A Pledge Of Allegiance

(KLAUS KASTNER)  Wer schon einmal längere Zeit in den USA verbracht hat, wird nicht darum herumgekommen sein, zumindest einmal den Pledge of Allegiance miterlebt zu haben. Dieser Pledge of Allegiance ist eine Art Treue-Gelöbnis gegenüber der Nation und der Flagge der Vereinigten Staaten, das üblicherweise gemeinsam und einstimmig bei öffentlichen Veranstaltungen geleistet wird. Vor allem in öffentlichen Schulen ist dieses Treue-Gelöbnis oft Bestandteil des gemeinsamen Morgenrituals.

In Wien gibt es derzeit angeblich rund 150 islamische Kindergärten und 450 Kindergruppen. Eine kürzlich vom österreichischen Integrationsministerium in Auftrag gegebene Studie sorgt nun insofern für Aufregegung, dass in diesen Einrichtungen – finanziert mit Steuergeld – möglicherweise das Gegenteil von Integration betrieben wird. Die Studie wurde vom Institut für Islamische Studien der Universität Wien durchgeführt. Der Studienautor, Univ.-Prof. Ednand Asland, fasst die Studie folgendermaßen zusammen: “Da werden Erziehungsmethoden praktiziert, die die dortigen Kinder vor unserer – europäischen – Gesellschaft schützen wollen, weil sie Werte in Österreich, die Art wie man hier lebt, und auch das Frauenbild ablehnen”.

Dem amerikanischen Vorbild folgend, könnte man sich überlegen, folgende Übersetzung des Pledge of Allegiance in solchen Kindergärten und/oder -gruppen einzuführen:

„Ich schwöre Treue auf die österreichische Fahne und die Republik, für die sie steht, eine Nation unter Gott, unteilbar, mit Freiheit und Gerechtigkeit für jeden!”

Der amerikanische Pledge of Allegiance ist mittlerweile 125 Jahre alt und hat mehrere Verfassungsklagen überlebt (z. B. wegen des Zusatzes “unter Gott”). Es wäre ein interessanter Test unserer vielgerühmten Toleranz, ob man die Einführung eines solchen Treue-Gelöbnisses überhaupt tolerieren würde.

27 comments

  1. Lisa

    Warum nicht? Solange nicht behauptet wird, Gott sei christlich oder islamisch oder buddhistisch oder was immer. Seit dem Nationalsozialismus gilt das Bekenntnis : “ich bin stolz, Deutscher zu sein” als neofaschistisch. Anderseits haben Nationen, denk ich mal, in einr globalen Vernetzung kaum mehr die (auch emotionale) Bedeutung , die sie früher hatten.

  2. Ehrenmitglied der ÖBB

    Um ein derartiges Bekenntnis abzulegen, bedarf es auch einer inneren Bereitschaft sich auch daran zu halten.
    Und wenn man sieht, wie unsere Politiker, die auf die Verfassung vereidigt sind, mit deren Inhalt umspringen, zweifelt man an der Ernsthaftigkeit dieser Personen?
    Und in einer Sendung des ZDF wurden junge Deutsche (Geburt und Pass,aber albanischer Abstammung) gefragt, ob sie den Verfassungsgrundsatz der Gleichberechtigung von Mann und Frau kennen? Alle bejahten,
    aber keiner von den Befragten akzeptiert das in seinem privaten Bereich.
    Da nützt auch eine Pledge Of Alliance nicht?

  3. Lisa

    @Ehrenmitglied der ÖBB: die Frage hätte nich lauten sollen, ob sie den Grundsatz kennen, sondern, ob sie ihn anwendeten. Beispiele erwünscht…

  4. Thomas Holzer

    @Klaus Kastner
    Der Redlichkeit wegen sollten Sie aber auch anführen, wie viele dieser Kindergärten und Gruppen an dieser “Studie” teilgenommen hatten!

    Konservative Erziehung, egal ob religiös unterlegt oder, nicht ist per se nicht zu verurteilen.

    Auch ist es nicht zu verurteilen, wenn jemand seine persönliche Religion als die einzig Wahre erachtet; würde er dies nämlich nicht tun, und alle Religionen als gleichwertig anerkennen, würde er sich um seinen eigenen Glauben bringen.

