Alle gegen Hoeness

Von | 24. April 2013

(ANDREAS TÖGEL)  Wie konnte er nur?! Was für eine Gemeinheit – welch unvorstellbare Gier! Empörung allerorten. Ausnahmsweise sind es nicht Banker, „Spekulanten“ oder unternehmerische Ausbeuter, die vom Zorn der Neidgenossenschaft getroffen werden, sondern ein erfolgreicher Ex-Fußballer. Von „Hunderten Millionen Euro“, die er – Uli Hoeneß – angeblich „am Fiskus vorbei“ ins feindliche Ausland verbracht hat, weiß die stets zur moralischen Entrüstung bereite Hauptstromjournaille zu berichten.

 

Daß Kanzlerkandidat Steinbrück, in seiner einstigen Eigenschaft als Finanzminister, die deutsche Kavallerie nicht auf die Schweiz losgelassen hat, um auch diese (Steuer-)Oase zur (Steuer-)Wüste zu machen, kann, im Lichte der rezenten Ereignisse, gar nicht genug beklagt werden – zumindest nicht von jenen, die auf beiden Augen blind sind oder die der langjährige Aufenthalt im Umverteilungsstaat um jedes Gespür für das rechte Maß gebracht hat.

 

Mehrere Auffälligkeiten gilt es festzustellen:

1.)  Daß es ein illegal beschafftes Beweismittel ist, das nun die Grundlage der Erregung der Berufsbetroffenen bildet, scheint keinen Menschen zu kümmern.

2.)  Daß der Staat ungeniert – für Millionen an Steuergeldern – Diebesgut (wieder einmal einen elektronischen Datenträger) ankauft und damit den Tatbestand der Hehlerei verwirklicht, wird völlig unbekümmert mit dem für den Fiskus positiven Saldo dieses kriminellen Vorgehens gerechtfertigt. Schließlich übertrifft die zu erwartende Beute den für die Konterbande aufgewendeten Preis mutmaßlich bei Weitem.

3.)  Daß die staatliche Vollziehung nur auf gesetzlicher Grundlage zu handeln hat (die bekanntlich weder zu Datenklau noch zu Hehlerei berechtigt!), wird im vorliegenden Zusammenhang nirgendwo thematisiert. Der Nachweis für Hans-Hermann Hoppes These, wonach es sich beim Staat um eine kriminelle Organisation handelt, ist jedenfalls – einmal mehr – unzweifelhaft erbracht.

4.)  Weshalb man den Nachstellungen einer kriminellen Organisation nicht mit Mitteln der Notwehr (in diesem Fall dem der Steuerflucht) begegnen sollte, würde ein hervorragendes Thema für eine Grundsatzdiskussion hergeben. Der deutsche Ökonom Philipp Bagus meinte dazu launig „Steuerzahlen ist kein Kavaliersdelikt!“

5.)  Daß diejenigen, die sich derzeit am lautstärksten moralisch empören, durch die Bank entweder Nettosteuerempfänger oder mit der Staatsmacht innig liierte Figuren sind, läßt berechtigte Zweifel daran aufkommen, daß die Kampagne gegen den bösen Steuerhinterzieher frei von handfesten Eigeninteressen gefahren wird. Schließlich geht es – mutmaßlich illegale Vermeidungshandlungen hin oder her – um einen Nettosteuerzahler.

 

Dem Autor dieser Zeilen sind übrigens der Fußball im Allgemeinen und Herr Hoeneß im Besonderen gleichgültig. Erprobtermaßen unfähig, einen Hydranten zu überdribbeln, und an der Beobachtung 90minütiger Laufrituale mehrheitlich schlichter Gemüter mit proletoidem Hintergrund uninteressiert, scheinen mir nur die begleitenden Umstände der kollektiven Aufregung bemerkenswert.

 

Das – wie eben von Peer Steinbrück – bei derlei Gelegenheiten stereotyp vorgebrachte „Argument“, daß es unfair sei, wenn Leute wie Hoeneß ihr Geld dem Zugriff des Finanzministers entzögen, während die Masse der Einkommensbezieher dazu doch gar keine Chance hätte, ist an Putzigkeit schwer zu überbieten: Der Fiskus brauchte ja nur die Unternehmen von der Last zu befreien, unbezahlt als verlängerte Werkbank des Finanzamts zu dienen, lasse sie Löhne und Gehälter netto auszahlen, und schon bestünde schlagartig „Waffengleichheit“ zwischen Ausbeutern und Lohnsklaven. Der Finanzminister könnte in diesem Fall seinen Laden allerdings Tags darauf dichtmachen, denn die Steuerwiderstände stiegen schlagartig ins Uferlose, würde den Lohnabhängigen mit einem Male bewusst, daß sie die Hälfte (oder mehr) ihres sauer verdienten Geldes zur Finanzierung staatlicher Korruption und Misswirtschaft abzuliefern haben. Wer indes meint, die Steuerlast steuerehrlicher Bürger könnte sinken, wenn egoistische Steuerflüchtlinge nur brav ihren Tribut ablieferten, glaubt vermutlich auch an die Existenz von Feen und Kobolden. Abgesehen von der vergleichsweise vernachlässigbaren Größenordnung dieser „Fluchtgelder“: Noch nie haben zusätzliche Steuereinnahmen den Anlaß zu Tarifsenkungen gebildet.

 

Daß es nicht der Bosheit Selbständiger, Künstler und Sportskanonen geschuldet ist, wenn immer nur sie, niemals aber kleine Hackler Steuern hinterziehen, hat nichts mit der moralischen Überlegenheit oder gar mit „Fairness“ Letzterer zu tun, sondern allein mit deren mangelnden Möglichkeiten zum Unterschleif. Wer kann, der vermeidet Steuern ohnehin – und sei es beim Nettohaarschnitt, oder der Nachbarschaftshilfe am Bau, die ja besonders dem „kleinen Mann“ nicht ganz unbekannt ist.

