Alles wird gut. Ganz sicher.

Von | 1. Juli 2015

(WERNER REICHEL) „Nächstenliebe ist stärker als Hass“, predigt Bundespräsident Heinz Fischer auf der Gedenkfeier am Grazer Hauptplatz. „Man wird niemals alle Gewalttaten Einzelner verhindern können“, erklärt der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer den rund 12.000 anwesenden Trauergästen. Bundeskanzler Werner Faymann nutzt sein Rede kurzerhand, um für Genossen Michael in Wien wahlzukämpfen: „Lassen wir nicht zu, dass eine solche unfassbare Tat genutzt wird, um Hass und Zwietracht säen“, sagt er unmissverständlich in Richtung FPÖ-Chef Heinz Christian Strache. Der hatte es gewagt, die von Staatsführung und Mainstreammedien offiziell verbreitete und genehmigte Version vom psychisch labilen Einzeltäter in Zweifel zu ziehen.

Und Faymann betont, so wie auch Genosse Fischer, dass die Menschen in Graz und Österreich angesichts der furchtbaren Tat nun näher aneinander gerückt sind. Ja, so machen das verängstigte Schafe, wenn der Wolf kommt. Aber eine lobenswerte Tugend ist das nicht und Schafe machen das instinktiv, das schaffen sie auch ohne Leithammel.

Es mag angesichts einer Bluttat mit drei Toten und über 30 Verletzen absurd klingen, aber die heimischen Politiker haben mit ihren immer gleichen hohlen Phrasen, Plattheiten und vorgestanzten Stehsätzen versucht, den Menschen ein heile Welt vorzuspielen. Eine heile Welt, die es längst nicht mehr gibt. Sie haben damit auch ein eindeutiges Signal ausgesandt: Vor uns braucht sich wirklich niemand zu fürchten, wir werden uns niemals wehren, wir sind völlig harmlos, wir werden immer stillhalten und immer weiter zusammenrücken und uns möglichst klein machen.

Aus diesen Gründen hat die politisch-korrekte Elite von Anfang an einen ethnisch, politisch, kulturell oder religiös motivierten Hintergrund ausgeschlossen und von Anfang an behauptet, beim Täter handle es sich um einen psychische labilen Täter, um sich selbst und die Bürger zu beruhigen. Selbstverständlich kann das stimmen, nur konnte man das wenige Stunden nach der Tat beim besten Willen noch nicht wissen. Und an dieser Behauptung wird auch nicht mehr gerüttelt werden, selbst wenn die anerkannte Nahostexpertin Karin Kneissl nicht so recht an diese Version glauben mag. Selbst wenn es diese Art des Mordens und des Terrors, zu dem der IS via Internet aufgerufen hat, sich in Europa (Glasgow, Nantes, Dijon)zu etablieren scheint.

Aber einen Terroranschlag kann die Regierung nach zwei verlorenen und zwei anstehenden Landtagswahlen nicht gebrauchen und was noch wichtiger ist, sie wäre damit auch völlig überfordert. Salbungsvolle Worte und Appelle an die Bevölkerung, darauf beschränken sich die Leadershipqualitäten und die Lösungskompetenzen unserer politischen Führungskaste, mehr kann, darf  und sollte man nicht von ihr erwarten.

Man stelle sich vor, unser derzeitiges Politpersonal wird mit einer Terrorwelle oder bürgerkriegsähnlichen Zuständen konfrontiert. Kein schönes Szenario. Wahrscheinlich wissen das unsere Politikerdarsteller sogar selbst. Deshalb ist man, losgelöst von den aktuellen Entwicklungen in und um Europa, gezwungen, laut pfeifend so weiterzumachen wie bisher. Man beschäftigt sich intensiv und medienwirksam mit gesellschaftlichen und politischen Rand- und Scheinproblemen wie gendergerechte Sprache, Gratiszahnspangen, CO2, Radwege, Einkaufstaschen aus Plastik, bunte Fußgängerübergänge und ignoriert die echten Probleme und Konfliktpotentiale konsequent und hartnäckig.