    Das, was zu verurteilen, und wogegen mit den Instrumenten des Rechtsstaates mit aller Härte vorzugehen ist, ist aus dem Glauben, der einzig wahren Religion anzuhängen, das “Recht”, Gewalt gegen jeden, der dieser Religion nicht angehört, anwenden zu dürfen, ja geradezu zu müssen, abzuleiten, zu “begründen”………

  5. Lisa

    @Thomas Holzer: das ist aber ein eigenartiger Schluss, dass jemand, der seine “persönliche Religion als die einzig Wahre” sieht, um seinen eigenen Glauben gebracht würde, wenn er gleichzeitig akzeptieren soll, dass es andern “Glaubensfesten” (Dickschädeln?) auch so geht. Religionen und Ideologien sind nicht gleichwertig, weil ja jede andere Werte vertritt. Im übrigen ist jeder Absolutsheitanspruch falsch. Diese Demut dem Göttlichen gegenüber müsste man auch als Gläubiger haben.

  6. Christian Peter

    Was sollte ein derartiges Treuegelöbnis bringen, schließlich handelt es sich dabei nur um eine Zeremonie ?

  7. O.d.S.

    Herr Holzer nichts für ungut, aber ist es nicht etwas naiv, was Sie von sich geben? Wer Kinder indoktriniert, ist Ihrer geschätzten Meinung nach nicht verbots- und ausweisungswürdig? Glauben Sie ernsthaft, unsere Nation besteht nur aus der Verfasaung?

  8. Falke

    Das wäre bei uns nie möglich, weil es von der links-grünen p.c. Gesellschaft sofort als rassistisch, fremdenfeindlich, faschistisch usw. gebrandmarkt würde. Und die ÖVP würde, wie üblich, nach einer Schrecksekunde zustimmen.

  9. Christian Peter

    @Falke

    Blödsinn, beim Pledge of Allegiance handelt es sich lediglich um eine völlig unbedeutende Zeremonie.

  10. Christian Peter

    Das ist auch der Grund, warum das Gesetz nicht gegen die amerikanische Verfassung verstößt.

  11. Thomas Holzer

    @O.d.S.
    Wenn im Religionsunterricht dazu aufgerufen wird, alle anderen, welche dieser Religion nicht anhängen, “Freiwild” seien, haben Sie mit dem Vorwurf der Indoktrinierung recht.
    Wenn ich mein Kind in z.B. einer katholischen Privatschule einschreibe, erwarte ich mir auch eine dementsprechend basierte Erziehung.
    Es gibt auch jüdische Kindergärten, in welchen Hebräisch gesprochen und die Thora gelehrt und gelesen wird…..und ich hätte auch kein Problem mit katholischen Kindergärten, in denen noch! die Bibel gelesen und gelehrt und ja, auch in Latein gelesen wird.
    Ich als bekennender Kathole kann weder den Islam noch andere Religionen als dem Christentum gleichwertig erachten; diese meine “Erkenntnis” und/oder dieser mein Glaube bringen mich aber niemals dazu, Angehörigen anderer Religionen den Schädel einzuschlagen.
    Und ja, die 10 Gebote stehen für mich definitiv über jedem positivem Recht und natürlich auch über der Verfassung 😉

  12. Thomas Holzer

    @Lisa
    Ich schreibe ja, daß Religionen für keinen Gläubigen gleichwertig sind; außer für jeden Relativisten: Ich toleriere jede andere Religion, Ideologie, werde aber keine andere Religion akzeptieren (accipere = annehmen, aufnehmen, übernehmen)

  13. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Wir haben das große Glück, dass die 10 Gebote dem Inhalt unserer Verfassung nicht entgegenstehen. Wenn wir uns an die 10 Gebote halten, verstoßen wir nicht gegen die Verfassung.

  14. Ch.

    Das ist genau der Punkt! Würden die 10 Gebote der Verfassung widersprechen, so hätte jedenfalls die Verfassung Vorrang zu haben.

  15. Thomas Holzer

    @Fragolin
    Sie wissen aber schon, wohin gesatztes Recht so führen kann…………abgesehen von der Tatsache, daß “unsere” Verfassung keine Verfassung mehr ist, sondern ein Sammelsurium von in den Verfassungsrang “erhobenen” Klientelinteressen 😉

    @Ch.
    Ich würde es anders formulieren: Würde die Verfassung den 10.Geboten widersprechen, hätten diese jedenfalls Vorrang 😉

  16. Ch.

    @Thomas Holzer
    Nach dieser Logik hätten auch Bestimmungen im Koran, die der Verfassung widersprechen, Vorrang vor dieser.

  17. Thomas Holzer

    @Ch.
    Noch leben wir im sog. christlichen Abendland; der Koran hat überhaupt keine Relevanz für mich.

