Afghanistan war auch Frau Merkels Krieg – und sie hat ihn verloren

Von | 30. August 2021

Niemand hat den Afghanistan-Krieg so lange begleitet wie Angela Merkel. Spuren hinterliess sie dabei nicht. Dem Einsatz und der Bundeswehr begegnete sie mit professioneller Gleichgültigkeit. War der erste deutsche Krieg seit 1945 die Opfer wert? NZZ, weiter her

9 Gedanken zu „Afghanistan war auch Frau Merkels Krieg – und sie hat ihn verloren

  1. Johannes

    Die deutsche Beteiligung war Teil der NATO-Beteiligung, die USA haben es eingefordert und Deutschland, so wie alle anderen bedeutenden NATO-Mitgliedslaänder mussten mitgehen.
    Der Westen hat kein Heilmittel für dieses gewaltaffine Land.

    Das man 20 Jahre gebraucht hat das zu erkennen war im Nachhinein gesehen insofern traurig und tragisch, als viele Soldaten dort ihr Leben lassen mussten.
    Niemand käme heute auf die Idee in Pakistan zu intervenieren obwohl dort ähnliche Zustände herrschen.

    Der fundamentalistische Islam wird aller Erfahrung nach durch fremde “ungläubige” Soldaten im Land eher gestärkt.
    Wahrscheinlich hat die Präsenz des Westen es erst ermöglicht, dass große Massen die Möglichkeit hatten das Land zu verlassen.
    Sehr viele wohl weniger wegen Verfolgung, schon gar nicht wegen ihres Glaubens.
    In den meisten Fällen war der Magnet im Westen der Wohlstand an dem man teilhaben wollte.
    Zu glauben das mit dem Wohlstand im Gastland auch eine Säkularisierung stattfinden würde ist wohl der nächste Irrtum der uns im eigenen Land in Zukunft unlösbare Probleme bescheren wird. Diese Probleme werden wir nicht so einfach abschütteln können wie es mit einem Abzug aus Afghanistan möglich ist.

  2. Allahut

    Wie wenig das eklatante Versagen der USA und ihrer europäischen Verbündeten in Afghanistan thematisiert wird, ist schon eigenartig.

    In einigen Wochen wird man hier wahrscheinlich lesen: ” Armin Laschet war Merkels Kandidat”.

  3. Falke

    Wie wenig Merkel an Afghanistan interessiert war, konnte man auch daraus entnehmen, dass sie die zurückkehrenden deutschen Soldaten, die ja jede Menge – sinnlose – Opfer gebracht haben, gar nicht auf dem Flughafen erwartet bzw. empfangen hat (wie das Biden zumindest getan hat).

  4. Franz Meier

    Macht es wirklich Sinn, dass sich die westlichen Länder jetzt permanent geisseln und Vorwürfe machen für die Ereignisse in Afghanistan? Bringt uns das weiter? Die Amerikaner haben es im Irak versucht und sind krachend gescheitert. Sie haben es in Afghanistan versucht und sind dort genau so krachend gescheitert. Sie wollten es Anfang der 90er Jahre in Somalia versuchen – dort sind sie ebenfalls gescheitert. Nach “Black Hawk down” waren sie schnell wieder weg. Die Warlords haben den Tarif sehr schnell und sehr klar durchgegeben. Die Europäer wollten in Libyen etwas verändern durch “Wegmachen” von Herrn Gadaffi – ein Desaster. Die Franzosen und die Deutschen wollen die Sahelzone “befrieden”, sie werden genauso scheitern. Seit 2015 holen die Europäer Hunderttausende/Millionen Flüchtlinge aus diesen gescheiterten Staaten in ihre Länder. Meine Empfehlung: Hände weg von diesen Ländern. Sichern Sie Ihre Grenzen! Treiben sie dort Handel, kaufen sie dort Waren und Rohstoffe zu fairen Preisen – aber lassen sie diese Länder gefälligst in Ruhe. Mischen sie sich nicht ständig ein. Die müssen ihren eigenen Weg gehen. Ihr könnt denen nicht helfen, ihr könnt nicht gewinnen, dort gelten andere Regeln und andere Gesetze. Eure Kohle, eure Sozialleistungen wollen sie schon, aber auf Eure verlogenen, lächerlichen, dämlichen Werte pfeifen sie. Euren linksideologischen Schmarrn verstehen sie genauso wenig wie ihn ein Europäer des Mittelalters verstanden hätte.

