu tun” – das hören wir ständig. O.k. Aber haben die Zustände im Iran und in Saudi-Arabien, also Staaten, deren Rechtssystem auf dem (wissenschaftlichen?) Koran beruht, etwa auch nichts mit dem Islam zu tun?

  3. Christian Peter

    Fremde Länder, fremde Sitten – das ist zu respektieren. Nicht hinzunehmen sind jedoch Menschen, die die Sitten ferner Länder in den Westen exportieren.

  4. Falke

    @Cristian Peter
    Vor allem ist nicht hinzunehmen, dass die Politik und die Justiz der westlichen Staaten vor diesen Sitten und den Menschen, die sie mitbringen, in die Knie gehen.

  5. aneagle

    zu obigem, an sich korrekten Artikel, eine kleine Adaption:
    “Saudi-Arabien ist eine Status-quo-Macht ohne erkennbar expansionistisch-territoriale Ambitionen” Nun, das ist schlichtweg unrichtig.
    Prinzipiell haben die beiden Staaten, Iran und Saudiarabien das gleiche Ziel- Die Unterwerfung der Ungläubigen auf diesem Planeten, die Sharia all over the world. Das ist unzweifelhaft eine expansionistische Ambition.

    Aber der schlankere wahabitische Wüstenstaat Saudiarabien ist reicher an Öl und Geld. Er kann den ökonomischen Weg für seine expansionistischen Ambitionen wählen.
    So hat Saudiarabien sich an den Expansionsmustern der Großkonzerne orientiert (Beispiel IBM: big solutions for a small planet), kauft sich, manchmal über Mittelsmänner, in Europas Immobilienzentren, in Industrie( Mercedes Benz, Air Berlin, etc.) ein spendet schon mal 200 Moscheen für Flüchtlinge. Erfolgreich ist auch sein großflächiges Sponsoring der untereinander konkurrierenden Spitzenuniversitäten von England und Frankreich, also unserer künftigen produktiven Intelligenz, . (Versuchen sie mal heute als Israeli nach Cambridge rein zu kommen- so genial können sie gar nicht sein!) Die völlige finanzielle Abhängigkeit der Sorbonne von (saudi)arabischen Fördermitteln, die Unterstützung der BDS- Bewegung durch die größte englische akademische Gewerkschaft UCU(University and College Union) , und die religiösen Dialogzentren in den weniger intellektuellen EU Staaten Spanien und Österreich, sind schöne Beispiele wie weit Saudiarabien (nicht jeden Freitag !) die expansionistische Ambition betreibt.

    Der ökonomisch schwächere Religionsstaat Iran muss sich am direkteren, militärisch, regional-territorialen Schwerpunkt orientieren. Dem Regionalen versucht er mittels Atomverträgen zu entkommen und findet in Herrn Obama und den anderen Vertragsunterzeichnern nützliche Idioten.

    Soweit zur Adaption. Angesichts seiner inkompetenten Ignoranz der Geschehnisse müsste der Westen über den seit Jahrhunderten schwelenden Konflikt erfreut sein, bindet er doch nicht unerhebliche Kapazitäten auf beiden Seiten. Man kann sich sogar fragen, ob dies nicht der wahre Wille Allahs ist.

    Warum allerdings die West”mächte” so sehr in die Auseinandersetzung hineindrängen, als zöge sie ein Strudel(wir schaffen das!) in den Abgrund, bleibt unerforschlich.
    Wusste doch schon die wahrlich nicht für besondere Intelligenzleistungen bekannte Sarah Pallin die einzig vernünftige Antwort: “Let Allah sort it out !”

  6. Mona Rieboldt

    Dann wartet noch ein bisschen, wir bekommen auch noch die Scharia. Ein Richter ist ja schon eingeknickt vor einer Burka, die Tunesierin wollte auch im Gericht nicht ihr Gesicht zeigen, der Richter akzeptierte das.
    Und in NRW waren Moslems eingeladen von der Behörde zum Fastenbrechen im Ramadan. Und wie haben sie sich hinterher bitterlich beklagt und beschwert, das Fleisch wäre nicht halal gewesen. Es hätte bei einem moslemischen Metzger bestellt werden müssen. Sogar Deutsche im Öffentlichen Dienst, keine Moslems, waren empört, dass es nur “normales” Fleisch war, daher nicht halal.

    Wieso bitte, nimmt man dauernd Rücksicht auf diese Moslems? Wenn ich in Saudi-Arabien wäre, bekäme ich auch kein Schweineschnitzel.

  7. Rennziege

    28. November 2015 – 14:23 aneagle
    Kluge Ergänzungen dieses ebenfalls klugen Artikels, der allerdings schon zwei Monate auf dem Buckel hat, was in unseren Zeiten schon eine halbe Ewigkeit ist. Durchgehend interessant, was Sie hinzugefügt haben.
    Stets der gekonnten Sottise zugeneigt, fand ich Ihre Inklusion “… und die religiösen Dialogzentren in den weniger intellektuellen EU Staaten Spanien und Österreich …” einfach herrlich.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .