…And then you win.

Von | 5. Juli 2016

(Luke Lametta) Dieses Nigel Farage-Interview ist 3 1/2 Jahre alt. Damals haben sie ihn ausgelacht. First they ignore you, then they laugh at you, then they fight you, then you win:

Blick: Sie überlebten einen Flugzeug-Crash. Wie hat Sie das geprägt?
Nigel Farage: Mir ist es noch egaler, was andere über mich denken. Der Crash machte mir klar: Wir leben wirklich nur einmal – und müssen das Beste daraus machen. Meine Enkel sollen in Geschichtsbüchern mal lesen, dass ich in England eine Revolution gestartet hatte und ganz Europa mir folgte. Noch immer trinke und rauche ich, bin ein totaler Fatalist.

Well. Done. Godspeed, Nigel Farage.

13 Gedanken zu „…And then you win.

  1. gms

    Luke,

    danke für den Blogeintrag und das nachgereichte sehenswerte Video mit Farage und Leichtfried.

    Betreffend “.. then they fight you, then you win”: Wer glaubt, die Schlacht um UK wäre gewonnen oder zumindest noch auf der Kippe, hat einmal mehr die Rechnung ohne das Establishment gemacht. Niemandem muß ich hier erzählen, was medial aktuell abgeht, nämlich eine propagandistische Lehrstunde in Sachen “fear, uncertainty and doubt”, die bereits unmittelbar nach dem Referendum mit voller Wucht einsetzte [i.e.1].

    Geopolitisch ist Grossbritannien die linke und Japan die rechte Klammer um Eurasien, diese Felder läßt man sich um kein Preis der Welt schwächen.

    Den wahrscheinlichsten Ausgang der Chose nahm Farage schon vor über einer Woche vorweg [2], selbst Juncker hatte mit seinem jüngsten Sager bezüglich “Beobachter von fernen Planeten” einen seiner berüchtigten erfrischend ehrlichen Momente. Wenn es für die Oligarchie etwas zu verhindern gilt, dann einen Austritt der Briten aus der Union, stand GB doch schon beginnend mit Cecil Rhodes im Zentrum der Absicht, staatliche Souveränität zu untergraben, ein Ansinnen, das mit dem Abstieg UKs zur Regionalmacht vollzogen und mit Tony Blair, quasi dem englischen Carl Bildt, seinen bisherigen Höhepunkt in Sachen Kulturzerstörung und Erosion des Heimatbewußtseins fand.

    Wen wollen die Globalisten aktuell den Brexit verhandeln lassen? Richtig – [3]. Als Nachfolger für den zum Abschuß freigegebenen Juncker wird flankierend der zweite Universal-Wasserträger Carl Bildt in Stellung gebracht. Never miss a good crisis, oder auf gut Deutsch: We ain’t seen nothing yet.

    [1] independent.co.uk/news/uk/politics/brexit-anger-bregret-leave-voters-protest-vote-thought-uk-stay-in-eu-remain-win-a7102516.html
    [2] youtube.com/watch?v=xm-5TEv2Njo
    Nigel Farage concerned over BREXIT BETRAYAL (ab min 6:00)
    [3] bbc.com/news/uk-politics-36698055 gegenfrage.com/tony-blair-brexit/

  2. wbeier

    Nigel Farage ist ja „völlig überraschend“als Chef von UKIP zurückgetreten und die Brexit-Bewegung nach dem Abgang von Boris Johnson führerlos. Der Brexit wird voraussichtlich bis Herbst verschleppt und nach Neuwahl ignoriert oder aufgehoben.Mit Farages Rücktritt stimmt was nicht. Das passt nicht zu diesem Mann, einem durch und durch Berufspolitiker, und das seit bald 25 Jahren. Und auch nicht diese Presseerklärung von 30 Sekunden.
    Wurde Farage erpresst oder/und bedroht? Da spricht einiges dafür und wenig dagegen. Zutrauen kann man es sowohl dem “Imperium” als auch den Finanzeliten deren Schnittmengen der Interessen hervorragend mit jenen der Regime korrespondieren. Immerhin sind Suizide und Unfälle auch weit weniger gewichtigen Peronen im politischen Geschäft nichts Neues und Menschen mit Familie sind letztlich meist immer gefügig.

  3. Christian Peter

    @wbeieer

    Das glauben Sie doch selbst nicht ? Jetzt geht es in UK lediglich darum, einen Nachfolger von David Cameron zu küren, erst dann wird das Austrittsprozedere eingeleitet.

  4. Rennziege

    @Luke Lametta:
    Vielen Dank für den YouTube-Link! Kannte ich noch nicht; das Video ist aber auch vor dem Dialog mit dem österreichischen Leichtmatrosen interessant. Dass der ein akzentfreies Einglisch zu sprechen schien, verblüffte mich. Doch nach wenigen Sekunden wurde mir klar, dass ich die Stimme des Simultandolmetschers hörte. (Diesen Job habe auch ich als Studentin bei der UNIDO in Wien gemacht.)
    Alle, die nun Nigel Farage als Feigling desavouieren, sind auf dem Holzweg. Dieser Mann hat über Jahrzehnte viel Schweiß vergossen, um die EU-Diktatur zur Besinnung zu bringen und, als die sich als habituell störrisch erwies, Old Blighty aus deren Würgegriff zu befreien. Farage ist ein wenig müde, hat Familie, vier Kinder, und es ist zutiefst verständlich, wenn er sagt: “I want to have my life back now.”
    Der schleimige Tory-Überläufer Douglas Carswell kommt erschwerend hinzu — eine an der UKIP-Brust genährte Schlange, die nun ihre Giftzähne gegen Farage ausfährt. Doch der hat nicht nur von sabotierenden Glücksrittern die Schnauze voll, sondern auch seinen Job gemacht. In der Vergessenheit verschwinden wird er ganz sicher nicht, und die Auszeit hat er sich verdient: Er hat der selbstherrlichen EU-Nomenklatura einen Tritt in den Allerwertesten versetzt, der sie zumindest ein wenig zum Nachdenken bringt. Oder die EU in ihren Fundamenten erbeben lässt, Ausgang ungewiss.
    Beides könnte sich als heilsam herausstellen.

  5. Luke Lametta

    Ich mag den CV vom Leichtfried:

    – geboren
    – Schule
    – Uni
    – Arbeiterkammer
    – Gemeinde Bruck an der Mur
    – Partei
    – EU seit 2004
    – “nie mehr blöd aufgefallen”
    – dafür 2016 von His Fanciful Majesty Kerni I. zum Minister befördert

  6. Fragolin

    @Luke Lametta
    Wenn ich solche Lebensläufe sehe muss ich immer an Schäubles Spruch von der Inzucht denken.
    Die findet ganz woanders statt als der uns weismachen will…

  7. rubens

    gms

    Deswegen hat Carl Bildt bei den Eurovision Songcontest Abstimmungen mitgemacht, das Intrigenklavier gespielt.

  8. mariuslupus

    Nigel Farage hat Charakter und redet klar und deutlich. Braucht nicht am sesselkleben, hat genug Verstand um sein Geld selbst zu verdienen.

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