Als Habsburg vor Putin warnte

Von | 1. August 2014

Ein Standard-Bericht aus dem Jahr 2005:  “Der älteste Sohn des letzten österreichischen Kaisers, Otto Habsburg, hat bei einem USA-Aufenthalt eindringlich vor dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und einer seiner Ansicht nach in Russland bestehenden Kriegsgefahr gewarnt. ….. Unser größtes Problem in Europa ist heute Russland und die Herrschaft Putins”, sagte Habsburg. Das Vorgehen Putins erinnere ihn an die Stalin-Zeit. So hätte sich der inhaftierte Chef des Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowski, im Gefängnis bei Putin bedankt, so wie die Opfer Stalins sich beim Diktator bedankt hatten.Schließlich nannte Habsburg Putin in einem Atemzug mit Hitler: Putin spreche sehr offen über seine Absichten, dies habe auch Hitler getan. “Sie machen, was sie sagen”, meinte Habsburg. Katastrophen könnten allerdings nur entstehen, wenn auf Gefahren nicht reagiert werde….

11 Gedanken zu „Als Habsburg vor Putin warnte

  1. Mona Rieboldt

    Und wer warnte noch alles vor Putin? So langsam wird es lächerlich. Man will unbedingt
    Russland so instabil machen, um danach besser zugreifen zu können auf die Gasvorkommen, Bodenschätze etc. Wo immer der Westen eingreift, kommt Chaos, Libyen ist ein gutes Beispiel dafür. Man bombte einen nicht genehmen Diktator weg wie auch im Irak, die Folgen sehen wir heute.

  2. michelle

    Otto Habsburg war einer der letzten, der einen guten Überblick über die politische Lage hatte. Die Warnung vor Putin kam also nicht von ungefähr, die Geschichte beweist es. Dass der Westen z.B.an der Instabilität Libyens mitschuld ist, scheint klar, dass der Westen Russland instabil machen will, halte ich für ausgemachten Blödsinn.

  3. Christian Peter

    ‘Das größte Problem in Europa ist heute Russland und Putin’

    schlechter Witz. Die Wurzel allen Übels in Europa waren und sind Bilderberger wie Otto von Habsburg.

  4. Rennziege

    Gott hab’ ihn selig, diesen Sohn von Kaiser Karl I. Er war ein aufrechter Mann, ein Fan der europäischen Einigungsidee, deren Pervertierung zu zentralistischer Planwirtschaft, Unfreiheit und Orwell’scher Sprachregelung er nicht absehen konnte. Mag seine Einschätzung Putins anno 2005 noch einigermaßen zutreffend gewesen sein, würde er den Mann heute sicher anders beurteilen. Denn sowohl Russland als auch Putin haben sich gewandelt, und der betagte Habsburger war erfahren genug, um zu wissen, wie lange Wandlungen in Politik, Wirtschaft und menschlicher Denkungsart dauern.

  5. Klaus Woltron

    Das weitaus grösste Problem Europas ist eine selbsthemmende Organisation und eine Riege beamteter Sesselpfurzer, die ausschliesslich ihre eigenen Pfründen im Kopf haben.

  6. Rennziege

    1. August 2014 – 12:51 Christian Peter
    “Die Wurzel allen Übels in Europa waren und sind Bilderberger wie Otto von Habsburg.”
    Teilet mir gnädigst mit, o Meister aller Klassen:
    Wer sind die Bilderberger? Betreiben die eine Gemäldegalerie in der Kapuzinergruft?

  7. gms

    Welches Kraut wird denn hier in aller Öffentlichkeit geraucht, noch dazu ausgerechnet mit einem liberalen Blog als Pfeife?!

    “Putin spreche sehr offen über seine Absichten, dies habe auch Hitler getan.“

    Hitler hat auch einen Kamm benutzt, was ja wohl nicht weniger verwerflich ist, als offen über seine Absichten zu sprechen, ein Umstand, der bei Politikern dem Vernehmen nach eher zu den erwünschten Eigenheiten zählt.

    Nicht nur hierin offenbaren die Dilettanten in der Kunst des Analogieschmiedens ihre Defizite, sondern auch im Ignorieren der Unterschiede zwischen Hitlers rassisch reinem Dritten Reich und Putins Vorstellung einer Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok. Zugleich ist von Hitler nicht überliefert, er erachte die Ozeane zwischen den Kontinenten nicht als trennende, sondern im Gegenteil als verbindende Elemente.

    Woran hängte Otto von Habsburg also seinen Vergleich der expansiven Großmannsucht explizit auf? — [1] Europa sollte Russland solange nicht in der Europäischen Union aufnehmen solange Russland noch nicht völlig “entkolonisiert” sei. Russland beanspruche immer noch islamische Gebiete. Auch der Streit um die von der Sowjetunion 1945 besetzten südlichen Kurilen-Inseln sei nicht gelöst, und im Fernen Osten in der Amur-Region an der Grenze zu China komme es zu einer “friedlichen asiatischen Invasion”, umriss Habsburg die potenziellen Krisenherde. —

    Nicht nur zerrinnen dem ein kleines schwarzes Bärtchen malenden Habsburg die unterstellten Expansionsgelüste wie Sorbet in der Mikrowelle, nein, er läßt neben der offenen Zypernfrage auch noch jene unzähligen Übersee-Territorien (Réunion, Maritius, usw) unter den Tisch fallen, in denen immer noch EU-Länder das Sagen haben und zugleich Moslems und Hindus die Mehrheit stellen.

    Mit Hang zur Weisheit kann Habsburgs Amur- und Kurilen-Statement nicht erklärt werden, dafür ist es zu skurril, es sei denn er gehört jenem Club an, für den die EU auszeichnet, daß sie nur deshalb existiert, weil sie alles ignoriert, was sie zur eigenen Existenz berechtigen könnte.

    Einmal mehr bewahrheitet sich der Spruch, wonach Menschen wie Tonbandkassetten sind. Sie rauschen zu Beginn ihrer Lebenszeit und ebenso wieder am Ende. Und weil auch Hitlers Tage irgendwann gezählt waren, ist der verstorbene Habsburg ebenfalls ein mitteilungsbedürftiger größenwahnsinniger Diktator, — eine Feststellung, die Pippi Langstrumpf willfährig beklatscht und an ihre Sidekicks weitererzählt hätte.

    [1] derstandard.at/2013306

  8. Mourawetz

    Freut mich natürlich ungemein, dass eine Persönlichkeit wie Otto von Habsburg, die ich sehr schätze, schon vor Jahren richtig gelegen ist. Das bestätigt wieder einmal, dass es eine Schande war, die Habsburger aus dem Land zu vertreiben. Leute seines Formats bräuchte Österreich – und die EU noch viel mehr.

  9. gms

    Mourawetz,

    “Freut mich natürlich ungemein, dass eine Persönlichkeit wie Otto von Habsburg, die ich sehr schätze, schon vor Jahren richtig gelegen ist.”

    Freut mich, daß Sie sich freuen, denn wenn in Jahren die Vorstellungen der Coudenhove-Kalergis und Habsburgs für die EU aufgehen, wird’s weniger freudig. Also nutzen Sie die Zeit.

  10. Mourawetz

    @gms: wie oft soll ich es Ihnen noch sagen: lassen Sie mich gefälligst in Ruhe!

  11. Christian Peter

    @Mourawetz

    möge Otto Habsburg sanft ruhen und mit ihm die Ziele der paneuropäischen Bewegung begraben werden.

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