Am Ende zahlt immer der Sparer

Von | 7. April 2013

“Wenn Zypern eines lehrt, dann das: In der Euro-Krise ist alles möglich. Der Staat kennt viele Wege, um an Geld zu kommen, und die Bürger an der Entschuldung zu beteiligen – manche sind schon in Vergessenheit geraten, andere erscheinen noch abwegig, und wieder andere sind längst im Einsatz.” (HB)

4 Gedanken zu „Am Ende zahlt immer der Sparer

  1. Samtpfote

    @Thomas Holzer
    Genau!
    Es bleib nur ein one-way-ticket mit Virgin-Aerospace… samt einer Gebärfreudigen… 🙂

  2. Turing

    Ich finde das Vorgehen in Zypern nicht problematisch. Die dortigen Banken sind pleite. Die Eigner der Banken, d.h. die Aktionäre, haben wegen der Kursverluste bereits alles verloren, also sind die Gläubiger dran und wer Geld auf einem Tagesgeldkonto parkt, ist nun mal ein Gläubiger.

    Und es erscheint mir sowohl vernünftiger als auch gerechter, wenn jene Gläubiger zur Kasse gebeten werden anstelle der Steuerzahler. Ich zahle meine Steuern, würde aber niemals bei dubiosen Banken mein Geld anlegen, sondern investiere mein Geld in Aktien. Warum soll ich Kunden zypriotischer Banken zahlen? Und besser als Inflation ist es auch, wenn man es so macht, wie man es jetzt macht. Bei einer stärkeren Inflationsrate würden alle jene bestraft, die sparsam leben und gleichzeitig jene belohnt, die Schulden angehäuft haben. Es kann aber auf Dauer nicht gut gehen, wenn man wirtschaftlich vernünftiges Handeln bestraft. Es ist doch schon schlimm genug, dass unser Wohfahrtsstaat Unvernünftigkeit auch noch honoriert und dass die Beamten in den Behörden angehalten sind, sich unwirtschaftlich zu verhalten. Jeder kennt das Phänomen, dass Abteilungen in Behörden zum Jahresende objektiv unsinnige Ausgaben tätigen, um das Budget auszureizen, weil sonst das Budget für das neue Jahr gekürzt würde.

  3. gms

    Turing :
    Ich finde das Vorgehen in Zypern nicht problematisch. Die dortigen Banken sind pleite.

    Für all jene, die mit den Details des zypriotischen Deals nicht vertraut sind, hier die Zusammenfassung dessen, was “In der Euro-Krise ist alles möglich” bedeutet:

    Man kann mitterdings in Eurostan das Bankensystem eines Landes auch ohne jegliches Insolvenzverfahren umbauen. Auf Befehl von oben wird erstmal der Rollbalken runtergelassen, und dann überlegt man sich wochenlang, wie der Scherbenhaufen zu behandeln sei und aus welchen Teilen man ggfs. Neues zusammenklebt. Problematisch?

    Wären vor zehn Jahren die rote Bank Austria und die schwarze Raiffeisen zeitgleich bankrott, und Häupl und Pröll hätten sich beim Heurigen ausgeschnapst, welche von den beiden dicht gemacht wird und ihre Assets in die andere und danach weitergeführte Bank einbringt, hätte der gelerne Österreicher dies achselzuckend zur Kenntnis genommen. Oder auch nicht.
    Im fernen Brüssel wären daraufhin aber zumindest einige Augenbrauen hochgegangen, riecht Derartiges doch viel mehr nach politischem Opportunismus, als nach der stringenten Durchsetzung von Eigentums- und Anspruchsrechten im Insolvenzfall.

    In Zypern waren BoC und Laiki pleite. Behandelt werden diese Banken, und damit deren beteiligte Gläubiger, unterschiedlich. Einlagen über 100T bei der Laiki sind für die Eigentümer verloren, jene bei der BoC werden eingefroren, bis eine bestimmte Quote erreicht wird. Zur Erreichung dieser Quote dienen zusätzlich die transferierten Einlagen unter 100T von der Laiki. Auch andere Gläubiger der BoC haben weitaus bessere Karten, als jene der Laiki. Weshalb? — Weil man sie einen Topf geworfen hat, anstatt sie unproblematisch (sic!) jede für sich abzuwickeln.

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