Allen Liberalen gewidmet

Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, daß er dabei nicht zum Ungeheuer wird. (Friedrich Nietzsche)

11 comments

  1. Selbstdenker

    Ihr Wort in Gottes Ohr, Herr Ortner.

    Aktueller denn je: die richtige Antwort auf Stalin & Co war nicht Hitler, sondern Churchill und Reagan.

  2. Fragolin

    Allen Antifaschisten gewidmet:
    Manche müssen die Ungeheuer, gegen die sie angeblich kämpfen müssen, erst erfinden, um zu rechtfertigen, warum sie sich wie Ungeheuer benehmen.

  3. Selbstdenker

    @Fragolin:
    Ohne propagandistische “Hilfestellung” würden die wenigsten Leute von sich aus auf die Idee kommen, dass man Böses mit Bösem bekämpfen kann.

    Erst eine Propagandalüge wie in der Treppenszene von Panzerkreuzer Potemkin, dann der Hinweis auf den “gerechten” endzeitlichen Krieg gegen das Böse in Gestalt eines konstruierten Gegners aus einem Guss, lässt die Leute zu richtige Bestien werden.

    Sobald das Streben nach Vernunft und objektiver Beurteilung von Handlungen subjektiven Emotionen, willkürlicher Gruppenbildung und der damit verbundenen Pflege von Vorurteilen weicht, beginnt sich das große Rad zu drehen und anscheinend entgegengesetzte Pole benötigen plötzlich einander wie Yin und Yang.

  4. Selbstdenker

    @Fragolin:
    Die Saat, die heute geerntet wird, wurde über mehrere Jahrzehnte hinweg ausgesät. Sehen Sie sich mal folgende propagandistische Meisterleistung an, die in den 2000er Jahren, als die heutigen Social Justice Warriors noch Teenies waren, über MTV & Co verbreitet wurde:
    https://www.youtube.com/watch?v=ZO7ZWfvCjBE

    Selbstverständlich darf im Vorspann auch ein Zitat von Lenin nicht fehlen:
    “Revolution is war. Of all the wars in history it is the only lawful, rightful, just and truly great war … In Russia this war has been declared and begun.” (Lenin 1905)

    Das könnte doch glatt auch von ISIS, neoprogressiven “Social” “Justice” Warriors in den USA aber auch obskurven Anti-Globalisten stammen.

    Dieser sich bis zum Desaster auswachsende Steinschlag in der Windschutzscheibe nimmt den Leuten den klaren, vernünftigen Blick auf das was sich gerade vor ihnen abspielt und auf welchem Wege sie sich gerade befinden.

  5. Rennziege

    13. März 2016 – 11:38 Selbstdenker

    Das Bildmaterial (nicht der flache MTV-Song) ist doch ein Ausschnitt aus Sergej Eisensteins Film “Panzerkreuzer Potjomkin” (1925), der Lenins Revolutionstheorie in massentaugliche Propaganda umsetzt. Es gibt Cineasten, die dieses primitve Machwerk als Meilenstein der Filmgeschichte preisen. Ich hatte in meiner Schule mit 17 das Glück, diesen Film von einem Geschichtsprofessor vorgeführt und seriös kommentiert zu bekommen.
    Angelehnt ist der Streifen an Ereignisse auf einem russischen Kriegsschiff, wo 1905 eine blutige Meuterei gegen Kapitän und Offiziere stattfand, die von den Truppen des Zaren gewaltsam beendet wurde, den geltenden Gesetzen entsprechend. — Aber die Kombattanten waren ausschließlich Soldaten. Frauen und Kinder waren daran nicht beteiligt, noch kamen irgendwelche Unbeteiligte zu Schaden.

    “Panzerkreuzer Potjomkin” ist eine Geschichtslüge: infam, aber propagandistisch erstklassig. Frauen und Kinder kaltblütig geopfert! Frei erfunden? Egal! Ein Vorbild für so vieles, was heutzutage an suggestiven Bildern durch alle Kanäle flimmert.

  6. Selbstdenker

    @Rennziege:
    “‘Panzerkreuzer Potjomkin’ ist eine Geschichtslüge: infam, aber propagandistisch erstklassig. Frauen und Kinder kaltblütig geopfert! Frei erfunden? Egal! Ein Vorbild für so vieles, was heutzutage an suggestiven Bildern durch alle Kanäle flimmert.”

    Genauso ist es. Würde man den historischen Kontext nicht kennen, so könnten einem die Bilder der dargestellten erschossenen Kinder, das Herz zerreißen. In Wahrheit hat das propagandistisch dargestellte bestialische Verbrechen das Feld für den ukrainischen Holodomor erst aufbereitet:
    http://ukrainianholodomor-idc4u.tumblr.com/

  7. Selbstdenker

    @Rennziege:
    “Es gibt Cineasten, die dieses primitive Machwerk als Meilenstein der Filmgeschichte preisen.”