Man hofft, dass sie sich von ganz allein in Luft auflösen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Wir steuern immer schneller und direkter auf eine Katastrophe zu. Menschen, die den Kopf nicht so tief in den Sand stecken wie unserer Staatsführung, haben das längst erkannt. „Die Welt“ schreibt: „Das nächste große Schlachtfeld ist Europa“. In dem Artikel wird beschrieben, wie tausende IS-Kämpfer derzeit problemlos nach Europa geschleust werden. Der Nahost-Korrespondent Alfred Hackensberger kommt zu dem Schluss: „Und es ist sicher, dass sie Krieg wollen. Der IS weitet den Krieg auf Europa aus.“ Das haben die IS-Führer zudem schon mehrmals angekündigt, und man sollte mittlerweile wissen, dass diese Männer selten scherzen und ihre Ziele äußerst hartnäckig und brutal verfolgen.

Zumindest Groß Britanniens Premier David Cameron weiß das: „Es wird der Kampf unserer Generation sein, und wir müssen ihn (den IS) bekämpfen mit all unseren Mitteln“ Währenddessen spart die Regierung in Wien das österreichische Bundesheer kaputt und die noch fortschrittlicheren Linken träumen sogar von einem Österreich ganz ohne Armee. Europa steht ziemlich nackt, hilf- und ratlos da. Viele scheinen zu glauben, dass Frieden, Demokratie und Wohlstand in Europa, Gott oder Natur gegeben sind. Aber Wohlstand entsteht nicht durch Notenpressen und Frieden nicht durch Gebete und Kerzenmärsche.

Keine Frage, die Zeichen stehen auf Sturm und die hilflosen Schönwetterkapitäne in den europäischen Hauptstädten versprechen den verängstigten Passagieren, dass alles In Ordnung ist und die Unwetter ohnehin vorbeiziehen werden. Was für ein Irrtum.

 

23 Gedanken zu „Alles wird gut. Ganz sicher.

  1. aneagle

    Das Trauertheater in Graz war ein politisches Trauerspiel. Es ist, um den Hausherren C.Ortner zu zitieren, Politversagen. Und zwar auf hohem Niveau. Wegschauen und nicht wahrhaben wollen ist als politische Gesamtleistung nicht ausreichend. Das merken irgendwann auch die Schafe. Dann ist Umschwenken aber zu spät, weil nutzlos.

    Bereits 2003 beschrieb der früh verstorbene Bestseller-Schriftsteller Michael Crichton, in “Welt in Angst” die Instrumentalisierung der Klimaforschung für politische und wirtschaftliche Interessen. Diesmal in Graz ging es um die Migrationsrealität.

    Unter anderem beschrieb Crichton, wie eine gutmenschliche Touristentruppe, den Kannibalen, die sie gefangen hatten, bereits im Kochtopf stehend, aus purem Populismus, Kochtipps gaben. Crichton scheint die am Grazer Hauptplatz versammelte österreichische Politprominenz bereits vor mehr als einem Jahrzehnt gut gekannt zu haben.

  2. cmh

    “Über Steinamanger fliegt ein Feindverband ein langer. Links ka Jäger, rechts ka Flak – hoffentlich bricht er si selber’s Gnack.'”

    Genau den gleichen, sehenden Fatalismus wie kurz vor Kriegsende haben wir heute mutatis mutandis auch wieder.

  3. sokrates9

    Eigentlich interessant dass der Großteil der österreichischen Politprominenz in Graz war, weil ein “Verrückter”
    3 Menschen ermordet hat! Wird das auch bei zukünftigen Morden der Fall sein? Oder gibt es doch doch einen islamischer Hintergrund?

  4. Weninger

    Einen “islamischen” Hintergrund hat es immer, war es doch eine islamische Familie. Ob man die Taten eines durchdrehenden Ehemannes und dubiosen Autohändlers in die Kategorie politisch-religiös motivierter Attentate im Rahmen des großen Djihad reihen muss, ist die andere Frage.

  5. Thomas Holzer

    @Weninger
    Ja, da haben Sie recht; dann stellt sich aber die Frage, warum es diesen Politikerdarsteller Almauftrieb gegeben hat………..

  6. Rado

    Unser Bundesheinzi scheint am Stockholmsyndrom zu leiden, so wie alle anderen auf der Rednertribüne.