 

Angesichts der drückenden Steuerlasten, die im Wohlfahrtsstaat herrschen, verwundert weniger der Umstand, daß in wachsendem Maße Vermeidungsstrategien zur Anwendung kommen, sondern eher, daß es noch immer nicht zu Steuerrevolten gekommen ist. Wenn mehr als die Hälfte des Verdienten vom Großen Bruder enteignet wird, ist das rechte Maß klar überschritten. Es sei daran erinnert, daß in der Vergangenheit, als die Bürger noch nicht wohlfahrtsstaatlich gehirngewaschen und verhausschweint waren, bekanntlich schon wegen weit geringerer hoheitlicher Übergriffe als heute üblich, zu bewaffneten Aufständen kam…

 

Die aktuelle Hoeneß-Kampagne ist, wie schon die Hetze gegen angeblich schädliche „Steueroasen“, von der impliziten Vorstellung getragen, jeder vom Bürger verdiente Cent gehöre im Grunde dem Staat. Der allerdings – so die krause Logik – ist in seiner grenzenlosen Huld immerhin geneigt, einen kleinen Teil des vom Bürger Erwirtschafteten, diesem als Taschengeld zum Eigengebrauch zu überlassen. Jene seltsamen Spaßvögel, die gelegentlich mit der Behauptung „ich zahle gerne Steuern“ auffallen, finden sich so gut wie ausschließlich in den Reihen der Nettosteuerempfänger. Natürlich geht derartiger Unfug leicht über die Lippen, wenn man in Wahrheit nicht nur keinen Cent an Steuern und Sozialversicherungsabgaben löhnt, sondern lebenslänglich von jenen Steuern lebt, die in der Privatwirtschaft fronende Lastesel gezwungenermaßen abzuliefern haben.

 

Der amerikanische Ökonom Thomas Sowell bringt den hinter der aktuellen Neiddebatte um Hoeneß steckenden Sachverhalt präzise auf den Punkt, wenn er feststellt:

„Ich habe noch nie verstanden, warum es Gier genannt wird, das eigene, verdiente Geld behalten zu wollen, es aber keine Gier ist, sich das Geld anderer Leute aneignen zu wollen.“

Ein Satz, den man allen Steinbrücks und der Phalanx der hauptberuflichen Desinformanten in den Hauptstrommedien ins Stammbuch schreiben sollte.

 

Tagebuch

62 Gedanken zu „Alle gegen Hoeness

  1. Roms

    Die Schweizer sollten eine “Hehler CD” mit den Namen krimineller deutscher Politiker und Steuerfahnder bekommen. Irgendwann schnappen sie hoffentlich einen von denen!

  2. Helmut Plank

    “lasse sie Löhne und Gehälter netto auszahlen, und schon bestünde schlagartig „Waffengleichheit“” sollte wohl “lasse sie Löhne und Gehälter BRUTTO auszahlen, und schon bestünde schlagartig „Waffengleichheit“” heissen.
    Volle Zustimmung!

  3. Thomas Holzer

    NRW Finanzminister Walter-Borjans beruft sich sogar auf den Bundesverfassungsgerichtshof, welcher angeblicher Weise den Ankauf von illegal gepressten CDs durch das NRW-Finanzministerium billigt.
    Außerdem wurde meines Wissens nach noch nirgendwo schriftlich veröffentlicht, wieviel die Finanzämter wirklich durch dieses CDs an Steuernachzahlungen lukrieren konnten, alle bisher kolportierten Summen scheinen Hirngespinste der jeweiligen Finanzminister zu sein!

  4. Andreas Tögel

    @Helmut Plank
    Tja, da haben Sie recht – hätte tatsächlich brutto heißen sollen – wurde hoffentlich aber so verstanden, wie´s gemeint war…

    Herrn Holzer: Die Rechtfertigung begangenen Unrechts ist wohl die perfideste Form von Unrecht. Dadurch wird buchstäblich die Axt an jede Form von Recht und Ordnung gelegt. Das Gutheißen krimineller Handlungen – wenn sie nur im Auftrag Leviathans erfolgen – ist der reinste Irrsinn.

    Mit freundlichem Gruß,
    A. Tögel

  5. Thomas Holzer

    @Andreas Tögel
    Sie schrieben es;
    man sollte auch bedenken, daß das gescheiterte Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz rückwirkend (sic!) hätte gelten sollen.

    DIe Perfidie besteht auich darin, daß im Ausland (Schweiz) erwirtschaftetes Vermögen, welches im Ausland (Schweiz) versteuert wird, zusätzlich auch noch in Deutschland versteuert werden muß!

  6. Rennziege

    Wir sollten in diesem Zusammenhang das uralte Rezept des Boulevards (dessen Journalisten Karl Kraus mit dem Kosenamen “Tintenstrolche” bedachte) nicht vergessen: Zuerst hochjubeln und dann, sobald die Fallhöhe stimmt, in die cloaca maxima schmeißen. Vor wenigen Jahren wurde Uli Hoeneß, ziemlich spendenfreudig und das “S” seiner Partei CSU ernstnehmend, noch als “Mutter Teresa vom Tegernsee” gepriesen.

    Es gibt weitaus schlimmere Missetäter, die tatsächlich kriminell handeln: z.B. alle Politiker, die fast im Wochenrhythmus neue Milliarden in das bodenlose Fass der Eurorettung schütten und Steuergelder schamlos für unsinnige und dank Fehlplanung immer teurer werdende Projekte ausgeben — siehe Koralmtunnel, Flughafen BER, Hamburger Elbphilharmonie u.v.a. (Letztere wird nun, wenn’s nicht abermals schöngerechnet wurde, fesche 789 Mio. Eulen kosten: mehr als das Zehnfache der ursprünglich verkündeten Summe. Und der Berliner Hauptbahnhof muss nun, vor sieben Jahren eröffnet, für Dutzende von Millionen repariert werden: akut sanierungsbedürftig wegen Baumängeln.)

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/olaf-scholz-elbphilharmonie-wird-789-millionen-euro-kosten-a-896040.html

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/berliner-hauptbahnhof-gerkan-will-dach-verlaengern-a-895617.html

  7. Mercutio

    @Rennziege
    Was ist denn das für eine scheinheilige Rechnung, — wenn ich Millionen an Steuer “spare”, und dann einen Bruchteil davon für den guten Zweck spende und mich dann als Mutter Teresa feiern lasse? Das ist ja nicht weniger verlogen als unsere Poltiker. Und gerade jemand der aus der “Privatwirtschaft” kommt (Herr. H. hat sehr wohl die verdienstfördernde Wirkung von Politbeziehungen geschätzt), dann sollte er sich nicht gegen die Übeltaten der dummen Poliktik vergleichen (oder solches werden), das macht keinen schlanken Fuß.