    Das Problem liegt bei den weissen Eliten im Westen. Das sind diejenigen Leute die immer wieder über den schon vor 60 Jahren zu Ende gegangenen Kolonialismus reden und über den Imperialismus. Das sind diejenigen die den Holocaust immer wieder für ihre politischen Zwecke missbrauchen – ekelhaft und widerwärtig. Das sind die naiv-intellektuellen Leute in den Regierungsämtern und bei den kriminellen, mittlerweile hydra-artig gewachsenen NGOs. Da draussen leben 5 Milliarden Menschen ausserhalb des Westens (1 Milliarde). Russland (140 Millionen) und China (1,4 Milliarden) zähle ich nicht dazu, sondern in eine eigene Kategorie. Viele von diesen 5 Milliarden Menschen, wahrscheinlich die meisten, wollen diese westlichen Werte gar nicht. Das scheint aber nicht in die Köpfe dieser lächerlichen Gestalten hineinzugehen, die sich wichtigmachen wollen mit ihren humanistischen Wohltaten, mit ihrem arroganten, moralischen, sich selbst überhöhenden Getue. Die Main Stream Presse gehört auch dazu. Ich sehe schon die Bilder in einigen Monaten, die Fotografen und Journalisten uns aus Afghanistan schicken werden über die Gräueltaten der islamischen Extremisten – egal ob sie Taliban, IS, Mujaheddin oder wir auch immer heissen. Ich will diese Bilder gar nicht sehen, wir wissen alle wie es dort zugeht. Wir können es leider nicht ändern. Lasst die muslimischen und afrikanischen Länder endlich in Ruhe! Ihr werdet dort nichts erreichen! Der Übergang in Rhodesien/Zimbabwe von den weissen Siedlern zu den schwarzen Freiheitskämpfern wurde Anfang der 80er Jahre frenetisch gefeiert – heute ist Zimbabwe ein korruptes Shithole Country, der schwarzen Bevölkerung geht es viel schlechter. Auch der Übergang von den Weissen in Südafrika an die schwarze Bevölkerungsmehrheit wurde als Erlösung gefeiert. Der ehrenwerte Friedensnobelpreisträger Mandela konnte unter seiner Präsidentschaft noch geregelte Zustände bewahren. Heute – Jahre nach seinem Tod – ist Südafrika auf dem besten Weg in ein Shithole Country. Aber “die Karawane” der Gutmenschen ist ja mittlerweile schon weitergezogen. Wieviel Scheitern braucht ihr noch im Westen, wie viele Milliarden und Billionen wollt ihr noch buchstäblich in den Sand setzen? Wann werdet ihr es endlich kapieren? Der Westen wirft mit den Milliarden und Billionen nur so herum – es sind eure Steuergelder.

  5. LePenseur

    Cher Monsieur Meier,

    ein ganz hervorragender Kommentar, den ich gerne auf dem LePenseur-Blog als Gastkommentar bringen möchte!

    R.S.V.P. /U.A.w.g.

    Cordialement

    LePenseur

  6. Kluftinger

    @ Franz Meier
    Ihre ausgezeichnete Analyse hat nur einen Nachteil: sein wird von den Agenten welche sie erwähnen leider ignoriert.
    In der NZZ war kürzlich eine Überschrift zu lesen: “Der Westen kann die Welt nicht retten”, kürzer und prägnanter kann man es kaum ausdrücken, und es trifft, so vermute ich, auch ihre Intention?