    Da Ihre Verfassungsgläubigkeit, oder auch Ihr Glaube an den Rechtspositivismus, grenzenlos zu sein scheint, hätten Sie dann sicherlich auch mit den “Verfassungen” der UdSSR, DDR, des III. Reiches et al. anscheinend kein Problem gehabt, weil ja durch Menschen “gesatzt”, ergo sakrosankt.
    Wobei es natürlich unzulässig ist, dieses Wort in diesem Zusammenhang zu verwenden…
    Schlußendlich:
    In keinem der 10 Gebote wird das Verbot von Gedanken gefordert, welche den 10 Geboten widersprechen, geschweige denn die Vernichtung von Menschen gefordert, welche den “10 Geboten” nicht Folge leisten (wollen)
    Da besteht doch ein wesentlicher Unterschied zu dem von Ihnen angeführten Koran, denke ich.

  18. Ch.

    @Thomas Holzer
    Da wir ja leider nur im ehemals christlichen Abendland mit einer staatlichen Gleichberechtigung der Religionen leben, scheint es schon wichtig, dass Religionen, die u.U.verfassungswidrige Ideen verbreiten, jedenfalls unter der Verfassung stehen. Dass christliche Religionen nicht dazu zählen, ist evident.

  19. Thomas Holzer

    @Ch.
    d’accord………..nichts anderes zu sagen, war meine Intention; jedoch, solange Muslime die 10.Gebote nicht in Frage stellen, dürfen sie meinetwegen gerne in diesem Lande leben und meinetwegen auch ihre Parallelgesellschaft bilden; jede “Nation”, jeder Staat setzt sich aus Parallelgesellschaften zusammen………deren Existenz zu leugnen, zeugt nur von Naivität und Dummheit

  20. Ch.

    @Thomas Holzer
    Und aus lauter religiöser Toleranz gehe ich sogar soweit, von Moslems nicht die Einhaltung der 10 Gebote, sondern nur unserer Verfassung zu verlangen, was ja de facto kein wesentlicher Unterschied ist, da diese ja auf jenen basiert (oder zumindest sollte.)

  21. Fragolin

    @Thomas Holzer
    “In keinem der 10 Gebote wird das Verbot von Gedanken gefordert, welche den 10 Geboten widersprechen, geschweige denn die Vernichtung von Menschen gefordert, welche den „10 Geboten“ nicht Folge leisten (wollen)
    Da besteht doch ein wesentlicher Unterschied zu dem von Ihnen angeführten Koran, denke ich.”
    Genau das meinte ich: unsere 10 Gebote ecken nirgends an der Verfassung an. Und wenn die Verfassung an den Geboten aneckt, spielt es keine Rolle, wenn ich diese 10 Gebote über die Verfassung stelle, denn – siehe Satz 1. Im Gegensatz zum Koran, der gegen die Verfassung und auch gegen die 10 Gebote zu handeln aufruft.
    Genau betrachtet ist der Islam mit seinen Anforderungen an das diesseitige Leben verfassungsfeindlich, freiheitsfeindlich, demokratiefeindlich und menschenfeindlich; von intolerant und rassistisch reden wir mal gar nicht. Jede Partei mit nur der Hälfte dieses Programmes würde sofort verboten.

  22. Astrid G.

    Salafisten duerfen sowas nicht sagen, es ist explizit verboten. Das waere schon ein Mittel. Ich finde den Satz nicht gut, aber die Idee an sich ist gut. Fatwa:
    http://islamfatwa.de/soziale-angelegenheiten/150-muslime-in-nicht-muslimischen-laendern/901-kuffar-staatsbuergerschaft-annehmen
    (besonders bemerkenswert ist die Frage: “Ich kann es unterlassen auf die Verfassung zu schwoeren wenn ich es schaffe hinten im Raum zu sitzen” – man sollte das beachten, denn heute und in Oesterreich wird oft auf das Verlesen verzichtet und nur eine Unterschrift verlangt, und Unterschriften gelten den meisten Salafisten als bedenkenlos, anders als etwas das muendlich ausgesprochen wird – das sind oft keine Schriftkulturen im engeren Sinn aus denen die Menschen stammen)

  23. Fragolin

    @Astrid G.
    Laut einer Fatwa dürfen Muslime Ungläubigen auch keinen Koran in die Hand drücken sondern nur daraus vorlesen, um den Kuffar auf den rechten Weg zu leiten; erst wenn dieser zu einem rechtgeleiteten Muslim konvertiert, darf er auch eine Heilige Schrift besitzen, denn vorher weiß er sie nicht zu schätzen und könnte sie entehren. Schert die Salafisten einen Dreck, die verteilen Korane in der Fußgängerzone wie andere ihren “Wachtturm”. Wenn es um die eroberung und Islamisierung der Welt geht, heißt die Kernaussage bei den Salafisten: Der Zweck heiligt jedes Mittel!