  8. Mona Rieboldt

    1. Die Neid-Debatte wurde von Herrn Steinbrück eingeführt, darauf warfen sich dann die Gewerkschaften, Grüne und Linke. Lustig, dass sich dann die Neid-Debatte gegen Steinbrück selbst wandte wegen seiner hohen Honorare für seine Reden.

    2. Hoeneß selbst hat in diversen Talkshows gegen Leute gewettert und sie beschimpft, die ihr Geld außer Landes bringen auf Schweizer Konten. Er beschimpfte die ach so gierigen Manager. Er sagte, es sei ihm gleich, ob er 20, 50 oder 100!! Prozent Steuern zahlen müsste. Er stellte sich stets als Saubermann dar, der sein Geld in Deutschland hat und niemals auf ausländische Banken dem Staat entziehen würde. Zu seinem 60. Geburtstag ließ er sich noch als “Mutter Teresa” feiern.

    Das ist der Grund seines Falls, seine Doppelmoral und seine Lügen, weniger die Steuerhinterziehung selbst.

    Und Herr Tögel, Fußball ist ein Breitensport. Und Fußballer und Fußball-Zuschauer sind sicher nicht “mehrheitlich von schlichterem Gemüt mit proletoidem Hintergrund” als Handball-, Basketballspieler oder Stabhochsprung etc. Dass Sie Fußball nicht mögen, ist ja in Ordnung. Sie sollten dabei aber nicht in Arroganz verfallen, auch wenn Ihnen das ein Überlegenheitsgefühl vermittelt.

  9. nometa

    Herr Tögel, Sie sind widerlich, absolut widerlich.

  10. jeanvaljean

    Sehr geehrter Herr Tögel,

    DANKE DANKE DANKE

    for “TRUTH WELL TOLD”

  11. Rennziege

    @nometa
    Meinen Sie das ernst, oder haben Sie nur den Smiley vergessen?
    Gottes Tiergarten ist groß.

  12. Mourawetz

    @Rennziege
    Nicht doch Frau Rennziege. Dieser Einwurf ist nur ein gelebtes Beispiel dafür, wie man sozusagen mit links Toleranz übt. Das ist nur der angemessene Ton, den man in diesen Kreisen gegenüber Andersdenkenden anschlägt, die es wagen, eine andere Meinung als ihre zu haben.

  13. Thomas Holzer

    @Mercutio
    Warum Steuern “spare” unter Anführungszeichen?
    Noch hat niemand den Beweis erbracht, daß das Geld von Herrn Hoeness Schwarzgeld war/ist.
    Die prinzipielle Frage ist doch: Was geht es den Deutschen Staat an, was jemand in einem anderen Land erwirtschaftet?
    Fkatum est: so sich alles in einem NORMALEM Rechtsrahmen bewegt:
    REIN GAR NICHTS!
    Leider, leider, wird der Leviathan immer übermütiger und maßloser, und niemand gebietet ihm Einhalt.

    Die Steuerhinterziehung im eigenen Land (Pfusch) akzeptiert und födert jeder Bürger, aber beim Herrn Hoeness schreien Alle auf, ohne jegliche Faktenkenntnis.

    Und zur Steuerhinterziehung wird auch schnell mal über die nahe Grenze gefahren, um sich günstiger mit Treibstoff und/oder Tabakwaren einzudecken.

    Kein einziger Politiker hat in dieser peinlichen Debatte bisher gewagt, die Wurzel des Übels anzusprechen, nämlich die Ausnahmen in der Steuergesetzgebung und die zu hohen Steuersätze!

    Stattdessen wird nur nach neuen Steuern und “Transparenz” gerufen!

    Einfach nur lächerlich und peinlich!

    Und Untertanen(sic!) wie Sie stimmen in diesen Chor der Staatsverherrlicher auch noch ein

  14. Andreas Tögel

    @Mona Rieboldt
    Sehr geehrte Frau Rieboldt,
    tut mir sehr leid, daß das “arrogant” über die Rampe gekommen ist. Mein Fußballerkommentar war ganz klar ausschließlich auf die Ausführenden und nicht auf die Zuseher gemünzt. So oft ich einen Kicker im Interview erlebe, bestätigt sich mein (Vor)Urteil. Sager wie “Hauptsach´ mir g´winnen – alles andere is´ primär” / “Rom, Mailand, Barcelona – ganz Wurscht – Hauptsach´ Italien” oder das Gestammel von Rooney, Backham & Co. deuten nicht unbedingt darauf hin, daß der IQ dieser Herren wesentlich über der Zimmertemperatur (in °F) liegt. Damit ist übrigens kein Urteil hinsichtlich deren charakterlichen Qulitäten verbunden…
    Mit freundlichem Gruß,
    A. Tögel

  15. Rennziege

    @Andreas Tögel
    Lieber Herr Tögel,
    lassen Sie mich in gewisser Redundanz sagen, dass ich Ihre Artikel immer für eine Bereicherung halte. Und für Ihr Fußball-Archiv steuere ich eine authentische Aussage bei, die mir mein jüngster Sohn eben geflüstert hat:
    “Zuerst hatten wir kein Glück, dann kam das Pech dazu.”
    Herzliche Grüße!

  16. Lodur

    “Jene seltsamen Spaßvögel, die gelegentlich mit der Behauptung „ich zahle gerne Steuern“ auffallen, finden sich so gut wie ausschließlich in den Reihen der Nettosteuerempfänger. Natürlich geht derartiger Unfug leicht über die Lippen, wenn man in Wahrheit nicht nur keinen Cent an Steuern und Sozialversicherungsabgaben löhnt, sondern lebenslänglich von jenen Steuern lebt, die in der Privatwirtschaft fronende Lastesel gezwungenermaßen abzuliefern haben.”