  7. Franz Meier

    @Kluftinger
    Realpolitik ist angesagt: Wir müssen den Muslimen und Afrikanern – das sind die beiden rückständigsten Erdteile – die Zeit geben die sie brauchen, um sich weiter zu entwickeln (das wird100 Jahre oder länger dauern). Sie werden ihren eigenen Weg finden müssen in ein funktionierendes, soziales Staatswesen. Sie werden verschiedene Systeme ausprobieren – Sozialismus/Kommunismus/Islamismus haben ja leider auch nicht funktioniert (siehe Äthiopien, Ägypten, Iran, Kuba, Venezuela, Kambodscha, Vietnam etc.). Vielleicht kommen sie eines Tages in unsere Richtung. Es wird aber noch viele Kriege geben/brauchen und viele Tote und es wird keine Menschenrechte in unserem Sinn geben. Das ist sehr schade, sehr traurig und sehr tragisch, aber es ist unvermeidlich/unausweichlich. Westliche Journalisten und NGOs wollen helfen, sie meinen es gut. Aber wir können diese Länder nicht zwingen unser Gesellschaftmodell anzunehmen. Die Japaner und die Südkoreaner haben unser Gesellschaftsmodell angenommen und es an ihre Traditionen und Gebräuche angepasst. Die ehemaligen Ostblockländer haben es (fast) vorbehaltlos angenommen. Vielleicht könnten Chile und Argentinien es eines Tages annehmen. Alle anderen Länder der Welt ausserhalb der OECD können Sie vergessen. Dumme Frage: Würden Sie ständig Krieg führen wollen in allen diesen Länder der Welt, ihre Kinder dort auf den Schlachtfeldern verlieren, um diesen Ländern unser Modell aufzuzwingen? Ist es wirklich zielführend, jährlich blindlings Milliarden in diese Ländern zu pumpen, die dort versickern. Bestimmt nicht. Wir müssen unseren Weg gehen, wir müssen uns um unsere eigenen Angelegenheiten kümmern, sie werden ihren Weg gehen. Das bedeutet nicht, dass wir nicht in Frieden miteinander leben können, dass wir nicht Hilfe in Notzeiten leisten können, Handel treiben können und uns austauschen können. Wir können Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Aber das hysterische/pseudomoralische/Selbstzweck erfüllende/nicht zielführende/Milliarden- und Billionen teure Getue der UNO Organisationen, der NGOs, der westlichen Journalisten und Internationalisten muss aufhören. Es führt nirgendwohin, es führt in die Irre und wir schaffen uns nur Feinde damit. Ausserdem sind heute zu viele Waffen im Umlauf – die Chinesen und Russen liefern sie aus Prinzip noch so gerne überall dorthin wo sich der Westen engagiert um uns zu kontern. Pakistan hat 20 Jahre lang einen Erfolg der Amerikaner in Afghanistan verhindert!

    Wenn in diesen Ländern die Regierungen ihre Bürger foltern, exekutierten, ermorden, unschuldig einsperren – dann ist das schrecklich, es ist unmenschlich, es ist widerwärtig – aber wir können nicht Krieg führen gegen 5 Milliarden Menschen, gegen mehr als 150 andere Nationen. Dort enden unsere Möglichkeiten, dort enden die Spielchen und die Träumereien der NGOs und der UNO. Es wird eine neue, eine andere Form der Globalisierung geben.

  8. Franz Meier

    Schauen Sie sich bitte diesen wertvollen Video-Beitrag von Imad Karim an: Afghanistan, das gefeierte Desaster.
    Er sagt ähnliche Dinge wie ich und nein – ich habe keineswegs bei ihm abgekupfert – ich habe eigene, klare Meinungen und Erfahrungen zu diesem Thema. Ich kenne diesen Herrn nicht, weiss nichts Genaueres über ihn, habe seinen Beitrag gerade eben entdeckt. Er spricht mir aus den Seele. Verbreiten Sie bitte sein Video – er öffnet den Menschen die Augen. Er scheint ein Realist zu sein. Wir brauchen jetzt die Wahrheit und viel Realismus! Dieses Video sollten alle deutschen und österreichischen Wählerinnen und Wähler sehen bevor sie zur nächsten Wahl gehen.

    https://journalistenwatch.com/2021/08/31/imad-karim-afghanistan/

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