Antikapitalismus: Trendy, aber ein Irrweg

Es ist schwer zu übersehen, der Kapitalismus hat einen schlechten Ruf. Ende November 2019 demonstrierten Tausende von Kapitalismus-Gegnern in Hauptstädten auf der ganzen Welt gegen ihn. Diese selbsternannten „Anti-Establishment“-Demonstranten, die am jährlichen Million Mask March teilnahmen, trugen vom Film „V wie Vendetta“ inspiriert Guy Fawkes-Masken (die überwiegend in China hergestellt werden) und versuchten, ihrer Unzufriedenheit mit dem kapitalistischen System und dessen unfairen Ergebnissen, die es angeblich schafft, Ausdruck zu verleihen. mehr hier

7 comments

  1. Eugen Richter

    Naja, es ist bei der Bildungsmisere in den sogenannten westlichen Staaten der ersten Welt normal vom Begriff Geldsozialismus nie etwas gehört zu haben, aber diesen Zustand als Kapitalismus zu bezeichnen. Von steuerzahlenden Eltern weit über das 18. Lebensjahr gepämpert (inkl. staatlicher Zuwendungen, die nun auch von steuerzahlenden Eltern bezahlt werden) glauben sie nun sich gegen das richten zu müssen, was ihnen ein komfortables Leben ermöglichte. Wenn es dem Esel zu geht gut geht, … erinnert mich an die Jugendbewegten der Spätkaiserzeit. Links, nihilistisch und durchgeknallt. Er im Schützgraben wurde deren Mütchen massiv abgekühlt. Geholfen hatte das jedoch nicht wirklich.

  2. Selbstdenker

    “…oder zuletzt „Kapitalismus ist tot“. Letzteres ist ein aktuelles Zitat von Marc Benioff, Salesforce-CEO, der sein Milliardenvermögen gerade dank des kapitalistischen Systems erwirtschaften konnte.”

    Das ist nicht weiter verwunderlich, weil viele, die sich ein Milliardenvemögen aufgebaut haben, nun gegen Mitbewerber schützen wollen, die dies ebenso tun wollen. Durch das Umschalten von Leistungsorientierung nach Statusorientierung können sich ihre Machtzirkel gegen potentielle Mitbewerber absichern.

    Es wäre hoch an der Zeit den Kampf gegen Kartell- und Monopolbildung wieder aufzunehmen. Die Fusionitis wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten massiv übertrieben. Die Zeche zahlen wir jetzt, indem solche Leute wie der Salesforce-CEO nun Narrenfreiheit haben und den Korporatismus (siehe Faschismus) wiederbeleben wollen.

  3. Selbstdenker

    Es wäre interessant zu erfahren, was die befragten Studenten unter “Kapitalismus” verstehen. Leider hat man auch hier denjenigen, die sich Linke nennen, die Definitionshoheit überlassen.

    Wenn die Menschen unter Kapitalismus so etwas wie Korporatismus oder Staatskapitalismus verstehen, braucht das Ergebnis nicht zu verwundern.

    Das was vergleichsweise seriöse Ökonomen implizit unter Kapialismus verstehen, ist eine in sich stimmige Sammlung mehrerer Prinzipien (Privateigentum, Vertragsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit, Erwerbsfreiheit, Recht auf die Früchte der eigenen Arbeit, etc.).

    Vielleicht sollte man die Fragen so formulieren:

    Finden Sie, dass man ein Recht auf die Ergebnisse der eigenen Arbeit / Kreativität / Anstrengungen hat, oder sollen sämtliche Ergebnisse an die jeweiligen Herrscher und ihre Beamten abgeliefert werden, die sich dann um die Verteilung kümmern?

    Finden Sie, dass jemand, der weniger arbeitet das Recht auf gleiche Entlohnung hat? Sollen Menschen nach Status, Bemühen oder dem Ergebnis ihrer Arbeit bezahlt werden?

    Soll derjenige eine Sache besitzen, der sich mit physischer oder politischer Macht durchsetzt oder derjenige, der sie rechtmäßig erworben hat?

    Sind sie der Meinung, dass Menschen selbst entscheiden können sollen, ob, was, wieviel sie wo in welcher Form arbeiten?

    Möchten Sie selbst entscheiden können, wofür Sie ihr Geld ausgeben? Wollen Sie aus mehreren unterschiedlichen Produkten, die sich in ihrer Art und ihren Preis unterscheiden, auswählen können?

    Wollen Sie eine Sache behalten können, die Sie gekauft haben und selbst darüber entscheiden, was damit geschieht? Wollen Sie Ihren Kindern Dinge hinterlassen, die Ihnen viel bedeuten bzw. Ihren Kindern nützen? Wollen Sie Personen, die Ihnen nahestehen, etwas schenken können?

    Wenn Sie aus dem von Ihnen gesparten Geld eine Maschine kaufen, sollen Ihnen dann die damit erwirtschafteten Erträge zufließen?

    Und so weiter und so fort.

    Wenn man über den Symphatiewert bestimmter Begriffe abstimmt, sollte man wissen was diese Begriffe umfassen.

  4. Falke

    Je mehr Aufmerksamkeit man den fanatisierten Kommunisten oder Kryptokommunisten (Grüne und andere Linke) und deren dümmlichen Jüngern (Schüler und Studenten) schenkt, umso wichtiger und glaubwürdiger wähnen sie sich. Das Beste ist. ignorieren (oder, wie der Österreicher sagt: net amol ignorieren).

  5. sokrates9

    Selbstdenker@ Ihre formulierten Fragen sollten sie den österreichischen Verfassungsgerichtshof stellen: Dann würden sie sehen wie kommunistisch da schon gedacht wird! Es ist unzumutbar die österreichische Sprache zu lernen und mit Sozialhilfekürzungen zu drohen (wie man da Parallelgesellschaften verhindern will wird natürlich nicht gesagt),jedes Kind ist gleich viel wert, somit ist es völlig selbstverständlich dass vor allem unsere zugewanderten Kinderreichen Familien jedes Kind nagelneuen Kinderwagen und alles neu braucht!Die Verfassungsrichter als nicht gewählte Elite mit immer größeren Bildungsdefiziten sind natürlich geeignet überall gesellschaftspolitisch mitzumischen! Früher war es Aufgabe der Verfassungsrichter zu definieren was der Gesetzgeber mit einzelnen Gesetzen gemeint hat, heute wird munter selber Politik gemacht! Politiker kann der Wähler im Sinne eines demokratischen Systems rauswerfen, Verfassungsrichter sitzen wie die Laus im Pelz und haben null Verantwortung für ihre Erkenntnisse!

  6. Mourawetz

    @Selbstdenker
    Diese Fragen gefallen mir sehr gut. Man sollte sie in einer Art elektronischem Formular à la Wahlkabine.at aufbereiten, um seine politische Gesinnung erforschen zu können.

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