    Herr Tögel, der selbsternannte Verteidiger der sozioökonomischen Eliten, verschweigt dabei, dass mit Steuern generell Investitionen der öffentlichen Hand, die von einem allgemeinen Interesse sind, durchgeführt werden, z. B. in Bildung, Soziales, Kultur, Wissenschaft, Gesundheitswesen, Infrastruktur etc. Davon profitieren auch die Wohlhabenden. Und diejenigen, die “keinen Cent Cent an Steuern und Sozialversicherungsabgaben” löhnen, zahlen sehr wohl Steuern, Massensteuern wie Mehrwertsteuer (sobald etwas konsumiert wird), Tabak- (bei Kauf von Tabakwaren) oder Mineralölsteuer (bei Kauf von Mineralölprodukten). Und damit werden die unteren Einkommensschichten naturgemäß stärker belastet, da bei diesen indirekten Steuern das Einkommen der Konsumenten natürlich nicht berücksichtigt wird und alle daher den gleichen Sätzen unterliegen.
    Abgesehen davon ist man im österreichischen Sozialversicherungssystem nur dann berechtigt, Leistungen daraus zu beziehen, wenn man in die Pflichtversicherung einbezahlt hat. So bekommt man nur dann Arbeitslosengeld oder eine Pension ausbezahlt, wenn man für eine bestimmte Zeit in die Pensions- bzw. Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat. Das gilt auch für die Krankenversicherung. In Österreich ist man zwar von der gesetzlichen KV-Pflicht befreit, wenn man kein oder kaum Einkommen aus Erwerbstätigkeit hier erzielt. Allerdings muss man in diesem Fall eine freiwillige KV abschließen, um eine Leistung daraus beziehen zu können. Das trifft auf z. B. Grenzgänger (Wohnsitz in Ö, Arbeit im Ausland) oder geringfügig Beschäftigte zu. Oder teilweise Angehörige von kirchlichen Orden. Sogar bei Arbeitslosengeld und Notstand werden von der Bruttobemessungsgrundlage die SV-Beiträge abgezogen. Anders bei der Sozialhilfe. Alle Personen, die über keine eigene Krankenversicherung verfügen und Sozialhilfe in Form einer Dauerleistung erhalten, können ebenso Krankenhilfeleistungen aus der Sozialhilfe erhalten (z. B. für ärztliche Behandlung, Arzneimittel, Heilmittel, Hilfsmittel, Unterbringung in Krankenanstalten). Die Zuerkennung von Krankenhilfe wird im Zuge des sozialhilferechtlichen Prüfungsverfahrens festgestellt. Bei der Zuerkennung gelten die Sozialhilferichtsätze. Aber mit deren Lebenswirklichkeit wird doch Herr Tögel wohl nicht tauschen wollen, oder?

    Fazit: Eine billige Polemik auf Kosten der Einkommensschwachen. Eine klassische Neiddebatte, die von Wohlhabenden getragen wird. Ein Mensch mit dem (angeblich hohen) Bildungsstand eines Herrn Tögel müsste es eigentlich besser wissen. Und noch etwas. Steuerhinterzieher oder “Steuersparer” sind nicht nur Kriminelle, sondern auch Parasiten. Da sie die aus Steuern finanzierten Leistungen und Errungenschaften der Gesellschaft, in der sie leben, täglich konsumieren (alleine schon, wenn sie mit ihren Limousinen auf den aus Steuergeldern finanzierten und erhaltenen Straßen herumkurven), ihr jedoch ihre primäre Einnahmensquelle, sprich die Steuern, verweigern, also keinen Beitrag für das System leisten wollen, aus dem sie Nutzen ziehen.

  17. Mona Rieboldt

    @Andreas Tögel
    Hallo Herr Tögel,
    da haben Sie sich aber auch ein paar Fußballer ausgesucht 😉 Und natürlich haben Sie da vollkommen recht, ein Rooney ist sicher knapp an der Hilfsschule vorbei sowie auch andere. Rooneys Job ist Fußball spielen und das macht er recht gut.

    Dumme Sätze wie “….alles andere ist primär” finden sie aber ebenso bei Politikern. Zur Zeit macht gerade die Neben-Spitzenkandidatin der Grünen Frau Göring-E. ihrer Parteikollegin Roth die Rolle als Ulknudel streitig. Göring-E. sagte zum Thema Homoehe “alle müssen heiraten”. Zum Glück gibt es aber noch keine Zwangsehen.
    Dumme Politiker sind nicht seltener als dumme Fußballspieler.

  18. Lodur

    @nometa
    “Herr Tögel, Sie sind widerlich, absolut widerlich.”

    Auch das System, das solche Menschen verteidigen, die kapitalistische Marktwirtschaft, ist absolut widerlich, darüber hinaus auch noch gesamtgesellschaftlich unrentabel, instabil und krisenanfällig.

  19. Mourawetz

    Ich verstehe gar nicht, was die ganze Aufregung soll. Herr Hoeneß hat sich selbst angezeigt und seine Steuern rückwirkend inkl. Strafzoll bezahlt. Herr Hoeneß ist ein ehrenwerter Mann.

  20. Mourawetz

    @Mourawetz
    Herr Hoeneß bewegt sich innerhalb der Grenzen des Rechtsstaats. Was man vom Fiskus mit seinen illegal erworbenen CDs nicht behaupten kann. Wer ist also zu verurteilen? Sicher nicht Herr Hoeneß.

  21. Andreas Tögel

    @Mona Rieboldt
    Verehrte(r) Lodur,
    zwischen Investition und Aufwand besteht ein nicht ganz unerheblicher Unterschied (wie Ihnen jeder zweitklässige Handelsschüler jederzeit erläutern könnte). Geld für Bildung, Kultur oder “Soziales” einzusetzen, bedeutet Aufwand. Eine profitabel arbeitende Fabrik zu errichten, ist dagegen eine Investition. Um es leichter verständlich zu machen: Ewig arbeitslose (oder beim Staat angestellte – was auf dasselbe herauskommt) Soziologen, Politik- oder Theaterwissenschaftler, etc. auf Regimentsunkosten auszubilden, bedeutet natürlich keine Investition. Das ist Aufwand in seiner übelsten Form: “stranded costs”. In die gleiche Kategorie fällt auch die Lebertransplantation für den 70jährigen Alkoholiker oder der Sozialscheck für arbeitsunwillige Strizzis. Das sind übrigens keine moaralischen Wertungen, das ist pure Ökonomie. Klar soweit ?

