Alles beim Alten…

Von | 25. Mai 2016

(von JÜRGEN POCK) Die Bundespräsidentenwahl 2016 ist zu Ende gegangen, wie viele Briefstimmen letztendlich den Ausschlag dafür gaben, dass das ehemalige Mitglied der Gruppe Revolutionärer Marxisten in die Hofburg einzieht, ist ob der steigenden Fehlerquote im Zuge der Auszählung eine Frage, die vorerst unbeantwortet bleibt.

Eines steht fest: Die Schockstarre löst sich langsam, das System schnauft durch, die linke Allianz hat sich über das Ziel gerettet. Was bleibt, ist ein Nullentscheid und die Erkenntnis, dass der Selbsterhaltungstrieb des Systems stärker ist als der Veränderungswille des Volkes.
Nachdem die Altparteien im Verlauf des ersten Durchgangs der Präsidentenwahl ungläubig auf die Ruinen ihrer Politik starren mussten, formierten sich bereits die ersten linken Systemkämpfer und ließen Faymann fallen. Der Trümmerkanzler wurde kurz vor der Stichwahl ersetzt, um Aufbruchsstimmung zu simulieren und den Aufschwung der Systemkritiker zu bremsen. Der einzig verbliebene grüne Freund im Rennen um die Hofburg wurde nun zur Projektionsfläche für die linken Machtwünsche. Es galt die Regel, den Zugang zu staatlichen Futtertrögen zu garantieren. Koste es, was es wolle. Die rot-grüne Achse wandelte im Gleichschritt in den Spuren der Wien-Wahl 2015 und sammelte das linke Lager geschlossen hinter sich.
Die im Nachgang der Wahl von den Linksozialisten glorifizierte Aufholjagd Van der Bellens entwickelte sich während des Wahlkampfes de facto zu einer Treibjagd gegen Andersdenkende. 50.000 von der SPÖ entsandte Schreiben warnten vor dem autoritären Gegenkandidaten und baten um Van-der-Bellen-Beistand, die Genossenschaft beweihräucherte einheitlich den Alt-68er. Es wurde ein Personenkomitee aus dem Boden gestampft und mit ÖVP-Dissidenten, subventionierten Staatskünstlern sowie einer vermeintlich linksintellektuellen Elite angereichert, um den bösen blauen Mann mit aller Gewalt an die Wand zu zeichnen. Die gebündelten linkssozialistische Kräfte säten gezielt eine Anti-Kampagne, die im Wahlkampf zu Polarisierung heranreifte und seitdem von Toleranzheuchlern und antifaschistischen Krawallbrüdern als Ergebnis rechtspopulistischer Politik propagiert wird.
Die mediale Meinungsmache im Sinne des Systems, auch über die Landesgrenzen hinweg, tat ihr Übriges. Plump und plakativ wurde das Räderwerk der Presse in Gang gesetzt, um die linksliberale Balance zu wahren. Es wurde beschwört, beschönigt, geschwiegen und gelenkt. Populismus-Phrasen wurden exzessiv gestreut, grüne Wahlwerbung offen vermittelt. Äquidistante Berichterstattung in Zeiten parteipolitischer Förderungen in Form von Inseraten und Spenden ist längst zu einer Latrinenparole verkommen.  Auch das Brüsseler Beamtengespann Juncker-Schulz ließ nichts unversucht, um ihrem EU-Verehrer Van der Bellen auf die Schulter zu klopfen und mit Pöbeleien zu punkten.
Somit bleibt alles beim Alten. Van der Bellen wird seine Befürworter am Machttransfer teilhaben lassen und das bestehende Bankrottsystem weiter am Leben erhalten. Getragen wird das Wahlergebnis selbstredend von der kollektiven Dummheit des Stimmvolks und der unüberwindbaren Angst vor dem eigenen Verstand.

16 Gedanken zu „Alles beim Alten…

  1. Dr. Otto Fischer

    Ja..mann könnte den Hut draufhauen und der Politik als Bürger den Rücken kehren.Genau das will das jetzt wiedergewählte linke Establishment.Man sollte ihm diese Freude aber nicht tun.The struggle goes on…

  2. CE___

    Thema “Mediale Meinungsmache”

    Diese Wahl hat (wieder) sehr eindrucksvoll gezeigt dass (einer) der nächsten Schritte darin bestehen muss die rot/grün sozialistisch/kommunistische mediale Lufthoheit zu bekämpfen bzw. den “Luftraum” streitig zu machen.

    Sosehr eindrucksvoll dass Hofer fast 50% der Stimmen bekam TROTZ medialer Dauerpropaganda einer rot/grün unterwanderten und kontaminierten Medienlandschaft, ist es doch ein harter Kampf gegen den Sturm, der langfristig nur unnütz abnutzt.

    Die Gründung eines “österreichischen FOX-News” liegt wirklich auf der Hand, und mit einem Eigentümer der wie ein Wachhund jeden nach rot/grün riechenden Redakteur, Journalisten oder auch Portier gleich durch die Hintertür hinausschmeisst, der das Unternehmen unterwandern will.

    Auf meinen Reisen nach Nordamerika ist es jedes Mal eine schöne Abwechslung (ich lass mal das Wort “Genuss” beseite) einen Sender sehen zu können der gnadenlos das “linke politische Spektrum” durch den Kakao zieht und mit Trommelfeuer belegt und einmal alternative Kandidaten (wie derzeit einen Trump) sehr vorteilhaft darstellt.