  24. Astrid G.

    @Fragolin Das wird umgangen indem der Koran auf Deutsch verteilt wird, und die Uebersetzung gilt fuer Salafisten schlicht nicht als echter Koran, nur das arabische Original. Betont Pierre Vogel in seinen Videos immer wieder zum Beispiel.
    Auf den verteilten Koranexemplaren steht um dieses Problem zu umgehen ja auch: “Der edle Qur’an. Die ungefähre Bedeutung in der deutschen Sprache”.
    Eine Fatwa zum Thema:
    http://www.islamfatwa.de/qur-an,-sunnah-offenbarungsschriften/68-der-edle-qur-an/1570-nicht-muslim-der-den-quran-mushaf-beruehrt
    (letzter Absatz)

  25. Thomas Holzer

    “Genau betrachtet ist der Islam mit seinen Anforderungen an das diesseitige Leben verfassungsfeindlich, freiheitsfeindlich, demokratiefeindlich und menschenfeindlich”

    Zumindest in unseren Breiten wird niemand gezwungen, dieser Religion zu folgen; alle, die von Europa nach Syrien reisten, um sich dem IS anzuschließen, taten dies freiwillig.

    Dummheit lässt sich (leider) nicht ex lege verbieten, und schon gar nicht aus der Welt verbannen

  26. Lisa

    @Fragolin: zit.
    “Genau betrachtet ist der Islam mit seinen Anforderungen an das diesseitige Leben verfassungsfeindlich, freiheitsfeindlich, demokratiefeindlich und menschenfeindlich”. Warum wird das nciht gesehen? Was im Übrigen die 10 Gebote betrifft, so taugen sie tatsächlich als Richtschnur zum menschlichen Zusammenleben, aber die Verfassung ist da ziemlich lasch – und das verunsichert die Menschen: Religionsfreiheit heisst, dass du “andere Götter” verehren darfst, Ehebruch und Scheidung sind erlaubt, Lügen und Stehlen durch Politiker gang und gäbe, die Eltern zu verachten schon fast modern (abgrenzen, abnabeln…), materielles Begehren wirtschaftlich geboten usw usf. Immerhin kann, wer z.B. auf keinen Fall töten will, den (Waffen-)Wehrdienst verweigern und sich auch sonst strikt an die Zehn Gebote halten, ohne dass die Verfassung missachtet wird. Das sit derUnterschied zum Islam, wo es nciht freiheitlich heisst: “du darfst, aber du musst nicht unbedingt”, sondern zwangsweise “du musstdies und das ” und “du darfst nicht dies und jenes”.

  27. Klaus Kastner

    Ich hatte einmal ein Erlebnis mit einem Taxifahrer in NYC und das war noch zu Zeiten der Soviet Union. Er sprach kaum verständliches Englisch. Ich fragte ihn, woher er käme. Er sagte: “Six months ago from Russia”. Ich war perplex und fragte ihn, wie er sich denn jetzt als Russe in Amerika fühle. Seine Antwort: “I am now an American!”

    Manche Gesellschaften haben die Fähigkeit, fremde Kulturen aufzunehmen, die zwar ihre Kultur erhalten, sich aber trotzdem dann beispielsweise als “Amerikaner” fühlen. Ich habe leider nicht den Eindruck, dass jetzt Menschen nach Europa kommen, weil sie sich als “Deutsche” oder “Franzosen” etc. fühlen wollen. In der Westside Story gibt es das bekannte Lied: “I wanna be in America!” Ich frage mich, wie lange es dauern wird, bis unsere neuen “Mitbürger mit Migrationshintergrund” solche begeisternde Lieder singen werden.

    Ich erlebte während meiner 23 Jahre mit Amerikanern 3 Phasen: erst als Student mit einem Vollstipendium, das auch ein Amerikaner bekommen hätte können; dann als Trainee bei einer Großbank, was auch ein Amerikaner gerne gemacht hätte; und dann als selbständiger Unternehmer, der dem amerikanischen Mitbewerb Geschäft wegnahm. Manchmal hatte ich ein schlechtes Gewissen, dass mein Vorteil zu Lasten der Amerikaner käme. Ein sehr guter Freund sagte mir einmal folgendes: “Mach Dir absolut keine Sorgen! Jeder, der einen positiven Beitrag zu unserer Gesellschaft und Wirtschaft machen kann, ist herzlich willkommen”. Was er nicht sagte, war, dass die anderen gefälligst zu Hause bleiben sollten.

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