    Der Staat “investiert” das von ihm gestohlene Geld zum größten Teil also nicht, sondern er verbrennt es für allerlei Unsinn, was am Ende der gesamten Gesellschaft schadet – am allermeisten aber denjenigen, die den Sozialisten in allen Parteien angeblich so sehr am Herzen liegen – den “kleinen Leuten”.

    Würden Sie Ihre Infomationen nicht ausschließlich der “Solidarität” oder abgeschmackten Marx-Exegesen entnehmen, könnte es leicht passieren, daß sich Ihre Froschperspektive ein wenig erweitert.
    Mit plutokratischem Gruß,
    A. Tögel

  22. Herr Karl jun.

    @ Nometa, Lodur
    Warum dieses geifende, diebische Zelotentum? Weil sie Benefiziare dieses neo-feudalen Systems sind? Wenn ich ihre Aussagen durchdenke und das zugrundeliegende Welt- und Hassbild nachzuvollziehen versuche, beginne ich diejenigen Menschen immer mehr zu verstehen, die in den STEUERSTREIK treten. Er ist eben ein hochwirksames Instrument des zivilen Ungehorsams gegen ökonomische Repression durch die Staatspleitiers und -benefiziare.

  23. Lodur

    @Andreas Tögel
    “Geld für Bildung, Kultur oder “Soziales” einzusetzen, bedeutet Aufwand.”

    Sie reduzieren (wie zu erwarten war) den Terminus “Investition” auf die betriebswirtschaftliche Ebene. Investition, auch Kapitalanlage, im Sinne der privaten Finanzplanung (dort auch Geldanlage) und der Betriebswirtschaftslehre ist die Verwendung finanzieller Mittel, um damit Privatvermögen durch Erträge zu vermehren bzw. als Teil des Geschäftsprozesses, um die Gewinne eines Unternehmens zu steigern. Im sozioökonomischen Sinne stellen öffentliche “Aufwendungen” in ein gut funktionierendes und allen Bevölkerungsschichten zugängliches Gesundheits- und Bildungssystem ebenfalls Investitionen dar, da man sich von gesunden und gut ausgebildeten “Humanressourcen” effizientere Wertschöpfungsprozesse erwarten kann. Das führt wiederum zu einem Wachstum der Produktivität und damit auch der Erträge aus den ökonomischen Prozessen. Davon profitieren die Unternehmer, deren gesunde und gut ausgebildete Arbeitskräfte im Regelfall einen höheren Umsatz (damit im Regelfall auch Gewinn) generieren können als kranke und schlecht ausgebildete. Der Staat bzw. die Gemeinschaft hat durch die daraus resultierenden höheren Einnahmen aus dem Steuersystem auch etwas davon. Also Steuern und damit verbundene öffentliche “Aufwendungen” sind für eine kapitalistische Gesellschaft durchaus empfehlenswert.

    “Um es leichter verständlich zu machen: Ewig arbeitslose (oder beim Staat angestellte – was auf dasselbe herauskommt) Soziologen, Politik- oder Theaterwissenschaftler, etc. auf Regimentsunkosten auszubilden, bedeutet natürlich keine Investition.”

    Und all diese “Staatsdiener” sind auch Konsumenten, die eine Nachfrage nach Gütern haben, um ihre Lebenshaltungs- und Wohnbedürfnisse zu befriedigen. Bei einer massiven Reduktion der öffentlich Bediensteten kommt es daher auch zu einem massiven Einbruch der Binnennachfrage einer Volkswirtschaft, was wiederum den Unternehmen schadet, die dadurch weniger Produkte und Dienstleistungen verkaufen können.

    “Der Staat “investiert” das von ihm gestohlene Geld zum größten Teil also nicht, sondern er verbrennt es für allerlei Unsinn, was am Ende der gesamten Gesellschaft schadet – am allermeisten aber denjenigen, die den Sozialisten in allen Parteien angeblich so sehr am Herzen liegen – den “kleinen Leuten”.”

    All dieser “Unsinn” hält die kapitalistischen Volkswirtschaften (noch) am Laufen. Libertäre und Anarchokapitalisten wie Sie wollen durch eine Privatisierung aller Lebens- und Versorgungsbereiche Einsparungseffekte erzielen. Wenn Gesundheits-, Bildungs- und soziale Versicherungssysteme privatisiert sind, entscheiden nicht mehr Leistung, Qualifikation oder Bedarf über den Zugang dazu, sondern einzig und allein die Zahlungskraft. Was z. B. dazu führt, dass nicht die Klügsten die beste Ausbildung bekommen, sondern die Wohlhabendsten. Was dazu führt, dass immer weniger Menschen, besonders die aus den mittleren und unteren Einkommensschichten, Gesundheitsdienstleistungen nicht mehr in Anspruch nehmen können, die sie benötigen. Und kranke Menschen bzw. Arbeitnehmer sind nicht so leistungsfähig wie gesunde. Das wiederum führt zu der Notwendigkeit, dass die Arbeitgeber vermehrt in die Gesundheit ihrer Arbeitnehmer investieren müssen, da ein öffentlich finanziertes Gesundheitssystem fehlt. Das führt wiederum zu einer Senkung der Profitrate der Unternehmen, wegen der “Aufwendungen” für die Gesundheit bzw. wegen der geringen Leistungsfähigkeit kranker Arbeitnehmer.

    Sie sehen, öffentliche “Aufwendungen” sind im Sinne des kapitalistischen Systems. Die Austeritäts- und Privatisierungsforderungen von Leuten wie Ihnen beschleunigen und intensivieren die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus noch zusätzlich. Das wiederum führt zu prärevolutionären Situationen, in denen sich der Unmut der Mittel- und Unterschichten ausdrückt, was einem revolutionären Marxisten nur recht sein kann. Libertäre und Anarchokapitalisten schaufeln daher mit ihrer nur auf das Angebot fokussierten ökonomischen Politik das Grab des Kapitalismus. Nur weiter so! Bitte!

    Mit revolutionären Grüßen!

  24. Lodur

    Uuuups “nicht mehr” gehört natürlich weg. Kann in der Eile passieren.