  3. Thomas Holzer

    “Getragen wird das Wahlergebnis selbstredend von der kollektiven Dummheit des Stimmvolks und der unüberwindbaren Angst vor dem eigenen Verstand”

    Und das ist der wesentliche Punkt; das ganze Lamentieren über Volksfront, linke Meinungsmache etc. erübrigt sich.

    Die Mehrheit ist zu dumm, zu faul, vertrottelt und naiv. Ergo kann Demokratie (im positiven Sinne) nie funktionieren; sie ist und bleibt eine der vielen Utopien des Menschen

  4. stiller Mitleser

    1) VdB war nicht Mitglied der Gruppe Revolutionärer Marxisten; es gab in Innsbruck höchstens eine kleine Sympathisantengruppe der GRM. Die Jugend des Autors mag diesen Irrtum erklären.

    2.) in den letzten Tagen wurde die Präferenz der weiblichen Wählerschaft für VdB thematisiert und nach Gründen gesucht. Warum also ist der schrubbelbärtige, alte VdB so sexy? Denn VdB gefällt, ja.
    Stimme, Sprechtempo und dadurch sehr individuelle Sprechweise gefallen vielen Frauen. Nach Gustave Flaubert zählt bei Frauen die Stimme, nicht die Optik, lesen Sie ein wenig “Education Sentimentale” !

  5. astuga

    Der Sozi-Brutus und ungewählte Regierungschef Kern hat ja auch bereits mit seinen Ausfällen gegenüber Orban nach Brüssel signalisiert, dass alles beim Alten bleibt.

  6. Thomas Holzer

    @astuga
    und er hat eine Heidenangst vor der Frau Griss; im heutigen Presse-Interview wollte er sie schon wieder in den Rechnungshof wegloben 😉

  7. mariuslupus

    Aber, aber VdB ist doch ein lupenreiner Demokrat ! Wie viel VdB von Demokratie versteht macht er mit seiner Aussage deutlich, dass er einen vom Volk gewählten Bundeskanzler nicht anloben wird. Aber er wird selbstverständlich, wie bereits sein Vorgänger im Amte, einen Bundeskanzler bestätigen, der in den Hiterzimmern der Mächtigen, im Stlle der ehrenwerten Familie gekürt wird, bestätigen.
    Aber einen vom Volk gewählten Bundeskanzler der einer demokratischen Partei angehört, der FPÖ, wird er die Bestätigung verweigern. Hat, Genosse VdB überlegt wie die Folge seiner präsidialen Verweigerung sein könnten ? Wird er das Parlament auflösen, Neuwahlen ausschreiben ? Und wen das Ergebnis wieder nicht passt ? Vielleicht wäre ein mögliches Szenario, die Nachahmung der brüsseler Autokraten. Ernennung von (roten) Komissären, ohne jede demokratische Legitimation. Der Grundstein für diese Entwicklung ist bereits gelegt.

  8. astuga

    @Thomas Holzer
    Ich glaube ja eher, Kern will einen blauen Rechnungshofpräsidenten verhindern.
    Dabei haben diese immer gute Arbeit geleistet.

  9. astuga

    @mariusplus
    Lustig ist ja , dass sich Van der Bellen die Vereinigten Staaten von Europa wünscht.

    Aber vergleichsweise in den USA würde man sich in den Bundesstaaten gegen Einflussnahmen wie aus Brüssel zur Wehr setzen, bzw wären diese gar nicht möglich.
    Dort kommt auch niemand auf die Idee, die Schulden der anderen zu übernehmen.

  10. Fragolin

    @astuga
    Vereinigte Staaten von Europa hört sich halt besser an als Union der sozialistischen Europarepubliken… 😉
    Das Vorbild der EU liegt nicht jenseits der Großen Pfütze sondern direkt vor der Haustür, gen Sonnenaufgang betrachtet.

  11. Thomas Holzer

    @astuga
    Für mich hat sich die Frau Griss mittlerweile selbst diskreditiert;
    aber ÖVP und SPÖ -so denke ich- haben die Befürchtung, daß, sollte sie mit einer Truppe bei der nächsten NR kandidieren, den beiden Parteien ziemlich viel Prozente abnehmen würde.
    Nicht umsonst hat der Herr Lopatka gleich nach dem 1.Wahlgang den gleichen Vorschlag gemacht

  12. Fragolin

    @mariualupus
    Was VdB dem Hofer immer vorgeworfen hat, nämlich das Amt für parteipolitische Einflussnahme zu missbrauchen, wird er wie angekündigt selbst tun. Das ist ja gerade der Treppenwitz an den Ultralinken: Alles was sie den “Rechten” vorwerfen zu versuchen, nämlich Zerschlagung der Demokratie und Aufbau einer quasifaschistischen Diktatur mit allen hinterfotzigen Mitteln, Straßenterror, Einschüchterung, Angst schüren, Lügen und Hetzen leben sie selbst.

  13. Thomas Holzer

    Und die Frau Griss ist doch tatsächlich eingeknickt 🙁

  14. GeBa

    Vielleicht sollte man ein 3. Mal wählen lassen mit unabhängigen Wahlbeobachtern. Man muss sich nicht schämen, die werden auch in Albanien, Belarus etc. angefordert. Hüstel, hüstel

  15. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Tja, die Gier is a Hund und die Beamtenseele jubelt, wenn eine Wohlversorgung winkt…

  16. Thomas Holzer

    @Fragolin
    nun ja, wohlversorgt ist sie aber schon, und es sei ihr unbenommen……..

    aber die Pirouetten der vergangenen Wochen waren schon mehr als peinlich.

    Eine Liberallala halt, deswegen auch vom Herrn Strolz unterstützt

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