Altersvorsorge statt Altersversorgung

Von | 16. November 2020

(JOSEF STARGL) Zahlreiche Bürger, die schon jahrzehntelang höhere Beiträge in die Pensionsversicherung eingezahlt haben, denken immer mehr über die Höhe und über die Kaufkraft ihrer zukünftigen Pension nach.
Sie registrieren eine immer stärkere Aushöhlung des Versicherungsprinzips und betrachten besorgt die permanenten größeren Erhöhungen der niedrigeren Pensionen als „Wählerbestechungen auf Pump“.
Die Europäische Zentralbank als Teil des politischen Machtkartells betreibt mit ihrer Inflationspolitik und mit ihrer Zinsmanipulation eine gigantische Zwangsumverteilung von Einkommen und von Vermögen. Sie enteignet zahlreiche Eigenversorger, zerstört die betriebliche und die private Altersvorsorge und bewirkt Altersarmut.

Die derzeitigen Pensionisten erkennen, dass ihre Pensionserhöhungen niedriger ausfallen als die (tatsächlichen) Preissteigerungen bei den für sie wesentlichen Gütern und Dienstleistungen.
Im „Land ohne Wettbewerb“ gibt es eine Pensionspflichtversicherung. Die Erwerbstätigen zahlen einen Pensions-Zwangsbeitrag an einen bestimmten Versicherungsträger der Sozialversicherung.
Die tatsächliche Höhe des Pensionsversicherungsbeitrages wird durch die Trennung in einen (am Lohn-/Gehaltszettel erkennbaren) Arbeitnehmerbeitrag und in einen „Arbeitgeberbeitrag“ („Lohnnebenkosten“!) verschleiert.

Es gibt in der Sozialversicherung eine Selbstverwaltung von Sozialpartner-Funktionären, unterschiedliche Regelungen für die einzelnen Versicherungsträger sowie Privilegien für die Mitarbeiter der Sozialversicherungsanstalten/einzelner Unternehmen der Gemeinwirtschaft, für die „Bediensteten Wiens“ und für einzelne Berufsgruppen.

Pflichtversicherung bedeutet im Unterschied zu einer Versicherungspflicht, dass dem Versicherten keine Wahl- und Vertragsfreiheit ermöglicht wird und, dass es keinen Wettbewerb zwischen verschiedenen Sozialversicherungsträgern oder privaten Versicherungen gibt.

Die Angst vor der Freiheit, vor dem Risiko(kapital) und vor der Eigenverantwortung fördert(e) in diesem Land weder die betriebliche („zweite Säule“) noch die private (Eigen-)Vorsorge („dritte Säule“) mit einem Kapitaldeckungsverfahren. Wir sind kein „Volk von Aktionären“.

Der fiktive Generationenvertrag in der Pensionsversicherung ist mit dem Umlageverfahren (die Erwerbstätigen zahlen ihre Beiträge ein und diese Gelder werden mit einer kurzen Zeitverzögerung an die derzeitigen Pensionisten ausbezahlt) verbunden.
Da die Beiträge der Erwerbstätigen zur Finanzierung der Pensionen nicht ausreichen, werden „aus dem Bundesbudget“ auf Pump (im überschuldeten Versorgungsstaat) derzeit fast 25 Mrd Euro pro Jahr „zugeschossen“, um die Pensionen zu „finanzieren“.
Es gibt in diesem Land einen Pensionsversicherungs-Strukturreformstau und immer mehr Altersversorgung durch Staatsverschuldung.

Die zukünftigen Pensionisten vertrauen immer weniger darauf, dass die zukünftigen Erwerbstätigen ihre Pension im Rahmen des Umlageverfahrens finanzieren können.
Der freie Personenverkehr innerhalb der Europäischen Union und die Einwanderung zahlreicher gering qualifizierter Personen sowie deren Folgekosten für die Höhe der zukünftigen Pensionsleistungen werden kaum öffentlich diskutiert.

Trotz geringem „Pensionsversicherungswissen“ erkennen zahlreiche Bürger, dass die Pensionisten (als bedeutende Wählergruppe) in Zukunft in immer mehr Abhängigkeit vom Altersversorgungsstaat geraten.
Wir sollten die Geldpolitik ändern, die Steuer- und Abgabenlast senken und einen Ausbau der betrieblichen sowie der Eigenvorsorge ermöglichen.
Mehr „Marktwirtschaftswissen“ und mehr Finanzwissen könnten für eine Altersvorsorge und für den Wohlstand der (zukünftigen) Pensionisten sehr hilfreich sein.

2 Gedanken zu „Altersvorsorge statt Altersversorgung

  1. Thomas Brandtner

    Je mehr Marktwirtschaftswissen wir haben, desto klarer wird uns, daß riskante Veranlagungen am Kapitalmarkt nicht das richtige Instrument für die Sicherung der Altersversorgung sein können: zu blöd, wenn man ein Leben lang investiert hat, und dann kommt eine Wirtschaftskrise wie 2008… Es ist keine Frage der Weltanschauung, sondern der Mathematik, daß das Sozialversicherungsprinzip dem Prinzip der Verantwortung des Einzelnen für seine Altersversorgung haushoch überlegen ist. Wer im Alter angenhm leben will, muß aber darüber hinaus möglichst große Reserven bilden. Dem wirtschaftlichen Risiko entkommen wir also nie: no risk, no fun. Nur macht es einen riesigen Unterschied, ob wenigstens eine menschenwürdige Grundversorgung gesichert ist, oder eben nicht.

  2. fxs

    Es ist wohl eine Frage der Zeit, bis auch die Pensionisten draufkommen, dass 1 € Pension nicht überall gleich viel wert ist.

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