  25. Andreas Tögel

    @Lodur
    Sie irren natürlich, wenn Sie unterstellen daß “Ivestitionen” ausschließlich privaten (Profit-)Interessen dienten. Würde der Staat (jeder Staat!) nicht von einer Negativauslese von Zivilversagern, sondern von gleichermaßen charakterlich untadeligen, wie klugen Menschen mit ökonomischem Verständnis geführt, wäre auch er zu sinnvollen Investitionen fähig. Darüber zu räsonieren ist jedoch deshalb müßig, weil sich (insbesondere in “liberalen Demokratien”) ausschließlich der Bodensatz der Gesellschaft um die Ausübung der Staatsgeschäfte reißt. Das war so, ist so und bleibt wohl so…

    Ihre GenossInnen liegen übrigens durchaus richtig, wenn sie meinen, “Ohne Demokratie kein Sozialismus, ohne Sozialismus keine Demokratie”. Demokratie (mit allgemeinem, gleichen Wahlrecht) bedeutet – per se – Sozialismus. Und der ist halt, wie wir spätestens seit Ludwig Mises zweifelsfrei wissen, jedenfalls zum Scheitern verurteilt…

    Ihr Argument, daß “Staatsdiener schließlich auch Konsumenten” wären und deshalb (qua Konsumenteneigenschaft) gut für die Wirtschaft, könnte aus einer Postille der GÖD stammen. Unter Anwendung dieser Logik könnte man auch Millionen lahmer, blinder und blödsinniger Fremder importieren, ihnen die Taschen mit Geld vollstopfen und damit einen Wirtschaftsboom auslösen. Des wird aber – fürchte ich – net hinhauen. Das spielt´s nämlich leider nur in Nimmerland, denn hieniden ist Produktivität gefragt – und die suchen Sie bei Staatsbürokraten jeglichen Kalibers vergeblich. Jeder Cent, der von dieser Parasitenkaste verkonsumiert wird, fehlt arbeitenden Menschen (gleich ob selbständig oder unselbständig) in der Brieftasche. Warum die Linke nicht begreifen will, daß die wahren Klassengegensätze zwischen (in der Privatwirtschaft tätigen) Steuerzahlern und (beamteten) Steuerempfängern bestehen (dabei handelt es sich übrigens um die Erkenntnis eines Linken namens Franz Oppenheimer!), werde ich nie verstehen.

    Es kommt natürlich nicht auf die Zahl der Lohnempfänger an (wie Vulgärmarxisten irrtümlich meinen), sondern auschließlich auf deren Produktion (und damit sind nicht Aktenberge oder staatliche Ge- und Verbote gemeint).

    Ihr Talent als Gesellschaftsdiagnostiker in allen Ehren, aber die Millionen von Mitbürgern, die wild entschlossen sind, bei uns eine Art “DDR”-02 zu installieren, kann ich bislang nicht erkennen. und die Fluchtbewegungen ausgebeuteter Lohnsklaven in Richtung Kuba und Nordkorea halten sich bislang auch in durchaus überschaubaren Grenzen…
    Mit freundlichem Gruß,
    A. Tögel

  26. Lodur

    @Andreas Tögel
    “Darüber zu räsonieren ist jedoch deshalb müßig, weil sich (insbesondere in “liberalen Demokratien”) ausschließlich der Bodensatz der Gesellschaft um die Ausübung der Staatsgeschäfte reißt. Das war so, ist so und bleibt wohl so…”

    Sind sie sich da sicher, Herr Tögel? Ist das nicht wieder eine ihrer apodiktischen Leerformeln? Demnach wären also die hier hoch verehrte Margaret Thatcher und ihr Zeitgenosse Ronald Reagan, die beide die sozioökonomischen Ideen der libertären “Austrians” politisch in ihren Staaten realisierten, auch “der Bodensatz der Gesellschaft”.

    “Ihr Argument, daß “Staatsdiener schließlich auch Konsumenten” wären und deshalb (qua Konsumenteneigenschaft) gut für die Wirtschaft, könnte aus einer Postille der GÖD stammen. Unter Anwendung dieser Logik könnte man auch Millionen lahmer, blinder und blödsinniger Fremder importieren, ihnen die Taschen mit Geld vollstopfen und damit einen Wirtschaftsboom auslösen.”

    Diese “Staatsdiener” leisten auch etwas für die Allgemeinheit, zumindest sollten sie das de lege. Sie halten das Gemeinwesen am Laufen.

    “Warum die Linke nicht begreifen will, daß die wahren Klassengegensätze zwischen (in der Privatwirtschaft tätigen) Steuerzahlern und (beamteten) Steuerempfängern bestehen (dabei handelt es sich übrigens um die Erkenntnis eines Linken namens Franz Oppenheimer!), werde ich nie verstehen.”

    Noch einmal, Herr Tögel. Es gibt mehr als nur die Einkommens- bzw. Lohnsteuer im österreichischen Steuersystem. So muss jeder, der in Österreich eine Dienstleistung konsumiert bzw. eine Ware erwirbt, die Mehrwertsteuer oder andere indirekte Steuern wie Mineralöl- oder Tabaksteuer zahlen. Und diese indirekten Steuern belasten Einkommensschwache, die von der Einkommenssteuer befreit sind, nun naturgemäß mehr als Einkommensstärkere. Abgesehen davon, haben diejenigen, die höhere Einkommen haben, daher auch mehr Steuern zahlen, in der kapitalistischen Marktwirtschaft, in der man prinzipiell alles käuflich erwerben kann, auch mehr ökonomische, daher auch politische Macht.

    “Ihr Talent als Gesellschaftsdiagnostiker in allen Ehren, aber die Millionen von Mitbürgern, die wild entschlossen sind, bei uns eine Art “DDR”-02 zu installieren, kann ich bislang nicht erkennen. und die Fluchtbewegungen ausgebeuteter Lohnsklaven in Richtung Kuba und Nordkorea halten sich bislang auch in durchaus überschaubaren Grenzen…”

    In Spanien, Portugal, Griechenland, die alle von Privatisierungen und Austeritätspolitik geprägt sind, boomt das revolutionäre Potenzial. Bei ähnlichen Entwicklungen in Österreich wäre das auch dort der Fall. Und das bedeutet ganz einfach, dass immer mehr Leute über Alternativen zum Kapitalismus nachdenken. Also, nur weiter so!