  7. Weninger

    @Holzer
    meine Theorie: der Grazer Bürgermeister wäre dem Irren selbst fast zum Opfer gefallen (sagt er zumindest) und der Täter verwüstet die innerste Innenstadt -> große Betroffenheit und sensationsgeile Medien tun ihr Übriges, tränendrückende Berichte, der Standard reitet stundenlang auf seiner antisemitischen Tat herum, weil das erste Opfer in Nähe der Synagoge starb etc.
    Hätten in Liebenau drei Tschetschenen ein halbes Dutzend Afghanen oder Schwarze in einem Drogenkrieg abgestochen, dann wäre es ein Viertelspalter auf Seite 5 geworden.

  8. Christian Peter

    Der Grazer Massenmord hat natürlich nichts mit dem Islam zu tun. Selbstverständlich wurde der Täter gleich für unzurechnungsfähig erklärt, um Fragen um das Motiv des Täters im Keim zu ersticken und den politischen Schaden für die regierenden Parteien ÖVP und SPÖ möglichst gering zu halten.

    Die Indizien verdichten sich indes, dass es sich bei dem Grazer Massenmord um einen islamischen Terroranschlag handelte :

    http://www.unzensuriert.at/content//0018061-Grazer-Amokfahrt-Diese-Indizien-deuten-auf-islamischen-Terroranschlag-hin

  9. Thomas Holzer

    Dann muß das aber ein sehr bescheidener und demütiger Terrorist sein; soweit bisher bekannt, sind diese Typen eigentlich sehr stolz auf ihre Untaten und posaunen dies auch immer gerne öffentlich hinaus

  10. Christian Peter

    Den wird man schon auf Spur gebracht haben – eine leichte Übung bei einem frisch verhafteten Täter, der damit rechnen muss, bis ans Lebensende angehalten zu werden.

  11. Fragolin

    Bis jetzt zeichnet sich auch eine andere Möglichkeit ab: Der Mann, der bewusst von dem Fahrer getötet wurde, stammt angeblich aus der gleichen bosnischen Stadt, in der er just eine Filiale seines Schrottwagenhandels aufgemacht hatte, und auch der Afghane, zu dessen Niederstechung er eigens bremste, war ihm vermutlich nicht fremd. Außerdem soll er die Route bis zum Hauptplatz bereits am Vorabend probeweise abgefahren sein.
    Das könnte auch ein geplanter Mord gewesen sein, mit einer anschließenden geplanten “Amokfahrt”, um in Folge als unzurechnungsfähig eingestuft zu werden und nach einer Therapie “geheilt” nach Hause zu spazieren. Südländische Heißblütigkeit als eiskaltes Kalkül, um mit geminderter Strafe davonzukommen und die wahren HHintergründe zu verschleiern.
    Bin mal gespannnt, ob wir in wenigen Wochen, wenn schon wieder hordenweise andere Säue durch das Dorf getrieben wurden, noch irgendetwas von den Fortschritten der Ermittlungen der StA hören…

  12. Goetz Goetz

    Auch bemerkenswert, dass auf den Beitrag Alfred Hackenbergers in der “Welt” kein Echo zu hören war. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Autor den Nerv getroffen hat.

  13. Weninger

    @Christian Peter
    Jaja und der Haider wurde auch vom Mossad ermordet. Unzensuriert.at ist wohl die übelste Gerüchteschmiede überhaupt. Aber wehe irgendwer kreidet einem FP-Politiker halbstarke Rassismen und andere Dummheiten an. Immer die sind die bösen anderen schuld, die Fremden.

  14. Christian Peter

    Machen Sie sich nicht lächerlich. Alleine der Umstand, dass der Täter 2 Wochen vor der Tat von seiner Familie weggewiesen wurde, weil er seine Frau mit Schlägen zum Tragen eines Kopftuches zwingen wollte, spricht Bände.

  15. Thomas Holzer

    Nichts ist bis dato bewiesen -vielleicht wird es auch nie- aber auf jeden Fall schießen, wie das halt so üblich ist, alle möglichen Gerüchte und Verschwörungstheorien ins Kraut.