    Ich habe diesen Film vor Jahrzehnten in den ORF “Kuststücken” gesehen. Alles was die kulturmarxistische “New Left” die letzten Jahrzehnten veranstaltet hat, wurde dort bereits vorweggenommen. Spätabends wurde übrigens auch auf Kosten der Gebührenzahler das DDR-Format “Der Schwarze Kanal” gesendet – aufgrund vom besonderen “kulturellen Wert” versteht sich.

    Bestimmte Propaganda-Machwerke von Michael Moore erinnern mich übrigens sehr stark an den “Schwarzen Kanal”.

  8. Rennziege

    13. März 2016 – 16:47 Selbstdenker
    Über Michael Moore kann getrost der Mantel des Schweigens gebreitet werden; allerdings müsste dieser Mantel die Sondergröße XXXXL haben. Seine jüngeren Ergüsse sind allesamt so krachend gefloppt wie seine lauthals angekündigten Abmagerungskuren.

  9. gms

    Rennziege,

    “„Panzerkreuzer Potjomkin“ ist eine Geschichtslüge: infam, aber propagandistisch erstklassig. Frauen und Kinder kaltblütig geopfert! Frei erfunden? Egal! Ein Vorbild für so vieles, was heutzutage an suggestiven Bildern durch alle Kanäle flimmert.”

    Laut [1]: According to film historian Bruce Bennett, “Battleship Potemkin” was personally imported to the United States by silent star Douglas Fairbanks and screened privately for film-industry luminaries on both coasts during the summer and fall of 1926, beginning with a bedsheet projection at Gloria Swanson’s house in New York. “Nobody went Bolshevik,” quipped a columnist for Photoplay magazine at the time, “but a lot of people left with some revolutionary ideas of filmmaking.” It’s safe to say this was one of those collisions that changed the course of cultural history. Has there been a year since the late ’20s when Hollywood didn’t produce multiple imitations of “Battleship Potemkin”?

    Bedenkt man, wonach der Regisseur Sergei Eisenstein auf Einladung der Paramount Studios in Hollywood wirkte und Vorlesungen an amerikanischen Universitäten hielt, versteht man auch Joseph McCarthy [2], der rückwirkend durch spätere Deklassifizierung von Dokumenten betreffend linker Agitation in seinen Verdachten mehr als bestätigt wurde. McCarthy betätigte sich nicht nur im Aufzeigen linker Umtriebe in Hollywood, sondern auch im Beschreiben der Vereinnahmung der US-Administration durch damals mindestens 205 Leute, die Mitglied in der American Communist Party waren.
    Zugleich wies er insbesondere George Marshall (‘European Marshall Plan’) nach, er hätte als Außenpolitiker seine Anstrengungen, China vor dem Kommunismus zu bewahren, gezielt vergeigt, wäre sein dortiges Treiben doch niemals mit Dummheit oder Versagen allein zu erklären, sondern sei stattdessen gezielter Betrug gewesen.

    Es verwundert daher nicht, wonach der Katholik McCarthy damals das Establishment, die Kennedys ausgenommen, ebenso gegen sich hatte, wie die Medien, die ihn damals und danach noch als paranoiden Hexenjäger (‘the witch hunter’) punzierten. Noam Chomsky, ein redlicher linker Intellektueller, fällt in dieselbe Kategorie, wie auch die Libertären John Birch oder G. Edward Griffin [3].

    ‘Wir leben in einem System, in dem man entweder Rad sein muß oder unter die Räder gerät.’ Nietzsche

    [1] salon.com/2011/01/12/potemkin/
    [2] en.wikipedia.org/wiki/Joseph_McCarthy
    [3] youtube.com/watch?v=lu_VqX6J93k
    The Creature From Jekyll Island (by G. Edward Griffin)

  10. astuga

    War Nietzsche denn überhaupt ein Liberaler? 😉

    Das Problem generell mit solchen Zitaten ist ja, dass sie zwar in sich stimmig sind und sich gut anhören – die Tücke liegt aber im Detail.
    Wenn man sich manch aktuelle Krise ansieht, dann sind wir uns in Europa ja nicht mal darüber einig, ob es überhaupt immer ein Ungeheuer gibt.
    Ja manche halten dann sogar die jeweiligen Kritiker und Mahner für das Ungeheuer.
    Und wollen sie mitunter mit “ungeheuerlichen” Methoden zum Schweigen bringen.

    Wenn so ein Zitat also einen Sinn hat dann den, dass er sich warnend an alle richtet.
    Aber wie das mit uns Menschen so ist, fühlt sich genau deshalb niemand betroffen.

  11. gms

    astuga,

    “War Nietzsche denn überhaupt ein Liberaler?”

    Nun, er war ein verdammt guter Menschenkenner und durchschaute den Sozialismus wie kein anderer [1]. Auf alle Fälle war er Individualist. Darüber hinaus textete er den besten Werbeslogan für Viagra, was manchen heute ungeheuerlich erscheint.

    [1] textlog.de/22056.html
    ‘Der Sozialismus in Hinsicht auf seine Mittel’

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