  27. Lodur

    @Andreas Tögel
    Leute wie Sie sind wegen ihrer sozioökonomischen Ideen die Totengräber eines Systems, das sie so leidenschaftlich verteidigen.

  28. Lodur

    Diese beamteten Steuerempfänger (=Staatsdiener) sorgen dafür, dass das kapitalistische System weiter läuft.

  29. Mercutio

    @Andreas Tögel
    “ausschließlich der Bodensatz der Gesellschaft um die Ausübung der Staatsgeschäfte reißt.”

    Bravo Kottan: Diktatoren, Komissare und Tyrannen sind natürlich stets von der Creme de la Creme rekrutiert. Jetzt ist alles klar, wes Geistes Kind …

  30. Mercutio

    @Andreas Tögel
    “Millionen lahmer, blinder und blödsinniger Fremder importieren”

    Könnte aus einer zeitgenössischen Broschüre für unwertes Leben entnommen sein. Warum überhaupt für irgendwelche Menschen zahlen, die nicht (mehr) produktiv sind, auch wenn es “Volksgenossen” wären. Das ist doch betriebs- und volkswirtschaftlicher Unsinn.

  31. Lodur

    @Mercutio
    “Könnte aus einer zeitgenössischen Broschüre für unwertes Leben entnommen sein. Warum überhaupt für irgendwelche Menschen zahlen, die nicht (mehr) produktiv sind, auch wenn es “Volksgenossen” wären. Das ist doch betriebs- und volkswirtschaftlicher Unsinn.”

    In diesem Sinne sind Faschismus/Nationalsozialismus noch “humaner” als der libertäre Anarchokapitalismus.

  32. Lodur

    Die sorgten noch wenigstens für das Wohl der “Volksgenossen”.

  33. wollecarlos

    Zürich, München (dpo) –
    Die Medienberichterstattung um Uli Hoeneß hat eine wahre Lawine ausgelöst.

    Seit dem vergangenen Wochenende haben sich rund acht Millionen Schweizer, die Konten in der Schweiz unterhalten, selbst angezeigt.

    Insgesamt geht es um die unglaubliche Summe von rund 2,6 Billionen Franken (über zwei Billionen Euro), die dem deutschen Fiskus nicht gemeldet worden sein sollen.

  34. Andreas Tögel

    Ad Mercutio und Lodour:
    Wer sinnerfassend lesen kann, wird mein Bemühen der “Lahmen und Blinden” unschwer in den Kontext des vorangegangenen Postings Lodours stellen und verstehen können.

    Eine weitere Debatte über den produktiven Charakter staatlichen Handelns erspare ich mir, da meine Phantasie leider nicht ausreicht, mir vorzustllen, welcher Nutzen einer Gesellschaft aus dem Wirken von Staatspolizisten, Verwaltungsrichtern, Gender- Gleichbehandlungs- und Fahrradbeauftragten und ganzen Legionen von Umverteilungsbürokraten (Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit) erwächst.

    Danke für den ungemein subtilen Hinweis auf den Nationalsozialismus – der perfekte Moment, um hier auszusteigen. Ich nehme hiermit zur Kenntnis: Libertäre sind schimmer als Nationalsozialisten, weil letztere wenigstens Autobahnen gebaut und Kriegerwitwen gut versorgt haben…

    Froindschaft,
    A. Tögel

  35. wollecarlos

    @Andreas Tögel #36
    “Wer sinnerfassend lesen kann, …”
    dem Einen geht es gar nicht um Erweiterung seines sowieso schon unter dem Horizont liegenden Horizontes, dem anderen geht es nur um um narzistische Selbstdarstellung eines vorgeblich wirklich liberalen Gutmenschen.

    Insofern lohnen sich Diskussionen mit solchen Geisteszombies überhaupt nicht.

    Leider, denn einen guten, intelligenten ADVOCATUS DIABOLI kann man immer gebrauchen. Das belebt die Diskussion und lässt neue Gedanken entstehen.

    Aber eben einen guten und intelligenten!

  36. Mercutio

    @Andreas Tögel
    “denn hieniden ist Produktivität gefragt”

    Für Sie ist nur “Produktivität” heilig, und der Staat nur dazu da, die Habenden vor dem Gesindel zu schützen, Demokratie ist sowieso pfui, da diese und ihre Vetreter nur Geld an Unwerte verschwenden, da sind wir nicht so weit vom Faschismus. Der zumindest noch eine soziale Komponente hatte. Aber Sie wollen nur eine Armee von perfekt funktionierenden Nutzmenschen und keine unnützen Mäuler stopfen, schon gar nicht volksfremde. Das ist in Nuce Ihre Weltsicht, da können Sie jetzt hudnertmal beleidigt sein oder nicht.

    @Carlos
    “vorgeblich wirklich liberalen Gutmenschen”
    Carlosfrage: Wissen oder Vermuten?

    Mit Ihnen und Ihren Nullaussagen bin ich fertig, versuchen Sie andere zu provozieren. Sie heischen hündisch nach Bestätigung von zynischen Wichtigtueren wie Herrn Andreas T. oder Frau Ziege, mein Mitleid!

  37. wollecarlos

    @Mercutio
    “Mit Ihnen und Ihren Nullaussagen bin ich fertig…”

    sowas -und gleichunwertiges- schreiben Sie nun schon seit Wochen und dennoch geben Sie sich immer wieder (vergebliche!) Mühe mit mir, Sie sind ein richtig caritativer Homo sapiens!

    Es freut mich, daß Sie eine meiner Anregungen offensichtlich abgespeichert haben, “Wissen oder Vermuten?”

    Sollte noch ein Rest von Lernfähigkeit bei Ihnen vorhanden sein?

  38. Mercutio

    @wollecarlos
    Wenn Sie vermeiden würden, ständig Anspielungen auf mich zu machen oder meine Gedanken zu anderen völlig unnötig zu kommentieren, dann könnten wir es dabei auch belassen, Sie Kasperl.

  39. wollecarlos

    @Mercutio
    Das unterscheidet wirkliche Liberale von Möchtegern-Liberalen, wie Ihnen!

