Als der Nahe Osten aufgeteilt wurde

Von | 20. Mai 2016

Vor einhundert Jahren wurde das „Sykes-Picot-Abkommen“ unterzeichnet. Frankreich und England teilten den Nahen Osten für die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in Einflusssphären unter sich auf. Nachhaltig hat diese Absprache der Kolonialmächte die Geschichte des Orients geprägt. Heute zerbricht die Staatenordnung, die westliche Diplomaten leichthin mit Bleistiftstrichen auf die Karte geworfen haben….. (weiter hier)

4 Gedanken zu „Als der Nahe Osten aufgeteilt wurde

  1. Lisa

    Das kommt davon, wenn man unbedingt Weltherrschaftsansprüche durchsetzen und halten will: und morgen die ganze Welt, GB’s God make thee mightier yet, napoleonische Grande Nation, Osmanen und bis zu Barbarossa, Carlomagno und weiter zurück zum Imperium Romanum… Keine Bäume wachsen unendlich in den Himmel und selbst eingemauerte/abgeschottete Reiche wie Die UdSSR oder China haben/hatten immer mit regionalen Problemen zu kämpfen. Man muss eben “bei den Leuten” sein und nicht mit einem Stift um um Tisch mit einer Landkarte stehen… Kann man denn nicht jede Region nach eigener Fasson selig werden lassen? Haben denn die Menschen, die das Land bewohnen – und hoffentlich besitzen! – kein Mitbestimmungsrecht? Das kann doch nur sein, wenn man sie als minderwertig ansieht. Was nicht nur für fremde Besatzer/Kolonisatoren gegenüber den Einheimischen gilt, sondern auch für die Machthaber innerhalb einer politischen, ethnischen, religiösen (u.a.) Gemeinschaft.

  2. astuga

    Maßgeblich hatte ja die “Expertin” Getrud Bell die Grundlagen dafür geliefert.
    Aber anders als kolportiert, hat sie dabei sehr wohl auch die unterschiedlichen Siedlungsräume oder die Grenzen der damaligen osmanischen Verwaltungseinheiten berücksichtigt (die natürlich auch bereits mitunter willkürlich waren).

    Aber das ist ohnehin ein dummes wie falsches Argument, die meisten Grenzen in Europa sind sogar noch jünger und ebenso willkürlich gezogen.
    Und die Araber hatten wohl genug Zeit diese Grenzen zu verändern (etwa im Arabischen Nationalismus-Sozialismus).
    Gibt ja auch heute sogar Organisationen wie die Arabische Liga.

  3. mariuslupus

    Warum wird immer über die vor hundert Jahren verschüttete Milch gejammert. Erinnert an die Kolonialismus Schuldzuschreibungen . Immer sind die anderen Schuld. Die arabischen Staaten hätten Zeit genug gehabt ihre gegenseitigen Anliegen zu klären. Aber lieber haben sie die verschiedenen Diktaturen, als eine Art von Stammesfolklore zelebriert. Oder ist es der Islam der Forschritte im Staatswesen verhindert ? Wie kann sich ein Staat zu einer Demokratie entwickeln, wenn sich die Staatsideologie von einer totalitären Religion ableitet, oder mit ihr sogar identisch ist.
    Wie dieser Weg verläuft wird an dem Beispiel Türkei deutlich. Die Türkei entwickelt sich unter dem Einfluss des Islams, von einen laizistischen Staat, zu zu einer theokratischen Ein-Mann-Diktatur.

  4. astuga

    Zitat: “Der Vertragsentwurf sah die Errichtung eines „Arabischen Staates oder eine Konföderation von arabischen Staaten in den Gebieten A und B unter der Oberhoheit eines arabischen Häuptlings“ nach dem Sieg über das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg vor.”

    Eben, dieser gemeinsame Arabische Staat ist letztlich nur an den Arabern selbst gescheitert.
    Eben weil diese auch zu unterschiedliche Identitäten und Interessen hatten.
    Kann man auch gut in TH Lawrence (aka Lawrence von Arabien) 7 Säulen der Weisheit nachlesen.
    Lustig auch, wenn sich ausgerechnet einige Israelis (die ich an sich sehr schätze) über willkürliche Grenzziehungen mokieren.

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