  16. Ehrenmitglied der ÖBB

    —das war vorauszusehen?
    Kein politisches oder religiöses Motiv sagt die Anwältin.
    Und er war ein fürsorglicher Vater, sagen die Eltern (trotz Wegweisung) und überhaupt, die gequälte Frau hat alles nur erfunden?
    Aber ja, so kurz vor den nächsten Landtagswahlen darf es kein religiöses oder politisches Motiv geben! Und ausserdem, wer weiß ob er was dafür kann der Amokfahrer?
    :-((
    🙁
    und die meisten Medien stimmen in diesen Chor ein…
    Ein Sittenbild des österreichischen Journalismus?

  17. Christian Peter

    man braucht nur 1 und 1 zusammenzählen, dann ist völlig klar : Der Grazer Massenmord war religiös motiviert, daran können keine ernsthaften Zweifel bestehen.

  18. cppacer

    Und schon sagt die Verteidigerin “kein religiöser Hintergrund”, wohl wissend, dass dieses Thema
    ihrem “Schützling” nur schaden kann.

  19. Christian Weiss

    “Der Grazer Massenmord war religiös motiviert, daran können keine ernsthaften Zweifel bestehen.”

    Das Problem für mich liegt noch nicht mal im vermeintlichen oder tatsächlichen Terrorakt. Selbst wenn der Terrorismus im grossen Stil in Europa einbrechen sollte, so ist die Chance für den Einzelnen, dass er dessen direktes Opfer wird, wohl eher gering.
    Aber es wird der Islamisierung Vorschub leisten. Wir werden weiterhin die “Hat mit dem Islam nichts zu tun”-Beschwichtigungen hören und in irrwitziger Weise werden unsere “Politiker” und “Intellektuellen” nach jedem Terroranschlag Solidarität mit dem ach so gebeutelten Islam fordern, der ja eine Religion des Friedens ist und fürchterlich diskriminiert wird. Irgendwann folgt auf jeden Gewaltakt ein Zugeständnis an die Barbarei. Wenn noch ein paar Karikaturisten mehr abgeknallt werden, ist es dann ziemlich bald vorbei mit satirischen Zeichnungen zum Thema Islam. “Denn gerade jetzt sollten wir ein Zeichen dagegen setzen, dass unsere muslimischen Mitbürger diskriminiert werden, die zu Unrecht mit den Terroranschlägen in Verbindung gebracht werden”, wird es dann heissen. Die Logik der Selbstaufgabe ist bestechend!

  20. waldsee

    gefährlich wird es erst ,wenn die friedensreligiöse masse aufbricht und wehklagend über den mißbrauch ihrer religion (falsche übersetzung) durch die strassen zieht und ramadanngstärkt die täter zur vernunft bringen will. (du ,du !) sicher werden sie dann von rotgrün- politikern begleitet in der absicht ,es denen “schon zu zeigen………”

  21. krawutzikaputzi

    Falls es wirklich so war, dass dieses Gedenken alleine für Propaganda benutzt wurde, zeigt es nur, wie berechnend, kalt und herzlos diese Clique handelt.
    Es erinnert mich an eine Schilderung eines Bekannten die heute stattfand, der erzählte, wie begierig die erlauchte Meute darüber diskutierte, welche Verträge mit ihnen zu machen sind, falls ein Familienmitglied des Bekannten verstirbt. Der Diskurs fand am selbigen Tisch statt.

    Nun, dass gewisse Herren ohne Scham und Taktgefühl höhere Positionen einnehmen, ist ja nichts Neues. Zugegeben war es früher noch schlimmer. Ansonsten wäre Herr Liesing SJ ja nicht Bundeskanzler.

    Diese “Menschen” übersehen einfach, dass Leute heutzutage sensibler auf proletische “Reviermarkierungen” reagieren. Die Antwort wird kommen. Es muss nur im Hinterkopf gespeichert sein. Welcher “Trigger” dazu führt das Fass zum überlaufen zu bringen, kann man erahnen, wenn man ihre weiteren Ausführungen im Kommentar liest.

    Sicher denkt er das er erwählt ist. Perfekt, sage ich dazu.

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