    Ich schreibe, was mir gefällt, lese, was mir gefällt und mache Ihnen keine Vorschriften, was Sie zu schreiben und zu lesen haben, capito?

    Und wenn Sie das stört, tun Sie einfach, was Sie nun schon wieder seit Wochen fast täglich ankündigen: würdigen Sie mich einfach keines Ihrer so wertvollen Worte.

    (es wundert mich, daß Ihr Zwillingsbruder im Geiste heute und hier noch nicht aufgetaucht ist. Haben Sie dafür eine Erklärung?)

  40. Lodur

    @Mercutio
    Mit dieser Aussage bewegt sich Herr Tögel im traditionellen libertären, bürgerlich-liberalen Verständnis von Sozialpolitik:

    “Die Begründung sozialer Tätigkeit auf Mitleid und Nächstenliebe führt unwillkürlich dazu, daß man Geld und Mühe da verwendet, wo das Elend am größten ist. Aber sozial richtig ist das nicht. Die Humanität in diesem Sinne ist zweifach unwirtschaftlich. Sie ist teuer: mit dem Gelde, mit dem man einen Krüppel erhält, kann man zwei gesunde Kinder hochbringen. Sie ist unproduktiv: die vom Mitleid gepflegten Elenden werden niemals das angewandte Kapital dem Volke zurückerstatten. So rührend daher die Versorgung von Idioten, Krüppeln oder anderen lebensunfähigen Elementen sein mag, man sollte nie übersehen, daß sie ein Luxus ist, und man sollte vor jeder größeren Aufwendung sich fragen, ob unser Volk sich diesen Luxus erlauben kann.” (Heinz Potthoff, Funktionär der liberalen Fortschrittlichen Volkspartei, später Mitglied des Arbeitsrechtsausschusses im Reichsarbeitsministerium der Weimarer Republik)

    “Es mag hart klingen, aber es ist wahrscheinlich im Interesse aller, daß in einem freiheitlichen System die voll Erwerbstätigen oft schnell von einer vorübergehenden und nicht gefährlichen Erkrankung geheilt werden um den Preis einer gewissen Vernachlässigung der Alten und Sterbenskranken.” (Friedrich August von Hayek)

    “Und der vorherrschende Glaube an »soziale Gerechtigkeit« ist gegenwärtig wahrscheinlich die schwerste Bedrohung der meisten anderen Werte einer freien Zivilisation.” (Friedrich August von Hayek)

    Nicht jeder geistesgestörte Soziopath mit einer massiven Störung des Empathiezentrums im Gehirn landet in der Psychiatrie. Viele von ihnen werden auch liberale/libertäre “Denker”.

  41. Lodur

    @Andreas Tögel
    Sehr verehrter Herr Tögel!

    Waren nun Thatcher und Reagan Ihrer Ansicht nach auch der “Bodensatz der Gesellschaft”? Schließlich risssen sich diese “um die Ausübung der Staatsgeschäfte” in “liberalen Demokratien”. Gehören der aktuelle britische Premierminister David Cameron und Nicholas Clegg, der britische Vizepremier und Vorsitzender der Liberal Democrats, auch zu diesem “Bodensatz”?

    Mit freundlichen Grüßen.

  42. wollecarlos

    @Mercutio
    “(es wundert mich, daß Ihr Zwillingsbruder im Geiste heute und hier noch nicht aufgetaucht ist. Haben Sie dafür eine Erklärung?)”

    na also, klappt doch, wie man #42 und #43 entnehmen kann.

    Tröstlich zu wissen daß unser Linksfaschist in der Zeit, wo er hier seine Elaborate verfasst, anderweitig keinen Un-Sinn anrichten kann.
    (und hier liest sein Gelabere eh’ keiner!)

  43. Mercutio

    @wollecarlos
    Tja so ist das: Ich fühle mich an nichts gebunden, was Sie für gültige Verträge nahmen (Sei können’s gerne einklagen), also mein Vorschlag: tun Sie weiter, was Sie wollen, und lassen Sie mich dasselbe tun. Das würde einen echten Liberalen auszeichnen, nicht Ihre moralisch-anstrengenden Darlegungen, in der Sie mich und meine Meinung kritisieren.

  44. Lodur

    “Nicht jeder geistesgestörte Soziopath mit einer massiven Störung des Empathiezentrums im Gehirn landet in der Psychiatrie. Viele von ihnen werden auch liberale/libertäre “Denker”.”

    Kleine Ergänzung: Oder nennen sich wollecarlos.

  45. wollecarlos

    @Mercutio #46
    “…also mein Vorschlag: tun Sie weiter, was Sie wollen, und lassen Sie mich dasselbe tun….”

    Fein, daß Sie sich meiner Ansicht anschließen, schrieb ich Ihnen doch (#41) schon ins Stammbuch:
    “Ich schreibe, was mir gefällt, lese, was mir gefällt und mache Ihnen keine Vorschriften, was Sie zu schreiben und zu lesen haben, capito?”

    Daß Sie jedoch Moral für anstrengend halten, lässt kein gutes Licht auf Sie fallen!

    Genausowenig, wie Sie offensichtlich Kritik nicht ertragen können, was auch auf einen klitzekleinen Ego-Fehler hindeutet. Aber wer egozentrisch ist, dem ist Kritik am Ego natürlich ein Gräuel, da habe ich für Sie Verständnis!

  46. Lodur

    “Tröstlich zu wissen daß unser Linksfaschist in der Zeit, wo er hier seine Elaborate verfasst, anderweitig keinen Un-Sinn anrichten kann.”

    Wenigstens zitiere ich keine Stalin-Verehrer wie Bertolt Brecht. Unser strammer Antimarxist wollecarlos (an anderer Stelle) allerdings schon.

  47. Mercutio

    @wollecarlos
    “Aber wer egozentrisch ist, dem ist Kritik am Ego natürlich ein Gräuel, da habe ich für Sie Verständnis!”

    Na gut, dann halten Sie sich dran, und schauen Sie sich in Ihrer näheren Umgebung um, wenn Sie Kritik austeilen wollen und nicht bequem übers Internet an Fremde. Ich werde wohl hoffentlich nicht der einzige sein, der Ihrer Hilfestellung bedürftig ist. Aber Sie werden ohnehin tun, was Sie nicht lassen können.

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